Wozu sind Freunde da...

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Brunklord
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Wozu sind Freunde da...

Beitrag von Brunklord » Do 27. Okt 2011, 00:47

Duisburg, 2022

Heute war ein anstrengender Tag gewesen. Nicki hatte das Gefühl, das sich in den letzten Stunden die halbe Stadt hat tätowieren lassen.
Sie freute sich einfach auf das lange und vor allem freie Wochenende. Zudem hatte sie ihren Sohn zu Besuch. Bei dem Gedanken daran wieder etwas Zeit mit ihrem Kind zu verbringen verflüchtigte sich die Müdigkeit in ihren Gliedern und ihre Bewegung waren wieder etwas schwunghafter, als sie ihre Schlüssel in die Haustür steckte.

Einen Moment später verschwand die Welt um sie herum in tiefste Dunkelheit.

Zwei Tage später, Kapellen am Niederrhein…

Die Sonne berührte den Horizont und von der Position des Mannes aus, stand der Himmel in Flammen. Es war ein atemberaubender Anblick und nur alleine deswegen hatte es sich gelohnt, sich hierher zurückzuziehen.

Dieter Brink hatte sich vor einigen Jahren freiwillig zum Bund gemeldet. Obwohl er damals schon ein Mittdreißiger war, wurde er genommen und er entpuppte sich als hervorragender Scharfschütze.
Innerhalb von zwei Jahren hatte er sich einen Namen innerhalb des Militärs gemacht und wurde für Spezialmissionen eingesetzt.

Bei einem Auftrag in Afghanistan ging aber einiges fürchterlich schief und Unschuldige kamen ums Leben. Um zu verhindern, dass diese Sache in der Öffentlichkeit bekannt wird, hatte man ihn auf eigenem Wunsch ehrenhaft entlassen und eine Abfindung gezahlt, von der man recht gut leben konnte.

Nun saß er hier, seit nunmehr vier Jahren im Ruhestand, und genoss den Anblick der sich ihm bot.
In solchen Momenten wie diesen konnte er vergessen, was damals passiert war.
Er spürte das kühle Glas der Bierflasche in seiner Hand und überlegte ob er sich noch was zu essen machen sollte.
Die Faulheit siegte und so griff er zum Telefon um den Pizzaservice anzurufen.

Bevor er jedoch die Wähltaste drücken konnte, klingelte es an seiner Haustür.

„Können die Gedanken lesen?“

Das Klingeln wurde fordernder und drängender.

„Ja, ja. Immer mit der Ruhe.“

Er öffnete die Tür.
„Du bist nicht der übliche Pizzabote.“

„Halt die Klappe und lass mich rein. Es ist Scheisskalt.“
„Linzie, mein Freund. Ich habe heute aber nicht mit Gästen gerechnet.“

Der Mann, den er Linzie genannt hatte, war ungefähr 1,70 groß, strohblond und hatte eine kleine Narbe auf der Nase

„Ist mir wurscht, wie deine Bude aussieht. Lass mich rein oder ich gehe, ohne dir zu sagen, was ich gerade herausgefunden habe.“
Brink seufzte und trat zur Seite.
Nachdem er die Tür geschlossen und seinem Freund ein Bier gereicht hatte, stellte er ihn zur Rede.
„Also, was willst du? Welche Neuigkeiten haben dich von deinem Quantencomputer weggebracht?“

Linzie nahm einen tiefen Schluck.
Er setzte die Flasche ab und begann zu erzählen.

„Seit zwei Tagen wird eine alte Freundin von dir, Nicole Wielinski, vermisst. Laut Angaben des Bruders war sie auf dem Weg nach Hause… nur ist sie dort nie angekommen. Zeugen wollen einen dunklen Wagen vor dem Haus haben stehen sehen. Die Bullen haben, wie soll es anders sein, keinen Hinweis wieso, warum und Weshalb.“

Diese Offerte hatte gesessen.

Nicole… er erinnerte sich an ihre gemeinsame Zeit in der Schule, seine heimliche Schwärmerei und daran wie sie sich über zehn Jahre später durch Zufall wieder getroffen und eng angefreundet hatten.
Sie war für ihn wie eine Schwester gewesen, jedoch war der Kontakt nach seinem Einsatz in Afghanistan abgebrochen.
Bis jetzt hatte er auch nicht den Mut aufbringen können überhaupt wieder Kontakt zu seinem Freundeskreis aufzubauen, ausser zweien.
Linzie, der vor ihm saß und seinem alten Sandkastenfreund, dem Professor.

Alle anderen hielten ihn sehr wahrscheinlich sogar für tot.

Er leerte die Bierflasche in einem Zug und öffnete gleich eine Neue.
„Erzähl mal weiter.“

„Diddy, wie kommst du darauf, dass ich noch was zu sagen hätte?“
„Weil du sonst nicht hier wärst.“

Linzie grinste und zog eine kleine Datendisc aus seiner Jackentasche.
„Für dich.“

Brink nahm sie in die Hand und drehte sie einmal nach links und nach rechts.
„Was ist das?“

Das Grinsen seines Freundes wurde ncoh breiter.
„Sagen wir mal, meine Fühler reichen tiefer als die der Polizei.“, nach einem tiefen Atemzug redete er weiter, „ So wie es aussieht war ihr Ex Mann in eine Reihe illegaler Geschäfte verwickelt und nicht im Stande die Verluste auszugleichen, die ihm sein letztes Geschäft aufgehalst hatte. Deshalb zog er es vor zu verschwinden und hinterlies eine Reihe wütender Auftraggeber. Diese denken wohl durch ihre Entführung, ihn dazu zu bringen sein Versteck preis zu geben.“

Dieter fuhr sich mit der rechten Hand durchs Gesicht.
„Dann ist sie so gut wie tot.“

Nun war es an Linzie, sich eine neue Flasche zu öffnen.
„Was glaubst du, warum ich hier bin?“

***

Dieter legte seine rechte Hand auf den Scanner.

„Identität bestätigt.“

Die Safetür öffnete sich und grelles Neonlicht blendete für einen kurzen Moment seine Augen.

Er ließ die Reisetasche, die er in seiner linken Hand gehalten hatte, auf den kleinen tisch in der Mitte fallen. Dann wandte er sich den Regalen zu und packte diverse Handfeuerwaffen, Munition, Gewehre, Granaten und zwei Maschinengewehre ein.

Sein Blick hielt an dem Dragunov Scharfschützengewehr an. Seine Finger glitten über das Holz des Kolbens. Vor Jahren hatte er sich geschworen, diese Waffe nie wieder in die Hand zu nehmen.

Entschlossen griff er zu.
Es war an der Zeit einen Schwur zu brechen um einen anderen zu erfüllen.

***

Dieter ging aus dem Haus und lief zu seinem Ford Mustang GT 500. Die Heckklappe des schwarzen Wagens knirschte ein wenig, als er sie öffnete.
Dieses Geräusch musste es wohl gewesen sein, das seine neugierige Nachbarin von ihrem Sessel hoch gejagt hatte.

Die Tür ihres Hauses war einen Spalt geöffnet und er bemerkte den forschenden und abschätzenden Blick in seinem Rücken.
Als er die Reisetasche samt dem darauf legende Dragunov verstaute, hörte er ihre quäkende Stimme.

„Wohin geht’s denn, Herr Nachbar?“

Geht dich einen Scheissdreck an, war das erste was ihm durch den Kopf ging.
Laut sagte er jedoch.
„Auf die Jagd.“

„Wir sind heute wohl etwas kurz angebunden.“

Dieter drehte sich halb zu ihr um und suchte ihre Augen. Der Blick den er ihr entgegen schleuderte schien sie so einzuschüchtern, dass in der nächsten Sekunde die Tür zufiel.
Daraufhin setzte er sich in den Wagen und kramte sein I- Phone X aus dem Handschuh Fach.

Kaum das er es aktiviert hatte, ertönte das Signal das er eine MMS erhalten hatte.
Dieter öffnete sie und eine kleine Karte mit einem Smiley drauf war zu sehen.
In der Sprechblase stand geschrieben: „Hier findest du was du suchst.“

Er drehte den Schlüssel um und startete den Motor.

***

Andreas war nervös. Ein leichter Schweissfilm bedeckte seine Stirn, als er zum wahrscheinlich Millionensten mal die Gardinen zur Seite schob um einen flüchtigen Blick nach draussen zu erhaschen. Er war nun schon seit Tagen auf der Flucht vor den Leuten, denen er das Geschäft vermasselt hatte.
Vor Drei Tagen hatte er in den Nachrichten erfahren, das seine Ex- Frau vermisst wurde. Gut so… sollen sich die Russen ihre Wut an ihr auslassen. Je Länger sie mit Nicole beschäftigt waren, umso mehr Zeit hatte er aus dem Land zu verschwinden.
Wenn es nur nicht so verflucht lange dauern würde, einwandfrei gefälschte Dokumente zu beschaffen. Zu den richtigen Profis konnte er nicht, das wusste seine Verfolger sofort wo er zu finden war, als musste er sich mit der Amateurliga zu Frieden geben… und diese brauchte nunmal ein wenig länger.

Was war das? Dieser schwarze Wagen ist doch schon zum zweiten Mal an seiner unterkunft vorbeigefahren.

Schwachsinn, du hast schon Halluzinationen…

Andreas atmete tief durch und setzte sich wieder auf den Sessel. Das Telefon auf einem kleinen Tisch daneben wartete förmlich auf das Klingeln, das ihm sagte, das die Papiere fertig waren.
Er spürte wie er müde wurde.
Ein kleines Nickerchen kann nicht schaden… nur fünf Minuten…

-

Dieter hatte seine Bestätigung. Der Mann den er suchte war hier. Er hatte das kleine Hotel in Abstand von mehreren Minuten zweimal passiert und den Schatten des Mannes im Fenster bemerkt.

Wenige Meter entfernt, gerade ausser Sichtweite parkte er den Mustang. Wenn er die Sache ohne Aufsehen durchziehen wollte, musste er sich was anderes einfallen lassen, als die Tür aufzubrechen. Das Hotel war nach dem amerikanischen Vorbild von Motels gestaltet. Ein U- förmiger Bungalow, der auf der linken Seite die Verwaltung und Rezeption beherbergte und dessen Rest dann in kleine Zimmer aufgeteilt war. Nicht zu vergessen, der zentrale Parkplatz, der von allen Seiten einsichtig war.

Die Türen waren alle zum Parkplatz hin. Dieter überlegte kurz, ob er bis Einbruch der Dunkelheit warten sollte, entscheid sich aber dagegen. Die Zeit spielte gegen ihn.

Er ging zum Kofferraum und packte einige Utensilien in den kleinen Rucksack. Dann schulterte er ihn und machte sich auf den Weg.

Es hatte nur wenige Minuten gedauert, bis er sich sich geduckt um das Gebäude herumgeschlichen hatte und sich nun genau unter dem zweiten Fenster des kleinen Zimmers. Mit einer blitzartigen Bewegung warf einen Blick durch das Fenster und konnte erkennen, wie sich sein Ziel gerade in den Sessel setzte.

Dieter hatte Glück. Um das Kabel der Satellitenantenne ungehindert in den Raum zu führen, hatte man ein kleines Loch in den Rahmen des Fensters gebohrt. Mit seinem Messer schnitt der das Kabel durch und machte das Loch frei. Dann holte er eine kleine Flasche geruchsloses Betäubungsgas aus dem Rucksack und einen kleinen Plastikschlauch.
Das Gas wirkte schnell und zuverlässig und verteilte sich auch recht gut in kleinen Zimmern wie diesem. Nach vier Minuten war der Mann auf dem Sessel eingeschlafen.

Das Fenster zu knacken und zu öffnen war nur eine Sache von Sekunden. Anschließend wartete Dieter, bis er sicher das sich das Betäubungsgas verflüchtigt hatte. Dann kletterte er in das Zimmer und schloss das Fenster hinter sich.
Es wurde Zeit an die Arbeit zu gehen.


TBC
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Re: Wozu sind Freunde da...

Beitrag von DerVorstand » Do 27. Okt 2011, 01:00

hm knallt der jetzt nen hilflosen schlafenden mann um ?!
Bild
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