Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

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Brunklord
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Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Fr 1. Okt 2010, 10:12

Die Idee zu dieser Serie entstand vor ca. einem Jahr, als ich ein langweiliges Dasein in einer Schukungseinrichtung fristete und hoffte das es bal vor bei sei...

Nach monatelanger Suche nach einem/einer Co- Autor(in) fand ich sie schließlich und nun ist es soweit. Mein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden.
Die erste Staffel besteht aus 7 Folgen, die in jeweils drei Teilen gepostet werden

Das Posten der einzelne Teile erfolgt Freitags.
EXKLUSIV bei der TdT einen Tag vor allen anderen Foren.

Speziell heute erfolgt das posten der kompletten erste Folge... Teil 3 ist exklusiv.


Aber nun will ich euch nciht länger auf die Folter spannen.

*****

Stargate 2010- Season 1: The Journey begins...

1x01
Die Reise beginnt, Part 1 & 2


Peru

Es war ein schwüler Abend. Die letzten Tage hatte die Sonne auf das kleine Land niedergebrannt, aber nun zeichnete sich eine Gewitterfront am Horizont ab.

Das mochte ein Vorteil für die Bauern sein, aber es war ein Nachteil für beiden Teenager, die sich in den Ruinen des Handwerkerviertels der historischen Stadt Macchu Picchu herumtrieben.
Der Schweiß quoll ihnen aus allen Poren und íhre T-Shirts klebten eng an ihren Körpern. Bei Mikaela sah es ja noch sexy aus, aber bei Juan wirkte es eher wie ein nasser Sack, der sich eng an seinen Körper presste.

Sie schlichen sich durch die engen Gassen, immer darauf achtend, nicht vom Wachpersonal entdeckt zu werden. Da in der Stadt aber um diese Tageszeit meistens alles friedlich war, saßen die Wachmänner wahrscheinlich vor dem Fernseher und sahen sich ein Fußballspiel an.
Das mochte Mikaela an ihrem Freund. Er war nicht nur risikofreudig und neugierig sondern hatte auch nichts für Sport übrig.

Ein fernes Grollen ließ die beiden inne halten.
„Juan, was war das?“
Mikaela ein bisschen begann sie zu bereuen, dass sie ihren Freund begleitet hatte.
„Ganz ruhig, mi flor de miel dulce. Das war bestimmt nur das Gewitter. Lass uns weitergehen.“
Sie zögerte leicht und als sie sich endlich dazu durchgerungen hatte ihm zu folgen, begann das tiefe Dröhnen erneut. Gleichzeitig fing auch der Boden unter ihr an zu vibrieren.
„Juan. Das ist nicht das Gewitter”, ängstlich blickte Mikaela ihn an.

Nun war auch ihr Freund unsicher geworden und starrte abwechselnd den Boden und den Himmel an.
„Ich glaube du hast recht. Es ist besser wenn wir von hier verschwinden.“

Doch die Natur wollte dies nicht zulassen. Es dauerte nur Sekunden bis aus dem leichten Vibrieren ein wildes Auf und Nieder wurde. Mauersteine, denen Unwetter und spanische Eroberer nichts hatten anhaben können, flogen nun wie Styropor durch die Gegend.
Juan schob Mikaela vor sich her. Dabei versuchten sie, den herunterfallenden Steinen auszuweichen.

Sie rannten beide so schnell sie konnten und bis nur noch Gras um sie herum war. Juan blieb stehen, nicht zuletzt weil ein unangenehmes Seitenstechen ihn daran hinderte, Luft zu bekommen.

„Mika… Mikaela. Warte.“
Die 17jährige blieb stehen und wurde sich wahrscheinlich jetzt erst bewusst, dass sie nicht mehr von Steinen und Staub bombardiert wurden. Selbst das Erdbeben schien etwas nachgelassen zu haben.

Juan keuchte immer noch.
„Wir sind… sind außer… Gefahr.“
Kaum das er diese Worte ausgesprochen hatte, brach die Erde unter ihm zusammen und Juan stürzte in ein Loch, das sich urplötzlich unter ihm aufgetan hatte.
Mikaela hechtete an den Rand und versuchte noch, seine Hand zu fassen, aber sie konnte nur noch mit ansehen, wie Juans Körper auf dem Boden aufschlug.

UCLA - Büro Tobias Coffey

“Sir, ich wollte...”
Mit diesen Worten platze Daniel Jackson, Doktor der Archäologie und Spezialist für alte Sprachen, in das Büro seines Vorgesetzte Tobias Coffey.

Coffey - Leiter der archäologischen Abteilung an der UCLA - bracht ihn mit einer Handbewegung zum Stehen, da genau in diesem Augenblick das Telefon klingelte.
“Coffey”, meldete er sich, während er Daniel mit einer Geste deutlich machte zu warten.
“Juan! Das ist aber eine Überraschung. Wie geht es dir und was gibt es Neues? -
Wie bitte? Sag das noch mal. - Natürlich interessiert mich das. Am besten schickst du mir die Daten an meine private email-Adresse. - Ja. Es ist immer noch die alte. - Ich melde mich dann, wenn ich alles bekommen und ein Team zusammengestellt habe. Bye und dir alles Gute.”
Er legte den Hörer auf und strahlte seinen Mitarbeiter an, der noch immer wie angewurzelt in der Tür stand.
“Jackson, was meinen sie wohl wer das gerade war? Das war Juan Varedor.”
Er machte eine Pause, um die Wirkung seiner Worte zu beobachten und wurde auch prompt belohnt.

Ehrfurcht stahl in das Gesicht Dr. Jacksons, als ihm aufging, dass sein Chef gerade mit dem Präsidenten von Peru telefoniert hatte.

“Genau - sie haben es erfasst. Das war “El Presidente”. Er ist ein Studienkollege von mir und er hat mich informiert, dass es neue Funde bei Macchu Piccu gegeben hat. Die Einzelheiten wird er mir noch mitteilen, aber das Beste kommt noch: Wir werden bei der Erforschung dabei sein, sogar federführend”, schwärmte Coffey und fuhr fort: “Sie wissen was das heißt?”

Und ob Daniel das wusste. Unter anderem würde sein Vorgesetzter jetzt noch eine Weile weltvergessen vor sich hinschwärmen und gar nicht mitbekommen, wenn sein Mitarbeiter den Raum verlassen würde. Also zog er sich leise zurück und schloss die Tür hinter sich. Sein Kopf hatte schon auf Turbo geschaltet, da er genau wusste, was der Professor von ihm erwartete: Eine genaue To-Do-Liste, auf der maximal 10 % der zu erledigenden Dinge für ihn blieb und von der die restliche Arbeit auf seine Mitarbeiter verteilt werden würde.

Der Professor war davon überzeugt, dass dies der normale Lauf der Dinge war und Dr. Jackson konnte gut damit leben. Schließlich hatte er dem Coffey eine Menge zu verdanken. Er war der einzige gewesen, der zu ihm gestanden und ihm einen Job angeboten hatte. Die Fachwelt hatte Daniels Theorien bezüglich der Pyramiden in Ägypten mit Hohn und Spott überzogen und es hatte eine Zeit lang so ausgesehen, als ob der junge Archäologe in den wissenschaftlichen Kreisen nie ein Bein auf den Boden bekäme.

Hier an der UCLA konnte er in Ruhe daran arbeiten seine Reputation wieder herzustellen und daher war er auch gewillt, die ganzen Organisationsarbeiten für den Professor zu übernehmen. Glücklicherweise war gerade Sommerzeit und daher waren keine Vorlesungen zu verlegen, also würde es sich in diesem Falle noch in Grenzen halten.

Er war gerade erst ein paar Schritte den Gang herunter gegangen, als die Tür hinter ihm wieder geöffnet wurde. “Jackson?”
“Ja, Sir?”
“Kommen Sie doch nachher zu mir nach hause, sagen wir so in ungefähr zwei Stunden, dann habe ich sicher weitere Informationen für Sie”, drehte sich um und verschwand wieder in seine Büro, ohne eine Antwort abzuwarten.

‘Das ist neu’, dachte Daniel und machte sich auf in sein Büro, um die nächsten anderthalb Stunden zu nutzen, bevor er aufbrechen musste.


Haus von Tobias Coffey

“Da sind sie ja endlich, Jackson”, dröhnte die Stimme des Professors ihm entgegen, als er Daniel 30 Minuten nach der verabredeten Zeit die Tür öffnete.
“Entschuldigen Sie, Professor, aber ich bin im Verkehr hängen geblieben und...”
“Egal, kommen Sie rein. Ich habe sensationelle Neuigkeiten”, unterbrach Coffey ihn und deutete mit einer Geste den Flur hinunter. Daniel folgte ihm und betrat hinter ihm das heimatliche Arbeitszimmer seines Chefs.

Bis auf die Fensterfront, die in den Garten hinaus ging, waren alle Wände mit hohen Regalen bedeckt, die vor Büchern, Ordnern und Maya-Artefakten nur so überquollen. Während Daniel sich überlegte, welche der vielen Skulpturen wohl echte und welche sehr gute Repliken waren, nötigte ihn der Professor in einen Stuhl und hielt im ein Blatt Papier vor die Nase.

Daniel versuchte blinzelnd zu erkenne, was auf dem Zettel stand, konnte aber nur erkenne, dass es der Ausdruck einer Email war. Er wollte es gerade festhalten, als Coffey ich die Mühe abnahm, in dem er begann, ihm den Inhalt, mit vor Aufregung zitternder Stimme, vorzulesen.



‘Lieber Toby,

Wie geht es dir...blalblabla...
Vor zwei Tagen hat in den Bergen um Machu Picchu herum ein Erbeben gegeben. Dabei ist der Zugang zu einer Kaverne freigelegt worden. Nach Schätzung der Geologen vor Ort, existiert dort ein ganzes Höhlensystem, dass sich sogar bis unter die Stadt erstreckt. Bisher wurde der gesamte Bereich abgesperrt und unter den Schutz meiner persönlichen Garde gestellt Zwei Wissenschaftler meines Vertrauens sind in die Kaverne gestiegen und haben von den dort vorhandenen Artefakten zahlreiche Fotos gemacht (siehe Anhang).

Da du zu den führenden Spezialsten für die Maya-Kultur zählst, möchte ich dich bitten, ein Team zusammenzustellen, das unter deiner Leitung die weiteren Untersuchengen vornehmen soll. Wir werden dir alle mögliche Unterstützung gewähren, einschließlich den Schutz durch meine Garde.

Ich hoffe, dass spätestens die Bilder dich davon überzeugen können, so schnell wie möglich die Koffer zu packen. Schicke mir möglichst bald die entsprechenden Daten zu Anzahl der Teilnehmer und die Zeit der Ankunft deiner Expedition.

Gruß Juan.’

“Na, was sagen sie Jackson?”

Daniel starrte seinen Vorgesetzten an. “Das...das ist...Professor, ich bin sprachlos.”

“Und das will was heißen, was Jackson? Wann können sie ihre Koffer gepackt habe?”
Daniel schluckte. “Sie wollen mich mitnehmen, Sir?”
“Aber natürlich. Ich werde Sie brauchen. Kommen sie und sehen sie sich die Bilder an, die der Präsident geschickt hat.”

Er bedeutete Daniel aufzustehen und hinter den Schreibtische zu gehen, um sich dort die Fotos aus Peru anzuschauen. Daniel sah die Datei durch und blieb an der Darstellung eines Artefakts hängen. Er bemerkte nicht, dass der Professor hinter ihn trat, bis dieser ihn ansprach: “Phantastisch, oder? Aber daran sehen sie auch, warum Sie mitkommen müssen.”

“Was ist das?”, fragte Daniel und deutete auf den Bildschirm.
“Keine Ahnung. Es könnte ein Zeremonienring sein, aber wir haben noch nie etwas in dieser Art oder Größe entdeckt. Auf dem Bild ist schwer zu erkenne, welches Ausmaß dieses Artefakt hat, dafür fehlt uns eine Referenz, aber sehen sie die Symbole, die auf den Rand graviert sind? Das wird ihr Job. Also bereiten sie sich so gut wie möglich darauf vor. Nehmen sie nicht gleich die gesamte Bibliothek mit, aber auf jeden Fall die einschlägigen Werke sollten sie dabei haben. Ich muss noch klären, wer noch zum Team gehören wird, was ein paar Tage dauern kann, aber gehen Sie davon aus, dass wir in spätestens einer Woche fliegen werden.”

Daniel nickte, immer noch überwältigt von dem, was er da gerade gesehen hatte, und währen der Professor ihn zur Tür begleitete, stellte er im Kopf schon eine Bücherliste zusammen.

Der Professor schloss die Tür hinter seinem Protegé und ging zurück ins Arbeitszimmer. Juan hatte ihm zwar gesagt, dass er seine persönliche Garde zu Verfügung stellen würde, aber er vertraute grundsätzlich niemandem in seinem Militär.
Sein Blick fiel auf die Tageszeitung und die heutige Schlagzeile.
„A-Team hilft kleinem Jungen seinen Vater zu befreien.“

Coffey erinnerte sich daran, dass dieses A-Team wohl schon früher anderen Menschen geholfen hatte. Diese Gruppe soll auch angeblich daran beteiligt gewesen sein, mehrere Großkriminelle hinter Gitter gebracht zu haben.

Er las sich den Artikel einer Reporterin namens Allen genauer durch. Tobias Blick blieb dabei an einem Namen hängen… Templeton Peck. Coffey erinnerte sich an einen Peck, der früher mal seine Kurse besucht hatte. Der Professor nahm das Telefon und ließ sich von der Vermittlung zu der Zeitung durchstellen.
Nach einigem hin und her und anschließendem, minutenlangem Gedudel in der Warteschleife, klickte es am anderen Ende der Leitung.
„L.A. Courier, Amy Allen am Apparat. Wie kann ich ihnen helfen.“

„Miss Allen, mein Name ist Tobias Coffey und ich hatte gerade das Vergnügen ihren neuesten Artikel zu lesen. Ich rufe sie an, weil ich eine Verbindung zum A-Team herstellen muss.“

„Wieso glauben sie, dass mir das möglich ist?“

„Nun ich denke, dass sie schon über einen engeren Kontakt zu dieser Gruppe verfügen müssen, da sie immer die jenige sind, die ihre „Heldentaten“ zu Papier bringt.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass es einige Organisationen gibt, die ihrer habhaft werden möchten und dass sie wahrscheinlich mehrere dieser Anrufe täglich haben. Doch ich kann ihnen versichern, dass ich keiner militärischen oder polizeilichen Institution angehöre. Ich bin Professor an der UCLA und Templeton Peck war früher in einem meiner Kurse. Sagen sie ihm bitte, sein alter „Maya“- Meister braucht Hilfe. Ich wünsche ihnen noch einen wunderschönen Tag.“

Mit diesen Worten legte er den Hörer auf und beschloss sich erst mal einen Kaffee zu machen, als auf dem Weg in die Küche das Telefon klingelte.
Coffey lief in die Küche und nahm das Gespräch an.
„Coffey.“
Eine verzerrte Stimme antwortete ihm.
„Venice Beach. Heute Abend. 19.00 Uhr. Kommen sie allein.“
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Fr 1. Okt 2010, 10:16

Die Sonne war schon halb hinter dem Horizont verschwunden, als der Professor an der Reling des Venice Beach Piers stand. Er ließ den Anblick des Sonnenuntergangs auf sich einwirken. Das strahlende Gelb das nahtlos in ein glühendes Rot überging. Die Schwärze der Nacht lauerte schon hinter den Hochhäusern von Downtown L.A.
Coffey spürte die leichte Meeresbrise die mit einer angenehmen Kühle seine Wangen umschmeichelte und sein Blick fiel auf eine durchaus attraktive Blondine, die nur ein paar Meter weiter stand und mit einem PDA hantierte. Er warf ihr ein Lächeln zu, was sie mit einem verächtlichen Schnauben ignorierte.

„Pass doch auf, du Idiot!!!“
Tobias wandte sich nach rechts und sah einen ziemlich kräftig gebauten Afroamerikaner. Ein Angler hatte seine Kapuze so tief ins Gesicht gezogen, dass er den Mann nicht gesehen und ihn daher angerempelt hatte.

Auffallend an dem Bulligen war die Irokesenfrisur und die schweren goldenen Ketten die seinen Oberkörper zierte. Mit der Zuckerwatte in der Rechten und die Linke zur Faust geballt wirkte er gleichermaßen bedrohlich und lächerlich.
„Entschuldigen sie junger Mann… ich.. habe…“
„Du hast nicht aufgepasst, du alter Idiot, dafür kriegst du jetzt die Rechnung.“

Der Professor entschloss sich dazwischen zu gehen, da die Sache anscheinend zu eskalieren drohte.
Er stellte sich zwischen den alten Mann, der immer noch auf dem Boden lag, und den Riesen.
Mit einer beschwichtigenden Geste redete er auf den Schwarzen ein.
„Das ist kein Grund gewalttätig zu werden.“ Er deutete auf den Angler: “Er hat das bestimmt nicht mit Absicht gemacht und es tut ihm bestimmt leid.“

Der Irokese ließ die Faust sinken und nahm einen großen Bissen von der Zuckerwatte
Während er die Süßigkeit im Mundwinkel zerkaute, sah er erst den Professor und dann den Angler noch einmal an.
„Beim nächsten Mal setzt es was, Opa!“
Dann lief er mit großen Schritten bis zum Ende des Piers und blieb dort stehen, seinen Blick auf das Meer gerichtet.

Coffey reichte dem Angler die Hand.
„Vielen Dank, junger Mann. Diese Jugend von heute hat keine Ahnung mehr von Respekt vor dem Alter.“
„Kein Problem. Man muss sich einfach nur zu helfen wissen, dann klappt es schon.“

Beim Hochziehen des Anglers fiel Coffey auf, das er einen kräftigeren Griff hatte, als sein greisenhaft wirkendes Äußeres vermuten lies.

Der Mann in dem gelben Regenmantel klopfte sich imaginären Staub von der Jacke. Kurz darauf klingelte ein Handy.
Instinktiv griff der Professor in seine Innenjacke, musste jedoch feststellen, dass der Angler denselben Klingelton hatte wie er selbst.
„Ja?... Bist du dir sicher? In Ordnung.“

„Gut. Ihnen scheint ja nichts passiert zu sein, dann werde ich mal wieder.“
Der Professor drehte sich herum und erschrak. Hinter ihm stand ein grinsender Mittzwanziger mit hellblonden Haaren. Er musterte das Gesicht und dann kam ihm die Erkenntnis.
„Peck?? Templeton Peck?“

„Hallo Professor, es freut mich, sie mal wieder zu sehen. Sie haben gerade das A-Team engagiert.“
Unverständnis und Fassungslosigkeit zeichneten sich auf seinem Gesichts des Professors ab, als der Angler sich neben Peck stellte und den Bart abnahm. Er zog die Kapuze der Regenjacke zurück und aus dem grauen Haar wurde ein dunkelblonder, militärischer Kurzhaarschnitt.

„Wenn ich mich dann auch vorstellen darf. Ich bin John Smith, Colonel a.D. Nennen sie mich Hannibal. Der nette Mann hinter ihnen ist übrigens B.A. Barracus.”
Der Professor drehte sich nach um und bemerkte, dass der Irokese zurückgekehrt war.
Die Blondine, die er vorhin angelächelt hatte, kam nun auch zu der kleinen Gruppe.
„Das ist meine Tochter Nienna. Legen sie sich am besten nicht mit ihr an“, stellte der Colonel auch die junge Frau vor.
„Wie können wir ihnen helfen?“
Nachdem Coffey seine Fassung zurückgewonnen hatte, begann er ihnen von Peru zu erzählen und das er ihre Hilfe brauchte, um sich und seine Leute vor unliebsamen Gästen zu schützen. Von dem ungewöhnlichen Artefakten erzählte er ihnen nichts, nur davon dass er sich sicherer fühlen würde, wenn er das „A-Team“ auf als Rückendeckung hätte.
Des Weiteren versicherte er dem Colonel, dass Geld keine Rolle spielen würde, da sämtliche Kosten von der peruanischen Regierung übernommen würden.
Mit einem Handschlag besiegelte man die Vereinbarung.

Während der Professor die Pier in Richtung Parkplatz verließ, hatte Colonel Smith ihn immer im Blick.
Nienna war die erste, die eine Frage stellte.
„Die Sache hört sich gut an, aber glaubst du nicht ,dass wir zu wenig sind, um den Auftrag erfüllen zu können?“
Smith nickte.
„Yeap… sind wir. Face, du holst Murdock. Vorher reservier mir bitte einen Flug nach Chicago, mit zwei Rückflugtickets.“

„Ich glaube nicht, dass er mitmachen wird, Dad.“
John sah seine Tochter intensiv an.
„Lass das mal ruhig meine Sorge sein. B.A. du kümmerst dich um die Ausrüstung.“
„Fliegen wir?“
„B.A., natürlich werden wir nicht fliegen.“
In Gedanken überlegte der Colonel schon, wie er seinen kräftigsten Mann bewusstlos kriegen konnte, um in den Flieger zu bekommen.

Monroe Harbour - Chicago

Es war später Nachmittag, als John Smith die Holzbohlen der Marina betrat. Der Besitzer des Angelshops an der Einfahrt zum Hafen hatte ihm auf seine Frage hin einen Plan gegeben, auf dem der gesuchte Liegeplatz eingezeichnet war zusammen mit einer genauen Beschreibung des Bootes. Es dauerte etwas länger, bis er am Ende des Piers ankam, wo die ‘Charlie’ vertäut lag. Es herrschte die typische Geräuschkulisse von ächzenden Tauen und Planken. Metall schlug auf Metall, wenn das Wasser die ankernden Boote in Bewegung versetzte.

Auf der ‘Charlie’ rührte sich nichts und zunächst dachte Hannibal, er wäre umsonst gekommen, aber dann bemerkte er eine Angelrute, die scheinbar herrenlos in der Luft zu schweben schien. Der Besitzer des Bootes musste am Bug sitzen, hinter dem Deckaufbau. Er zog noch einmal an seiner Zigarre, streifte die Asche ab und steckte sich den Stumpen wieder in den Mundwinkel.
“Bitte an Bord kommen zu dürfen, Sir!” Auf diese Frage blieb alles still und er glaubte schon, sich bezüglich des Eigners getäuscht zu haben, als ein geknurrtes “Dieses Kraut kenne ich, dass kommt mir nicht an Bord Colonel, also mach dieses stinkende Ding in deinem Mundwinkel aus, dann kannst du an Bord kommen.”
Während er sprach, war der Angler aufgestanden, hatte die Angelrute gesichert und sich zu John gedreht. “Was zur Hölle hat dich nach Chicago gebracht, Smith?”

Dieser schwang sich an Bord und musterte den Mann, der ihm auf dem schmalen Gang zwischen Kajüte und Reling auf ihn zukam. Er hatte zwar nicht mit einem vor Freude strahlendem Mann gerechnet, aber der Anblick, der sich ihm bot, erschreckte ihn dennoch. Schwarze Ringe unter den Augen seines Gegenübers zeugten von zuviel Bier und zuwenig Schlaf. Die einst dunkelblonden, kurzen Haare waren von grau durchsetzt und hingen strähnig bis in den Nacken hinab. John versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, als er antwortete. “Darf man nicht mal einen alten Freund besuchen? Außerdem war Nienna neugierig, wie es ihrem Patenonkel geht.”

Mittlerweile standen die beiden sich gegenüber und nach einem fast unmerklichen Zögern umarmte Hannibal seinen Freund herzlich. “Mann Jack, das tut verdammt gut, dich zu sehen.”
“Ich würde das Kompliment ja zurückgeben, aber ich traue dir nicht ganz, Hannibal. Du führst doch etwas im Schilde. Rück es raus; du konntest schon nichts vor mir verbergen, als wir zwei noch im zarten Alter von 14 Jahren Autos geknackt haben. Immer, wenn du die Gang mit deinen verrückten Plänen wieder bis kurz vor den Jugendknast gebracht hast. Ich war ja auch der erste, der dir auf den Kopf zugesagt hast, dass du bis über beide Ohren verliebt bist.”
Bei diesen Worten verdunkelte sich Hannibals Miene und kurz stand ein tiefer Schmerz in seinen Augen, was Jack dazu veranlasste ihm auf die Schulter zu klopfen und mit einem “Willst du auch ein Bier?” versuchte, diesen Moment zu entspannen. Dies gelang ihm auch, denn John nickte und kurze Zeit später saßen sie sich in der Kajüte gegenüber und stießen mit ihren Flaschen an.

“Also, jetzt mal heraus mit der Wahrheit”, begann Jack, “das ist doch nicht nur ein Freundschaftsbesuch. Und die Story mit Nienna nehme ich dir erst recht nicht ab. Ersten ist sie alt genug, um sich selber zu erkundigen, und zweitens solltest du mal öfter mit deiner Tochter reden. Sie hat vorgestern noch mit mir telefoniert.”
Hannibal machte eine kleine Kunstpause bevor er antwortete.
“Ich brauche deine Hilfe, so einfach ist das. Ich habe ein gutes Team, aber für unseren nächsten Auftrag brauche ich jemanden mit Erfahrung. Genauer gesagt brauche ich jemanden mit deiner Erfahrung und vor allem mit deinem Instinkt.”

“Ach ja? Instinkt? Wo war mein Instinkt, als ich meine Waffe zuhause so aufbewahrt habe, dass mein Sohn sich damit erschießen konnte?”
“Das war ein Unfall, Jack. Wer hätte denn damit rechnen können, dass dein Sohn so neugierig ist, dass er sogar auf den hohen Kleiderschrank suchen würde. Ich meine deinen Instinkt, der uns im Iran und auf anderen Einsätzen immer wieder das Leben gerettet hat.”

“Oh Mann Smith, du weißt nicht wovon du redest. Das kann man nicht so einfach vergessen. Was meinst du, warum ich meinen Dienst quittiert habe. Ich lebe zwar ganz gut von der Pension und manchmal bin ich sogar zufrieden mit dem was ich jetzt habe. Aber es gibt viele Tage, da kann ich mein Spiegelbild nicht ertragen.”

“ICH wüsste nicht wovon DU redest? Was meinst du, was das für ein Gefühl ist, sein Leben land damit leben zu müssen, dass man auf irgendeiner militärischen Mission irgendwo auf der Welt unterwegs war, als Niennas Mutter ermordet wurde und meine Tochter das auch noch mit ansehen musst?” Seine Stimme war ruhig und beherrscht, aber Jack kannte seinen Freund gut genug um zu wissen, dass er gerade auf einem schmalen Grat wandelte. Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Smith fortfuhr.

“Ich denke, wir haben beide unsere Geschichte und müssen beide damit leben, aber ich weiß nicht ob man das hier Leben nennen kann.” Sein Blick schweifte einmal über das Boot und blieb an O’Neill hängen, der diese Bemerkung nicht auf sich beruhen lassen konnte. “Und du meinst, Schlagzeilenlieferant zu sein und von der MP gejagt zu werden ist ein Leben?”

“Zumindest habe ich jede Menge Spaß”, grinste Hannibal Jack an und die vorher so düstere Stimmung verschwand zusehends. “Hör dir doch erst mal an, worum es überhaupt geht, dann kannst du immer noch Nein sagen.”
“Na gut, schieß los, alter Kumpel, aber mach dir keine Hoffnung”, kapituliert Jack, wie schon öfter in ihrer langen Freundschaft.

“Es ist ein Spaziergang. Wir helfen einem Wissenschaftler der UCLA. Er ist nach Peru eingeladen, um dort eine Ausgrabung zu leiten. Allerdings traut er den dortigen Militärs nicht, auch wenn der die Präsidentengarde zu seinem Schutz zur Verfügung gestellt bekommt. Er möchte ein paar ’neutrale Sicherheitsberater’ dabei haben. Komm schon, Jack, ein kurzer Babysitter-Job. Alles von der peruanischen Regierung bezahlt und außerdem, wolltest du nicht immer schon mal alte Maya-Ruinen besichtigen?”

Als Jack seinem Freund anschaute, konnte er sich dem ansteckenden Grinsen nicht entziehen und erwiderte es.
“Ein Babysitter-Job, sagst du? Für ein paar Wissenschaftler? Und wir müssen nichts anderes tun, als auf die anderen Jungs aufpassen, damit die keine Dummheiten machen? Ich muss nicht mit Tropenhelm, Hämmerchen und Pinsel durch den Dreck kriechen?”. Er nahm einen Schluck Bier, stellte die Flasche wieder zurück. “Ich werde eine Nacht drüber schlafen. Ruf mich morgen einfach an, dann gebe ich dir die Antwort. Immerhin wäre es eine Abwechslung, zumal die Fische momentan sowieso nicht beißen.”

“Ich wusste, dass du ja sagen würdest”, Hannibal hielt ihm die Hand hin, die Jack aber nicht ergriff.
“Hey, ich habe nicht ja gesagt, ich habe gesagt, ich überlege es mir.”
“Immer wenn du dir etwas noch überlegen wolltest, hast du am Ende nachgegeben, Jack”, wischte John den Einwand mit einer kurzen Handbewegung einfach weg. “Der Flug geht morgen um 08.05 nach L.A. Ich würde also sagen, wir treffen uns um 06.00 am Flughafen. Dann hast du genug Zeit zu packen. Dein Pass ist hoffentlich noch gültig?”

Während er sprach war Hannibal aufgestanden und verließ nun den sprachlosen Jack, um sich auf den Weg zu seinem Auto zu machen.
“Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert”, murmelte, als er sich unterwegs eine Zigarre anzündete.
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Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Fr 1. Okt 2010, 10:18

1x01
Die Reise beginnt, Part 3
EXKLUSIV

Es war ein ungewöhnlich warmer Morgen, als Jack aus dem Taxi stieg und den zweitgrößten Flughafen der Welt vor sich sah. Er bezahlte den Taxifahrer und holte seinen Seesack aus dem Kofferraum. Unter dem Gewicht des Beutels knackte es leicht in seiner Schulter und Jack wurde sich bewusst, dass er nicht mehr der jüngste war und zudem noch leicht aus der Übung.

Er atmete noch einmal tief ein und schritt dann durch die sich selbst öffnenden Eingangstüren. Dabei wurde er fast von einer jungen Frau umgerannt, die sich das Taxi greifen wollte, aus dem er gerade ausgestiegen war.

„Menschen gibt es…“
Im Inneren der großen Vorhalle empfing ihn eine angenehme Kühle. Gedankenverloren strich er sich durch die Haare. Es war schon ein komisches Gefühl, wieder den Kurzhaarschnitt zu tragen.

„Jack!! Pünktlich wie immer.“
John kam grinsend auf ihn zu, eine Zigarre im Mundwinkel. Er hatte sie zwar nicht angezündet, aber die missbilligenden Blicke des Flughafenpersonals und der ihn umgebenden Leute begleiteten ihn trotzdem.

„Man, ich erkenn dich ja gar nicht mehr wieder.“
Anerkennend ließ der Colonel a. D. seinen Blick über das äußere Erscheinungsbild seines alten Freundes gleiten.
„Lass uns gehen. Wir müssen uns beeilen, wenn wir den Flieger noch haben wollen.“
„Immer diese Hetzerei.“

Peru

Es waren einige Tage vergangen, seit Jack von seinem besten Freund und Kollegen hierzu überredet wurde. Trotzdem jagte ihn dieses Relikt, vor dem er nun stand, immer noch einen eiskalten Schauer über den Rücken.

Es war ein riesengroßer Ring, der aus Metall zu bestehen schien. Am inneren Rand waren Symbole zu erkennen, mit denen sich dieser komische Brillenträger immerzu beschäftigte.
Dieser Jackson war schon ein komischer Kauz. Wenn er nicht in seinem Zelt war um zu essen oder schlafen, hing er die ganze Zeit hier vor dem Ring.
Dabei bewegten sich seine Augen immer zwischen Symbolen und einem seiner vielen Bücher hin und her. Das heutige Exemplar trug den Titel:
„Das Rätsel der alten Schriften: Hieroglyphen, Keilschriften, Linear B.“

Anscheinend war der Mann am Ende des Buches angelangt ohne ein Ergebnis erzielt zu haben. Das Äußerte sich immer darin, dass die Bücher in die Ecke flogen.
Das hatte Jackson den Spitznamen „Fliegender Buchhändler“ eingebracht.

Jack hörte Schritte hinter sich und der zarte Duft eines dezenten Parfüms verriet ihm auch wer es war.
„Hallo Nicole. Womit habe ich die Ehre deiner Anwesenheit verdient.“
„Dad, will dich sehen, Jack. Es gibt da wohl wieder einige Probleme mit dem Offizier der Präsidentengarde.“
Er schulterte seine G36C und ging in Richtung Ausgang. Auf halben Weg drehte er sich noch einmal zu seinem Patenkind um.
„Du solltest aufpassen, die Bücher fliegen heute wieder tief.“

Mit einem lässigen Salut quittierte sie diesen, anscheinend missglückten Witz. Er vermisste die alte Nicole, das liebenswerte, lebensfrohe und immer zu Scherzen aufgelegte junge Mädchen, das sie früher gewesen war.
Jack bedauerte, dass er damals nicht für sie da war, als ihre Mutter vergewaltigt und ermordet worden war und sie das Ganze auch noch mit ansehen musste. Nur mit knapper Mühe und Not war sie selbst diesem Schicksal entkommen.
Gerüchten zufolge hatte sie später mit den Tätern abgerechnet. Einzelheiten waren selbst ihrem Vater nicht bekannt. Er wusste nur, dass Nicole auf den Fahndungslisten der Polizei und des FBI stand.
Ganz wie der Vater, dachte Jack bei sich.

Er hielt sich an dem Seil fest, das man an der Wand angebracht hatte. Es sollte den recht steilen Aufstieg von der Kaverne in die oberen Höhlen erleichtern.
Als Jack oben angekommen war, fiel ihm sofort der Geruch der Zigarre auf. Er hasste dieses Zeug abgrundtief. Nur die lange Freundschaft, die beiden ehemaligen Colonels miteinander verband, ließ ihn diesen Mief ertragen.
O´Neill erinnerte sich daran, wie sie sich kennen gelernt hatten.


Chicago 1964, Francis W. Parker Elementary School

Jack fühlte sich sichtlich unwohl in seiner feinen Schuluniform. Doch er hatte seinen Eltern versprochen, es auf dieser Schule für Snobs wenigstens zu versuchen. Nun stand er allein in der Cafeteria und hatte das Gefühl, das jeder ihn anstarrte. Mit stur geradeaus gerichtetem Blick lief er auf die Menschenschlange zu, die sich vor der Essensausgabe befand. Nach schier endlosen langen Minuten stand er nun vor der Köchin, die ihn missbilligend ansah.
Doch bevor er seinen Wunsch äußern konnte, wurde Jack unsanft beiseite gedrängelt.
„Mach Platz da, Frischling.“
Das wollte er nicht so einfach auf sich sitzen lassen.
„Stell dich hinten an, so wie jeder andere auch.“
Der Rüpel warf ihm einen erstaunten Blick zu.
„Na sowas, der Neue hat ja Mumm in den Knochen.“
Jack ballte die Faust und hielt sie ihm vor die Nase.
„Yeah… und damit kann ich dir weh tun, wenn du dich nicht hinten anstellst.“
Die anderen Kinder hinter ihnen hielten den Atem an.
Jack und sein Gegenüber starrten sich nun in die Augen. Dann fing sein Gegner an zu lachen.
„Das gefällt mir. Frischling, du hast soeben einen Freund gefunden. Ich bin John.“

Peru, heute

John diskutierte gerade mit Kapitän Vela Cruz de Cardinale… und wehe man vergaß auch nur eine einzige Silbe bei der Aussprache seines Namens.
„Mister Smith, es ist eine Frechheit, dass sie meinen Soldaten den Zutritt in die Kaverne untersagen. Ich werde mich persönlich bei Presidente Parador über diese Vorgehensweise beschweren.“

Mit einem leichten Grinsen ließ Smith die Zigarre von einem Mundwinkel zum anderen wandern.
Dann legte er seinen rechten erhobenen Zeigefinger auf die Brust des Peruanischen Offiziers.
Jack spannte seine Muskeln an, bereit jederzeit einzugreifen, wenn Vela Cruz der Kragen platzte.

„El Kapitän, sie können tun und lassen was sie wollen. Tatsache ist aber, dass mein Boss ein Freund ihres Bosses ist und das er meinem Boss völlig freie Hand bei der Regelung dieses Unternehmens gelassen hat. Aufgrund dieser Tatsache hat mein Boss beschlossen, mangels Vertrauens ihren Leuten gegenüber, das sich ihre Soldaten von der Kaverne fernhalten sollen.
Das bedeutet für sie und ihre Soldaten, dass sie uns hier oben die Störenfriede fernhalten, während wir uns darum kümmern, dass da unten niemand zu Schaden kommt. Klar Soweit?“

Bei jedem dritten Wort hatte John seinem Gegenüber den Finger gegen die Brust getippt. Der hochrote Kopf des Mannes war ein sehr überzeugender Beweis für die dadurch angestaute Wut, die kurz vor der Explosion stand.

Jack nahm seine Waffe und hielt sie lässig in der Armbeuge, während er sich hinter John stellte.
Der Kapitän verstand diesen stummen Wink mit dem Zaunpfahl und schluckte das, was auch immer ihm auf der Zunge lag, mit einem bitteren Gefühl hinunter. Er atmete hörbar aus, drehte sich auf dem Absatz seiner Militärstiefel um hundertachtzig Grad und verschwand durch den Höhleneingang ins Freie.
„Auseinandersetzungen dieser Art machen mich immer ganz hungrig. Kommst du mit was essen, Jack?“

Kurz darauf saßen die beiden im Kantinenzelt und bemühten sich, den geschmacklosen Brei, der heute als Reiseintopf verkauft wurde, in ihre Mägen zu bekommen. Das Problem dabei war nur, das selbige dagegen rebellierten.

Jack wollte gerade anfangen über die Kochkünste zu herzuziehen, als er ein leichtes Zittern des Erdbodens spürte.
Mit einem fragenden Blick sah er seinen alten Freund an.
„Erdbeben?“

John schüttelte.
„Ich komme aus L.A., das ist kein Erdbeben. Zu nah an der Oberfläche.“

Die Zeltstangen fingen an hin und her zu schwanken und gerade als die Beiden aufstehen wollten um einer herabstürzenden Zeltbahn zu entkommen, ließen die Erdstöße nach.
Das aufatmende Lächeln blieb Jack und John im Halse stecken. Schrille Schreie, Schüsse aus einem Maschinengewehr und ein aufgeregtes Treiben am Eingang der Kaverne lösten die Erdstöße ab.

Johns Mundwinkel zuckten kurz und ein ängstlicher Ausdruck, den nur jemand bemerkte, der ihn gut kannte, legte sich auf sein Gesicht.

„Das kommt aus der Höhle. NICOLE!“
Der Colonel a.D. nahm seine G36 in Vorhaltestellung und rannte los. Jack blieb ihm dicht auf den Fersen.

Die beiden Männer bezogen Position am Eingang. Jack zog sein Messer und versuchte auf der spiegelnden Oberfläche etwas zu erkennen.
Er gab das OK für keine unmittelbare Gefahr und so stürmten sie zur nächsten Deckungsmöglichkeit vor.
Sie fanden diese in Form eines herabgestürzten Felsen, der groß genug war, sie beide zu decken.
Als sie sich in den Staub geworfen hatten, sprang jemand von der anderen Seite über den Felsen und landete direkt in ihrer Mitte.
„Face. Was ist hier los?“

Wenige Minuten zuvor…

Jackson hielt den Pinsel leicht schräg über dem Zeichen und entfernte der letzte Rest des Staubs. Ganz zufrieden betrachtete er seine Arbeit und im Hinterstübchen grübelte er, was dieses Zeichen zu bedeuten hatte. Es zeigte drei Kreise, die waagerecht nebeneinander angeordnet waren und durch eine angedeutete Linie miteinander verbunden waren.
Daniel war sich sicher, dass er so etwas schon mal irgendwo gesehen hatte. Er verfluchte sich dafür, dass er sich nicht daran erinnern konnte.

„Jones. Kommen sie mal her.“
Die junge Frau ließ alles stehen und liegen und eilte zu ihm herüber. Er konnte nicht umhin, ihre üppige Oberweite zu bewundern.
„Können sie mir sagen was das ist?“
Sie grinste ihn frech an.
„Das müssten sie eigentlich mir sagen, Doktor.“

Daniel hatte schon eine passende Antwort parat, als ein leichtes Rumoren des Bodens ihn innehalten ließ. Zeitgleich setzte sich der innere Ring des Artefakts in Bewegung. Wie bei einem Kombinationsschloss drehte es sich erst nach links, dann nach rechts und dann wieder nach links.
„Hat hier irgendeiner was angefasst?“, rief der Archäologe in die Kaverne hinein.
Das sich hier etwas tat, blieb auch ihren Beschützern nicht verborgen.
Die Tochter des Colonels hatte bereits ihre Waffe angehoben und visierte das Artefakt an.
„Verschwinden sie da, Jackson!“

Im selben Augenblick rastete der innere Ring wieder ein und eine riesige Welle schoss aus dem Kreis hervor. Daniel packte Lara am Arm und zog sie mit sich hinunter auf den Boden. Der aufgewirbelte Staub ließ ihn niesen.
Die Welle hatte einen der Leute des A-Teams erfasst und alles was von dem großen schwarzen Mann übrig blieb ,waren rauchende Militärstiefel.
Mittlerweile hatte sich eine Art Pfütze im Kreis des Artefakts gebildet und nur Sekunden später erschienen die schrecklichsten Gestalten, die der Archäologe je gesehen hatte.
Eines dieser Wesen blieb direkt vor ihm stehen und sah aus seinen roten, glühenden Augen auf ihn hinab. Es hob eine Hand in der sich eine Art Waffe befand und alles was der Mann noch wahrnahm war eine Grelle weißblaue Entladung, die auf ihn zuschoss.

Nicole hatte sich hinter eine natürlich gewachsene Felssäule versteckt und beobachtete das Ganze mithilfe ihres Messers. Den Trick mit der spiegelnden Oberfläche hatte sie von ihrem Vater gelernt, wie so vieles nach dem tragischen Tod ihrer Mutter.
Sie konnte mindestens ein Dutzend dieser Wesen sehen. Alle waren ausnahmslos zwischen 1,80 und 2 Meter groß und ziemlich muskulös. Sie hielten eine mindestens zwei Meter lange, stabförmige Waffe in ihren Händen, die sie auch zu benutzen wussten. Beinahe jeder Schuss war ein Treffer und viele der peruanischen Soldaten, die zur Verstärkung in die Höhlen gestürmt kamen, fanden den Tod in den Energieentladungen der Waffen.
Die meisten der Soldaten erschreckten beim Anblick dieser Besucher. Sie hatten alle einen schlangenförmigen Schädel, in denen die roten Augen glühend hervorstachen.
Die Zahl der Angreifer war inzwischen auf 20 angestiegen. Die Hälfte von ihnen lief durch die Kaverne und tötete die meisten von den Forschern und Soldaten. Nur einige wenige wurden von ihnen verschont, dafür aber bewusstlos geschlagen.
Die Kugeln der menschlichen Waffen prallten an den massiven Rüstungen ab. Auf der Brust war ein das Symbol einer gefiederten Schlange eingraviert.

Nicole spürte wie sich ihr jemand von hinten näherte. Reflexartig drehte sie sich mit erhobener Waffe herum und hielt die Mündung der G36 direkt zwischen die Augen ihres Vaters.
„Dad! Jack! Was soll das? Ich hätte euch beinahe erschossen.“
„Das diskutieren wir später. Wie ist die Lage?“
Sie informierte die beiden Männer über das, was sie bisher herausgefunden hatten. Dabei verschwieg sie auch nicht, dass es B.A. erwischt hatte und er vermutlich tot war.
John flucht leise.
„Verdammt. Wir haben Face oben getroffen und er versucht Verstärkung herbei zu rufen.“
Jack schnaubte verächtlich.
„Bis diese verdammten Pedros ihren Arsch hierher bewegen, sind wir schon tot. John hör auf zu grinsen, ich kenn deinen Plan eh schon.“
Der Angesprochene sah kurz seine Tochter an und lud dann seine Waffe durch.
„Ganz oder gar nicht. Frontal?“
Jack und Nicole antworteten zeitgleich:
„Frontal.“

Sie verließen die Deckung hinter der Säule und stellten sich den Angreifern.
„Zielt auf die Augen!“, rief Jack.
Tatsächlich funktionierte es.
John schoss mit seiner P90 direkt in die glühend roten Augen seines nächsten Gegners. Sie zersplitterten und der Getroffene fiel sofort tot um.
Jack konzentrierte sich auf die Angreifer direkt am Tor. Mitten zwischen ihnen stand ein wahrer Riese in einer goldschimmernden Rüstung.
Beiläufig registrierte der ehemalige Colonel, dass das blauschimmernde Licht aus dem Inneren des Artefakts verschwunden war.
„Der Goldjunge ist ihr Chef. Erledigt ihn.“

Sie konzentrierten ihre Feuer auf den Mann, doch die Kugeln schienen mitten in der Luft vor ihm zu erstarren und fielen dann zu Boden.
Einige der Angreifer wollten gerade zum Gegenschlag ausholen, als der Goldene seinen Arm hob und sie zurückhielt. Er trat zwischen ihnen hervor und zog eine kleinere Waffe hervor. Er schoss dreimal und je eine dieser kleinen blauen Energieentladungen trafen Jack und seine Freunde.
John hielt dem Beschuss jedoch stand, während Jack und Nicole sofort gelähmt auf den Boden fielen.
Der Goldene schoss ein zweites Mal auf O´Neills alten Freund und man sah, wie die Augen brachen und John reglos zu Boden fiel.
Als die Handknöchel den harten Felsboden berührten öffnete sich seine Hand und ein kleiner Zünder war zu sehen. Das kleine, blinkende, rote Licht kündigte die Sekunden später erfolgenden Explosionen an. Riesige Gesteinstrümmer fielen von der Decke und verschlossen die Zugänge zu den Kavernen.
Bevor Jack endgültig das Bewusstsein verlor, konnte er noch sehen wie der Goldene eine ovalen Gegenstand unter seiner Rüstung hervorzog und irgendwas darauf berührte. Sofort begann sich der innere Ring des Artefakts wieder zu drehen und die blaue Pfütze bildete sich erneut.

Was Jack nicht mehr mitbekam war, dass der Anführer der Angreifer auf einige Personen deutete, darunter der Professor und Jackson. Auch Nicole und Jack wurden von ihnen gepackt und durch die blau-weiß schimmernde Pfütze getragen.

ENDE
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

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Killer Bee
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Killer Bee » So 3. Okt 2010, 20:06

so hier bin ich durch, schön geschrieben...witzig fand ich das in den storys jack bauer und das a-team auftauchen :gg:
ich habe keine macken!
das sind special effects!!

Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Do 7. Okt 2010, 11:38

Exklusiv und in voller Länge nur hier bei der TDT.

(Dafür müsst ihr ein wenig länger auf Episode 3 warten ^^)

1x02

Hinter dem Horizont


Verlies im Palast von Aquanoxis

Daniel erwachte mit dem Gefühl im Kopf, dass haufenweise Maya eine dubiose Freudenfeier damit begingen, dass sie dumpfe Trommeln schlugen. Seine letzte Erinnerung war ein helles, bläuliches Licht, welches auf ihn zuschoss. Danach war alles dunkel; genau wie die Umgebung, in der er sich jetzt wiederfand. Als sein Blick sich langsam klärte und die Trommelschläge nachließen, schaute Daniel sich um.

Er saß mit dem Rücken an eine massive Steinmauer gelehnt. Der Boden unter ihm fühlte sich nach festgestampfter Erde an. Die Ausmaße des Raumes waren bei den herrschenden Lichtverhältnissen nicht auszumachen. Dies lag unter anderem daran, dass in einer Höhe, die er auf ungefähr drei Meter schätzte, eine Reihe schmaler Öffnungen war, durch die ein diffuses Licht hereinfiel, das den Boden kaum erreichte.

Daniel bewegte sich vorsichtig und stellte fest, dass er körperlich in Ordnung war. Er wandte den Kopf und versuchte herauszufinden, ob er alleine war. Diese Frage wurde kurz darauf von einem leisen Stöhnen beantwortet, dem auch aus anderen Richtungen Laute des schmerzhaften Erwachens folgten.

“Hallo? Professor Coffey? Sind sie das?”
“Daniel? Alles in Ordnung bei Ihnen?"

“Ja, bis auf einen brummenden Schädel. Ist hier noch jemand von unserer Truppe?”

Aus einer weiter entfernten Ecke kam prompt eine Antwort. Lara Jones und Henry Croft, zwei der Forschungsassistenten des Professors, meldeten sich zu Wort, gefolgt von Lebenszeichen von Nicole und O’Neill.

“Wo zum Teufel sind wir hier gelandet?”, fluchte Jack, während er vorsichtig aufstand. “Und warum habe ich das Gefühl, dass alle sieben Zwerge in meinem Kopf ihre Hämmer schwingen?”

“Das ist die Nebenwirkung der Naniten, die sie euch eingesetzt haben”, ertönte eine rauchige, weibliche Stimme aus einer dunklen Ecke des Raumes.

“Naniten? Was... wo... Wer sind Sie überhaupt? Und können Sie uns sagen, wo zum Teufel wir sind?” fragte Jack, der als erster die Sprache wiederfand und Nicole ergänzte: “Kommen Sie doch bitte näher und erklären Sie uns, was hier vorgeht!”

Man spürte die Bewegung in der Dunkelheit eher, als dass man etwas sah, aber kurz darauf erschien eine Gestalt in dem bisschen Licht, das mittlerweile etwas stärker durch die hohen Lichtschächte fiel.

“Was ist ... Oh mein Gott”, mehr bekam Daniel nicht heraus, als er die Besitzerin der Stimme in dem diffusen Dämmerlicht genauer betrachtete.

Vor ihnen stand eine ungefähr 1.65 Meter große, schlanke Frau, deren schwarzer, geflochtener Zopf über ihren Rücken bis zur Hüfte fiel. Daniels leicht entsetzter Ausruf hatte der Narbe gegolten, die sich von ihrem Ohr bis zum Mundwinkel zog und ihre rechte Gesichtshälfte regelrecht in zwei Hälften teilte. Ihre Augen waren halb geschlossen, daher fiel es nicht direkt auf, dass die feuerrote Pupille von einer grünen Iris umgeben war.

Über einer hellbraunen Wollhose trug sie lederne Chaps, die aber, im Gegensatz zu den ihnen bekannten der amerikanischen Cowboys, nach unten hin schmaler wurden. Darüber trug sie eine blaue Bluse und eine schwarze taillierte Lederjacke. Hätte sie einen breitkrempigen Hut mit Feder und einen Degen getragen, hätte sie ohne Probleme als Freibeuterin oder Musketier durchgehen können.
“Mein Name ist Lyzaie und ihr befindet euch im 'Lagerraum' von Xocotl ...”

"Schoko-Wer?”, unterbrach Jack, “das sieht aber nicht nach einem Süßwarenladen aus hier.”

Ein blitzender Blick aus rotgrünen Augen traf ihn als einzige Reaktion Lyzaies auf diese Unterbrechung. “Xocotl ist der Herrscher hier. Er ist ein Goa’uld, der euch durch das Sternentor hierher gebracht hat. Zumindest haben das die Wachen gesagt.”

“Aber wieso können wir Sie verstehen?”, nutzte Daniel eine kleine Atempause. “Wir sind hier doch wohl nicht mehr auf der Erde und trotzdem können wir sie, die ja wohl von hier ist, ohne Probleme verstehen.”

“Genau genommen bin ich auch nicht von hier, aber das ist Nebensache. Dass Sie mich verstehen, hängt mit den schon erwähnten Naniten zusammen. Das ist eine der Techniken der Goa’uld, die sie nutzen, um Sprachprobleme aus dem Weg zu räumen. Es sind kleine Apparate, die über das Ohr ins Gehirn eindringen, sich dort festsetzen und von da an alles simultan übersetzen. Die Goa’uld haben es eben gerne, wenn ihre Diener sofort verstehen, was sie von ihnen wollen. Sie sind etwas zu ungeduldig für Zeichensprache. Einer der kleinen Nachteile dieser Technik ist, dass man in den ersten Stunden nach dem Einsetzen ziemliche Kopfschmerzen hat, aber das geht vorüber.”

“Ich habe Alientechnologie im Schädel?” Jack schüttelte den Kopf hin und her und schlug sich mit der Hand ans Ohr. "Und es sollte ein lockerer Babysitter-Job werden", grummelte er weiter, ohne sich um seine Umgebung zu scheren.

Daniel, der Lyzaie nicht aus den Augen gelassen und ihr leichtes Kopfschütteln gesehen hatte, ließ sich von Jacks Ausbruch nicht beirren und die Frau an: "Was bedeutet das? Lagerraum?"

Lyzaie antwortete mit einem verächtlichen Zischen: "Hier werden die Gefangenen untergebracht, bis entschieden wird, was mit ihnen geschieht."

"Und wo geht es von hier aus hin?" Der Professor war aus seiner Starre erwacht und die Neugier übernahm das Kommando. "Und überhaupt, was passiert mit uns, was oder wer ist dieser Xocotl und was ist ein Goa'uld?“, bombardierte er sie mit Fragen. "Wo kommen sie eigentlich her, wenn sie nicht von hier sind?"

"Langsam, Professor", unterbrach ihn Daniel. "Lassen Sie Lyzaie doch erst mal Zeit zu antworten", er blickte entschuldigend zu der Außerirdischen, die aber nur amüsiert die Augenbrauen hob. "Und überhaupt, wo bleiben eigentlich unsere Manieren. Wir überfallen Lyzaie mit Fragen, ohne uns selbst vorgestellt zu haben." Daraufhin stellte Daniel erst einmal alle Mitglieder ihrer Gruppe vor und endete mit den Worten: "Wir kommen von der Erde und sind hier gestrandet, ohne genau zu wissen, wo wir sind und was uns erwartet."

"Ihr habt wohl noch nie Kontakt mit anderen Welten gehabt, oder? Dann werde ich euch mal in Kurzform auf einen akzeptablen Wissensstand bringen.
Zunächst einmal seid ihr auf Aquanoxis, der Heimatwelt von Xocotl. Der ist ein Goa'uld. Das ist eine Herrscherrasse, die über die gesamte Galaxis verteilt ist und sich diese sozusagen untereinander aufgeteilt hat."

"Sagten Sie gerade 'die gesamte Galaxis'?" Nicole unterbrach die andere Frau verblüfft. "Heißt das jetzt, die Typen haben auch Raumschiffe? Ich glaube so langsam, ich schlafe und habe einen wahnwitzigen Alptraum. Und überhaupt, dass Ganze kommt mir doch ziemlich verrückt vor."

"Ich kann euch gut verstehen. Als mein Volk das erste Mal mit einer anderen Rasse in Kontakt kam, haben wir geglaubt, sie wären Götter, die vom Himmel schweben, aber nach und nach sind wir dahinter gekommen, dass sie nur versierter darin sind, Techniken zu ihren Gunsten einzusetzen.
Aber um auf deine Frage zurückzukommen Nicole, ja, sie haben auch Raumschiffe und nein, du träumst nicht. Allerdings sind die Wege durch die Sternentore wesentlich schneller zurückzulegen und daher werden die Raumschiffe nur für große Transporte und im Krieg benutzt. Auf jeden Fall machen sich die Goa'uld überall breit und suchen sich andere, die sie entweder nach Informationen ausquetschen", dabei sah sie bedeutungsvoll zu Jack und Nicole hinüber, "oder die sie als Arbeiter, Haussklaven oder für ihr eigenes Vergnügen benutzen. Dabei sind Frauen, die im Harem landen, immer noch besser dran, als gutaussehende junge Männer, die oft als Jagdwild benutzt werden."

"Ich fasse zusammen", begann Jack, "wir sind irgendwo im Nirgendwo des Weltraums, haben fremde Technologie in uns und sind irgendeinem Irren mit Kostümwahn ausgeliefert, der uns wahlweise versklavt oder zu Tode foltert? Was können wir machen, um hier wieder rauszukommen? Hast du einen Fluchtplan, der funktionieren kann? Ich weiß zwar momentan noch nicht, wo das alles hinführt, aber du bist gerade unsere beste Option, um wieder nach Hause zu kommen."

Lyzaie, die sich bewusst war, dass sich bei dieser Rede alle Augen auf sie gerichtet hatten, verzog keine Miene. Sie wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sie durch ein lautes Knarren davon abgehalten wurde.

Die Tür zu ihrem Kerker schwang auf und vier Wächter mit gezückten Waffen stellten sich rechts und links von der Tür auf und hielten die Gefangenen in Schach. Gleichzeitig machten sie Platz für einen fünften Mann, wenn man die herein tretende Erscheinung so beschreiben konnte.

Der Anführer der Wachen maß mindestens 2.20 Meter und sein menschenähnlicher Körper war muskelbepackt und durchtrainiert. Furchteinflößend wirkte vor allem sein Kopf und das, was man als Gesicht identifizieren konnte. Sowohl über den Augen, als auch um das Kinn herum, hatte er verhornte Auswüchse, die ihm ein fremdes, fast sumpfmonsterähnliches Aussehen verliehen. Die Haut wirkte ledrig und war olivefarben mit einer dunklen Zeichnung um die Augen und das Kinn. Auf der Stirn befand sich ein verschlungenes, goldenes Emblem in Form einer gefiederten Schlange, das fast wie ein Brandzeichen wirkte, da die anderen Wachen das gleiche Zeichen in Schwarz trugen.

"Was ist das?", raunte Jack Lyzaie zu.
"Das ist Asmodis, oberster Primus von Xocotl und er ist das Ergebnis einer der Experimente, die dieser gerne durchführt. Xocotl hat einen der letzten Unas auf eine menschliche Sklavin losgelassen und das ist dabei herausgekommen. Er ist seinem Herrn ergeben bis in den Tod", flüsterte Lyzaie zurück und ergänzte: "Das andere sind die Jaffa, die Fußsoldaten, und die sind wiederum blind Asmodis folgen, denn er ist ihr Anführer.

In diesem Moment grollte die tiefe Stimme von Asmodis durch den Raum. "Du!", er zeigte auf Nicole. "Du wirst mitkommen. Es wird mir ein Vergnügen sein, die Antworten von dir zu bekommen, die mein Fürst haben möchte." Ein Jaffa trat vor und fasste Nicole fest am Arm.

"Hey, wenn ihr Antworten haben wollt, dann fragt doch einfach", warf Jack ein. "Ich würde gerne mal ein Wörtchen mit diesem Fürsten wechseln. Die Gastfreundschaft bei euch lässt einiges zu wünschen übrig. Der Zimmerservice hat sich bisher noch nicht einmal sehen lassen."

Asmodis wandte sich um, schaute Jack von oben bis unten an und schnaubte verächtlich: "Wer bist du, dass du es wagst, das Wort an mich zu richten?"

"Wow - immer sachte mit den jungen Pferden. Mein Name ist Jack O'Neill und man könnte sagen, ich habe hier die Verantwortung."

"Dann lass dir sagen, Jack O'Neill, du sprichst mit Asmodis, dem obersten Primus vom Xocotl, dem Fürsten und Gott von Aquanoxis, dem es gefällt, die Frau mit den hellen Haaren zur Befragung zu holen. Diese Entscheidung steht fest, also sei still und warte deine Zeit ab, denn ich sage dir hier und jetzt: Die wird kommen!"

Mit diesen Worten drehte er sich um und verließ den Kerker, gefolgt von zwei Jaffa, die Nicole, die sich heftig sträubte, mit sich zerrten. Erst als diese drei den Raum verlassen hatten, folgten die beiden anderen Wächter und verschlossen die Tür hinter sich.
Broken Point 1

Folterkammer im Palast von Aquanoxis

Einer nach dem anderen war von den Jaffa geholt und von dem, wie Lyzaie es genannt hatte „Lagerraum“, in dieses noch unheimlichere Verließ gebracht worden. Nach Nicole hatten sie sich Jack, den Professor und zum Schluß dann Croft und Jones geholt. Als der Professor sich umgeschaut hatte, waren ihm sofort Bilder von Folterkammern der Inquisition durch den Kopf geschossen.

Dunkle, feuchte Wände mit Ringen, an denen die Gefangenen angekettet werden konnten. Auf dem Boden verfaulendes Stroh, feucht von Blut und wer weiß was noch für Körperflüssigkeiten, über die er nicht näher nachdenken wollte. Die Luft war stickig von mehreren Feuern, die in Eisenkörben brannten. Teils als Lichtquelle genutzt, dienten sie anscheinend auch dazu, die verschiedensten Instrumente aufzuheizen, die der Primus und seine Gehilfen zu Hand haben wollten.

Asmodis genoss es anscheinend, seine Gefangenen nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu quälen. Denn anders konnten Jack und die anderen es sich nicht erklären, dass immer mehr Gefangene geholt, gefoltert und dann zu den anderen an die Wand gefesselt wurden. Sie sollten durch die Qual der anderen mürbe gemacht werden, bevor es zu einer zweiten Runde kam. Meistens hatte der Primus mit dieser Taktik schon nach kurzer Zeit was er wollte, aber heute ging sein Plan nicht auf. Keines seiner Opfer schien die Informationen zu besitzen, die dieser im Auftrag seines Herrn erlangen sollte.
Xocotl hatte seinem treuesten Diener aufgetragen, sich von den Gefangenen detaillierte Informationen über die Erde zu besorgen.
Asmodis wollte alles wissen, von der Lebensweise der Menschen bis hin zu ihren Verteidigungsmöglichkeiten. Aber nicht einmal das Lieblingsessen der blonden Frau konnte er in Erfahrung bringen.

Er war nahe dran, das spürte er, aber noch hatten die Menschen von der Erde widerstanden. Das gedachte er zu ändern, wenn er die letzten beiden Gefangenen aus dem Verlies holen ließ. Auch wenn er es sich nie anmerken lassen würde, er war beeindruckt von der Widerstandskraft, auf die er gestoßen war.

Sogar die Frauen hatten die Schmerzen ertragen, die ihnen bereitet worden waren, aber er hatte Geduld. Je länger sie sich widersetzten, umso mehr Freude bereitete es ihm, immer neue Methoden auszuprobieren und derer hatte er viele, von denen diese Menschen nicht einmal ansatzweise ahnen konnten.

Zwei waren unter dem Folterstab zumindest ohnmächtig geworden, daher wusste er, dass er auf dem richtigen Weg war. Die Tür ging auf und zwei Jaffa brachten seine letzten beiden Opfer herein. Es waren Daniel und Lyzaie.

Nicole sah kurz auf, als die Tür sich öffnete, wechselte einen Blick mit Jack und schloss dann die Augen. Sie versuchte, sich darauf zu konzentrieren, den Schmerz auszuschließen und nichts an sich heranzulassen. Nicole wollte nicht noch jemanden von ihrer Gruppe leiden sehen. Sie hatte am eigenen Leib erfahren, was für Schmerzen dieser Stab, den Asmodis mit Geschick benutzte, auslöste.

Ein heißes Glühen schoss einem durch den Körper, einem Stromstoß gleich, der das Blut zu kochen brachte und alle Empfindungen einschmolz, bis nur noch Schmerz übrig blieb. Die Energie und Gewalt, die hinter diesem unschuldig aussehenden Gerät stecken, waren enorm und Nicole war nicht verwundert gewesen, als Croft und Jones schon nach kurzer Zeit in Ohnmacht gefallen waren. Jack hatte länger durchgehalten und überraschenderweise der Professor auch. Keiner der beiden hatte ein Wort verraten, aber die Qual der Schmerzen hatte sich in lauten Schreien Bahn gebrochen, die den anderen Gefangenen bis ins Mark gegangen waren.

Nicole war froh, dass ihr Vater ihr früh beigebracht hatte, durch eine ganz bestimmte Meditationsmethode ihren Geist eine Distanz zum Körper aufbauen zu lassen, so dass Asmodis fassungslos beobachten musste, dass sie trotz der ihr zugefügten Pein nicht zusammengebrochen war. Im Gegenteil, sie hatte ihn höhnisch angegrinst und ihm entgegengeschleudert, er könne sich ins Knie ficken. Er hatte sich dann von ihr abgewandt und begonnen, die anderen zu quälen, um sie doch noch gefügig zu machen. Kurz schwenkten ihre Gedanken zu ihrem Vater, der ihr die Meditation nahe gebracht und mit ihr gearbeitet hatte. Es hatte ihr schon bei vielen Dingen geholfen. Sie drängte die aufkeimenden Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse vor einigen Jahren zurück in eine Ecke ihres Denkens und schloss die mentale Tür zu. Auch jetzt gab es ein kleines Eckchen in ihren Gedanken, wo sie sich diebisch darüber freute, Asmodis ein Schnippchen zu schlagen.

Dieser stieß gerade die beiden letzten Gefangenen grob vor sich her, so dass sie unweigerlich auf die Knie fallen mussten.

„Ihr erbärmlichen Würmer. Was macht euch so stolz, die Auskunft zu verweigern, die mein Gott von euch fordert?“, er sah jeden Gefangenen eindringlich an, dann wandte er sich den beiden zu, die vor ihm knieten. „Aber ich werde euch brechen und erfahren, was mein Herr wissen will. Und was dich angeht“, sprach er Lyzaie direkt an, „mit dir hat der große Xocolt etwas besonders vor. Und wenn er mit dir fertig ist, gehörst du mir.“ Ein boshaftes Grinsen glitt über sein Gesicht und ließ ihn im Fackelschein umso teuflischer aussehen. „Aber erst sollst du sehen, wie ich die Erdlinge breche, denn dann wirst du wissen, dass du keine Wahl hast, als dich deinem Schicksal zu ergeben.“

Lyzaie sah den Jaffa mit gehobenen Augenbrauen kurz an, bevor ihr Blick prüfend durch den Raum schweifte. Der Hauch eines Lächelns erschien in ihren Mundwinkeln, als sie registrierte, dass ihre Einschätzung von Asmodis richtig gewesen war. Ein leises „Das werden wir noch sehen…“ kam über ihre Lippen.

Gerade wurden ihr und Daniel die Fesseln abgenommen. Auch wenn die anderen an die Wand gefesselt waren, so doch nur mit Lederfesseln, die zwar stark in die Haut hineinschnitten und so zusätzliche Schmerzen bereiteten, aber gleichzeitig schnell durchtrennt werden konnten, wenn der jeweilige Gefangene erneut zur Folter geholt wurde.

Asmodis und seine Schergen fühlten sich sehr sicher, dass keiner ihrer Opfer in der Lage war, sich gegen sie zur Wehr zu setzen.
„Böser Fehler“, dachte Lyzaie .Trotz ihrer Situation musste sie innerlich schmunzeln, für diese Nachlässigkeit würde er büßen müssen.

Diese Erkenntnis bestärkte Lyzaie in ihrem Vorhaben. Auch die Tatsache, dass sowohl Nicole als auch Jack die Augen zwar fast geschlossen hatten, aber hinter den gesenkten Wimpern ein aufmunterndes Blitzen zu erkennen war, half ihr, dem Plan, der in ihrem Kopf Gestalt annahm, eine gewisse Aussicht auf Erfolg zu geben.

Sie musste allerdings alle Pläne über den Haufen werfen und blitzschnell überdenken, als die Tür erneut aufgestoßen wurde und Xocotl eintrat. Seine übliche, zwei Mann starke Wache, hieß er draußen zu warten. Er schien sich in der Anwesenheit seiner eigenen Schöpfung ziemlich sicher zu fühlen. Dann baute er sich vor Asmodis auf, der unmittelbar bei Eintritt seines Herrn eine tiefe Verbeugung gemacht hatte. „Mein Lord“, begann der Primus, „was kann ich für euch tun?“

Xocotl war kriegerisch in einen dunkelblaue Tunika und einen ledernen Brustharnisch gekleidet. Arme und Beine waren auch mit einem Schutz versehen, nur der Kopf war bloß. In seinen blau-schwarzen Haaren schimmerte ein schmaler Goldreif und zeugte von seiner Herrscherwürde.

„Du kannst mir Ergebnisse liefern, Primus. Was hast du bisher herausgefunden, und vor allem, was hat dir diese dort verraten?“ Dabei deutete er auf Lyzaie, die versuchte, einen neutralen Gesichtsausdruck beizubehalten, während ihre Gedanken sich überschlugen.

„Ihr seid zur rechten Zeit gekommen, Herr. Die Menschen von der Erde haben bisher noch geschwiegen, aber einer von ihnen ist noch übrig. Seine Qualen und die von dieser hier, werden ihre Zungen lösen. Es sein denn, ihr wollt selber Hand anlegen?“

Xocotl trat bis auf einen Schritt an Lyzaie heran und musterte ihr ausdrucksloses Gesicht. Ein lüsternes, grausames Lächeln glitt über seine eigentlich schönen Züge.
„Es wird mir ein Vergnügen sein zu sehen, was du mit ihr anstellst, ich habe nur eine Vorgabe: Fessel ihre Hände und hänge sie daran auf. Ich will sehen, wie lange sie es aushält. Danach entscheide ich, wie ich sie weiter einsetzen werde.“

Einer der Jaffa trat auf ein Nicken von Asmodis an Lyzaie heran und zerrte sie an einer Hand hoch, so dass sie wackelig auf die Beine kam. Es dauerte einen Moment, bis sie einen festen Stand hatte, aber das scherte ihren Peiniger wenig. Dieser hatte ihre eine Hand schon hochgehoben, um die eiserne Schelle darum zu schließen, die von der niedrigen Deck herab hing, als plötzlich alles auf einmal geschah.

Lyzaie stieß ihren freien Ellbogen dem Jaffa hinter ihr in den Magen, woraufhin dieser sich zusammenkrümmte und sie losließ. Dann griff sie mit beiden Händen in ihren Zopf und zog aus den zusammengebundenen Haaren zwei schmale Messer heraus. Sie warf eines davon Daniel zu, der anscheinend nur darauf gewartet hatte, von ihr ein Signal zu bekommen. Er duckte sich unter einem Schlag hinweg, den der andere Jaffa gegen ihn ausführte und versuchte aufzustehen, um zu den anderen Gefangenen hinüber zu gelangen.

Dies war nicht so einfach, wie er gedacht hatte, da seine Beine ihm nicht richtig gehorchten und er leicht einknickte. Dies nutzte der Jaffa, um ihn erneut anzugreifen und diesmal traf er Daniel mit der Faust und schleuderte ihn durch den Kerker, so dass dieser kurz vor den anderen Gefangenen benommen liegen blieb. Das schmale Messer hielt er immer noch fest umklammert, aber er war gerade soweit außerhalb der Reichweite der anderen Gefangenen, dass keiner von ihnen herankommen konnte. Schon setzte der Jaffa ihm nach, hatte aber nicht mit der Geistesgegenwart der Gefangenen gerechnet, denn Jack streckte seine Beine genau so aus, dass der Jaffa unweigerlich darüber stolperte. Dieser Moment reichte, dass Daniel wieder zu klarem Bewusstsein kommen konnte und aufsprang, um Jack und die anderen loszuschneiden.

Sobald alle von den Lederfesseln befreit waren, entriss Jack Daniel das Messer und stürmte auf Asmodis los und zwischen den beiden entbrannte ein erbitterter Zweikampf. Dabei war die reine Kraft und Masse auf der Seite von Asmodis, aber Jack glich das durch Geschick und Geist wieder aus.

Währenddessen hatte Lyzaie den zweiten Jaffa mit einem gezielten Messerstich außer Gefecht gesetzt und sich blitzschnell zu Xocotl umgedreht. Dieser war im Begriff gewesen, die draußen stehenden Wachen zu rufen, aber nach dem ersten Laut der ihm über die Lippen gekommen war, hatte er nur noch einen Arm um seinen Hals, der langsam aber unaufhörlich zudrückte, und eine Messerspitze in seinem Nacken gespürt. Die beiden Wachen, die gerade zur Tür herein gekommen waren, erstarrten auf der Stelle.

„Noch einen Ton und du kannst dich zu deinen Ahnen gesellen“, zischte Lyzaie ihm ins Ohr. Xocotl schluckte und knurrte ihr zu: „Was willst du?“
„Ich denke, du wirst uns bis zum Tor begleiten, damit deine Jaffa nicht auf dumme Gedanken kommen. Aber erst pfeifst du deine Wachen zurück!“

Xocolt befahl seinen Wachen daraufhin zurückzubleiben. Lyzaie sah sich im Kerker um.

Asmodis konzentrierte sich ganz auf Jack. Die beiden umkreisten sich lauernd und es sah ziemlich ausgewogen aus, denn bisher hatte noch keiner der beiden einen Treffer landen können. Asmodis schien sich zurückzuhalten, seiner Beute und seines Sieges sicher. Auch sein zufriedener Gesichtsausdruck ähnelte dem eines Katers, der mit der Maus spielt, bevor er ihr den endgültigen Todesstoß versetzt.

Diese Maus hier war aber zu allem entschlossen und hatte im Gegensatz zu ihrer tierischen Entsprechung noch Freunde in der Nähe, die helfend eingreifen konnten. Broken Point 2

Nicole, die in seiner Nähe auf dem Boden kauerte, sah sich um und entdeckte den Folterstab, der nicht weit von ihr auf dem Boden lag. Zwei Schritte und sie hatte diesen gepackt. Dann noch zwei Schritte und sie war in Jacks Reichweite. Sie rief ihm zu: „Jack – Tucson – 42.7!“

Jack reagierte sofort, drehte sich um und sah den Stab auf sich zufliegen. Er fing ihn geschickt auf und richtete ihn direkt aus einer Drehung heraus auf Asmodis. Dieser zuckte unter dem Ansturm der Schmerzen zurück, gab aber noch nicht klein bei.

Erst nach dem dritten Kontakt mit dem Stab und nachdem Jack auch mit den Fäusten nachhalf, knickte er ein und ging in die Knie.

„Der Beutel, den er an seinem Gürtel trägt. Wir brauchen den Beutel“, rief Lyzaie quer durch den Raum. Daniel reagierte. Er rief Jack, der Asmodis weiter mit Schlägen attackierte zu, er würde sich darum kümmern und näherte sich dem Jaffa von der entgegengesetzten Seite. Dann riss er an dem Behältnis, das aber an einem Ledergürtel hin, der nicht nachgab.

Erst als Jack es endlich geschafft hatte, Asmodis soweit kampfunfähig zu machen, dass dieser sich kaum noch wehrte, konnten sie den Gürtel öffnen und somit den Lederbeutel an sich nehmen.

Auf einen Ruf von Lyzaie sammelten sie sich am Eingang und flohen mit Xocotl als lebendem Schild vor sich durch die Gänge der Festung.

Sie schafften es zwar unbehelligt bis zum großen Tor des Palastes., wurden aber die ganze Zeit von den Jaffa verfolgt, die immer einen Sicherheitsabstand wahrten, um ihren Herrscher nicht zu gefährden.

Vom Tor aus war es nur noch ein knapper Kilometer bis zum Stargate und zwei Drittel des Weges gingen durch einen dichten Wald bis zu einer Lichtung, auf der dieses stand. Bisher hatte der Goa’uld sich verdächtig ruhig verhalten, anscheinend in der Annahme, dass sie es sowieso nicht bis zum Sternentor schaffen würden.

Das war auch noch so, als sie in die dämmrige Kühle des Waldes eintraten. Lyzaie machte ein Zeichen und rief sie kurz zusammen.

„ Es sind noch ungefähr 5 Minuten bis zum Gate, wenn wir keinen Ballast mehr mitschleppen müssen“, dabei sah sie verächtlich auf Xocotl, der innerlich zu kochen schien, was man aber nur seinen blitzenden Augen ansah. „ Ich wäre ja dafür, Xocotl außer Gefecht zu setzen, gut zu verpacken und im Wald liegen zu lassen. Es wäre zwar für unsere Sicherheit förderlicher ihn mitzunehmen, aber er würde uns bei jeder sich bietender Gelegenheit sabotieren“.

Nach Zustimmung suchend sah sie die anderen an und nur aus den Gesichtern von Jack und Nicole konnte sie so etwas wie Verstehen herauslesen. Die anderen waren völlig erschöpft und machten den Eindruck, als würden sie bald zusammenbrechen.

Lyzaie nickte Jack zu und versetzte Xocotl einen gezielten Stoß mit der stumpfen Seite des Messer auf einen für den Goa’uld empfindlichen Punkt im Nacken. Diese brach zusammen und wurde von Jack sofort mit Bändern verschnürt, die Lyzaie ihm reichte. Gemeinsam verfrachteten sie den „Gott“ in das Gebüsch am Rande des Waldes und machten sich umgehend auf den Weg zum Gate.

Als sie dort ankamen, konnten sie lautes Geschrei hinter sich hören, was darauf schließen ließ, dass sie Xocotl nicht weit genug in den Wald gebracht hatten und er schon gefunden worden war. Vor ihnen ragte das Stargate auf; von einem einzelnen Jaffa bewacht, der ihnen glücklicherweise gerade den Rücken zudrehte. Anscheinend war es den Flüchtlingen gelungen vor der Verstärkung am Tor zu sein.

Sie verständigten sich mit Handzeichen und während Lyzaie sich in die Richtung des Anwahlgerätes bewegte, schlichen Jack und Nicole sich am Waldrand entlang zu der Wache hin.

Die anderen hielten sich bereit, sofort zum Tor zu laufen, wenn die Verbindung zustande gekommen wäre. Genau in dem Moment, als Lyzaie am DHD angekommen war, trat Jones auf einen trockenen Ast und der Jaffa drehte sich ruckartig um. Seine Waffe entsichern und auf die Quelle des Geräusches schießen war eine fließende Bewegung und Jones ging tödlich getroffen zu Boden.

Lyzaie begann sofort mit der Anwahl und Jack und Nicole stürzten sich im Zick-Zack auf den Jaffa, den sie auch außer Gefecht setzen konnten.

Der Ereignishorizont bildete sich und Lyzaie rief den anderen zu: „Lauft!“

Daniel und der Professor rannten sofort geduckt auf das Tor zu, gefolgt von Nicole und Jack. Croft, der bei Jones kniete, wollte gerade aufstehen, als ihn von hinten ein Strahl aus einer Jaffa-Waffe traf und er über ihr zusammenbrach.

Lyzaie schnellte in Richtung Gate, versuchte den Strahlen der Waffen auszuweichen und kam unversehrt am Tor an. Dort drehte sie sich noch einmal kurz um und sah Asmodis am Rande der Lichtung stehen, der auf sie zielte. Noch während sie im Gate verschwand, streifte ein Schuss den Beutel, den sie ihm im Kerker abgenommen hatten und der jetzt an ihrem Gürtel hing. Kurz danach brach der blaue Schimmer in sich zusammen und die Lichtung lag wieder still da.

Am anderen Ende des Wurmloches war dieses auch gerade verschwunden und die Angekommenen saßen vollkommen erledigt auf den Stufen, die zum Tor hinaufführten. Sie hatten keinen Blick für das in warmen Farben schimmernde Laub der Bäume, das im Licht der schräg stehenden Sonne stand.

Sie sahen einander an und Jack war es, der die erste Frage stellte:
„Wo zum Geier sind wir?
„Wir sind auf Unor. Das war die erste Adresse, die ich so schnell parat hatte. Es ist ein wenig besiedelter Planet. Eher eine Relaisstation für Torreisende, die von hier aus weiter reisen“, antwortete Lyz wurde aber gleich wieder vom Professor angesprochen, der die Frage stellte, die sie alle brennend interessierte:
„Können wir von hier aus auch wieder auf die Erde gelangen?“

„Ja“, antwortet Lyzaie schlicht und griff nach dem Beutel. Als sie ihn von ihrem Gürtel abnahm bemerkte sie die Verbrennung, die der Strahl von Asmodis Waffe hinterlassen hatte und wurde aschfahl.

„Was ist los? Warum hörst du auf zu reden?“, fragte Nicole und sah Lyzaie skeptisch an.

Lyzaie reagierte nicht sofort, sondern holte das kleine Gerät aus ihrem Behältnis heraus und betrachtete es eingehend. Dann betätigte sie einige Schalter und sah dann zu Nicole und den anderen auf.

„Dies ist ein Anwahlgerät für das Tor. Es ist sehr nützlich, weil man nicht darauf angewiesen ist, dass ein funktionierendes DHD vorhanden ist. Es hat oder besser hatte eine riesige Menge Adressen gespeichert, und das ist das Problem. Ein Waffenstrahl hat es getroffen und den Speicher vollkommen gelöscht. Die manuelle Anwahlfunktion scheint noch in Ordnung zu sein, aber da ich eure Adresse nicht kenne, können wir euch nicht so ohne weiteres zurückbringen.

Betretenes Schweigen folgte, bis der Professor sich vernehmlich räusperte und bemerkte mit belegter Stimme: „Nun – leider haben es Croft und Jones nicht geschafft, aber wir anderen sind glücklicherweise unversehrt. Wir sollten jetzt überlegen, wie wir weiter vorgehen.“

Die anderen nickten zustimmend und kurz darauf waren sie sich einig, erst einmal einen geschützten Ort zu finden, wo sie sich ausruhen und überlegen konnten, wie sie aus dem Schlamassel wieder rauskommen.


Aquanoxis – Palast von Xocotl

Die Abendsonne warf ihre letzten Strahlen durch die hohen Fenster in das kleine Audienzzimmer, als Asmodis mit gesenktem Kopf eintrat.

Sein Herr und Gott saß auf einem vergoldeten und mit Schlangensymbolen verzierten Thronsessel. Die Augen der Schlangen waren aus haselnussgroßen Rubinen und funkelten im Licht auf, als wollten sie Asmodis verhöhnen. Xocotl selber war in ein weißes, gefälteltes Leinengewand gekleidet und ein mit roten und grünen Federn besetzter Zeremonienmantel lag auf seinen Schultern. Sein jungenhaftes Gesicht zeigte keinerlei Regung. Sein Blick war unergründlich und die dunkle, fast schwarze Iris vermittelte den Eindruck, als würden einen tiefe Löcher anstarren. Die sie umgebenden blutrot gefärbten Augäpfel trugen ein Übriges dazu bei, dieses Bild zu verstärken.

Asmodis hatte sich im Laufe der Zeit angewöhnt, seinem Herrn nicht in die Augen zu schauen, da dieser das in den meisten Fällen als Vermessenheit betrachtet und dann schwere Strafen gedroht hätten. Selten forderte der Gott einen seiner Untergebenen auf, ihn anzusehen und das dann meistens nur, um ihn kurze Zeit später mit dem Glühen seiner Augen in den Wahnsinn zu treiben.

Bisher hatte Asmodis solchen Bestrafungen nur als Zeuge beigewohnt, aber heute stand ER vor dem Gott und wartete auf das vernichtende Urteil für sein Versagen. Einzig die Tatsache, dass sein Herr ihn in dieses kleine Zimmer befohlen hatte und dass nur zwei Wachen vor der Tür standen, gab ihm Anlass zu einem kleinen Hoffnungsschimmer.

„Sprich, Asmodis, was hast du mir zu berichten über dein Versagen!“ Die tiefe Stimme von Xocotl, die so gar nicht zu seinem jugendlichen Aussehen passen wollte, grollte durch den Raum und sorgte dafür, dass Asmodis ein Schauer über den Rücken lief.

„Herr, ich habe aus Rücksicht auf euer göttliches Wohl gehandelt. Eine andere Begründung habe ich nicht. Ich war verblendet von der Frechheit der Fremden, Hand an euch legen zu wollen. Ich bitte euch, mich erst anzuhören, dann könnt ihr mit mir machen, was ihr wollt."

Auf ein Nicken von Xocotl fuhr Asmodis fort.

„Wenn es euch beliebt, will ich nicht rasten noch ruhen, bis ich die Fremdlinge gefunden, ihnen das Kontrollgerät abgenommen und sie wieder hier in euren tiefsten Kerkern eingesperrt habe, damit ihr, mein Gott, mit ihnen nach eurem Gefallen verfahren könnt.“

Er fiel bei diesen Worten auf die Knie und hoffte das Beste, als Xocotl wieder sprach.

„Sieh mich an, Asmodis.“

Dieser hob den Kopf und sah, wie die Augen seines Herrn kurz aufglühten, ihn aber dann nur mit ihrer Schwärze durchbohrten.
„Du hast mir immer gut gedient, mein oberster Primus. Deine Absichten waren stets ehrenhaft, darum gebe ich dir eine einzige Chance: Suche und finde die Fremden. Bringe sie her und sperre sie ein. Wenn das geschehen ist, sollen sie Zeuge werden, am Untergang ihrer eigenen Rasse. Sie werden erleben, wie wir uns rüsten, um ihren Planeten zu erobern. Mit unseren Raumschiffen werden wir sie angreifen und besiegen. Wenn sie um Gnade winselnd vor uns im Staub liegen, werden wir diesen O’Neill und seine Gefährten unserem Sieg opfern, auf dass die Verlierer es nicht wagen werden, gegen Xocotl, den Gott des Feuers, den mächtigen Herrscher der Sterne, aufzubegehren.“

Xocotl war bei seiner Rede aufgestanden und stand nun, die ausgestreckte rechte Hand zur Faust geballt, vor Asmodis. Er schaute aus dem Fenster in die Dämmerung, in der man schon ein paar Sterne ausmachen konnte. Dann wandte er sich wieder seinem obersten Primus zu.

„Nimm dir ein paar Krieger und mache dich auf die Suche nach den Frevlern. Bringe sie her und wenn diese Frau noch bei ihnen ist, bring sie mir – sie wird mein sein, oder sterben. Geh jetzt und komme erst wieder, wenn du deine Aufgabe erfüllt hast.“

Mit einem Winken der Hand entließ er den Jaffa und dieser ging zehn Schritte rückwärts, bevor er sich umdrehte und den Raum verließ. Mit großen Schritten eilte er zu seinem Quartier, um seine Mission vorzubereiten. Eine Mission zu Ehren seines Gottes. Er würde die Flüchtigen finden, seinen Ruf als unbesiegbarer Primus seines Gottes wieder herstellen und mit Genuss dabei zusehen, wie Xocotl seine Pläne bezüglich der Erde in die Tat umsetzen würde.

Ein grimmiges Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er sich ausmalte, was die Erdlinge alles würden erdulden müssen, bevor sie die Erlösung im Tod finden würden. Aber er bremste sich, als er sich den Quartieren der Jaffa näherte. Er musste eine kluge Wahl treffen, was sein Begleiter betraf, denn seine Reise musste auf jeden Fall von Erfolg gekrönt werden. Er holte seine Hauptleute zusammen und begann mit seinen Vorbereitungen.


ENDE
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Fr 29. Okt 2010, 10:12

1x03 Eine neue Welt, Part I

1.3 Eine neue Welt


Die Sonne stand hoch, als sie aus dem Tor traten. Die Umgebung ähnelte dem Planeten, auf den sie vor Xocotl geflohen waren. Jetzt zur Mittagsstunde war es angenehm warm und vor ihnen erstreckte sich ein dichter Laubwald, der von einem Pfad durchschnitten wurde. Dieser machte allerdings nicht den Eindruck, als ob er in der letzten Zeit häufig benutzt worden war.

Die Terraner hatten sich vorerst der Führung Lyzaies anvertraut. Eine andere Möglichkeit stand ihnen auch nicht offen. Sie hatten sich eine Nacht ausgeruht und dann, nach einem kurzen und kargen Frühstück, hatten sie sich auf Betreiben der dunkelhaarigen Außerirdischen wieder zum Gate aufgemacht.

„Ich kenne einen Planeten, dessen Gelehrte eine Liste von Toradressen besitzt und eure könnte dabei sein. Wir sollten sie aufsuchen. Außerdem ist es nicht gut, lange an einem Ort zu verweilen. Xocotl, und damit auch Asmodis stehen genug Mittel zur Verfügung, um uns zu verfolgen. Sie werden unsere Flucht nicht so einfach hinnehmen können, ohne den anderen Goa'ulds gegenüber an Achtung zu verlieren. Also werden sie alles daran setzen, unserer wieder habhaft zu werden.“

Auf diese Ansprache hin war ihnen auch keine andere Idee gekommen, also hatten sie die Flucht nach vorn ergriffen. Sie waren jetzt auf diesem neuen Planeten und begaben sich auf den Weg durch den Wald.

Es dauerte nicht lange und das dichte Unterholz lichtete sich langsam. Als der Bewuchs kurz darauf völlig unvermittelt aufhörte, standen sie am Rand einer Klippe, mit einem spektakulären Blick über einen Talkessel.

Mittendrin lag ihr Ziel, umgeben von Wiesenflächen und einer großen Anzahl Felder. An den Berghängen zog sich ein lichter Laubwald hoch, der dann in einer Buschzone endete, bevor schroffe Felsen den Übergang zu den Gipfeln der Berge bildeten.

„Ich will ja nicht unken“, bemerkte Jack mit einem skeptischen Blick auf die Felder, „aber für mich sieht das nicht unbedingt danach aus, als ob dort unten jemand lebt. Ich würde eher sagen, es sieht alles verdammt verlassen aus.“

Jack hatte Recht. Auf den zweiten Blick war in dem Talkessel kein Zeichen von Leben zu erkennen. Weder rauchten die Schornsteine der Häuser und Hütten, noch hörte man Geräusche, die nach alltäglichen Beschäftigungen klangen. Es waren auch keinerlei Menschen oder Tiere zu sehen. Die Gärten und Felder wirkten nicht so, als ob in letzter Zeit jemand Hand angelegt hatte. Unkraut schien die Vorherrschaft errungen zu haben und bedeckte vor allem die brach liegenden Flächen.

Bei Jack klingelten alle Alarmglocken, als er sich zu Lyzaie umdrehte. „Hattest du nicht gesagt, dass wir hier ein paar Geeks finden, die uns Zielkoordinaten geben können? Sieht nicht so aus, als ob jemand zuhause wäre.“

Lyzaie sah Jack fragend an. Daniel mischte sich erklärend ein. „Er meint Gelehrte; Männer der Wissenschaft. Der Ausdruck, den er benutzt hat, ist nicht sehr schmeichelhaft“, fügte er mit einem schiefen Lächeln hinzu.

„Also wollte er damit sagen: Leute wie du und der Professor?“

Daniels Lächeln wurde breiter. „Genau das. Er scheint nicht viel für Wissenschaftler übrig zu haben.“

„Ist nichts persönliches, aber bisher haben Typen wie ihr mir das Leben eher schwerer als einfacher gemacht. Aber egal, wie sollen wir weiter vorgehen?“, fragte Jack mit einem Blick in die Runde.

„Da es dort unten kein Anzeichen von Leben gibt, könnten wir doch ungefährdet nachsehen, ob wir nicht doch etwas finden“, schlug der Professor vor, den es in den Fingern juckte, in die Siedlung zu gelangen. In seinen Historikeraugen war es eine ungeahnte Möglichkeit, ein Dorf, welches er in das späte Mittelalter einordnete, wenn er vom Baustil ausging, mit eigenen Augen zu sehen. Daniel stimmte ihm sofort zu, während die beiden Frauen zur Vorsicht tendierten.

„Daniel, wir wissen doch gar nicht, was mit den Bewohnern geschehen ist. Vielleicht ist das, was sie vertrieben hat, noch hier?“, versuchte Nicole ihn etwas zu bremsen.

„Wir werde es aber nicht herausfinden, wenn wir nicht da runter gehen und versuchen, es herauszufinden, oder?“, argumentierte Daniel und traf damit einen wichtigen Punkt, dem auch Jack sich nicht entziehen konnte.

Kurz darauf machten sie sich auf den Weg ins Tal und standen eine dreiviertel Stunde später vor einem kleinen Haus, dessen Grundmauern bis zu einer Höhe von ungefähr einem Meter aus Bruchsteinen errichtet worden war. Darüber waren die Mauern mit Fachwerk weiter hochgezogen worden, das von einem strohgedeckten Dach bedeckt war. Es hatte zwei Stockwerke und eine Reihe kleiner Fenster war im Erdgeschoss eingelassen.
Die Tür hing halb aus der Angel und es machte einen genauso verlassenen Eindruck wie der Rest des Dorfes. Bisher war ihnen noch niemand begegnet und überall waren Hinweise darauf, dass das, was die Bewohner hatte verschwinden lassen, sie mitten im Alltag und völlig unvermittelt getroffen haben musste.

„Lyzaie, geh du mit dem Professor und Daniel ins Haus. Falls doch noch irgendwo jemand ist, kennt er dich vielleicht und rennt nicht sofort weg. Nicole und ich schauen uns hier draußen ein wenig um“, übernahm Jack das Kommando und machte sich ohne weitere Worte auf den Weg.

Die anderen Drei betraten vorsichtig das Haus. Eine dicke Staubschicht bedeckte den Boden, Spinnen hatte sich an den Decken häuslich eingerichtet und nur durch die Tür fiel ein bisschen Licht ins Innere.

Von einem kleinen Flur gingen nur zwei Türen ab und eine Treppe führte nach oben. Die eine Tür führte sie in eine Wohnküche, in der neben einer verrußten Kochstelle ein großer, immer noch gedeckter Esstisch stand. Teller und Löffel standen ordentlich neben hölzernen Bechern und in der Mitte stand ein Topf mit einer Schöpfkelle.

Lyzaie ging die paar Schritte zu dem Tisch hinüber und riskierte einen Blick in das Gefäß. Daniel erwartete, dass die Außerirdische zurückzuckte, aber die roten Pupillen verengten sich nur kurz, bevor sie versuchte, den Löffel aus dem Topf zu lösen. „Egal, was das hier einmal gewesen sein mag, es ist jetzt nicht mehr essbar. Alles ist völlig eingetrocknet und verklebt. Ich würde mal schätzen, dass es mindestens zwei Monate schon so hier steht.“

Daniel und der Professor sahen Lyz an und als diese auffordernd nickte, verließen sie die Küche, in der sowieso nichts mehr weiter zu entdecken war.
Lyzaie ging voran in den gegenüberliegenden Raum und vergewisserte sich, dass er auch leer war. Dann rief sie die beiden Männer. Als Tobias Coffey den Raum betrat, bekam er große Augen. Auf der ganzen Längsseite waren Regale eingebaut, die unter den Büchern und Folianten, mit denen sie gefüllt waren, schier zusammenzubrechen drohten.

Abgesehen von den Massen an Büchern war der Raum recht spartanisch eingerichtet. Ein langer Tisch, an dem mehrere Stühle standen, war bedeckt mit Papier, Tintenfässern und Schreibfedern. Ein Stehpult befand sich direkt am Fenster und war so ausgerichtet, dass man den Eindruck bekam, als ob von dort die Personen am Tisch beobachtet oder beaufsichtigt worden waren.

Als sie sich weiter umsahen, bemerkten sie an der Wand rechts neben der Tür eine Art Altar. Ein Vorhang, den sie kurzer Hand beiseite schoben, verdeckte eine Darstellung des Sternentores. Darunter stand eine schmale Bank, auf der sich vertrocknete Blumen und angebrannte Kerzen befanden.

Während die Drei sich im Haus umschauten, hatten Jack und Nicole die nähere Umgebung in Augenschein genommen. Nirgendwo war ein Lebenszeichen zu entdecken. Weder Mensch noch Haustier waren zu finden, nur das Vogelgezwitscher aus den vereinzelten Bäumen, die zwischen den Häusern standen, und das Rauschen der Blätter war zu hören.

In jedes Haus, in welches sie hineinschauten, bot sich ihnen der gleiche Anblick: Alle Bewohner der Siedlung schienen beim Essen gewesen sein, als was auch immer eintraf und sie verschwinden ließ.

„Ich habe ja immer mal darüber nachgedacht, wie es ist, auf andere Planeten zu reisen und andere Völker kennenzulernen“, sagte Nicole mit gedämpfter Stimme. „Aber ich hätte nie geglaubt, dass ich, wenn es denn passiert, in einem Gruselfilm lande.“

„Warum redest du so leise?“, fragte Jack schmunzelnd. „Glaubst du, da kommt gleich ein Zombie um die Ecke?“

Nicole sah ihn strafend an. „Ich komme mir hier irgendwie wie auf einem Friedhof vor, nur fehlt mir das Gefühl von Frieden. Ich finde die Stimmung trotz des Vogelgezwitschers hier unheimlich. Wie wäre es, wenn wir wieder zu den anderen gehen? Ich denke nicht, dass wir hier noch irgendetwas Interessantes finden und ich habe ein mulmiges Gefühl bei dieser Lyzaie. Wir sollten den Professor und Dr. Jackson nicht so lange mit ihr alleine lassen und wer weiß? Vielleicht haben die ja mehr gefunden als wir!“

Jack stimmte seiner Patentochter von Herzen zu. Er hatte ein sehr mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache und die beiden machten sich auf den Weg zu den anderen.

Eine Viertelstunde später trafen die beiden bei dem Haus ein, riefen eine kurze Warnung und traten danach ein. Als sie in den Wohnraum kamen, waren Lyzaie und Coffey dabei, systematisch die Regale zu durchforsten. Dabei ging der Professor wesentlich pfleglicher mit den Büchern um, als die Außerirdische. Er zuckte jedes Mal zusammen, wenn die dunkelhaarige Frau eines davon achtlos auf den Boden warf.

„Und? Irgendetwas gefunden?“, fragte Nicole bei ihrem Eintreten, was mit einem einhelligen Kopfschütteln der beiden Suchenden beantwortet wurde. Gerade als Jack fragen wollte, wo Dr. Jackson sei – das Wort Brillenschlange konnte er sich gerade noch verkneifen – kam dieser polternd die Treppe herunter gelaufen.

„Oben habe ich auch nichts gefunden. Insgesamt sieben Schlafstellen, eine etwas abgetrennt von den anderen und an jeder ein kleiner Kasten mit persönlichen Sachen, aber da war nichts Interessantes dabei“, informierte Daniel die Anwesenden und schob direkt hinterher: „Wenn sie mich fragen Professor, war das hier so eine Art Bruderschaft, die sich ganz dem Studium verschrieben hat.“

„Dann würden sie sich hier bestimmt pudelwohl fühlen, Jackson“, konnte Jack sich nicht verkneifen und wandte sich dann an Lyzaie. „Nun, gute Frau, was hoffen sie jetzt hier noch zu finden?“

Lyz sah Jack mit ausdrucksloser Miene an. „Diese Bruderschaft, wie Daniel Jackson sie richtig bezeichnet hat, ist oder besser war im Besitz sämtlicher Toradressen. Sie haben ihr Leben der Erforschung des Tores gewidmet und ich bin sicher, es gibt hier irgendwo eine Liste. Vielleicht nicht mit allen, aber wer weiß, vielleicht ist eure Heimatwelt dabei.“

„Und wie soll diese Liste aussehen?“

„Wie Papier eben aussieht“, giftete Lyz. „Es müssen immer sieben Symbole in einer Reihe stehen, deren letztes immer gleich ist. Das siebte Symbol steht immer für den Planeten, von dem aus die Reise beginnt. Es wechselt also von Planet zu Planet. Man sollte tunlichst wissen, welches Symbol zu der Welt gehört, auf der man gerade ankommt, sonst hat man ein Problem, wenn man wieder von dort weg will.“

„Und da man Papier am einfachsten in Papier verstecken kann, haben wir angefangen, die Bücher zu durchsuchen“, mischte sich der Professor ein, während er wieder einen Stapel aus dem Regal holte und sorgsam auf den Tisch legte.

Jack schüttelte den Kopf. „Das kann ja eine Weile dauern“, murmelte er und sah sich weiter im Raum um. Dabei fiel sein Blick auf die Torzeichnung an der Wand. Auch Nicole war mittlerweile darauf aufmerksam geworden. Sie gingen beide auf die Stelle an der Wand zu und sahen sich alles genau an.

„Egal was hier passiert ist, immerhin war genug Zeit die Kerzen auszupusten“, grinste Jack Nicole an und deutete auf die Stümpfe, die unter der Zeichnung standen. Er holte sein Sturmfeuerzeug heraus, welches in einer seiner tiefen Taschen den Weg bis hierher geschafft hatte und entzündete damit eine Kerze.

„Mach das noch mal“, bat Nicole ihn, die sich nicht ganz sicher war, ob sie ein Funkeln an der Wand gesehen hatte oder einer optischen Täuschung aufgesessen war.

„Hast du noch nie gesehen, wie eine Kerze angezündet wird?“, feixte Jack, aber Nicole ließ sich nicht beirren.

„Mach einfach die andere Kerze an“, drängelte sie ihn und schickte ein gemurmeltes „Bitte“ hinterher. Als Jack die Flamme an den Docht des zweiten Stumpfes hielt, rief Nicole: „Da! Da war es wieder. Also habe ich mich doch nicht getäuscht.“

TBC
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Sa 6. Nov 2010, 11:33

Aufgrund der Gewaltdarstellung in den folgenden Teilen dieser Episode kann und draf ich sie hier nicht posten.

Für alle über 18:

http://www.stargate-project.de/stargate ... ney-begins
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von El Chuppakneebray » So 7. Nov 2010, 23:13

Alter...Brünken...du bist also echt unter die Autoren gegangen...wie kam es denn dazu ?!
Find ich sehr cool...
Bild

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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Mo 8. Nov 2010, 13:49

Wie ich die Idee zu dieser Serie hatte, kann ich dir gar nicht so genau sagen. Sie war sozusagen Schwups, einfach da.

wie ich generell zum Schreiben kam, das kann ich dir durchaus verraten.

Es war 2005. Meine Mutter startete gerade den Versuch einer Selbstständigkeit und hatte aus einer anderen Firma ihre damalige Vize rübergeholt. Durch diese Vize, die ebnfalls ein SG Fan war, kam ich in kontakt mit den Gate Campern.

Einer kleinen Gruppe Fans die sich in einmal im Jahr treffen, campen, grillen und ein Rollenspiel durchführen.
Da wurde dann auch über Fan Fictiojns diskutiert und teilweise auchr umgezeigt.
Zu Hause angekommen wollte ich auch eine schreiben, nur viel mir nichts konkretes ein, immer nur vage Ansätze die umzusetzen nie geklappt hat.

dann beim anschauen von "DotD" (2004) überkam mich dann die muse und so entstand das erste Abenteur von SG9.
Kurz darauf folgten dann die Teile 2 und 3 und einige Monate später der 4.
Daraufhin wagte ich dann den ersten Versuch einer eigenen Serie, daher weiß ich auch das es so gut wie unmöglich ist, dies alleine in Angriff zu nehmen. Diese Serie brachte es dann auch immerhin auf zwei Teile.

2007 u. 2008 wagte ich mich dann daran SG mit einigen anderen Serien/Filmen zu verbinden, also sogenannte Crossovers zu schreiben.
Das war der Zeitraum in dem "SG24" & "Stargate Highlander" entstanden sind... und auch der halbfertige "SGA: AVP"
2009 war dann eher ein ruhiges Jahr, was wohl auch daran lag, das Pralktikum, Umschulung und IHK Prüfung diesen Zeitraum dominierten.
Gegen ende 2009 kam mir dann die Idee, wie o.g., zu dieser Serie, an der ich nun schon seit fast 12 Monaten aktiv arbeite, schreibe und die Handlungsbögen liefere, die ebenfalls durch mittlerweile zwei Co- Autoren umgesetzt werden.

Die aktuelle Folge (1x03) z.B. wurde durch Bea geschrieben, meiner Vize Co Autorin.
Momentan stehen wir kurz vor der heißen (schreiberischen) Phase zu Season 2 und arbeiten am Expose für Season 3.
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Mo 15. Nov 2010, 14:32

Brunklord hat geschrieben:Aufgrund der Gewaltdarstellung in den folgenden Teilen dieser Episode kann und draf ich sie hier nicht posten.

Für alle über 18:

http://www.stargate-project.de/stargate ... ney-begins
The Next part....
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