Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

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Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Fr 19. Nov 2010, 10:35

Sop... heute gehts es wieder Exklusiv und KOMPLETT mit Folge 4 weiter... diesmal ohne Sex und Gewalt... na ja vlt. ein wenig Gewalt, aber durchaus vertretbar...

1x04 Begegnung

Begegnung

Jack trat als Letzter aus dem Ereignishorizont. Er hörte, wie dieser sich hinter ihm schloss. Das Geräusch lies ihn jedes Mal kurz zusammenzucken, klang es doch für ihn wie das Fauchen eines angriffsbereiten Raubtieres. Daniel hatte als Erster die Statuen entdeckt und untersuchte diese so gut er es ohne Hilfsmittel konnte. Dabei nahm er sein kleines Notizbuch zu Hilfe, das er irgendwie von der Erde durch die Gefangenschaft über die Flucht hierher gerettet hatte.

Diese Gebilde aus Stein bildeten eine Gruppe von sechs menschenähnlich aussehenden Wesen. Die Körper waren eindeutig humanoid, nur die Köpfe stellten Tiere oder ähnliches dar. Er vermutete, dass es sich dabei um Goa´uld handelte, die hier verehrt wurden.

Sie standen im Halbkreis um das Tor herum und die steinernen leblosen Augen blickten gen Himmel. Nicole hatte diesen Dingern nur einen kurzen missbilligenden Blick zugeworfen, bevor sie sich daran machte, die Umgebung zu erkunden und abzusichern.

Jacks Rundblick endete bei Lyzaie. Sie stand mittig vor den Steinfiguren und betrachtete diese eine nach der anderen. Bei der kleinsten Bewegung ihres Kopfes geriet ihr Zopf, den sie bis zum Steißbein gebunden hatte, leicht in Bewegung. Das erweckte den Anschein, dass er sich im Wind hin und her wiegen würde.

O’Neill wusste immer noch nicht so wirklich, was er mit dieser Frau anfangen sollte. Zugegeben, ohne ihre Hilfe wären sie wahrscheinlich schon längst tot oder würden immer noch im Keller Xocotls verrotten. Dennoch besaß diese Frau etwas, das den ehemaligen Offizier massiv verunsicherte. Nur konnte er dieses Etwas nicht genau bestimmen und das machte ihm zu schaffen. Sein sonst gutes Feingefühl versagte bei ihr. Um sich von diesen Gedanken zu lösen, wandte er sich Nicole zu und half ihr dabei, die Umgebung zu sichern.

Lyzaie hörte die Schritte des Colonels, wie sie sich in Richtung der blonden Frau entfernten. Sie zog schon seit Wochen mit diesen Wesen durch die Galaxis und stellte fest, dass ihre Vermutung zugetroffen hatte. Selbst in Angesicht eines großen Verlusts, ohne Rückhalt der eigenen Leute, gaben diese Menschen nicht auf und versuchten, das Beste daraus zu machen.

Sie schloss die Augen und lies für einen Moment die Mauern um ihren Geist herum fallen. Am Rande ihres Bewusstseins spürte sie etwas, was sie kurz zusammenzucken lies. Es war eine vertraute Präsenz. Sie atmete tief ein und erweiterte ihren mentalen Erfassungsbereich.

Nun spürte Lyz es ganz deutlich. Es war eine Präsenz, mit der sie hier nie gerechnet hätte. Sie zog sich die Kapuze ihres Umhangs tief ins Gesicht. „Wir müssen gehen.“ Dann schritt sie den Weg entlang, der vom Tor wegführte.

Jack sah ihr hinterher. „Dürften wir erfahren wohin?“

Lyzaie ging einfach weiter.

„Anscheinend nicht“, Jack seufzte. "Jackson, Nicole. Wir folgen ihr.“

Nicole packte ihren Patenonkel am Arm. „Hältst du es für gut, das zu tun, was SIE will?“

O´Neills Augen huschten kurz zwischen den beiden Frauen hin und her. „Ganz ehrlich? Nein. Aber im Augenblick ist sie unsere einzige Hoffnung, den Weg zur Erde zu finden.“
Dann folgte er Jackson, der zwischenzeitlich zu Lyz aufgeholt hatte. Nicole zögerte noch einen Moment, dann zog sie die Zat, die sie erbeutet hatte und bildete die Nachhut.

Seit Stunden nun folgten sie dem festgetretenen Pfad. Jack begann sich ernsthaft zu fragen, wonach sich Lyzaie orientierte. Er wurde nervös. Wenn er doch nur eine P90 dabei gehabt hätte. Doch bei ihrer übereilten Flucht von Aquanoxis hatten sie alle Ausrüstungsgegenstände zurücklassen müssen und auf dem letzten Planeten, den sie besucht hatten, waren Pfeil und Bogen vorherrschend gewesen.
Er spürte den dünnen, mit Därmen gespannten Holzbogen auf seinem Rücken. Doch hier und jetzt wurde der Wunsch nach einer Waffe, die in Sekundenschnelle hundertfachen Tod verbreiten konnte, übermächtig. Das war auch einer der Gründe gewesen, warum sie hierher gekommen waren. Auf einem der durchreisenden Planeten hatten sie erfahren, das es hier Waffen geben sollte, die denen der Götter ebenbürtig waren.

Die grelle, leicht rötliche Sonne wechselte ihr Farbspektrum ins violette, als sie endlich auf Anzeichen von Zivilisation trafen. Der Pfad führte die Vier hinaus auf eine große Lichtung, auf der sich ein riesiges Gebäude in die Höhe streckte, das einer mittelalterlichen Burg auf der Erde sehr nahe kam. Der Grundriss schien sechseckig zu sein und an jedem Eckpunkt erstreckten sich Zinnen, die den Eindruck erweckten, den Himmel zu stützen.
Das Mauerwerk war aus massiven quaderförmigen Steinen, auf denen sich die Patina der Jahrhunderte breitgemacht hatte. Umgeben war diese Burg von einer Vielzahl deutlich kleinerer Holzhütten und Zelten.

Der Duft gebratenen Fleisches drang an Jacks Nase und unwillkürlich suchte er mit seinen Augen die Umgebung ab, auf der Suche nach der Ursache. Am Rand des Dorfes erstreckte sich ein freies Halbrund in das Konglomerat von Holz und Stoffbahnen.
Auf dem freien Platz standen kleine Tische. Als sie näher kamen, erkannten sie, dass dort Waren gehandelt wurden. Von Kleidung bis hin zu einem Tier, das einem irdischen Riesenwildschwein ähnelte und das auf einem Spieß über einer offenen Feuerstelle seine letzten Runden drehte.

Alles wirkte offen und einladend, wären da nicht die grimmigen Gesichter der Wachen gewesen, die in regelmäßigen Abständen platziert, das Gelände zum Wald hin bewachten. Misstrauen und äußerste Wachsamkeit lag in ihren Blicken, als die Vier näher kamen.

Als sie den imaginären Rand des Dorfes überschreiten wollten, versperrten ihnen zwei Hellebarden den Weg. Die Männer, die diese Waffen festhielten, machten durchaus den Eindruck, damit umgehen zu können.

„Halt! Wer seid ihr und was wollt ihr?“

„Mein Name ist Jack aus der der Stadt des Windes vom blauen Planeten. Habt ihr wahrscheinlich eh nie was von gehört. Wir…“

„… sind hier, weil wir beabsichtigen, uns mit Utensilien der verschiedensten Art und Proviant für unsere Weiterreise einzudecken“, wurde er von Daniel unterbrochen. Der Archäologe bedeutete Jack mit einem Seitenblick, ihm das Reden zu überlassen.

Mit ihrer freien Hand deutete die linke Wache auf Nicole, die ihre aktivierte Zat immer noch halb im Anschlag hielt. „Senkt eure Waffen.“

Mit einem Gesicht, das vor Widerwillen nur so strotzte, kam sie der Aufforderung zögernd nach.

„Diese dort… „, der Arm wanderte von Nicole hinüber zu Lyzaie, „ … soll ihre Kapuze abnehmen. Wir würden gerne in das Antlitz derer schauen, die danach trachten, bei uns einzukehren.“

Langsam, immer darauf bedacht keine schnelle und provozierende Bewegung durchzuführen, senkte sich der Stoff vom Haupt der Außerirdischen.
Kaum, dass sie ihr Gesicht gezeigt hatte, geschah etwas, mit dem Jack niemals gerechnet hätte. Die Wachen ließen ihre Hellebarden fallen und fielen vor Lyzaie auf die Knie. Ebenso wie alle Wachen, die in Sichtweite der kleinen Gruppe standen.

Der Mann, der sie aufgefordert hatte die Kapuze abzunehmen, sprach nun mit leicht zitternder Stimme. „Verzeiht mir, Mylady. Ich hatte keine Ahnung, dass ihr eine Artgenossin des Herrschers seid. Er sagte uns, dass ihr bald eintreffen würdet. Verzeiht diesem unwürdigen Diener, dass er seine Pflicht zu ernst genommen hat.“


*****


Der Mann hinter dem schweren Vorhang zog seine Hand weg. Er hatte genug gesehen. Seine Empfindungen von heute morgen hatten ihn also nicht getrogen und sie war tatsächlich hier. Aus seinem tiefsten Innern drang die Erinnerung an ihre letzte Begegnung vor sein inneres geistiges Auge:

Sie konnte sich gerade noch auf den Beinen halten und stand blutend wenige Meter entfernt von ihm am Vortex des Tores. Lyz warf ihm einen letzten hasserfüllten Blick zu, bevor sie hindurchging und sich das Stargate hinter ihr schloss.
Kurz darauf hatte auch er den Planeten verlassen. Für ihn hatte es nichts mehr zu tun gegeben. Die Goa´uld hatten ihn reichlich entlohnt und ihm Protektion dafür gewährt, dass er die Koordinaten seiner Heimatwelt an sie verraten hatte.

Er schritt zu dem lodernden Kamin und starrte gedankenverloren in das Feuer. Der Schein der Flammen tanzte auf seiner blutroten Iris.


*****


Die Wachen traten bereitwillig beiseite und ließen die kleine Gruppe durch. Nicole und Jack hielten sich im Hintergrund, immer ein kritisches Augen auf die Wachen und das Volk gerichtet. Daniel hingegen war ganz der Archäologe und sinnierte über Ursprung und Bauweise des Mauerwerks.

„Diese Burg wirkt wie aus dem England des 16. oder 17. Jahrhundert. Selbst die Kleidung der Leute entspricht dieser zeitlichen Epoche. Das ist … ist einfach erstaunlich. Das bedeutet, dass die Goa´uld unseren Planeten regelmäßig besucht haben müssen …„

„Doktor, könnte es nicht einfach sein, dass die kulturelle Entwicklung einfach parallel zur unseren verlief … nur etwas langsamer.“

Jackson sah die Patentochter des Colonels verdutzt an. Im ersten Moment verschlug es ihm die Sprache und er war auf der Suche nach Gegenargumenten. Bevor er jedoch loslegen konnte, mischte sich Lyzaie ein. „Es scheint eine Tatsache zu sein, dass die Goa´uld früher auf eurem Planeten waren. Aber eine Sache spricht gegen deine Argumentation Doktor Jackson. Hätten die Goa´uld euren Planeten in jüngster Zeit wiederentdeckt, so hätten sie ihn entweder unterworfen oder komplett vernichtet. Laut Gesetzen der Goa´uld ist es keinem Volk außer ihrem eigenen erlaubt, sich kulturell, technologisch und zahlenmäßig soweit zu entwickeln, dass es eine Bedrohung darstellen kann.“

Mit diesen Worten ließ sie die drei Menschen stehen und mit ihren Gedanken allein. Sie hatte etwas an einem Stand, der Waffen anbot, entdeckt, das ihre Aufmerksamkeit erregte.
Sie blieben direkt vor dem kleinen Tisch stehen und ignorierte die Vielzahl der kleineren Messer und Schwerter, sogar die beiden Zatwaffen.
Das, was sie erspäht hatte, kam einem kleinen Wunder gleich. Mitten in diesem Gerümpel lag ein Schwert der Ahnen. Mit Bedacht und Ehrfurcht nahm sie es in ihre Hände und ihr Blick musterte jeden kleinen Zentimeter dieser eleganten Waffe.

Zugegeben, es sah ein wenig schmutzig aus; aber nichts, was ein paar Tropfen Wasser und ein Tuch nicht wieder hinkriegen würden. Das Schwert befand sich sogar noch in der dazugehörigen Rückenkralle, einer Halterung, die man mit einem Kreuzgurt fixieren konnte. Das, was die Außerirdische an diesem Schwert faszinierte, war der Griff aus Naquadah. Er war ergonomisch geformt und an den Rändern waren 7 Symbole eingraviert.


„Wieviel?“

Die Stimme des Händlers klang ängstlich, als er ihr antwortete: „Für euch… einen… einen halben Streifen Gold.“

Ohne hinzusehen griff Lyzaie in ihre linke Manteltasche und zog einen kleinen dünnen Streifen Gold aus ihrer Tasche und war ihn achtlos auf den Tisch.
Goldstreifen waren die meist akzeptierte Währung in der Galaxie. Dabei handelte es sich in der Regel um einen dünnen Streifen, der einen Zentimeter breit und fünf Zentimeter lang war. Die Dicke des Streifens betrug nie mehr als einen halben Zentimeter.

Der Händler nahm den Streifen, biss einmal kurz darauf, um sich zu vergewissern, dass er keiner Attrappe aufgesessen war. Dann raffte er seinen restlichen Sachen zusammen und verließ seinen Stand. Es machte auf Jack fast den Eindruck, als würde der Mann vor der Außerirdischen fliehen.

Er sah zu, wie Lyzaie die Rückenkralle um ihren Oberkörper band und knapp unterhalb ihres Wirbelansatzes fixierte. Das Schwert glitt in einer fließenden Bewegung in seine Halterung und blieb dort bombenfest sitzen.

Lyz kam zu ihrer kleinen Gruppe zurück. „Wir sollten dem Herrscher einen Besuch abstatten. Wenn einer uns zu den Waffen der Götter bringen kann, dann er.“

O´Neills Bauchgefühl verriet ihm, dass dies nicht der einzige Grund war, warum sie dem Herrscher begegnen wollte. Aber er war sich sicher, dass er auf eine Frage keine Antwort bekommen würde und schwieg deshalb.

Die vier Gefährten schritten einen breiten Weg entlang, der zur Burg führte und an den Seiten von Unterkünften der verschiedensten Art gesäumt war. Dabei machten sie die Entdeckung, dass, je näher sie der Burg kamen, die Unterkünfte befestigter und luxuriöser wirkten. Während am Anfang der Straße im Bereich des Marktplatzes nur kleinere Zelte oder überdachte Erdlöcher vorherrschten, begegneten ihnen hier, nur noch wenige Meter vom Burgtor entfernt, Hütten aus massivem Holz.

Nun standen sie vor dem Durchgang, der in das Innere der Burg führte und durch ein dickes Metallgitter versperrt war. Die grimmig dreinblickenden Wachen hinter dem Gitter wirkten nicht so beeindruckt von Lyzaies Anwesenheit wie ihre Kollegen am Dorfrand.
„Wenn ich ein wenig C4 hätte, wären die Kerle und das Gitter kein Problem“, murmelte Jack mehr zu sich selbst, als zu den anderen. Lyzaie trat aus der kleinen Gruppe heraus und stellte sich direkt vor einer der Wachen. „Bringt mich zu eurem Herrscher.“Die Wachen rührten sich keinen Millimeter, zuckten nicht einmal mit den Gesichtsmuskeln oder blinzelten.
Nicole versuchte auf eigene Faust ihr Glück, trat heran, streckte einen Arm durch das Gitter und begann die Wache an der muskulösen Schulter zu streicheln. Dabei ließ sie ihr verführerischstes Lächeln aufblitzen, zu dem sie fähig war. „Na, Süßer… wenn du uns durchlässt könnte ich dir den ein oder anderen Gefallen tun.“

Sie ließ ihre Hand ein wenig tiefer wandern, auch wenn sich das durch das Gitters ein klein wenig schwierig gestaltete. Die Wache zuckte immer noch nicht, doch sah Nicole, wie sich kleine Schweißperlen an den Schläfen bildeten und sie konnte auch nicht umhin, die kleine, stetig wachsende Erhebung in der Hose des Mannes zu bemerken.

Während sie mit der einen Hand den Oberkörper des Mannes streichelte griff sie mit ihrer anderen Hand durch das Gitter und die Genitalien des Mannes befanden sich nun in einem stahlharten Griff, der seine zukünftige Zeugungsfähigkeit stark in Frage stellte.Da erst ließ sich die Wache vor der blonden Frau auf die Knie fallen. Keuchend und mit flehendem Blick.Die andere Wache konnte seinem Kollegen nicht zu Hilfe eilen, da die Klinge eines Schwertes sehr nahe Bekanntschaft mit seinem Adamsapfel schloss.

Nicole, nun wieder ganz die Amazone, als die Lyz sie kennen gelernt hatte, zog die Wache nah an sich heran. „Ruf nach irgendjemandem, der dieses Tor öffnen kann, oder du kannst dich von dem da verabschieden.“ Um ihrer Drohung etwas mehr Gewicht zu verleihen, verstärkte sie den Druck auf die Genitalien des Mannes.

Wenige Minuten später glitt das Tor zur Seite hin weg und machte ihnen den Durchgang frei. Die beiden Wachen, die sie in der Mangel gehabt hatten, standen mittlerweile ein wenig abseits, mit angsterfüllten Gesichtsausdrücken. Doch ihr Glück nur von kurzer Dauer sein, als sie den Innenhof betraten. Innerhalb weniger Sekunden waren sie von zwei Dutzend Wachen umzingelt, die mit angespannten Bögen oder gezückten Schwertern einen Kreis um sie bildeten.

Jack raunte Nicole etwas zu. „Glaubst du, dass deine Femme-Fatale-Nummer hier noch einmal wirkt?“

„Tut mir leid, Jack, aber das wage ich stark zu bezweifeln.“

Daniel versuchte einen diplomatischen Versuch, der jedoch von einem Faustschlag mitten in sein Gesicht unterbrochen wurde.

Auf einem recht großen Balkon, der zum Hof hinausführte und an einer der Burgzinnen angebracht war, erschien eine Gestalt in einer dunklen Robe.
„Wusste gar nicht, dass es hier Jedi Ritter gibt…“, murmelte Jack.

Die Gestalt trat an die Brüstung und sah zu ihnen hinunter. „Bringt meine Artgenossin zu mir; die anderen schmeißt in das Verlies und nehmt diesen drei Wahligs die Waffen ab. Lasst ihr das Schwert.“
Um die Unruhe unter seinen Wachen zu besänftigen, fügte der Herrscher, denn um den musste es sich unweigerlich handeln, noch hinzu: „Ich bin durchaus in der Lage mich ihrer zu erwehren.“



*****


Die Dielen des Holzfußbodens knarrten unter ihren schweren Stiefeln, als sie den großen Raum betrat. Die mannshohen Fenster waren mit schweren, dunkelgrünen Vorhängen geschlossen worden. An den Wänden brannten in regelmäßigen Abständen kleine Fackeln, die dem Raum eine schummrige Atmosphäre verliehen. Der Rauch der Fackeln zog sich langsam durch den Raum in Richtung Decke, wo er durch die geöffneten Dachluken ins Freie gelangen konnte.

Lyzaie stellte sich breitbeinig vor dier Tür und spürte den leichten Windzug im Rücken, der entstand, als die schwere Tür ins Schloss fiel. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten und entspannten sich Sekunden später wieder. Sie zog das Schwert, das sie kurz zuvor auf dem Markt erstanden hatte, aus der Rückenkralle. Die Klinge war circa anderthalb Meter lang und fünf Zentimeter breit. Sie wirkte zerbrechlich, war in den richtigen Händen aber eine todbringende Waffe.

Lyz hob das Schwert an, so dass die Klinge auf einer Höhe mit ihrer Narbe war. Er stand vor ihr, der Mann, dem sie diese Narbe zu verdanken hatte. Es erforderte einen starken Willen, das Chaos der Gefühle in ihrem Inneren zu beherrschen und nicht einfach drauf los zu stürmen.

„Hier und Jetzt! Im Namen unseren Volkes und meines Eigenen fordere ich Vergeltung für die Gräueltaten, die du verursacht hast.“

Ykkandil stellte den goldenen Pokal auf einen kleinen Tisch, der unweit neben ihm stand. Dabei schwappte etwas von dem Vurguzz über den Rand und über die Tischkante auf den Holzboden. „Lyz… Liebste Lyz. Können wir nicht darüber reden? All das ist schon so lange her. Was kann ich für dich tun, um diesen kleinen Konflikt zu verhindern?“
„Lass meine Begleiter frei und ich verschone dich … zumindest für dieses eine Mal.“

„Diese Menschen scheinen dir sehr wichtig zu sein. So wichtig, dass die einstmals größte Kriegerin unseres Volkes auf Rache verzichtet. Was ist an diese Tieren so besonder…“, Erkenntnis blitzte in den Augen Ykkandils auf. „Du glaubst, das sind die Mächtigen aus der Prophezeiung.“ Er lachte lauthals auf. „Du glaubst ernsthaft, dass diese Menschen, die Krieger sind, von denen der Stein des Ursprungs berichtet? Diese Missgeburten der Natur sollen der Galaxis die Befreiung durch die falschen Götter bringen?! DU TRÄUMST!!!“
Die letzten beiden Wörter schrie er förmlich hinaus und zog im selben Augenblick sein eigenes Schwert aus dem Rückenhalfter.

Die Klingen prallten mit einer Wucht aufeinander, die Lyz einen Schritt zurück machen ließ. Ykkandil nutzte die Gelegenheit und versuchte sie, mit mehreren kraftvollen Hieben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Um dieser Attacke zu entgehen, machte Lyzaie aus dem Stand einen Salto rückwärts.
Der nächste Schwerthieb Ykkandils ging daraufhin ins Leere und brachte ihn ins Straucheln. Lyz machte eine Körperdrehung nach unten weg und versuchte, ihm mit der Klinge die Beine wegzuschlagen. Lyz brachte die Drehung zu Ende und sie standen sich nun wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Jeder darauf lauernd, das der andere einen Fehler machen würde. Einen entscheidenden Fehler.

Ykkandil ließ das Schwert kreisen und zuckte ruckartig nach vorne, nur um sich dann sofort wieder in Ausgangsstellung zu bringen. Er hoffte, sie dadurch aus der Ruhe zu bringen und zu provozieren, doch sie ging nicht darauf ein.
Lauernd wie ein wildes Raubtier, betrachtete sie Ykkandil aufs Genaueste. Jedes Zucken seines Augenlids, seiner Muskeln; und es sollte nicht lange dauern, bis ihre Aufmerksamkeit belohnt wurde.

Seine Beinmuskeln spannten sich und er setzte zu einem Spin kick an, um ihr das Schwert aus den Händen zu prellen. Doch Lyzaie drehte sich unter dem Bein weg und zog in einer fließenden Bewegung ihr Schwert nach oben.
Die Klinge musste sehr scharf sein, denn sie hatte kaum Widerstand gespürt, als sie Fleisch, Sehnen, Muskeln und Knochen durchtrennte.

Ykkandil taumelte drei Schritte zurück und betrachtete ungläubig erst sein Gegenüber und dann sich selbst. Dünne Blutfäden liefen aus dem Schnitt, der sich gerade durch sein Gesicht zog. „Mir… schei… scheint… du hast deine Rache do… doch noch be… bekommen.“

Das sollten die letzten Worte Ykkandils, des Verräters sein. Des Mannes, der sein eigenes Volk den Genozid brachte, nur um seine eigene Haut zu retten.
Nur wenige Augenblicke nach diesen Worten klappt sein in der Mitte gespaltener Körper auseinander und fiel zu beiden Seiten auf den Boden.

Mit einem zufriedenen Lächeln auf ihrem Gesicht sah Lyzaie auf die Überreste ihres Bruders und steckte ihr Schwert in die Rückenkralle.

Dann wandte sie sich den Wachen zu, die kurz zuvor durch die Tür gestürmt waren und das Ende ihres Herrschers miterlebt hatten. Sie wirkten unschlüssig, was sie als Nächstes tun sollten.
Lyz trat über die Leiche auf die Wachen zu, das Schwert erneut leicht angehoben. „Wenn ihr sein Schicksal nicht teilen wollt, holt meine Begleiter aus dem Kerker und gebt ihnen ihre Sachen zurück. Zudem verlange ich von euch, das ihr ihnen einige der Sodanstabwaffen aus der Kammer Ykkandils aushändigt.“ Das unheilvolle Aufblitzen in ihren Augen veranlasste die Wachen, den Anweisungen augenblicklich zu folgen.


*****


Der Mond stand direkt über dem Sternentor, als die Vier sich vor das DHD stellten. Lyz bemerkte, wie sie sich ihren neuen Waffen zuwandten, während sie die Koordinaten ihres nächsten Ziels eingab. Die Ausdrücke auf den Gesichtern hätten nicht unterschiedlicher sein können.

Nicole, ganz die Expertin, studierte die Sodanstabwaffe aufs Genaueste und versuchte herauszufinden, welche eventuellen Zusatzfunktionen sie besaß.
Die Sodanstabwaffe war eine kleinere und handlichere Version der Jaffawaffe. Während eine normale Stabwaffe ca. anderthalb bis zwei Meter lang war, besaß diese Waffe nur eine Länge von ca. einem Meter.

Jack betrachtete die Waffe wie ein kleines Kind, das ein neues Spielzeug bekommen hatte und Daniel wirkte, als ob er mit diesem Ding gar nichts anfangen konnte.

Innerlich bedankte sie sich bei den Dreien, dass sie nicht weiter nachgefragt hatten, was passiert war. Nicole hatte zwar anfangs versucht, Genaueres zu erfahren, doch Daniel hatte gemerkt, das Lyzaie dies eher für sich behalten wollte und hatte die junge blonde Frau davon abgehalten, weiter zu bohren.
Bei Jack hingegen hatte sie eine Veränderung bemerkt. Während er ihr früher eher misstrauisch gegenüber trat, so drückten seine Haltung und sein Gebaren nun Respekt aus.

Der Ereignishorizont baute sich auf und die drei Menschen gingen hindurch. Lyzaie blickte noch einmal zurück in die Richtung, in der sie Ykkandils Grab wusste. Das Gefühl der Genugtuung, das sie bei seinem Tod empfunden hatte, war nun der Trauer gewichen.
Sie hatte zwar ihren Racheschwur erfüllt, doch ihren Bruder verloren.


ENDE
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Sa 11. Dez 2010, 11:28

Episode 5

Gefangen

Ykkandils Welt

Der Mann kniete vor ihm. Unten gehalten von den zwei starken Händen seines Stellvertreters. Voller Abscheu und Missachtung sah er auf diese Kreatur , die sich vor ihm im Staub wandte.
Der Schweiß floss diesem Hok´ta in Strömen am ganzen Körper hinunter. Die Ausdünstungen des Mannes stiegen ihm in die Nase. Er konnte die Angst riechen.

„Wo sind die Fremden hingegangen?“

Der Mann stotterte. „I … Ich wei ... weiß es ni … icht.“

Ein wütendes Grollen entrang sich seiner Kehle und er schlug diesem Wurm ins Gesicht. „Du willst mir sagen, dass du nicht weißt, wo die Mörder deines Gottes sind?“

Aus der kleinen Menschenmenge, die sich um sie versammelt hatte, erscholl ein einzelner Ruf: „Ykkandil war kein Gott!“

Asmodis Kopf ruckte herum und er erspähte den Frevler. Mit einer leichten Kopfbewegung bedeutet er Zweien seiner Jaffa, dieses Subjekt zu ihm zu bringen. Nur wenige Augenblicke später stand eine in die Jahre gekommene Frau vor ihm, die seinem durchdringenden Blick standhielt.

„Du hast Mut, Weib. Das muss ich dir lassen. Doch zu meinem Bedauern kann ich blasphemische Äußerungen nicht tolerieren.“ Seine linke Hand schnellte hervor und die langen Krallen zerfetzten der Frau die Kehle. Blut spritzte auf seine Rüstung. Angewidert wischte er es sich so gut es ging ab.

Asmodis winkte seinen Stellvertreter zu sich, der daraufhin von seinem Opfer abließ. Der Mann fiel mit einem erleichterten Seufzen auf den Boden und blieb dort liegen. Flüsternd unterhielt sich der Mensch/Unas Hybrid mit dem Jaffa. „Diese Menschen werden nicht reden. Entweder sie wissen es nicht oder sie schweigen aus falsch verstandener Dankbarkeit. Ich werde nach Aquanoxis zurückkehren. Es wird Zeit, die Flotte des Gottes zu ihrer Bestimmung zu führen.“

„Mein Gebieter, was ist mit den Fremden?“

„Ich werde veranlassen, dass man euch Lord Ixchel schickt, damit er herausfindet, welches Ziel die Fremden zuletzt angewählt haben.“ Asmodis Blick wanderte über die ängstliche Menschenmenge und das Dorf. “In der Zwischenzeit brennt alles nieder und tötet die Menschen. Solch einem Abschaum soll es nicht gegönnt sein, Xocotl zu dienen.“

Der Jaffa schlug mit seiner Faust vor die Brust, dort wo das Herz war, verbeugte sich leicht und machte sich daran, dem Befehl Folge zu leisten. Während Asmodis sich auf den Rückweg zum Sternentor machte, hörte er das Fauchen der Waffen und die Schreie der sterbenden Menschen. Ein Gefühl der Genugtuung machte sich in ihm breit.


Planet Destan

Daniel genoss diese Momente der Ruhe. Davon hatten sie in letzter Zeit nicht sehr viele gehabt. Lyzaie hatte ihnen gesagt, das sie hier vorerst sicher seien und eine Weile verschnaufen könnten.
Der Archäologe hatte sich freiwillig dazu bereit erklärt, Feuerholz sammeln zu gehen. In Wirklichkeit wollte er einfach nur ein bisschen für sich sein.
Er schloss für einen Moment die Augen und sog die kühle, würzige Luft in seine Lungen. Die Menschen vergaßen schnell, wie wohltuend so ein einfacher Atemzug sein konnte. Ein leises Plätschern ließ ihn aufhorchen. Die Quelle des Geräusches war nur wenige Meter von seinem Standort entfernt.
Jackson nahm die Sodanstabwaffe von seinem Rücken und aktivierte sie. Vielleicht konnte er ja noch ein wenig mehr als nur Feuerholz mitbringen. Als sich das Plätschern wiederholte, war nur noch ein riesiger Busch zwischen ihm und der Quelle. Vorsichtig schob er einige der Zweige beiseite, um besser zu können.

Der Anblick der sich ihm bot, verschlug ihm die Sprache. Vor ihm breitete sich ein kleiner See aus. Weiter entfernt konnte er auch einen kleinen Wasserfall ausmachen, der das Gewässer speiste.
Doch das war es nicht, was ihm die Sprache verschlug. Nur wenige Meter vom Rand des Sees entfernt tauchte eine nackte Frau aus dem Wasser auf. Ihr Oberkörper ragte halb aus dem Wasser und sie wusch sich mit ihren Händen den Schweiß und den Dreck der letzten Wochen von ihrem seidenweißen Körper. Das lange blonde Haar war mit Wasser vollgesogen und klebte ihr am Kopf, im Nacken und an den Schultern.

Der Archäologe spürte, wie sich Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten.
Nicole drehte sich halb herum und es gelang ihm, nun auch einen Blick auf ihre Vorderseite zu werfen. Dort sah er die Narben. Die Narben, die das Messer des Gangsters hinterlassen hatte, der sie und ihre Mutter überfallen hatte.
Von einem Moment auf den anderen kam er sich richtig widerwärtig vor … auf einer Stufe mit dem Mann, der Nicole dies angetan hatte. Er ließ die Zweige los und wandte sich beschämt ab, um Nicole weiterhin ihre Privatsphäre zu gönnen.


Ykkandils Planet, wenige Stunden zuvor …

Lord Ixchel war ein Goa´uld niederen Ranges. Er war sozusagen Xocotls privater Tortechniker. Er befestigte die Abdeckung wieder an dem DHD und rief die abgespeicherten Daten auf seinem Controller ab. Er ging die An- und Auswahlprotokolle durch. Die letzten zwei Einträge beinhalteten die Koordinaten von Aquanoxis, also schieden diese schon mal aus. Ein einzelner Eintrag, nicht älter als einen Tag, stach zwischen den ganzen Wiederholungen hervor.
Ixchel reichte seinen Controller an Asmodis Stellvertreter Igai weiter. Dieser sollte entscheiden.
Der Jaffa entschied sich dafür, diese Koordinate zu kontrollieren. Der Goa´uld gab die Symbole in das Bedienfeld des Controllers ein und das Tor setzte sich in Bewegung.


Destan

Sie waren zwanzig an der Zahl. Igai befahl zweien seiner Leute sich in der Nähe nach Spuren umzusehen, während er den Rest in zwei Gruppen aufteilte.
Eine Gruppe sollte zusammen mit Lord Ixchel am Tor bleiben und die andere würde ihm folgen, wenn die Späher was gefunden hatten. Es sollte nicht lange dauern, bis die zwei Jaffa wieder zurück waren. Die Menschen hatten sehr gut verstanden, ihre Spuren zu verwischen, doch einer von ihnen schien darin nicht so geübt zu sein. In unregelmäßigen Abständen hatte sie kleine abgebrochene Zweige entdeckt. Doch die entscheidenden Hinweise waren die nur notdürftig verscharrten Exkremente eines Menschen und zwei damit verschmierte Blätter gewesen.

Igai befahl den beiden, seiner Gruppe den Weg zu zeigen und sie machten sich auf die Suche.
Die Sonne neigte sich dem Horizont zu, als die Jaffa auf einen kleinen See stießen. Hinter der sicheren Deckung einiger umgestürzter Bäume spähten sie auf das Gewässer hinaus.
Eine Menschenfrau stieg gerade aus dem See und suchte ihre Kleidung zusammen.
„Die blonde Frau. Wir haben die Menschen gefunden.“

Igai ignorierte diese kleine Bemerkung seines Untergebenen und suchte die nähere Umgebung ab.
„In der Tat; aber sie scheint allein zu sein. Gebieter Asmodis will sie aber alle haben, um sie unserem Gott zu überreichen.“

„Mein Herr Igai …, wenn wir uns dieser Frau bemächtigen, werden die anderen folgen, um sie zu befreien. Dadurch können wir sie direkt zu uns locken.“

Igai sah den Jaffa zu seiner Rechten intensiv an. „Ein guter Plan. Sollte er gelingen, werde ich Xocotl und Asmodis persönlich von deiner Genialität berichten.“ Er wandte sich zu den anderen Jaffa um: „Schnappt sie euch, aber versucht dabei, leise zu sein.“

Nicole zog gerade den Reißverschluss ihrer Cargohose zu und wollte sich den BH überziehen, als sie das Brechen von Zweigen hinter sich hörte. Sie drehte sich nach unten weg, zog die Zat aus dem Halfter und verfluchte sich dafür, dass sie die Sodanwaffe im Lager gelassen hatte. Nun hockte sie auf dem feuchten Boden und sah mehrere Jaffa die auf sie losstürmten. „Soviel zum Thema ‚ungestört‘, dann feuerte sie.

Einer der Blitze traf einen heranstürmenden Jaffa in den Beinen, der daraufhin zu Boden ging und im Fallen noch drei weitere Leute mit sich riss. Igai schlug Haken, um den Zatentladungen zu entgehen.
‚Sie ist gut …‘, ging es ihm durch den Kopf, bevor er sich mit einem Hechtsprung auf sie stürzte und sie zu Boden riss.

Nicole spürte den schweren Körper des Jaffas auf sich. Sie schlug, trat und kratzte was das Zeug hielt, versuchte dabei, sich von der Last zu befreien. Das Kinn des Angreifers machte unangenehme Bekanntschaft mit ihrem Ellenbogen und einige Zähne flogen aus dem Mund des Mannes. Dann schaffte es Nicole, sich soweit zu befreien und ihr Knie anzuziehen. Mit aller ihr möglichen Wucht rammte sie es in den Unterleib des Jaffas. Dieser keuchte und rollte von ihr herunter.

Als sie sich aufrichtete, sah sich von einem halben Dutzend Krieger umzingelt. Jeder von ihnen hielt eine aktivierte Stabwaffe in den Händen, deren Mündungen auf ihren Kopf zielten. „Hey Jungs, lasst uns doch drüber reden.“

Igai stand unter Schmerzen auf und richtete eine Zat direkt auf ihre Schläfe. „Genug geredet, Mensch!“ Dann drückte er ab und ein blauer Blitz schlängelte sich über Nicoles Gesicht. „Fesselt sie.“

Die letzten Sonnenstrahlen verloren den Kampf gegen die Nacht, als sich ein Tier mit sechs Beinen über dem Lagerfeuer der kleinen Gruppe drehte. Es hatte Jack einiges an Kraft und Geduld gekostet, dieses Tier zu fangen. Es zu häuten und auszunehmen war auch nicht gerade angenehm gewesen.

Niemand hatte ihm gesagt, dass man diese Wesen anscheinend erst mit Beginn der Totenstarre häuten konnte. Denn erst als die letzte Wärme aus dem Körper gewichen war und das Blut nicht mehr zirkulierte, hatte der immens schnelle Haarwuchs nachgelassen. Kaum dass er dem Tier an einer Stelle das Fell abgezogen hatte, war es auch schon wieder nachgewachsen. Er hatte geflucht und Lyzaie hatte sich köstlich amüsiert. Dem alten Soldaten fiel auf, dass dies das erste Mal gewesen war, dass sie aus vollem Herzen gelacht hatte.

Als Daniel mit dem Feuerholz zurückgekehrt war, hatte sie das Tier aufgespießt und sie wechselten sich ab, es über dem Feuer zu drehen. Lyzaie hatte ein paar Kräuter zusammengesucht, sie zermalmt und über das Fleisch gestreut. Die beiden Männer hatten sie dabei skeptisch beobachtet und sie hatte dies natürlich bemerkt. „Vertrauen Sie mir. Sie werden es mögen.“

Daniel hatte nur mit den Schultern gezuckt und sich seinem Notizbuch zugewandt. Das Notizbuch besaß jetzt eine zweite Funktion. Er schrieb alles auf, was sie seit ihrer Flucht erlebt hatten.

Die Gedanken des Archäologen schweiften ab in Richtung See und zu dem Anblick, der sich ihm geboten hatte. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass Nicole nicht bei ihnen war. Dabei hatte sie bei ihrem Aufbruch gesagt, dass sie bei Anbruch der Nacht zurück sei.
Er unterbrach Jack und Lyz bei der Diskussion, wie sie weiterverfahren sollten. „Jack. Hat sich Nicole eigentlich schon blicken lassen?“

Teil 2

Dem Colonel schien auch jetzt erst bewusst zu werden, dass seine Patentochter fehlte. „Verdammt. Sie hätte längst hier sein müssen.“ Er ließ das Stück Fleisch, das er erst kurz zuvor abgeschnitten hatte, achtlos auf den Boden fallen und griff zu der Sodanwaffe. „Wir müssen sie suchen.“

Ohne ein weiteres Wort griff Lyzaie nach zwei starken Ästen und umwickelte sie mit trockenem Gras, das sie zum Feuer machen benutzt hatte. Diese strich sie über das Fleisch, damit sie sich mit tierischem Fett vollsogen, dann hielt sie es in die Flamme. Eine davon hielt sie Daniel hin, dann zog sie ihr Schwert. „Lasst uns gehen.“

Jack starrte in den Wald. „Und wo sollen wir anfangen?“

Jackson hob seinen Zeigefinger leicht an. „Ich hätte da eine Idee. Folgt mir.“

Daniel führte sie durch das dichte Unterholz des Waldes und nach einem strammen Fußmarsch erreichten sie den See, an dem er Nicole zuvor beim Baden beobachtet hatte. „Hier habe ich sie zuletzt gesehen. Sie hat ihre Sachen gewaschen und gebadet.“

Jack sah ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue an. Jackson spürte den fragenden Blick mehr, als dass er ihn sah. „Als es zu … offenherzig wurde, habe ich mich zurückgezogen.“

O´Neill grunzte. Er nahm die Sodanwaffe in Anschlag und ging voran, dicht gefolgt von Daniel, der ihm von hinten mit der Fackel leuchtete. Das Schlusslicht bildete Lyzaie. Ihre feuerroten Pupillen leuchteten leicht im Dunkeln, sie verengten sich, als sie sich dem Ufer näherten. „Dort.“ Mit der Schwertspitze wies sie auf einen Bereich aufgewühlter Erde.

Zwei große Schritte brachten den Colonel an die Stelle. Er kniete sich nieder und strich sanft mit den Fingerspitzen über den Dreck. „Ist noch feucht.“

Das Schreien eines Beutetieres, das einem Räuber zum Opfer fiel, ließ ihn kurz aufblicken. Jack entdeckte etwas leicht glitzerndes, das in Richtung Wald lag. Lyzaie war vor ihm da und hob es aus dem Dreck. Jack bekam eine Gänsehaut, als er sah, was sie dort in Händen hielt. Es war Nicoles Hundemarke. Er selbst hatte sie ihr zur Volljährigkeit geschenkt.

Lyz kam zu den beiden Männern und überreichte O´Neill die Marke.

„Ob das ein wildes Tier war?“ Daniel sah die Außerirdische fragend an.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Dann müsste es mehr Überreste und Blutspuren geben. Ich vermute, es waren Jaffa. Sehr wahrscheinlich eine von Asmodis Suchtruppen.“

Das wurde zuviel für Jack. Er schnellte vor und packte die Frau am Kragen ihres Oberteils. „Du hast uns gesagt, wir wären hier sicher.“

Daniel hatte noch versucht dazwischen zu gehen, aber nur den Knöchel des Colonels vors Kinn bekommen. Von dem Gebaren des Colonels unbeeindruckt, sah Lyzaie ihn mit eindringlichen Augen an: „Ich sagte für eine Weile. Eine Weile, die leider kürzer war, als ich dachte.“

Jacks Gesicht war nun bedrohlich nahe vor dem Lyzaies. „Dann erklär mir mal, warum die uns so schnell gefunden haben.“

„Es kann reiner Zufall gewesen sein, oder … „

„ODER WAS?“

„… oder Ykkandil muss ihnen eine Nachricht zugeschickt haben, bevor ich ihn getötet habe. Wenn sie den Ausgangspunkt wissen, ist es für die Goa´uld ein Leichtes, herauszufinden, wo man hingereist ist.

„Warum haben sie uns dann nicht schon früher aufgespürt?“ Daniel kam dem Colonel mit dieser Frage zuvor.

„Eine Adresse wird in den DHDs nach der Methode sortiert, die ihr alphabetisch nennen würdet. Es werden weder Zeit noch Datum gespeichert, nur die Adresse. Eine ausführlichere Speicherung erfolgte erst mit Einführung der Controller. Deswegen haben sie uns wahrscheinlich auch nicht sofort nach unserer Flucht gefunden. Die Adresse, die ich gewählt hatte, ist eine sogenannte Durchgangsadresse. Dorthin reisen viele, die eine Ruhepause einlegen wollen.“

„Das beantwortet immer noch nicht Daniels Frage. Warum jetzt?“

„So wie ich Ykkandil gekannt habe, hat er das Reisen zu anderen Planeten verboten, um unnötige Aufmerksamkeit zu verhindern … In dieser Hinsicht gibt es viele Optionen. Hinzu kommt, dass der Planet ziemlich abgelegen war.“

„Kaum Verkehr … Kaum Adressen im Speicher.“

„Genau.“

Jack ließ sie los. „Was jetzt?“

„Sie wollen anscheinend, dass wir ihnen folgen. Also sollten wir ihnen den Gefallen tun.“

„Äh …“, Daniel rieb sich die Nase, “… laufen wir ihnen dann nicht direkt in die Falle?“

O´Neill grinste. „John sagte immer ´Wenn es aussieht wie eine Falle, riecht wie eine Falle und schmeckt wie eine Falle, dann ist es eine Falle … aber wenn du weißt, dass es eine Falle ist, ist es keine mehr´. Wir kehren zum Lager zurück und holen unsere restlichen Sachen und die Ausrüstung. Bei Sonnenaufgang laufen wir den Jaffa in die Falle.“ Entschlossen packte er den Griff der Sodanwaffe und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er alles tun würde, um seine Patentochter zu retten.

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Das Farbenspiel der aufgehenden Sonne war atemberaubend. Leider hatte die kleine Gruppe kein Auge dafür. Daniel und Jack lagen in einer kleinen Erdmulde, notdürftig getarnt mit einigen Ästen und Blättern.
Lyzaie war bis zum Rand vorgerobbt, der den Wald von dem breiten Pfad trennte, der in Richtung Sternentor führte. Nach einer kurzen Diskussion hatte man sich geeinigt, dass sie die Späherin machte. Mangels eines Fernglases waren sie auf ihre schärfere Sicht angewiesen. Insgeheim vermutete Jack, dass sie mehr als ein Lichtspektrum sehen konnte. Da er aber wusste, dass sie grundsätzlich keine Antworten auf Fragen über ihre Herkunft und ihre Rasse gab, sparte er sich die Mühe und hoffte darauf, irgendwann Indizien und Beweise für seine Theorien zu finden. Oder einfach darauf, dass sie von sich aus dieses Thema ansprechen würde.

Er hörte das leise Rascheln von Blättern und schob seine Waffe unter seinem Körper hervor, um sie im Notfall benutzen zu können. „Stecken sie das Ding wieder weg. Ich bin es.“ Einen Moment später lag die Außerirdische direkt vor ihm. „Zwei Wachen am Tor und mindestens sechs im Wald versteckt.“

Jack überlegte kurz. „Also ist das Verhältnis 1 zu 4.“ Daniel wirkte ein klein wenig empört, als er darauf reagierte. „Ich bin auch noch da.“

Der Colonel zog die Augenbraue hoch und Lyz grinste. „1 zu 4, wir brauchen einen Lockvogel.“

Jackson wurde gerade bewusst, was ihm der Mann gerade eröffnet hatte. Mit einem leisen, resigniert klingenden Seufzer erklärte er sich einverstanden. „Ich hoffe, ihr zwei könnt gut zielen.“

Daniel machte sich daran, seine Tarnung von der Kleidung zu lösen und aufzustehen, als er von Lyzaie noch kurz zurückgehalten wurde. „Seien Sie vorsichtig. Gehen Sie kein unnötiges Risiko ein und ziehen Sie im richtigen Moment den Kopf ein. Den werden wir noch brauchen.“

„Lyz, ich kann schon auf mich aufpassen. Übrigens, finden Sie nicht, dass es allmählich Zeit ist, dass wir vertrauter miteinander umgehen?“

Ihre Stimme wurde leise. Gerade laut genug, das Daniel sie verstehen konnte. „Daniel, pass auf dich auf. Du hast keine Ahnung, wie wichtig du bist.“

„Was hat das denn jetzt zu bedeuten?“

Lyzaie ließ diese Frage unbeantwortet und brach mit Jack zusammen auf, um eine günstige Schussposition zu erlangen.

Der Archäologe beschloss, sich später um diese dubiose Aussage zu kümmern.

Jack hatte ihm zu verstehen gegeben, dass er fünf Minuten warten sollte, bevor er losging. Mit einem leisen Fluch auf den Lippen stellte er fest, dass seine Armbanduhr den Geist aufgegeben hatte. Deshalb fing er leise an zu zählen. „Eins Eintausend, Zwei eintausend…“



Zwischenspiel


Serena liebte die Stille des Weltalls. Das einzige Geräusch, das sie hörte, war das der Sauerstoffversorgung ihres Anzugs. Heute war es an ihr, eine routinemäßige Überprüfung der Außenhülle vorzunehmen. Sie hatte ein mikroskopisch kleines Loch entdeckt. Es war so winzig, dass der Alarm innerhalb der ISS nicht angeschlagen hatte. Das bedeutete zwar keine akute Bedrohung für die Raumstation und ihre Insassen, aber wie ihr Vater so schön sagte: Prophylaxe ist das beste Mittel gegen Katastrophen.

Ein Knacken in ihrer linken Ohrmuschel verriet ihr, das jemand den Funk angestellt hatte.

„SERENA! Dreh dich um, Schnell!“

Sie drückte auf senden. „Sehr witzig, Ricky!“

„Verdammt, Serena. Das ist kein Scherz! DREH DICH UM!“

Jetzt wurde sie doch unruhig. Mit den Steuerdüsen veränderte sie ihre Lage und drehte sich um 180 Grad. „Oh, mein Gott… „

Mehrere riesige pyramidenförmige Schiffe waren das Letzte was die amerikanische Astronautin Serena Maria Aunon in ihrem Leben sah. Hunderte von Plasmaentladungen trafen die Raumstation und die Explosion zerriss die junge Frau in ihre Einzelteile.


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Der Stein in Daniels Magen wurde immer größer, je näher er dem Tor kam. Er schickte stumme Stoßgebete an denjenigen, der gerade Zeit hatte, sich das anzuhören. Er machte eine kurze Pause vor der letzten Biegung, die zum Tor führte. Daniel atmete dreimal tief ein und aus und ging dann mit entschlossenen Schritten weiter.

Die Jaffa sahen ihn sofort. Sie nahmen ihre Stabwaffen in Anschlag und aktivierten sie. „Hok´ta! Kree!“

Jackson war einen kurzen Moment überrascht, warum die Naniten diese Wörter nicht übersetzten. Sekundenbruchteile später hatte er diese kurze Verwirrung überwunden und machte mit seinem Plan weiter. „Äh …“, er hob beide Arme, um den Jaffa zu zeigen, dass er ´friedliche´ Absichten hegte. “Ich bin Daniel Jackson und ich will mich ergeben.“

Die beiden Wachen sahen sich an, dann gab einer von ihnen mit einem Wink zu verstehen, dass Daniel näher kommen sollte. „Wo sind die anderen, Mensch?“

„Die beiden haben sich in einer kleinen Höhle verschanzt. Ich bin geflohen, weil ich eingesehen habe, dass man einem allmächtigen Gott wie Xocotl nicht entkommen kann. Wenn ihr wollt, führe ich euch zu der Höhle.“ Die Jaffa unterhielten sich so leise, das Daniel nichts verstehen konnte. Nach einer schier endlosen Minute drehte einer von seinen Kopf in Richtung Wald.

„Jaffa! Kree!“ Sechs Krieger schoben sich aus dem Dickicht des Waldes und versammelten sich um Daniel.

„Wisst ihr was? Ich habe gelogen. … JETZT!“ Dann ließ er sich auf alle Viere fallen. Gerade rechtzeitig, um dem Hagel aus Plasmageschossen zu entgehen, dass die Jaffa niedermähte. Die ganze Aktion dauerte nur Sekunden. Nur einer der Krieger hatte es geschafft, einen ungezielten Schuss abzugeben. Daniel stand wieder auf. „Was für eine Sauerei.“

Jack hielt seine Waffe mit der Mündung direkt vor sein Gesicht und pustete den imaginären Rauch weg. „Fünf für mich und drei für dich Lyzaie.“

Lyz ging zu dem Jaffa, der ihr am Nächsten war und drückte nochmal ab. „Der hat noch gezuckt. Vier zu … RUNTER!“

Niemand hatte den Jaffa gesehen, der sich hinter ihnen aus dem Gebüsch schlich. Der Ausruf Lyzaies kam zu spät. Die Außerirdische konnte nicht feuern, weil Jack in ihrer Schusslinie stand und Jack selbst stand mit dem Rücken zu dem Krieger. Doch die Rettung nahte aus einer anderen Richtung.

Der Jaffa, der auf Jack angelegt hatte, wurde von einem Plasmageschoss seitlich getroffen und wirbelte zweimal um seine eigene Achse, bevor er in den Staub fiel. Drei überraschte Gesichter wandten sich einem alten Jaffa zu, der sich nun zu ihnen umdrehte, die Stabwaffe jedoch über seinem Kopf hielt. „Tut mir nichts. Ich will euch helfen.“

Jack legte seine Waffe auf den Mann an. „Das wäre doch zu schön, um wahr zu sein. Warum sollten wir dir glauben?“

Der Krieger warf die Waffe von sich weg. Daniel lief nach vorn und holte sie zu sich heran.

„Weil ich euch gerade die Entscheidung über Leben und Tod überlassen habe. Wenn dir das immer noch nicht ausreicht, so sei versichert, das mir bewusst ist, dass die Götter keine Götter sind.“

Jack wiegte seinen Kopf hin und her und schätzte die Lage ab. „Ich bin immer noch nicht ganz überzeugt.“

„Dann bleiben mir nur noch, drei Sachen zu sagen. Xocotl ist ein Arschloch, Friede sei mit euch und ich kann euch helfen, eure Freundin zu befreien.“

O´Neill ließ seine Waffe ein Stück sinken. „Hm … ok. Mich hat er überzeugt.“

Daniel gab durch ein Nicken zu verstehen, dass er der momentanen Einschätzung des Colonels zustimmte.

Lyz hingegen ließ zwar die Stabwaffe fallen, zog dafür aber ihr Schwert, bevor sie sich vor den alten Jaffa stellte. „Nenne mir deinen Namen, Krieger?“

„Bra´tac.“

„Ich kenne diesen Namen. Du hast einst dem Goa´uld Ek Chuah gedient, bevor dieser von Xocotl im Kampf getötet wurde.“

„Das ist richtig.“

„Man sagt von dir, dass du ein Mann von Ehre bist. Wenn das stimmt, dann schwöre bei deinem Blut, dass du uns helfen wirst, unsere Gefährtin zu befreien.“

Bra´tacs Miene wurde hart. Er nahm das Schwert, das Lyz ihm hinhielt und schnitt sich damit über die Handinnenfläche. Er ballte die Hand zu einer Faust und das Blut tropfte auf den Boden. „Bei der Ehre und dem Blut meiner Vorväter schwöre ich, euch zu helfen.“

Lyzaie steckte das Schwert wieder in die Rückenkralle. „Nun bin ich auch überzeugt.“


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Zwischenspiel

Leutnant Lucia Ruelfs flog eine Rolle mit ihrem Euro Fighter und aktivierte danach die Bremsdüsen. Dieses Manöver brachte sie hinter ihren Verfolger und sie aktivierte die Laserzielerfassung. „Hab dich, Zeitmeister.“

Der Kampfcomputer von Oberleutnant Dieter Brunk machte sich lauthals bemerkbar und aus dem Kopfhörer konnte er seinen Vorgesetzten hören.

„Scheint so, als hätte Spezies sie abgeschossen, Zeitmeister. Das Manöver ist für heute beendet. Kommt nach Hause.“

Silke bestätigte mit einem Doppelklick und überlegte sich fieberhaft, wie sie an einen neuen Spitznamen rankommen konnte. „Spezies“ hatte sie dem Oberstleutnant, der die Basis führte, zu verdanken. Ihre Freunde und Kollegen nannten sie Sil, genau wie die Außerirdische aus den alten „Species“ Filmen … deswegen hieß sie Spezies.

Ihr Staffelführer, den sie erfolgreich abgeschossen hatte, dagegen liebte seinen Spitznamen. Der Film- und Serienvorliebe ihres Vorgesetzten verdankte er den Namen Zeitmeister, weil sich Dieter sehr für eine englische Serie namens Doctor Who interessierte.

Ihre Gedankengänge wurden durch ein Aufflackern ihres Radars unterbrochen. Es setzte für Sekundenbruchteile aus, dann kam es wieder. Aber immer kurz vor der Störung hatte sie den Eindruck, dass es Objekte im Anflug anzeigte. „Spezies an Zeitmeister. Haben sie Störungen auf ihrem Radar?“

„Negativ Spezies, alles … Moment. Doch, bestätige. Warten sie einen Moment Spezies, ich versuche mal was.“ Der Oberleutnant schaltete sein Radar kurz aus und ließ wieder hochfahren. Diesmal flackerte es nicht sofort, sondern zeigte mehrere Objekte an, bevor es wieder gestört wurde.
„Objekte im Anflug!!! Kurs Südost, Höhe … wow ... Höhe 15.000 Meter. Sie kommen näher. Basis für Zeitmeister.“

„Basis hört.“

„Können sie bestätigen?“

„Nicht 100%. Unsere Systeme sind auch gestört. Um jeden Zweifel auszuräumen, nähern sie sich den Echos und versuchen sie, Ärger zu vermeiden.“

„Werde mich bemühen“, Brunk wechselte den Kanal. „Sie haben es gehört, Spezies. Sehen wir uns das mal an und Sil…“

„Ja?“

„… ich hab ein verdammt ungutes Gefühl. Sind ihre Rohre scharf?“

„Bestätige für Projektilwaffen. Negativ für Raketen.“

„Wenigstens etwas.“


Wenige Minuten später … Fliegerhorst Wittmundshafen

„Sie … überall … keine … Spezies …“ Dem Oberstleutnant gingen diese vier Wörter nicht mehr aus dem Kopf. Es war das Letzte, was er von Zeitmeister und Spezies gehört hatte, bevor der Kontakt abgebrochen war. Als Sicherheitsmaßnahme hatte er Startbereitschaft für das gesamte 71. Jagdgeschwader angeordnet. Eine sinnlose Maßnahme, wie er jetzt feststellen musste, als er miterlebte, wie unbekannte Schiffe mit Energiewaffen einen Flieger nach dem anderen abschossen und den gesamten Fliegerhorst in Schutt und Asche legten.


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Teil 3

Aquanoxis

Der Ereignishorizont stabilisierte sich und drei Jaffa traten hindurch. Sie wurden von vier Wachen mit aktivierten Stabwaffen begrüßt. Die drei Neuankömmlinge bildeten ein Dreieck, in dessen Mitte sich eine gefesselte Frau befand. Eine der Torwachen schien sie zu kennen, denn seine Waffe schwenkte direkt auf sie zu. Einer ihrer Wächter, ein alter Jaffa, der seinen Schutzhelm nicht aktiviert hatte, trat vor sie.

„Jaffa, du willst doch unserem Gott nicht die Freude nehmen, diese Barbarin selbst zu richten?“

„Bra´tac“, der Anführer der Torwachen schien ihn zu kennen. “ Wo sind die Begleiter dieser …“, er sah Lyzaie angewidert an, “… Missgeburt der Natur.“

„Sie haben sich gewehrt und wir mussten uns ihrer erwehren. Ich lasse die Leichen holen, sobald wir diese hier in das Verlies geschmissen haben.“

Der Jaffa mit dem silbernen Mal auf der Stirn, welches ihn als Unterführer der Palastwachen auswies, winkte die kleine Gruppe durch. Als sie außer Hör- und Sichtweite waren, deaktivierte Jack seinen Helm, welcher sich dann im Nacken zusammenfaltete. „Wir hätten sie locker erledigen können.“

Bra´tac sah ihn an. „In der Tat, aber dann hätten wir frühzeitig auf uns aufmerksam gemacht und die Chance vertan, eure Freundin zu retten. Vertrau mir, Mensch. Ich weiß durchaus, wie man in solchen Situationen agieren muss und jetzt wäre es ratsam, wenn du deinen Helm wieder aktivieren würdest, bevor sie uns entdecken.“

Nach wenigen Minuten erreichten sie den Palast. Daniel war überwältigt, als er ihn sah. Bei seinem letzten Besuch hatte er ja leider nicht die Zeit und Gelegenheit gehabt, sich ihn näher anzusehen.


Die weiten und hohen Torbögen und alles schien mit einem Hauch von Gold überzogen zu sein.

Ein Stoß in seinen Rücken, der ihn beinahe stolpern ließ, riss ihn aus seiner Betrachtung. „Wir sind nicht hier, um die Architektur zu bewundern, Daniel.“ Jacks Stimme klang dumpf und hohl unter dem Helm.

Ihr Weg führte sie zwischen zwei großen Säulen hindurch in das Innere des Gebäudes. Daniel juckte es richtig in den Fingern, sich auf die Inschriften an den Wänden zu stürzen. Doch Nicoles Befreiung war wichtiger und außerdem hatten wahrscheinlich die Palastwachen, die in regelmäßigen Abständen in kleinen Nischen standen, was dagegen.

Bra´tac, der die Führung übernommen hatte, führte sie zu einem Seitengang, der an einer großen schweren Eisentür endete. Das Symbol der gefiederten Schlange zierte die Oberfläche. Sie ruhte auf etwas, das aussah wie menschliche Skelette. „Jaffa, öffnet das Tor. Diese Gefangene muss umgehend ins Verlies gebracht werden. Die Folterkammer unseres Herrn Asmodis wartet auf sie.“

Die Wache, die links neben dem Tor stand, antwortete Bra´tac. „Asmodis befindet sich nicht im Palast, geschweige denn auf Aquanoxis. Er führt die Flotte unseres Gottes gegen den Planeten der Menschen.“

Der alte Jaffa ging zu der Wache und schlug ihm mit der Faust in den Magen. „Wer bist du, mir zu unterstellen, das ich die Pläne unseres Herrn und Gebieters nicht kennen würde. Hm!!! In wie vielen ruhmreichen Schlachten hast du gekämpft, um mir Unwissenheit zu unterstellen? Antworte mir!“

Die Wache keuchte und krümmte sich zusammen. „Verzeiht mir, Master. Es war nicht meine Absicht, euch zu beleidigen.“

Bra´tac ließ von dem Mann ab und wandte sich der anderen Wache zu. „Was ist mit dir? Hm! Stellst du meine Intelligenz ebenfalls in Frage oder öffnest du jetzt die Tür, damit ich den Befehlen unseres Herrn Folge leisten kann?“

Mit leicht zitternden Händen nahm der Jaffa einen metallenen Gegenstand aus seinem Ärmel und steckte ihn in eine Vertiefung, die sich an der Mauer befand. Ein kurzes und lautes Schaben ertönte, dann öffnete sich das Tor zum Verlies. Mit einer herrischen Geste winkte er Jack und Daniel zu. „Kommt!“

Jack hatte ein furchtbar ungutes Gefühl in seiner Magengegend, als er mit ansah, wie sich die Tür hinter ihnen schloss.

„Ihr könnt eure Helme nun abnehmen.“ Der Colonel drückte den Schalter an seinem Halskragen und der Helm fuhr in den Wulst in seinem Nacken. Reflexartig zog er die Luft tief ein und bereute es sofort. Ein widerlicher Gestank herrschte hier im Verlies, der ihm bei seinem ersten Besuch nicht aufgefallen war. Hier vermischte sich der Geruch menschlichen Blutes mit dem von Schweiß und Exkrementen.

„Was meinte der damit, dass eure Flotte unterwegs sei?“ Der alte Mann sah dem Colonel direkt in die Augen.

„Xocotls Flotte ist auf dem Weg zu eurem Planeten um ihn sich untertan zu machen.“

„WAS?“

„Still. Was hast du erwartet Mensch? Das er ruhig auf seinem Thron sitzt und weiter zulässt das eure Welt wächst? Hm!“

„Verdammt, ich weiß nicht was ich erwartet habe…“, ein kleiner Hoffnungsschimmer glomm in Jack auf. “ Kennst du die Koordinaten? Dorthin, wo die Flotte unterwegs ist?“

„Ich muss dich enttäuschen Mensch. Diese Koordinaten kennen nur die Führer dieses Feldzuges.“

Man sah den Colonel nicht oft mit diesem verzweifelten Gesichtsausdruck und wenn man ihn einmal zu sehen bekam, hoffte man, ihn nie wieder mitkriegen zu müssen.

Der Jaffa wandte sich von Jack ab und befreite Lyzaie von ihren Fesseln. „Eure Freundin wird wahrscheinlich in dem Verlies festgehalten, das sich direkt neben der Folterkammer befindet.“

Jack und Daniel ließen die großen und für sie unhandlichen Stabwaffen einfach fallen und zogen ihre Sodanwaffen unter dem Umhang hervor. Sie aktivierten sie zeitgleich und antworteten dem alten Jaffa unisono. „Dann lass uns keine Zeit mehr verlieren.“

Das einzige Licht, das in den Gängen des Verlieses vorherrschte, wurde von fackelähnlichen Leuchtkörpern abgegeben, was den beiden Menschen das Gefühl verlieh, mitten in einem alten Horrorfilm festzustecken. Jack beschloss, sich später bei Bra´tac zu bedanken. Ohne ihn hätten sie hier unten schon längst die Orientierung verloren.
Sie bogen um viele Ecken und einmal hatte Jack das Gefühl, schon mal an dem Ort gewesen zu sein, bevor sie in der Nähe der Folterkammer ankamen.

Mit erhobener Hand bedeutete Bra´tac ihnen, stehen zu bleiben. Er selbst spähte um die Ecke und entdeckte eine Wache vor dem Verlies, in dem er Nicole vermutete. „Nur eine Wache. Lasst mich das erledigen.“

Der alte Jaffa aktivierte seine Zat und wickelte seinen Umhang um seine Hand, um die Waffe zu verdecken. Dann straffte er sich und ging in Richtung Verlies. „Jaffa! Ich muss mit der Gefangenen reden.“

„Akolyth Igai hat befohlen, dass in Abwesenheit unseres Herrschers nur er Zutritt hat.“

„Was glaubst du, wer mich geschickt hat? Hm!“

Bra´tac spürte die Mündung einer Stabwaffe in seinem Rücken. „Auf jeden Fall nicht ich, Shol´va.“

Der Jaffa drehte seinen Kopf soweit er konnte nach hinten. „Igai.“

„Welch Glück, dich hier anzutreffen, Master Bra´tac. Hatte unsere Falle Erfolg? Sind die Erdlinge tot? Und dieses kleine rotäugige Luder?“

Bevor Bra´tac die Frage beantworten konnte, lief ein Jaffa mit aktivierter Helmmaske durch den Quergang. Igai bemerkte ihn. „Jaffa! Kree!!!“

Der Krieger blieb stehen und versuchte, durch Handzeichen klar zu machen, dass die Akustikübertragung nicht funktionierte. Er klopfte mit seinen Fäusten gegen den Helm, dort wo sich die Ohren befanden. Der Akolyth wurde dadurch eine Sekunde abgelenkt und die reichte Bra´tac völlig. Er drehte sich unter der Stabwaffe weg und warf sich in die Beine Igais.
Zeitgleich sprang Jack hinter der Ecke hervor und feuerte eine Plasmasalve auf die Wache am Verlies.
Diese starrte entsetzt auf das riesige Loch in ihrer Brust. In den vorherrschenden Gestank mischte sich nun der Geruch verbrannten Fleisches.

Die Wache brach zusammen und fiel auf die beiden Männer, die am Boden miteinander rangen.
Igai hatte es geschafft, Bra´tac in den Schwitzkasten zu nehmen und presste ihm nun die Luft aus den Lungen. Leise flüsterte er ihm zu: „Wenn ich hier sterbe, dann gehst du mit mir.“

Bra´tac setzte alle ihm verbliebene Kraft ein und rammte seinen Schädel gegen Igais Unterkiefer. Dadurch lockerte sich sein Griff soweit, dass der Jaffa seine Zähne in das ungeschützte Fleisch des Akolythen schlagen konnte. Er biss ihm ein großes Stück Fleisch aus und spie es wieder aus.
Der zusätzliche Schmerz löste den Griff endgültig. Der alte Jaffa rollte sich von Igai herunter und bevor er sich aufrichtete, trafen zwei Plasmaentladungen die Brust des Mannes.
Der Master wischte sich Blut aus den Mundwinkeln und spuckte auf die rauchende Leiche. „Meine Zeit ist noch lange nicht gekommen.“

Daniel kam an die Seite des alten Mannes. „Ist alles in Ordnung?“

Der Jaffa schlug dem Archäologen auf die Schulter und lächelte. „Mir geht es besser als ihm.“ Er wandte sich Jack und Lyzaie zu: „ Wir sollten uns nun beeilen. Wenn Igai hier war, wird er irgendwann vermisst und man wird nach ihm suchen. Wenn dies geschieht, sollten wir nach Möglichkeit weit weg sein.“

Sie fanden den Schlüssel in den Gewändern der toten Wachen und öffneten die Tür. Der Anblick der sich ihnen bot ließ Jack erbleichen. Lyzaie ertrug den Anblick nicht und wandte ihr Gesicht ab. Daniel flüchtete aus dem Türeingang und erbrach sich im Gang.

Nicole hing wie ein nasser Sack in den schweren Ketten, die sie an die Wand ketteten. Ihre Haut war totenbleich und man hatte ihr die Kleider vom Leib gerissen. Sie hatte schwere Schnitte an den Armen und auf dem Oberkörper. Ihr Gesicht war angeschwollen und schimmerte in allen Farben des blauen Spektrums. Getrocknetes Blut war an den Innenseiten ihrer Schenkel zu erkennen.

„Nicht schon wieder…“ Jacks Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
Er trat an sie heran und richtete die Mündung der Sodanwaffe auf die Eisenringe, die die Ketten hielten. Zwei Schüsse lösten sich und Nicole fiel auf den Boden. O´Neill kniete sich neben sie und nahm sie behutsam in die Arme.

„Ja … Jack.“

„Ganz ruhig, Süße. Wir bringen dich hier raus.“

„Ich ha… habe ihnen ni… nichts erzä… ählt.“

„Ich weiß. Jetzt bleib ganz ruhig. Wir regeln das schon.“

Nicole fiel wieder in erlösende Bewusstlosigkeit.

Jack warf Bra´tac die Sodanwaffe zu. Er bemerkte den kritischen Blick Daniels. „Wenn er uns hätte umbringen wollen, hätte er mehr als einmal die Gelegenheit dazu gehabt.“
Er bedeckte Nicole mit dem Umhang seiner Jaffa Kostümierung. Als er dann seine Patentochter hochhob, war er erschrocken, wie leicht sie war. Es waren doch nur ein paar Stunden gewesen, dachte er, wie konnte sie nur so leicht sein. „ Kennst du einen anderen Weg hier raus, als den durch das große Tor?“

Der Jaffa nickte. Dann brachen sie auf.

Sie hatten sich hinter einem großen Busch versteckt, der sich unweit des Tores befand. Lyzaie hatte unterwegs darauf hingedeutet, dass sich auf der Adressenliste die sie besaßen, der Anwahlcode für eine Welt befand, von der es hieß, dass sie von Heilern und Mönchen besiedelt wäre. Zwei hölzerne Tafeln von ungefähr 10 mal 15 Zentimeter freigelegt hatte. In beide waren auf jeder Seite Zeichen eingraviert und farbig nachgezeichnet.

Sie erkundeten die Lage.
Es waren immer noch dieselben Wachen, wie bei ihrer Ankunft. Nur waren sich alle einig, dass sie nicht noch einmal mit derselben Masche rauswählen konnten. Das Problem war, dass die Wachen sich in einem perfekten Kreis aufgestellt hatten. Jeder hatte den anderen im Blick und konnte noch ein Augenmerk auf den Waldrand richten.

Im besten Fall konnten sie vielleicht drei Wachen erledigen, dafür hatte die vierte aber immerhin noch genug Zeit, Verstärkung zu rufen und keiner wusste, wie nah oder weit entfernt diese war. Die Wachen mussten also still und heimlich außer Gefecht gesetzt werden.

Daniel strich unbewusst mit seiner Hand über den Beutel mit dem Gatecontroller und da kam ihm eine Idee. „Können wir das Tor mit dem Controller aktivieren und so die Wachen ablenken?“

Bra´tac lächelte anerkennend. „Gar nicht so dumm, Mensch. Die Wachen würden dadurch für wenige Sekunden abgelenkt. Zeit genug, um sie mit den Zats auszuschalten.“

Jack erklärte sich mit dem Plan einverstanden. Daniel fischte den Apparat aus dem Beutel. „Äh … soll ich den Planeten direkt anwählen?“

„Nein“, das war Lyzaie

„Ja“, das war Jack und gab zu verstehen, dass er in diesem Fall mit niemanden diskutieren würde.
Die Außerirdische seufzte kurz und nickte.

Der Archäologe gab die Symbole ein und das Tor öffnete sich. Ihr Plan ging auf. Die Wachen drehten sich zu dem Sternentor und sahen die blauen Blitze nicht kommen, die sie einer nach dem anderen zu Boden schickte.

Auf halben Weg zum Tor hörten sie ein Geräusch, das dem eines Jagdhorns nicht unähnlich war.
Bra´tac war es, der die Situation richtig erfasste. „Sie müssen die Toten entdeckt haben. Beeilt euch.“

Lyzaie und Daniel warfen sich regelrecht in den Ereignishorizont. Jack, der Nicole wieder auf den Armen trug, blieb einen Moment stehen. „Danke. Komm doch mit uns.“

Der alte Jaffa lächelte heute schon zum dritten Mal. „Vielen Dank, Mensch. Aber ich habe vor, Gleichgesinnte um mich zu sammeln und eines Tages werden wir Seite an Seite die falschen Götter vernichten. Außerdem kann ich die Verfolger so von eurer Spur ablenken.“

O´Neill nickte dem Mann noch einmal zu, dann folgte er seinen Gefährten.

„Viel Glück, Mensch.“

Epilog

Es war frustrierend. Erst vor kurzem hatte man ihm gekündigt. Angeblich, weil die Firma keinerlei Aufträge mehr bekam und ältere Kunden sich aus dem Geschäft zurückzogen. Nun saß er wieder Tag für Tag vor dem PC, amüsierte sich über Kurzgeschichten seiner Lieblingsserie und schrieb nebenbei eine Bewerbung nach der anderen.

Plötzlich raschelte es hinter ihm. Sein Kater war von seinem Schlafplatz aufgestanden und auf das Fensterbrett gesprungen. Er selbst nahm die Maus und führte den Cursor zu dem Icon, das ihm ein bisschen Kurzweil verschaffen sollte. Der Pfeil ruhte schon auf dem Symbol für „Command & Conquer- Alarmstufe Rot 2: Yuris Revenge“, als sein Kater anfing, ein ängstliches Maunzen von sich zu geben und trotz mehrmaliger Ermahnung nicht damit aufhören wollte.

Er stand auf und sah aus dem Fenster. Seine Nachbarn standen alle auf der Straße und starrten in den Himmel oder diskutierten aufgeregt miteinander, manchmal auch beides zusammen.
Der junge Mann folgte den Blicken und sah die riesige Stufenpyramide, die mit einer majestätischen Würde über der Stadt schwebte.

Das letzte was er sah, bevor er sich seinen Kater schnappte und versuchte zu fliehen, waren Energieblitze, die sich vom Rumpf der Pyramide lösten und irgendwo in der Stadt einschlugen.


ENDE
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Fr 14. Jan 2011, 12:11

1.6 Stein des Urprungs [1/3]


Erschöpft traten die Vier durch das Tor. Entgegen Jacks Aufforderung hatte Daniel nicht sofort den Planeten der Heiler angewählt, sondern eine andere Adresse eingegeben. Jetzt waren sie nach fünf „Relaisstationen“ an ihrem Ziel angekommen.

Nicole ging es gar nicht gut. Sie hatte die meiste Zeit in einer gnädigen Ohnmacht verbracht, aber Jack hatte mit Besorgnis gemerkt, dass ihre Körpertemperatur gestiegen war.
‚Kein Wunder‘, dachte Jack. ‚Bei den Verletzungen die ihr in diesem Dreckloch von Verlies zugefügt worden sind. ‘

Sanft legte er noch einmal seine Hand auf Nicoles Stirn.
„Keine Veränderung“, murmelte er und sah zu Daniel, der die junge Frau trug. „Sind wir jetzt endlich da?“, knurrte er den jüngeren Mann an und stürmte, ohne eine Antwort abzuwarten, los.

„Du läufst in die falsche Richtung, O‘Neill!“, rief ihm Lyz hinterher und zog Daniel auf einen Weg, der rechts vom Tor wegführte. Grummelnd drehte Jack sich um und folgte den anderen.

Ungefähr 15 Minuten später traten sie aus dem Wald auf eine weite Lichtung. Vor ihren Augen breitete sich eine größere Siedlung aus. Die Häuser waren stabil aus Stein erbaut und zumeist zweigeschossig. Kein Wall begrenzte die Siedlung, an deren Rand sich eine Gruppe kleinerer Gebäude um ein langgezogenes zweistöckiges Haus scharrten. Man hatte fast den Eindruck, als ob sie sich in den Schutz des größeren Baus duckten. Ein überwucherter, hüfthoher Zaun umschloss das dazu gehörige Gelände, unterbrochen von mehreren torlosen Durchgängen.

Lyz ging zielstrebig auf das große Haus zu. Auf dem halben Weg öffnete sich die doppelflügelige Tür und zwei Personen mit einer Trage kamen ihnen entgegen. Sie waren in dunkelgraue Kutten gekleidet und Daniel kam sich vor, als hätte eine Zeitmaschine ihn ins Mittelalter versetzt. Ohne große Worte nahmen sie dem jungen Mann die immer noch bewusstlose Nicole ab und legten sie behutsam auf die Trage, um sie im Laufschritt in das Haus zu bringen.

Die anderen kamen kaum mit und als sie endlich dort ankamen, hatte man die verletzte Frau schon auf ein Bett gelegt, welches von beiden Seiten durch Vorhänge vom Rest des Raumes abgetrennt war. Ein Mann in einer hellgrauen Kutte hatte sich neben Nicole gestellt und tastet diese gerade vorsichtig ab. Als er die drei anderen kommen sah, fragte er ohne große Umstände, was mit ihr geschehen war.

Lyz erklärte ihm auch in direkten Worten, wie Nicole gefangen und gefoltert worden war, sie aber nicht genau sagen konnten, was für eine Folter die junge Frau hatte über sich ergehen lassen müssen.

„Und dafür haben wir jetzt die ganzen Umwege gemacht, um dem ersten Menschen, dem wir begegnen, die ganze Geschichte brühwarm zu erzählen?“, blaffte Jack in Lyz Richtung, als er sie genau Auskunft geben hörte. Diese blitzte ihn nur an, überließ die Antwort allerdings dem Heiler.

„Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen. Jeder, der diese Zuflucht betritt, ist sicher, solange er in diesen Mauern oder in der Siedlung verweilt. Alles was gesprochen wird, bleibt zwischen dem Heiler und dem Kranken. Übrigens vergaß ich, mich vorzustellen. Mein Name ist Rofus, von der Gilde der Heiler und ich werde mein Bestes geben, um eurer Freundin zu helfen. Dazu brauche ich allerdings Platz und Ruhe. Daher möchte ich euch bitten, euch in das Zimmer am Ende des Ganges zu begeben. Dort könnt ihr euch aufhalten, bis ich euch genaueres sagen kann, was den Heilungsprozess angeht.“

Ein leicht verächtliches „Ärzte“ grummelnd, drehte Jack sich ungehalten zu den anderen um und zusammen gingen sie, Rofus Anweisungen folgend, den Gang hinunter. Sie fanden den Warteraum, der mit Sitzgelegenheiten und kleineren Tischen ausgestattet war. Darauf standen Tassen und verschiedene Karaffen mit Getränken.

Während Daniel und Lyz sich jeder einen Becher Wasser einschenkten und Platz nahmen, begann Jack unruhig auf und ab zu gehen. Alle paar Minuten ging sein Blick zur Tür, aber von Rofus war keine Spur zu sehen.

„Jack - es wird bestimmt noch eine Weile dauern. Willst du dich nicht setzen? Von deinem nervösen hin und her Gelaufe wird es auch nicht schneller gehen“, versuchte Daniel den Colonel zu beruhigen, aber es half nichts. Bis auf einen vernichtenden Blick erntete er keine weitere Reaktion. So ging es noch ungefähr eine Viertelstunde weiter, bis Jack einmal tief einatmete und mit einem „Ich muss hier raus“ durch die Tür ging und sich auf den Weg nach draußen machte. Er konnte diese „Krankenhausatmosphäre“ nicht länger ertragen. Diese untätige, hilflose Warten auf Informationen. Das hatte er noch nie gekonnt und seit Charlies Tod war es unerträglich für ihn geworden.

Draußen angekommen, atmete er erst einmal tief durch. Die Sonne verstecke sich hinter einem leichten Dunstschleier. Es wehte ein leichter Wind, der aber warme, angenehme Luft mit sich brachte. Jack entschloss sich daher, in Ruhe das Dorf zu erkunden.

Es schloss sich direkt an das Gelände der Heiler an und auf den Wegen herrschte geschäftiges Treiben. Völlig anders als in den gespenstisch wirkenden Ort, wo sie die Adresstafeln gefunden hatten. Auch wenn man die Häuser nicht gerade als neuzeitlich bezeichnen konnte, so war doch alles sehr gepflegt und sauber und die Menschen, die hier lebten, machten einen fröhlichen Eindruck.

„Wahrscheinlich gehört diese Welt zu denen, die von diesen Goa-Dingsbums nicht angegriffen werden dürfen“, dachte Jack und erinnerte sich an die Worte von Lyz.

„Einige wenige Welten stehen unter einem „Nicht-Angriffs-Pakt“. Meistens sind es solche, die den Goa‘uld kaum Vorteile bringen und bewiesen habe, dass sie sich völlig neutral verhalten und ihre Bewohner keine Bedrohung darstellen. Manche dienen den Goa‘uld als Verhandlungsorte. Dort treffen sie sich ohne Verrat oder Meuterei fürchten zu müssen.“

Trotz seiner Anspannung fühlte Jack sich sicher. Sein Blick schweifte zwar automatisch wachsam über die Umgebung, aber er konnte beim besten Willen keine Gefahr erkennen.

Er lief eine belebte Straße entlang, die auf einem großen Platz mündete, auf dem ein Markt abgehalten wurde. Unzählige Holzstände waren auf dem großen Areal verteilt. Obwohl auf den ersten Blick reines Chaos zu herrschen schien, konnte man auf den zweiten Blick erkennen, dass die wogende Menge sich auf Wegen bewegte, die sternförmig auf dein Mittelpunkt des Platzes ausgerichtet waren. Dort stand ein großer Brunnen, der nicht nur als Wasserspender diente. Direkt angrenzend standen eine Reihe offene Küchen, von deren Feuerstellen verführerische Düfte in die Luft stiegen. Die Menschen, die sich dort mit Essen vorsorgt hatten, blieben entweder direkt an den Holztischen sitzen, aber einige nahmen ihre Verpflegung auch mit und machten es sich auf dem breiten Rand des Brunnens bequem.

Interessiert schlenderte Jack durch die Gassen der mittelalterlich anmutenden Ansiedlung.
„Fehlt nur noch, dass gleich ein weißer Ritter auf seinem Pferd ankommt und einen Drachen bekämpft“, grinste Jack in sich hinein.

Je weiter er sich dem Mittelpunkt des Platzes näherte umso mehr verspürte er eine Veränderung seiner Umgebung. Es war nicht so, dass alle seine trainierten Sinne auf Alarm gingen. Das Kribbeln im Nacken war anderer Natur. Er fühlte sich beobachtet, aber wenn er sich umschaute, gingen alle Menschen ihren normalen Geschäften nach.

Er versuchte mehrmals herauszubekommen, ob sein Gefühl richtig war, drehte sich plötzlich um oder blieb sogar stehen, aber er konnte niemanden erwischen. Er beschloss dieses Gefühl zu ignorieren und kam so am Brunnen an.

Dort drehte er sich um, lehnte locker dagegen und mimte den Müßiggänger, der nichts besseres zu tun hatte, als die vielen geschäftig hin und her eilenden Hausfrauen, Bauern und Geschäftsleuten zu beobachten.

Er hatte noch nicht lange dort gestanden, als ein verlockender Duft seine Nase umschmeichelte. Genießerisch sog er diesen ein und vor seinem inneren Auge tauchte ein Bild von einem riesigen T-Bone-Steak und einem kalten Bier auf.

Jacks Augen suchten nach der Herkunft dieser Versuchung und wurde kurz darauf fündig. Etwas links von ihm drehte sich ein sechsbeiniges Tier von der Größe eines jungen Schweins über einem Feuer. Daneben stand ein ungefähr 15-jähriger Junge und goss in regelmäßigen Abständen eine rote Soße über das Fleisch, deren Überschuss zischend in das Feuer spritzte und dazu beitrug, dass das Wasser im Mund zusammenlief.

Einen kurzen Moment vergeudete er einen Gedanken daran, ob die Münzen, die Lyz ihnen vorsichtshalber gegeben hatte, für eine sättigende Portion ausreichten. Dann schob er diese Überlegung beiseite und ließ ausnahmsweise seinen Hunger das Handeln übernehmen.

Jack ging auf den Jungen zu und wollte gerade eine Portion bestellen, da schaute der Jugendliche hoch und bemerkte ihn. Er hatte dabei einen Gesichtsausdruck, als ob er Jack zuletzt auf einem Fahndungsplakat gesehen hätte. Seine Augen weiteten sich, er ließ den Schöpflöffel fallen und nachdem er zwei Schritte rückwärts gemacht hatte, drehte er sich um und verschwand hinter einer Zeltbahn. Jack hörte, wie er stammelnd zu jemandem sprach: „Dadader....aus der....steht da und....was soll ich tun?“, verstand Jack konnte sich aber keinen Reim darauf machen.

Es hätte Jack schon interessiert, „Wer“ da stand, als ein älterer Mann herbeigeeilt kam. Er war in einen blauen Kaftan gekleidet, um den Hals hatte er eine helleren Schal locker gebunden und um seine etwas fülligere Leibesmitte hatte er sich eine Schürze gebunden. Die Kleidung war ziemlich gepflegt, aber der Schürze konnte man eine ganze Landkarte von Speisen entnehmen, die an diesem Stand anscheinend die Küche verließen.

„Willkommen, Herr“, begrüßte er Jack mit einer angedeuteten Verbeugung. Dann öffnete er einladend die Arme und fuhr fort: „Hast du Hunger? Hast du Durst? Was kann mein bescheidener Herd dir bieten?“

Jack schaute sich fragend um, aber anscheinend war wirklich er gemeint. Als er mit immer noch leicht skeptischen Blick in die Tasche griff, um klimpernd die Münzen herauszufischen, stemmte der Wirt empört die Hände in die Hüften.

„Willst du mich beleidigen? Du willst mich doch nicht etwa bezahlen? Niemand soll sagen, dass Ammon dich für ein Essen ausplündern würde.“

„Kennen wir uns?“, fragte Jack perplex zurück und holte die Hand leer wieder aus der Tasche heraus.

„Nicht persönlich, aber es besteht kein Zweifel daran, wer du bist. Setz dich und mein Sohn wird dir gleich eine Portion Hinufeintopf mit einer Portion Fleisch vom Grill und einem schönen, gut gekühlten Gerstensaft bringen.“

Er nötigte Jack an einen Tisch im Schatten und scheuchte dazu ein paar andere Gäste weg, die ehrfürchtig ihren Platz hergaben und in kürzester Zeit waren Jacks Wünsche erfüllt. Er hätte gerne noch mehr darüber erfahren, was diesen Aufstand verursacht hatte, aber Ammon ließ sich nicht mehr blicken.

Also beschloss Jack, sich erst einmal dem lecker duftenden Essen zu widmen. Zuerst vorsichtig, aber dann mit Genuss, langte er herzhaft zu, denn das Fleisch war hervorragend und der Gerstensaft, der dem irdischen Bier sehr ähnelte, schmeckte ihm genauso gut.

Das einzige, was ihm leicht den Appetit verdarb, war das Verhalten der anderen Gäste. Diese hatten sich in gebührendem Abstand um den Tisch gescharrt. Sei beobachteten jede seiner Bewegungen und tuschelten dabei unaufhörlich. Leider so leise, dass Jack nichts verstand.

Dies hielt eine Zeit lang an.

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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von El Chuppakneebray » Fr 14. Jan 2011, 23:59

Mann...mann...mann...Brünken, du bist ja echt ne Schreibersau...RESPEKT ! Ich kann gar nicht so viel lesen, wie du geschrieben hast...ne echt...find ich echt ne coole Sache.
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Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » So 23. Jan 2011, 20:32

Vielen Dank Chupa :). So ein Lob hört man gerne.

***

Teil 2

Jack schätzte, dass er vor mittlerweile zwei bis drei Stunden die Heiler verlassen hatte, als von außen etwas die Mauer der Umstehenden zu durchbrechen versuchte, die stur ihre Plätze verteidigten.

„Jack? Bist du hier irgendwo?“, hörte er in dem Tumult und als er ruhig mit einem „Ich bin hier, Daniel“, antwortete, hörte die Unruhe schlagartig auf und die Menge bildete eine Gasse, um Daniel durchzulassen. Als dieser sich endlich zum Colonel durchgekämpft hatte, grinste dieser ihn fröhlich an und deutete auf das Essen.
„Hunger? Schlag ruhig zu, ich lade dich ein. Aus irgendeinem Grund will der Wirt keine Geld von mir...“, wurde aber ernst, als er den Gesichtsausdruck des jungen Mannes sah. Dieser schaute aus, als ob er vor lauter Neuigkeiten fast zu platzen schien.

„Ist was mit Nicole? Geht es ihr schlechter?“, löcherte Jack, dem schlagartig der Appetit vergangen war, den Archäologen. Dieser hatte das Essen mit keinem Blick gewürdigt und fixierte nun Jack.

„Nicole geht es gut, soweit es ihr in ihrem Zustand gut gehen kann. Zumindest geht es ihr nicht schlechter. Aber ich habe etwas anders, was ich dir unbedingt zeigen muss“, Daniel legte eine derartige Überzeugung in seine Stimme, dass Jack den jungen Mann neugierig anschaute.

„Was gibt es denn?“

„Das kann ich nicht erzählen, dass musst du mit eigenen Augen gesehen haben. Komm mit, ich erzähle dir auf dem Weg, wie ich es gefunden habe.“

Mit leisem Bedauern stand Jack auf und suchte nach Ammon, der auch sofort herbei eilte.
„Alles zu Eurer Zufriedenheit? Wieso wollt ihr schon wieder aufbrechen? Hat es euch nicht geschmeckt?“

„Keine Angst, Ammon“, versuchte Jack den Mann zu beruhigen, „es hat gut geschmeckt. Wenn ich wüsste wie, dann würde ich dich weiterempfehlen. Aber mein junger Freund hier, scheint mir etwas Weltbewegendes mitteilen zu wollen und dazu muss ich mich leider von diesem gastlichen Ort verabschieden.“

Ammon warf einen genaueren Blick auf Daniel, bekam große Augen und entgegnete:
„Ich verstehe. Ihr könnt jederzeit zurückkommen und euer Mahl beenden.“

Daniel zog Jack daraufhin am Arm aus der Menschentraube heraus, am Brunnen vorbei und auf den Rand des Platzes zu.

Von dort ging es weiter durch ein paar Gassen, bis sie wieder auf dem Geländer der Heiler waren. Allerdings wandte Daniel sich nicht dem „Hospital“ zu, sondern steuerte die entgegengesetzte Richtung an. Währenddessen berichtete er Jack, was der Auslöser für die Aufregung gewesen war.


Ungefähr 1,5 Stunden früher
Hospital

Daniel und Lyz saßen schweigend in dem Raum, in welchem Jack sie zurück gelassen hatte. Beide hingen ihren eigenen Gedanken nach.

Daniel drehte einen Becher, den er mittlerweile geleert hatte, zwischen seinen Händen und dachte an die letzten Wochen. Was sie zusammen erlebt und alles voneinander erfahren hatten. Unter diesem Blickwinkel war das, was man Nicole sehr wahrscheinlich angetan hatte noch schlimmer, als er oder die anderen je ermessen konnten. Selbst wenn sie körperlich wieder genesen würde, könnte es lange dauern, bis sie sich gefühlsmäßig davon erholt haben würde.

Er wusste zwar, dass sie eine starke Frau war, aber selbst starke Menschen stießen irgendwann an ihre Grenzen. Er sah zu Lyz hinüber. Sie schien entweder in einer Art Trance zu sein oder sie schlief im Sitzen. Die Augen waren geschlossen und sie atmete tief und ruhig, so dass Daniel nicht im entferntesten auf den Gedanken gekommen wäre, sie zu stören.

Er hatte keine Ahnung, wie lange sie hier schon saßen oder wie lange es her war, dass Jack fluchtartig das Gebäude verlassen hatte, als sich ihm ein Mönch - denn als solche konnte man die Mitglieder dieser Gemeinschaft hier wohl bezeichnen - näherte.

Der Mann war ungefähr in Daniels Alter und verbeugte sich vor diesem, bevor er zu sprechen begann.
„Entschuldigt die Störung, Herr. Mein Name ist Conus, Bruder des zweiten Gen. Meine Aufgabe besteht zur Zeit darin, mich um den Ursprungstempel zu kümmern.

Als meine Mitbrüder mit heute mittag von euer Ankunft berichteten, musste ich mich mit eigenen Augen davon überzeugen. Nachdem ich nach deiner verletzten Freundin gesehen habe und nun vor dir stehe, kann ich nicht länger warten. Ich wundere mich, dass euch noch niemand unterrichtet zu haben scheint, aber das werde ich jetzt gerne übernehmen. Wenn du dich mit anvertrauen würdest, würde ich dir gerne etwas zeigen.“

„Du machst mich neugierig. Was hätte uns schon mitgeteilt werden sollen?“, fragte Daniel nach, aber auf ein kurzes Kopfschütteln von Conus, schluckte er weitere Fragen hinunter.
„Na gut, ich komme mit, aber vorher will ich versuchen, meiner Kameradin eine Nachricht...“, weiter kam er nicht, denn Lyz Stimme erklang klar und deutlich.
„Geh nur mit Conus, Daniel. Ich bleibe hier und wenn es etwas Neues gibt, weiß ich, wo ich dich finden kann. Ich kenne den Tempel, den ihr besuchen werdet.“ Lyz schaute ihn an und nickte ihm auffordernd zu.

„Dann lass uns gehen“, wandte er sich dem Mönch zu, der sich kurz in Lyz Richtung verbeugte und Daniel dann mit einem Kopfnicken bedeutete, ihm zu folgen.

Schweigend verließen sie das Gebäude und folgten einem ausgetretenen Pfad über das Gelände. Sie überquerten eine große Rasenfläche und betraten einen großen Kräuter- und Gemüsegarten. Dieser war von hohen, buchsbaum-ähnlichen Gewächsen umgeben. Einige der Kräuter strömten im Sonnenschein angenehme Düfte aus und verleiteten einen, sich dort länger aufzuhalten. Aber Conus machte keine Pause und so verließen sie diesen Ort durch eine Pforte, die in die Hecke eingelassen war. Ungefähr 500 Meter dahinter lag der Tempel.

Es war ein rundes Gebäude, dessen Dach von schlanken, glatten Säulen getragen wurde. Eine Treppe führte zu einem Umgang, um den Tempelinnenraum, der durch einen torlosen Durchgang erreicht werden konnte.

Conus brachte Daniel bis zum Eingang, dann bedeutete er diesem alleine weiterzugehen.

Das Innere war schlicht gehalten. Weiß verputzte Wände wurden im oberen Drittel von eine Reihe schmaler, hoher Fenster durchbrochen, die gewährleisteten, dass der Raum sonnendurchflutet und hell war. Nur das Fenster über dem Eingang machte eine Ausnahme mit seiner ovalen Form. In der Mitte stand ein Altar aus hellem Stein, auf dem nur ein Gegenstand lag. Es handelte sich um eine schwarze, polierte Granitplatte, die durch einen Ständer leicht schräg gestellt war, dass man einen guten Blick darauf hatte.

Als Daniel näher trat, konnte er sehen, dass der Stein viergeteilt war. Als erstes war eine Zeichnung in den Stein gemeißelt, die drei Menschen darstellte, eine Frau und zwei Männer. Der eine Mann schien bewaffnet und damit ein Krieger zu sein, die Frau war gleichfalls bewaffnet und der dritte hielt eine Schriftrolle in der Hand und als Daniel ihn genauer betrachtete, konnte er erkennen, dass diese Figur eine Brille trug.

Dieser Darstellung folgten drei Textabschnitte, von denen Daniel den ersten und zweiten nicht entziffern konnte. Er staunte nicht schlecht, als er bemerkte, dass er den letzten Teil lesen konnte, der zu seiner Überraschung in Latein verfasst war.

Mit jedem Wort, welches er las und im Kopf übersetzte, wurde seine Augen größer und als er fertig war, warf er noch einmal einen Blick auf die Darstellung am Anfang und trat einen Schritt zurück. Ungläubig schüttelte er den Kopf und um keinen Fehler zu machen, las er den Text noch einmal, ohne aber zu einem anderen Ergebnis zu kommen.

Er drehte sich um, ging zu Conus, der ihn lächelnd erwartete und fragte leise: „Wie lange schon? Wie lange gibt es diesen Tempel?“

„Der Stein des Ursprung, wie wir ihn nennen, wurde vor 5 Generationen hierher gebracht. Niemand weiß genau, wann er erstellt wurde oder wie lange dieser Text existiert hat, bevor er im Stein verewigt wurde. Aber als er hier ankam, wurde auch der Tempel errichtet und die Brüder verbreiteten die Kunde, von der der Stein spricht. Er ist in den zwei verbreitetsten Sprachen verfasst und den letzten Teil hat der Weise Mann diktiert, der diese Prophezeiung einst machte. Es heißt, nur einer der drei Auserwählten kann den Text lesen.“

Daniel schluckte und antwortete mit leicht belegter Stimme: „Der Text sagt also in allen Abschnitten das Gleiche? Dieses Prinzip kenne ich, von einem Artefakt aus meiner Heimat. Das Ganze ist ein bisschen überwältigend und ich würde jetzt gerne erst einmal Jack O‘Neill finden und ihm davon berichten. Hast du eine Ahnung, wo ich ihn finden kann?“

„So direkt nicht, aber das lässt sich bestimmt herausfinden“, lächelte Conus und bat Daniel ihm zum Pförtner des Klosters zu folgen, der ihnen auch prompt sagen konnte, in welche Richtung Jack gegangen war.

Auf dem Weg zum Tempel


Daniel hatte seinen Bericht gerade beendet, da fragte Jack auch schon nach: „Und was steht jetzt so weltbewegendes auf dem Stein, dass du mich von einem guten Essen wegholst?“

„Das wirst du gleich selber sehen“, antwortete Daniel, „es ist nicht mehr weit.“

Jack murmelte ein „na super“ in seinen nicht vorhandenen Bart und folgte dem jüngeren Mann. Dabei fragte er sich den restlichen Weg, was dem Archäologen, den er bisher eher mitteilsam erlebt hatte, so beeindruckt hatte, dass er etwas für sich behielt.

Als sie kurze Zeit später vor dem Tempel standen, pfiff Jack leise durch die Zähne.
„Nettes Teil, hätte gut in meinen Garten gepasst“, meinte er und betrat das Innere. Dann ging er zur Tafel vor, die jetzt im vollen Mittagslicht glänzte.

„Netter Comic; und was steht da jetzt so wichtiges? Meine Fähigkeit andere Sprachen zu lesen ist ein bisschen eingerostet. Oder geht es gar nicht um den Inhalt des Textes, sondern um die Architektur dieses Bauwerkes?“, feixte Jack und schaute Daniel dabei erwartungsvoll an.

Dieser ließ mit weiteren Erklärungen auch nicht länger auf sich warten.

„Der unterste Text ist in Latein. Ich kann mir nicht denken, dass viele Menschen hier das verstehen werden, vor allem, weil die beiden oberen Texte, laut Conus, den gleichen Inhalt haben und in den gängigsten Sprachen verfasst sind. Frei übersetzt steht da folgendes:

Im Jahre Krotos in der vierten Umkreisung werden sie kommen:

Eine Frau – jung, stark und kämpferisch
Ein Kämpfer – erfahren, weise und listenreich
Ein Gelehrter – jung und sprachgewandt

Sie suchen ihre Heimat und werden auf diesem Weg gegen die falschen Götter kämpfen.

Wenn sie kommen, ist das Ende der Unterdrücker besiegelt.


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Brunklord
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Sa 29. Jan 2011, 13:12

„Aha“, murmelte Jack, „und was soll uns das jetzt sagen, außer dass es ein ziemlich direkter Aufruf zu Rebellion ist und ich mich wundere, dass noch niemand von den Schlangenköpfen dieses Teil zerschlagen hat.“

„Aber Jack; der Text zusammen mit der Zeichnung und der Überlieferung, dass nur einer der drei „Retter“ den unteren Text lesen kann, das scheinen wir zu sein.“ Daniels Augen leuchteten, als er versuchte seine Begeisterung an Jack weiterzugeben.

„Ja klar. Wir sind die großen Retter. Wir kennen uns hier nicht aus, haben kaum Waffen außer denen, die wir uns zusammenklauen, kurz – wir sind hier hilflos gestrandet und ohne Lyz könnten wir uns kaum fortbewegen. Es würde allerdings erklären, was mir vorhin auf dem Markt passiert ist.“, schloss er schon etwas nachdenklicher.

„Lass uns zu Lyz gehen“, forderte Daniel in diesem Moment. „Ich will ihr das alles erzählen.“

Jack ließ sich immer noch nicht völlig von der Begeisterung anstecken, die der junge Mann verbreitete, aber er nickte nachdenklich, denn er war mit der Entscheidung zu Lyz zu gehen mehr als einverstanden. Allerdings waren seine Gründe ganz andere. Auf dem Weg ging Jack einiges durch den Kopf, was ihm, zusammen mit dieser „Prophezeiung“, in einem ganz anderen Licht erschien. Und so ließ er Daniels Gesprächsversuche abprallen und sammelte innerlich Munition für die bevorstehende Begegnung.

Sie legten den Weg zum Hospital in Windeseile zurück und fanden Lyz dort vor, wo Daniel sie verlassen hatte. Dieser wollte gerade anfangen seine Entdeckung in allen Einzelheiten zu beschreiben, als Jack ihn mit einer prägnanten Handbewegung unterbrach und mit einem zynischen Unterton zu reden begann.

„Du brauchst die gute Lyz nicht darüber zu informieren, was du gefunden hast. Ich bin mir sicher, sie weiß nur zu gut, was es mit dieser Tafel auf sich hat. Und ich bin mir auch sicher, dass sie die gleichen Schlussfolgerungen gezogen hat, allerdings wesentlich eher als wir. Habe ich Recht, meine Liebe?“ Jacks Gesicht war eine starre Maske, die seine Stimmung nur zu deutlich wiedergab, als er sich beim letzten Satz der rotäugigen Frau zuwandte.

Diese blieb ruhig und beachtete anscheinend in keiner Weise, dass Jack vor unterdrückter Wut zu kochen schien.

„Ich war mir sicher, dass es nicht so wichtig war. Irgendwann hätte ich es euch erzählt.“

„Irgendwann?“, ätzte Jack zurück. „Vielleicht kurz bevor Asmodis uns endgültig umbringt? Oder wenn uns irgendwelche Wilden auf einem Planeten, dessen Namen man nicht aussprechen kann, auf den Fersen sind? Hat es Nicole genutzt, dass sie in irgendeiner dubiosen „Prophezeiung“ erwähnt sein könnte, als sie Asmodis in die Finger gefallen ist? Vielleicht hast du uns ja deswegen durch die halbe Galaxis geschleppt, weil du meinst, wir wären diejenigen welche...? Zu meinem großen Glück fehlt jetzt nur noch, dass du von Anfang an die richtigen Koordinaten hattest, um uns nach hause zu bringen.“

Jack hatte sich drohend vor Lyz aufgebaut und langsam wich der gleichmütige Ausdruck in Lyz Augen und machte einer Unsicherheit Platz, die eher ungewöhnlich für die junge Frau war. Es machte kurz den Eindruck, als würden Wut und schlechte Gewissen miteinander ringen. Doch beide Emotionen schienen im Bruchteil einer Sekunde einer anderen zu weichen. Mit einem Anflug von kalter Arroganz in der Stimme, die Daniel frösteln ließ, antwortete sie dem Colonel.

„Ohne mich wärt ihr verloren gewesen und du würdest hier nicht stehen und mir deinen Speichel ins Gesicht schleudern. Aber angesichts dessen, was wir erlebt haben, will ich auf deine Anschuldigungen eingehen.
Als ich euch in Xocotls Kerker begegnet bin, ward ihr Gefangene wie andere auch und ich habe nicht im entferntesten daran gedacht, dass ihr die Auserwählten sein könntet. Erst nach und nach, als ich euch besser kennerlernte und einschätzen konnte, begann ich zu hoffen, dass ihr die Prophezeiung erfüllen könntet.
Seit ihr nur noch zu dritt seid, bin ich mir ziemlich sicher. Ich wollte euch auch alles erzählen, aber es hat sich nie der richtige Moment ergeben und zum Schluss war es wichtiger Nicole hierher zu bringen. Dass der Tempel mit dem Stein des Ursprungs auf dem Geländer des Klosters steht ist mir erst wieder bewusst geworden, als Daniel von Conus abgeholt worden ist.“

Sie hielt kurz inne, um sich zu sammeln und begegnete dabei offen und direkt dem skeptischen Blick Jacks. Dann fuhr sie fort.

„Die Koordinaten für euren Heimatplaneten habe ich nicht, aber die Überlieferung erzählt, dass der Stein des Ursprungs neben dem Text auch noch weitere Informationen enthalten soll. Welcher Art, dass kann ich euch allerdings nicht sagen.“

„Mit anderen Worten: Du wusstest schon eine ganze Zeit, dass wir eine gute Möglichkeit gehabt haben, von hier zu verschwinden.“
Man merkte Jack an, wie sehr er sich beherrschen musste und dass eine weitere Explosion kurz bevor stand, als ein Mönch das Zimmer betrat. Es war der Heiler, der Nicole in Empfang genommen hatte. Sofort wandten sich die drei ihm zu.

„Ich möchte euch nur mitteilen, dass eure Gefährtin außer Gefahr ist. Ihre Verletzung sind fast alle äußerlich und das Fieber kam von einer Kombination aus Wassermangel und der Entzündung einiger Schnittwunden. Wir haben sie gereinigt und verbunden und dafür gesorgt, dass sie jetzt ruhig schlafen kann, denn das braucht sie jetzt ganz dringend. In ein paar Tagen sollte sie wieder in Ordnung sein.“

Die Erleichterung war regelrecht spürbar. Sofort bedrängte Jack den Heiler, ihn zu Nicole zu bringen. Dieser willigte auch ein, allerdings unter der Voraussetzung, dass nur Jack mitkam und dieser sich ruhig verhielt.

Jack war Lyz einen Blick zu, der eindeutig besagte, dass sich noch nicht miteinander fertig waren und verschwand wortlos.

Es herrschte betretenes Schweigen, als er den Raum verlassen hatte. Dies blieb auch eine Weile so, bis Daniel anhub etwas zu sagen, aber von Lyz unterbrochen wurde.

„Lass, Daniel. Wir beide wissen, dass O‘Neill in manchen Dingen Recht hat, nur in einem nicht. Ich weiß absolut nichts über die Koordinaten, die euch in eure Heimat bringen, sonst hätte ich euch diese schon lange genannt. O‘Neill wird mir das nicht glauben, aber es ist so und nicht anders. Ich werde noch ein bisschen hier bleiben und mir dann einen Platz zum Schlafen suchen. Das solltest du auch tun, denn wir haben alle eine Ruhepause verdient.

Auf diese Rede konnte und wollte Daniel nichts sagen, auch weil er Lyz glaubte und teilweise zustimmte. Auf diese Weise saßen die beiden noch eine Weile schweigend nebeneinander, bis Conus erschien und ihnen anbot, die Räume zu zeigen, in denen sie übernachten konnten.

Mit erleichterten Mienen nahmen sie das Angebot an und folgten dem jungen Mönch, der sie aus dem Hospital hinaus zu einem Nebengebäude führte. Dort, erklärte er, wurde immer die Gäste untergebracht. Es waren einfache Zimmer, die mit Bett, Schrank und einem Tisch mit Stuhl eingerichtet waren. In der einen Ecke befand sich eine Waschmöglichkeit und Conus informierte sie darüber, dass das Kloster über ein Dampfbad verfügte, welches nicht nur für die rituellen Reinigungen genutzt wurde.

Eine Kleinigkeit machte Daniel die Gästezimmer mehr als alles andere sympathisch; die vorhandenen Fensterläden und die Tür waren von innen zu verriegeln und versprachen damit eine gewisse Ungestörtheit. Auf dem Tisch stand eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken und das Bett wirkte unheimlich einladend.

Bevor Conus Daniel allein ließ, fragte er noch, ob er diesen am nächsten Morgen kurz vor Sonnenuntergang wecken könne, nannte aber keinen bestimmte Grund. Daniel seufzte unhörbar und murmelte „aber nur, wenn du mir Kaffee mitbringst“, was einen erstaunten Ausdruck auf dem Gesicht des Mönches hinterließ, der sich aber langsam in ein Grinsen verwandelte. Als Conus noch mal kurz nachfragte, was Daniel wohl gemeint hatte, wiegelte dieser ab und sagte zu.

Nachdem Daniel etwas gegessen hatte, gab er der Müdigkeit nach und legte sich hin. Auch wenn er gedacht hatte, dass die Erlebnisse des Tages ihn vielleicht nicht schlafen lassen würden, aber sobald er sich hingelegt hatte, fielen ihm sofort die Augen zu. Das Gefühl von Sicherheit, welches dieser abgeschlossene Raum ihm gab, tat sein übriges.

In seinen Träumen wechselten sich Bilder der Erde mit dem Stein des Ursprungs und Szenen der letzten Zeit ab und als es klopfte, nahm er dieses zunächst erst gar nicht war. Es dauerte einen Moment, bis seine Träume ihn soweit frei ließen, dass er die Augen öffnen und sich in der ungewohnten Umgebung zurecht finden konnte. Daniel stand auf und öffnete die Tür, um Conus hineinzulassen.

Dieser trug ein kleines Tablett mit Brot und Käse, sowie einer Kanne und zwei Bechern. Als er eingetreten war, stellte die Sachen auf den Tisch und schüttete eine dampfende, dunkle Flüssigkeit in die Becher.

Daniel sog das aufsteigende Aroma ein und wurde mit einem Schlag hellwach.
„Was ist das?“, fragte er Conus, der breitwillig Auskunft gab.
„Das ist Corum. Es wird aus getrockneten und gerösteten Beeren hergestellt. Die werden dann gemahlen und mit Wasser aufgekocht. Es hat eine aufmunternde Wirkung und ich dachte, es könnte dir gefallen...“

Genießerisch roch Daniel noch einmal an den aufsteigenden Schwaden, bevor er vorsichtig einen kleinen Schluck nahm und Conus dann mit einem breiten Grinsen anschaute.
„Das ist ein Gottesgetränk. Vielen Dank. Es ist genau das, was ich brauche. Aber jetzt erzähl mir doch, was du um diese frühe Stunde mit mir vorhast?“

Verschwörerisch lächelte der junge Mönch in Daniels Richtung.
„Ich möchte mit dir noch einem in den Tempel. Ihr seid nämlich genau zu der Zeit des Jahres hier, an denen man morgens mit den ersten Sonnenstrahlen ein ganz besonderes Phänomen beobachten kann. Wo du schon den untersten Text entziffern konntest, bist du vielleicht auch in der Lage, damit etwas anzufangen.“

„Du machst mich neugierig. Lass uns sofort gehen, essen kann ich auch unterwegs und einen Becher von diesem Lebenselixier können wir auch mitnehmen.“

So machten sie sich auf dem Weg und kurze Zeit später standen sie im Eingang des Tempels. Das erste Licht der aufgehenden Sonne hatte sie begleitet und als sie nun durch den Torbogen traten, wies Conus Daniel an, sich neben den Durchgang an die Wand zu stellen. Daniel tat wie ihm geheißen und beobachtete gespannt das Spiel des Lichts, welches durch die Tür und das ovale Fenster darüber fiel. Ganz langsam wandelte sich dieses vom rot angehauchten Dämmerlicht zu gleißenden Strahlen. Als diese auf den Stein trafen funkelte dieser auf und kurz darauf wurden diese reflektiert und warfen Bilder an die weißen Wände. Daniel keuchte kurz auf, als er registrierte, was er dort sah. Er drehte sich zu Conus um.

„Hast du irgendetwas zum Schreiben, Conus? Das muss ich festhalten!“
„Das brauchst du nicht, Daniel Jackson. Ich habe dieses Phänomen schon öfter beobachtet und genau festgehalten, was dort zu sehen ist. Ich wollte aber auch, dass du es mit eigenen Augen siehst und wenn ich dich jetzt so sehe, habe ich damit wohl Recht getan“, lächelte der junge Mönch.

Sie verließen den Tempel und setzten sich auf die Stufen in die Sonne, vertilgten das restliche Brot und tranken ihre Becher leer, bevor sie dann zum Kloster zurückkehrten.

Dort angekommen bestürmte Daniel seinen Begleiter, ihm sofort die Aufzeichnungen zu zeigen, was dieser auch gerne zusagte. Er brachte Daniel in die Bibliothek und nachdem er ihm die gesuchten Unterlagen übergeben hatte, ließ er Daniel alleine, der sich sofort darin vertiefte und seine Umgebung völlig vergaß.

Drei Stunden waren vergangen, als Daniel aufsah und zufrieden eine letzte Notiz auf ein Blatt Papier machte. Dann faltete er diese zusammen und verließ die Bibliothek um Jack zu suchen.

Er fand ihn vor dem Hospital. Jack stand dort in der Sonne und streckte sich.
„Bis du die ganze Zeit bei Nicole gewesen?“, fragte Daniel, den ein Hauch von schlechtem Gewissen einholte. „Wie geht es ihr?“

„Yep, ich war die ganze Nacht bei ihr und wir haben beide ruhig geschlafen. Allerdings ist schlafen auf einem Stuhl nicht besonders gesund für den Rücken“; fügte Jack mit einem leichten Stöhnen hinzu und fuhr fort. „Es geht ihr gut, das Fieber ist zurückgegangen und wie der Heiler gestern gesagt hat, kann sie bald schon wieder aufstehen. Was sie jetzt braucht, ist Ruhe und Erholung.“

„Das ist gut zu hören. Wir können ja noch ein paar Tage bleiben. Weiß Lyz schon Bescheid? Oder soll ich ihr das sagen?“

„Wenn ich an gestern denke, solltest du ihr das besser sagen. Mir steht jetzt nicht der Sinn danach. Ich werde mir jetzt ein Bett suchen und versuchen noch etwas erholsamen Schlaf zu bekommen. Aber wenn ich dich so ansehe, dann hast du noch was anders auf dem Herzen“, fragte Jack, der Daniel genau beobachtete.

„Ich glaube, ich habe die Koordinaten für die Erde gefunden“, sprudelte es aus ihm heraus. „Ich meine, ich weiß es nicht hundertprozentig, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß. Heute morgen im Tempel da war so eine Lichterscheinung und in den letzten Stunden habe ich herausbekommen, was diese Zeichen bedeuten und es kann nur eines bedeuten, nämlich das es der Weg nach hause ist.“

„Und du bist dir sicher?“, leicht skeptisch schaut Jack den Archäologen an, der sich aber nicht beirren ließ.

„Mehr als ein anderer Planet kann es ja nicht werden. Es ist eine Fünfzig-fünfzig Chance und ich denke, wir sollten es probieren, wenn Nicole wieder auf den Beinen ist.“

„Okay, ich gehe schlafen, du kontrollierst noch mal was du da meinst gefunden zu haben und wenn wir uns wiedertreffen, entscheiden wir, was wir machen.“ Mit diesen Worten drehte Jack sich um, steuerte auf das Gästehaus zu und ließ Daniel stehen.

Fünf Tage später standen die vier am späten Abend vor dem Tor. Nicole konnte wieder alleine gehen, sah aber immer noch mitgenommen aus. Allerdings hatte nichts sie halten können, als Daniel ihr beim Aufwachen von seiner Entdeckung erzählt hatte.
„Ich will eher gestern als heute nach hause. Ich bin es leid herumzuirren und wenn es eine Möglichkeit gibt - auch wenn es nur eine 50prozentige ist - dann würde ich es doch versuchen wollen.“

Auch Lyz hatte keine Einwände gehabt. Sie uns Jack hatten noch einmal miteinander gesprochen, allerdings ohne die anderen und keiner der beiden hatte ihnen mitgeteilt, was dort besprochen worden war. Sie redeten danach wieder miteinander, aber wer ein bisschen Gespür für Zwischentöne hatte, bemerkte, dass eine neue Art von Unterton in den Gesprächen der beiden mitschwang.

Jetzt standen sie vor dem Tor und Daniel gab die Koordinaten in das Anwahlgerät ein. Als der Ereignishorizont sich gebildet hatte, stieß Daniel seinen angehaltenen Atem aus.

„Soweit sind wir, sollen wir gehen?“
„Nach dir“, meinte Jack und hörte sich fast fröhlich an.
Daniel rief noch einen Gruß und Worte des Dankes in Conus Richtung, dann drehte er sich um und trat durch das Tor, gefolgt von den anderen.

Ende

Trailer 1.7
Endlich… endlich wieder daheim. Auf der Erde. Er spürte wie eine Last von seiner Seele fiel und erst jetzt merkte er auch, wie sehr er diese kleine Welt mit all ihren Problemen vermisst hatte.
***
„Kommt, meine kleinen Vögelchen, kommt zu Onkel Murdoc.“, flüsterte er vor sich hin.
Er folgte dem Weg in die Stadt und konnte noch einen letzten Blick auf die Gefangenen erspähen, bevor sie im Hauptgebäude der Stadt verschwanden.
„Da wird Billy aber gar nicht einverstanden sein, das ihr euch schon schlafen legt.“
***
Peck stand wie von einer Biene gestochen auf.
„WAS? Wo sind sie?“

„Ich vermute sie befinden sich in den Verließen dieser kleinen Abscheulichkeit die sich Asmodis nennt.“
***
„Wer zum … „
Jack lief mit zwei ausgreifenden Schritten in die Ecke und blieb dann wie angewurzelt stehen.
„Das ist unmöglich!“
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » So 6. Feb 2011, 00:24

1.7 Zurück nach Hause

Zurück nach Hause

Daniel spürte den Boden unter seinen Füßen. Dann fühlte er den leisen Windhauch an seinen Fingerspitzen und zu guter Letzt roch er die unverwechselbare Luft des Dschungels.
Endlich … endlich wieder daheim. Auf der Erde. Er spürte, wie eine Last von seiner Seele fiel und erst jetzt merkte er auch, wie sehr er diese kleine Welt mit all ihren Problemen vermisst hatte.

Aber Halt! ... Waren da nicht doch leise Zweifel gewesen, kurz bevor sie eingetaucht waren? Ob sie auch wirklich lebend ankommen würden? Immerhin hatte das Sternentor in einer Höhle gestanden und das Letzte, was Jack gesehen hatte, waren herabstürzende Felsbrocken gewesen.

Dennoch waren sie dieses Risiko eingegangen. Denn nicht nur, das sie nach Hause wollten, nein, in erster Linie wollten sie auch die Welt vor den Goa´uld warnen, die bereits auf dem Weg waren. Mit der Hoffnung, nicht zu spät zu sein, hatten sie das Wurmloch passiert.

Der Archäologe öffnete die Augen, und das, was er zu sehen bekam, verschlug ihm den Atem. Vor seinem Angesicht breitete sich die Stadt Macchu Picchu in all ihrer Pracht aus. Jedoch wirkte sie, als ob sie gerade erst erbaut wurde und nicht, als wäre sie schon mehrere Hundert Jahre alt. Die Gebäude, die Säulen, die Verzierungen und noch so vieles mehr erstrahlten in einem leicht goldenen Glanz..

Moment … das Tor stand doch in einer Kaverne UNTER der Stadt. Wieso konnte er sie nun sehen, mit dem Tor im Rücken?

„Daniel.“

Er drehte sich zu Jack um und seine Gesichtszüge entgleisten. Die schwere Last, die er eben verloren geglaubt hatte, kehrte nun umso wirkungsvoller wieder zurück.

Die Ebene vor der Stadt war begradigt worden. Das Sternentor stand auf einem kleinen Podest am Rand dieses Feldes, auf dem sich mehrere Gebilde befanden, die Daniel unwillkürlich als Raumschiffe einordnete. Eines von ihnen war eine riesige Pyramide, mit leichten Abstufungen nach oben. In diesen Abstufungen sah er geöffnete Hangartore, aus denen kleine Schiff raus- und wieder reinflogen.

Der Anblick des Schiffes schien sie schier zu erdrücken. Jackson schluckte einen schweren Kloß seine Kehle hinunter. „Wir sind zu spät …“

Schwere Schritte ertönten und aus Richtung der Stadt näherten sich mindestens zwei Dutzend Jaffa.
Lyzaie zog ihr Schwert. „Wir sollten hier schnellstens wieder verschwinden.“

Daniel zog den Controller aus der Tasche und gab die Adresse des Planeten ein, von dem aus sie gestartet waren. Doch nichts tat sich. Der innere Ring des Tores blieb stumm und bewegte sich keinen Millimeter. „Verdammte Scheiße!“

Jack war erstaunt. Er hätte Daniel so ein Schimpfwort gar nicht zugetraut. Er wandte sich an Lyz: „Was glaubst du? Wie stehen unsere Chancen?“

„Auf einen schnellen oder langsamen Tod?“

Der Colonel seufzte. „Das dachte ich mir.“

„Wir haben eine Chance, wenn wir uns ergeben. Immerhin eine sehr kleine, aber wir würden Zeit gewinnen.“

Lyz und die beiden Männer warfen ihre Waffen weg und hoben die Hände. Nur Nicole starrte weiterhin mit erhobener und aktivierter Sodanwaffe den ankommenden Jaffa entgegen. Ihre Knöchel traten weiß hervor und kalter Schweiß lief ihre Wangen hinunter. „Ich lasse mich von diesen Wichsern nicht nochmal gefangen nehmen. Vergiss es, Jack.“ Zu frisch waren die Wunden und Erinnerungen an ihre letzte Gefangenschaft im Verlies von Aquanoxis.

Mittlerweile waren es mehr als drei Dutzend Jaffa, die in gebührendem Abstand zu ihnen einen Kreis gebildet hatten und sie mit Stabwaffen bedrohten.

„Nicole …“, flüsterte Jack, „ … ich kann zwar nur erahnen, was in dir vorgeht, aber es geht hier nicht nur um dich. Wer soll denn auf den Geek aufpassen, wenn wir beide uns in das Getümmel stürzen?“ Er wandte sich entschuldigend an Daniel: “ Nichts für ungut.“

„Ich kann es verkraften.“

Langsam und weiterhin mit erhobenen Händen ging er auf seine Patentochter zu. Als er bei ihr ankam ließ er die linke Hand auf ihre Schulter sinken und mit der Rechten drückte er die Stabwaffe gen Boden. Sie sahen sich kurz an und dem Colonel lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, als er die ungezügelte Rach- und Mordlust in ihren Augen bemerkte. Nicole biss die Zähne so hart aufeinander, dass sie anfingen zu knirschen.
O´Neills Stimme war nun so leise, dass selbst Nicole sie kaum hören konnte: „Wir werden einen Weg finden, so wie immer. Dann werde ich dir helfen, diese Bastarde fertig zu machen, ok?“

Die Waffe schien der blonden Frau auf einmal sehr schwer zu werden. Sie entglitt ihren Händen und fiel mit einem leisen Scheppern auf den steinernen Boden. Jack kickte die Waffe in Richtung der Jaffa davon. Wenige Minuten später kam Bewegung in die Reihen der Krieger. Sechs von ihnen traten einige Schritte zurück und bildeten so einen kleinen Korridor, in dem sich ein großer Jaffa mit goldener Rüstung auf sie zu bewegte. Lyzaies Augen schienen Funken zu sprühen. „Asmodis.“

Jack seufzte erneut. „Der durfte natürlich nicht fehlen.“

Der Hybrid mit dem Körper eines kräftig gebauten Menschen und dem Schädel eines Unas baute sich vor dem Colonel auf. „Welch Freude, euch wieder begrüßen zu dürfen. Es wird mir eine Befriedigung sein, deinen Tod persönlich herbeizuführen. Sobald sich mein Gott entschieden hat, auf welch qualvolle Weise ihr sterben sollt.“

„Weißt du, Modileinchen; und mir wird es immer eine Freude sein, deine Vorhaben zu durchkreuzen.“
Der oberste Primus ballte seine Pranke zu einer Faust und schlug sie dem Menschen in die Magengrube. Jack ging in die Knie und würgte Magenflüssgkeit aus. Doch das Grinsen behielt er bei. „Musst doch nicht alles gleich so persönlich nehmen.“

Asmodis drehte sich zu seinen Kriegern: „Packt sie und bringt sie in das Schiff unseres Gottes.“


Irgendwo im Gebirge, ganz in der Nähe…

Der Mann rieb sich die Augen und sah dann erneut durch das Visier. Das Fadenkreuz zielte direkt auf die Stirn des großen Monsters und es hätte nur ein kurzes Zucken des Zeigefingers gefehlt, um die Menschheit von dieser Plage zu befreien. Außerdem, kam es ihm in den Sinn, hätte es nicht wirklich was gebracht, außer Ärger, wenn er jetzt das Schoßhündchen Xocotls erledigt hätte.
Er ließ das Fadenkreuz über die am Boden knienden Gestalten wandern, die gerade in Ketten gelegt wurden.
Jack!
Nicole!
… und einer der Typen, auf den sie aufpassen hätten sollen.
Die letzte im Bunde kannte er nicht, weswegen er annahm, dass diese Frau nach der Entführung und Verschleppung zu den Dreien gestoßen war. Er hielt das Kreuz ein wenig länger auf der Unbekannten, die in ihm ein Gefühl der Unsicherheit auslöste.
Nachdem man ihr die Ketten angelegt hatte, sah sie auf, und es schien fast, als ob sie ihm direkt in die Augen sah. Er packte das XM500 Scharfschützengewehr, eines der ersten, die hergestellt worden waren, und machte sich klein. Murdoc zählte langsam bis Zehn, bevor er sich wieder in Position brachte. Die Fläche rund um das Tor war bis auf zwei Wachen geräumt worden.

„Kommt meine kleinen Vögelchen, kommt zu Onkel Murdoc“, flüsterte er vor sich hin. Er folgte dem Weg in die Stadt und konnte noch einen letzten Blick auf die Gefangenen erspähen, bevor sie im Hauptgebäude der Stadt verschwanden. „Da wird Billy aber gar nicht einverstanden sein, dass ihr euch schon schlafenlegt.“
Er schulterte die Waffe und robbte einige Dutzend Meter weit, bevor er sich in die Hocke begab und auf den beschwerlichen Weg ins Rebellenlager machte.


Macchu Picchu

Jack versuchte, sich jede Einzelheit ihres bisherigen Weges zu merken. Eines musste er den Schlangenköpfen lassen, bei der Restauration hatten sie ganze Arbeit geleistet. Das, was er jetzt sah, stand in keinem Vergleich zu dem, was er vor ihrem Abenteuer hier gesehen hatte. Schweiß lief an seinen Schläfen entlang. Die Ketten waren ziemlich schwer und er wollte dieser Froschfresse Asmodis nicht die Genugtuung gönnen, sich in die Knie zwingen zu lassen.

Nach einem fünfzehnminütigen Fußmarsch kamen sie in einer riesigen Halle an. Das Mauerwerk war auf Hochglanz poliert worden und in der Mitte stand ein goldenes Podest, dessen Stufen an einer kleinen quadratischen Fläche endeten, die einen Thron beherbergte.
Der Thron schien aus schwarzglänzendem Marmor zu bestehen und auf der Oberfläche waren verschiedenartige Schlangensymbole eingraviert. Ein samtenes rotes Kissen lag auf der Sitzfläche und ein ebenfalls rotes Polster war in die Rückenlehne eingearbeitet.

Eine tiefe Stimme ertönte, die ihnen durch Mark und Bein ging.
„Kree! Jaffa! Benna! Ya wan, ya darn!”

TBC
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Sa 12. Feb 2011, 11:18

Ohne große Umschweife hier nun der zweite Teil... ich wünsche unseren Fans viel spaß beim Lesen. :)

***

1.7 Zurück nach Hause (2/3)

Alle vier erhielten einen Schlag in den Rücken, der sie in die Knie zwang. Anschließend knieten sich die Jaffa selber hin. Dumpfe, durch einen Teppich gedämpfte Schritte ertönten und eine Garde Jaffa in goldroten Rüstungen erschien. An jeder Seite des Podestes blieben drei von ihnen stehen.

Als Letzter erschien Xocotl selbst. Er trug einen goldsilbernen Brustpanzer, dessen Brustplatte das Symbol der gefiederten Schlange zierte. Unter dem Panzer trug er eine aus goldener Seide hergestellte Tunika, die knapp unter seinem Knie endete. Die Füße und die Oberschenkel wurden von schweren Stiefeln geschützt. Sie wirkten dermaßen massiv, dass Jack vermutete, dass sie aus einer Art flexiblen Metalls hergestellt waren. Dasselbe Material war nämlich auch auf Xocotls Armen zu sehen. Es führte spiralförmig von der Schulter bis zu den Handgelenken, wo es unter Handschuhen verschwand.
Der Colonel vermutete, dass sich allerhand Technik darin verbarg. Einen ähnlichen Handschuh hatte er damals bei dem Goldjungen entdeckt, der wahrscheinlich Asmodis gewesen war, und er konnte sich noch gut daran erinnern, dass die Kugeln an einem Schutzschild abgeprallt sind, dessen Ursprung dieser Handschuh gewesen zu sein schien.

Der Kopf war durch einen Helm geschützt. Dieser war wie der Kopf einer riesigen Schlange geformt, mit leichten ornamentierten Flügeln an den Seiten. Dort, wo sich die Augen befanden, saßen zwei Rubine, jeder so groß wie ein Kinderfaust.
Er setzte sich auf den Thron und betrachtete die vier Gefangenen - einen nach dem anderen. Am längsten hielt sich sein Blick bei Lyzaie.
„Ai'emain!“

Die Jaffa erhoben sich und auch Jack wurde an seinen Ketten ins Aufrechte gezerrt.

„Entscheidet euch mal, Jungs. Rauf oder runter. Ich bin nicht mehr der Jüngste und meine …“

Asmodis flache Pranke schlug gegen sein Gesicht. „FI´NU Asmodis!“

Xocotl hob seine rechte Hand und brachte seinen Primus dadurch zum Einhalt.
Der Goa´uld erhob sich und kam mit langsamen, erhaben wirkenden Schritten auf sie zu. Er blieb vor O´Neill stehen. „Du bist sehr redegewandt. Mal sehen, wie sehr dir deine Zunge schmecken wird, wenn wir sie dir zum Essen vorsetzen.“ Während Xocotl diesen Satz sprach, berührte er einen kleinen Kristall auf seinem Handschuh und sein Helm faltete sich in seinem Nacken zusammen. Er schritt die Gefangenen ab und blieb vor der Außerirdischen stehen. „Na'noweia si'taia.“

Sie lächelte und spie ihm ins Gesicht. „So wie es geschrieben steht auf dem Stein des Ursprungs.“

Xocotls Augen glühten auf und er schlug ihr hart ins Gesicht. „Pa'kree? Glaubst du ernsthaft an dieses alte Ammenmärchen? Ihre Welt war leichter zu erobern, als die Höhle eines Rokscha´kos. Diese Menschen sind nichts. Eine Welt voller Hassac, die ich mir untertan gemacht habe.“

Lyzaies Augen blitzten auf und das Feuer, das in ihren rotgrünen Augen loderte, schien sogar Xocotls leicht zu verunsichern.

Der Goa´uld wandte sich ab und lief zu seinem Thron zurück. Bevor er sich wieder hinsetzte, breitete er die Arme aus. „Mid'cha, Ta´uri! Ich hatte geschworen, dass ihr dabei sein werdet, wenn eure Welt untergeht. Seht euch nun an, wie sie brennt!“

Ein Hologramm erschien in der Mitte der riesigen Halle und zeigte in schneller Folge mehrere Städte, die bis auf die Grundmauern niedergebrannt worden waren. Daniel wurde blass und aus Nicoles Augen drangen Tränen, als sie das sahen. Jacks Miene versteinerte, aber er ließ sich keine Gefühlsregung anmerken, als er die zerstörten Skylines von Chicago, New York, Los Angeles, London, Berlin und die kümmerlichen Reste des Pariser Eiffelturms erkannte.

Die Vorführung endete mit der Landung des Schiffes, auf der Ebene vor der Stadt Macchu Picchu. Xocotl grinste diabolisch. „Nun bringt die Gefangenen in das Verlies. Sie sollen noch eine Nacht darüber nachdenken, welch Unheil sie dieser Welt gebracht haben, bevor sie morgen vor aller Augen hingerichtet werden sollen.“

Obwohl Jack den niedergeschlagenen Gefangenen spielte, konnte man, wenn man genau hinsah erkennen, wie es in seinen Augenwinkeln zuckte und sich jede Einzelheit ihres Weges in sein Gehirn brannte. Als man ihnen die Aufnahmen der zerstörten Skylines gezeigt hatte, hatte sich ein Gedanke tief in seinem Gehirn festgesetzt.

Rache.

Er würde es diesem verdammten, aufgeplusterten Schlangenkopf schon zeigen. Jack musste an seine Ex-Frau Sara denken. Ob sie diesen Angriff überlebt hatte? Oder viel schlimmer, in Gefangenschaft der Goa´uld lebte? Bei der Vorstellung, dass einer von Xocotls willigen Helfern ihr vielleicht in diesem Moment einen Schmerzstab in das Genick rammte, wurde ihm übel.
Nach wenigen Minuten hielt der kleine Trupp vor einer massiven Gittertür. Ein Knarren sprengte die Stille, als die Tür geöffnet wurde.

„Könnte mal eine Kanne Öl vertragen.“

Als Antwort erhielt O´Neill einen kräftigen Stoß in den Rücken der ihn in den Raum schleuderte. Er landete unsanft auf dem Fussboden und hatte sich beim Aufprall die Lippe blutig geschlagen. Jack sah den Wächter mit seinen blauen Augen an und in seinem Blick lag die Härte und das Verlangen nach Vergeltung. „Dafür wirst du mir büßen.“ Er spuckte dem Jaffa einen blutigen Auswurf direkt vor die Füße. „Das ist ein Versprechen.“

Der Wächter grinste ihn verächtlich an und stieß als nächstes Daniel in die Zelle, dann schloss er die Tür. Jackson wirkte nervös, aber erstaunlicherweise ziemlich gefasst, als er Jack dabei half, sich aufzurichten. „Was glaubst du, wo sie die Frauen hinbringen, Jack?“
Wenn er doch nur eine Antwort gewusst hätte auf diese Frage.


***


Die Nacht brach herein, als Murdoc auf Schleichwegen das Lager der Rebellen erreicht hatte. Nachdem damals die Goa´uld das erste Mal aufgetaucht waren und ein ziemliches Chaos veranstalteten, hatten er und Face beschlossen, eine kleine Rebellengruppe zu gründen. Sie hatten dies in dem Wissen getan, dass der Trupp, der Jack und die anderen entführt hatte, nur die Vorhut gewesen war.

Ihre Truppe bestand hauptsächlich aus den Soldaten der persönlichen Präsidentengarde, die den Angriff der Jaffa überlebten. Gut fünfzig Männer und Frauen hatten sie um sich geschart und hin und wieder kamen noch welche hinzu, die es aus den Großstädten herausgeschafft hatten.

Sie hatten sich eine unterirdische Basis eingerichtet, nach dem Vorbild des Vietcong.
„Was damals gegen die USA funktionierte, funktioniert vielleicht auch gegen Außerirdische.“
Mit diesem Spruch hatte Face damals alle von dieser Idee überzeugt.

Nach über zwei Stunden anstrengendem Fußmarsch erreichte er die letzte Markierung, die ihn in die richtige Richtung wies. Wenige Minuten später spürte er den kalten Lauf einer Faustfeuerwaffe in seinem Genick. „Parole.“

Murdoc drehte sich blitzschnell herum, schlug ihm die Waffe aus der Hand und stellte sich in Pose. „Du wagst es, Captain Chaos nach einer Parole zu fragen?“

Die Wache ging dabei zu Boden und rieb sich dann das Kinn, das Murdocs Faust gestreift hatte. „Hallo, Murdoc.“

Das Mitglied des A-Teams hielt dem Mann die Hand hin und half ihm dabei, sich wieder hinzustellen. „Dir sei verziehen; nun tue deinen Job und geleite mich zu unserem weisen Führer.“


***


Templeton „Faceman“ Peck saß auf einem kleinen, selbst gezimmerten Holzstuhl und besah sich die Pläne für den weiteren Ausbau des Tunnelsystems, als die Plane, die den Eingang verdeckte, sich zur Seite schob. Face sah auf. „Murdoc …“, ein kritischer Blick seines alten Freundes erinnerte ihn daran, in welcher Rolle sich Murdoc gerade befand“, … verzeih, Captain Chaos. Wieso bist du schon hier?“

„Ich habe meinen Posten verlassen, weil eine unerwartete Wendung geschehen ist. Das Sternentor hat sich aktiviert und vier Menschen kamen hindurch.“

„Das Tor aktiviert sich einmal täglich, um diese Schlangenköpfe auszuspucken …“

„Du irrst mein Freund. Diese vier waren anders. Drei davon kennen wir. Eine sogar ganz gut. Das Tor hat Nicole, Jack, diesen Jackson und eine Frau ausgespuckt, die ich nicht kenne.“

Peck stand wie von einer Biene gestochen auf. „WAS? Wo sind sie?“

„Ich vermute, sie befinden sich in den Verließen dieser kleinen Abscheulichkeit, die sich Asmodis nennt.“


***


Daniel wäre nicht Daniel, wenn er nicht die Gunst der Stunde nutzte. Deshalb studierte er gerade eifrig die Beschaffenheit der Wände. Jack sah ihn ein wenig gereizt dabei zu. „Glaubst du, dass du einen magischen Schalter findest?“

„Du hast selbst einmal gesagt, dass jede Information wichtig sein kann. Des…“

„Schwachsinn! Das, was uns jetzt helfen könnte, wäre eine Superwaffe, mit der wir diese verdammten Hurensöhne auf ihren Planeten zurückjagen können!!“ Der angestaute Frust der letzten Wochen und Monate schien sich bei Jack einen Weg zu bahnen. Er stand auf, lief zu der Tür und trat mit voller Wucht dagegen. „Stattdessen sitzen wir wieder mal in einem stinkenden Kerker. Wissen wir wieder mal nicht, was mit den Frauen passiert! Gott weiß, was sie diesmal mit Nicole anstellen!!!“

„Jack, ich …“

„HALT DIE SCHNAUZE!!! Du hast ja nichts Besseres zu tun, als hier in der Gegend rumzustehen und sich die Wände anzusehen!!!“

„Es reicht jetzt! Glaubst du etwa, mir würde es egal sein, was passiert ist? Meine Familie, meine Freunde, einfach alle Menschen, die mir in meinem Leben etwas bedeutet haben, sind wahrscheinlich tot oder kurz davor!!! Also behaupte nicht, es wäre MIR SCHEISSEGAL!!!“

Schwer atmend und mit ihrer Wut kämpfend standen sich die beiden gegenüber.

„Hey Jungs. Immer mit der Ruhe.“

Jack und Daniel bemerkten erst jetzt, dass noch jemand bei ihnen im Verließ war. Die Stimme kam aus einer Ecke der Zelle, in der das Licht zu versagen schien.

„Wer zum …„ Jack lief mit zwei ausgreifenden Schritten in die Ecke und blieb dann wie angewurzelt stehen. „Das ist unmöglich!“

„Immer noch der gleiche alte Hitzkopf, alter Freund?“

Der Mann trat aus dem Schatten und jetzt konnte auch Daniel erkennen, wer da zu ihnen sprach. „John? John Smith? Aber wie?“

O´Neill nahm den Faden auf. „Genau. Wie? Ich habe dich sterben sehen!“

John fasste seinem alten Freund an die Schulter und bedeutete Daniel auf der kleinen Pritsche Platz zu nehmen. Der Anführer des A-Teams setzte sich auf den Boden, als die beiden Platz genommen hatten.
„Wie geht es meiner Tochter, Jack? Ich habe gehört, ihr habt dem Echsenschädel ein bisschen Ärger bereitet.“

„Ihr geht es den Umständen entsprechend, aber das ist eine längere Geschichte.“

„Die ich gerne hören würde.“

Jack zeigte mit dem Finger auf seinen Freund. „DU zuerst.“

Smith sah ihn lächelnd an und kaute, auf einem kleinen Holzstäbchen herum. „Ich denke, ich war auch tot, Jack. Diese Lichtblitze kamen direkt auf mich zu und ich spürte den Schmerz, dann war da Dunkelheit und kurz darauf ein goldenes Licht, das mich einhüllte und mir zuflüsterte“, der Blick des Mannes wirkte wie in weiter Ferne. „ Du wirst mich für verrückt halten, aber ich spürte meine Frau. Ihre Liebe und ihre Zuneigung. Dann wurde ich zurückgerissen und schlug die Augen auf. Ich lag in einem riesigen goldenen Kasten, der von innen heraus glühte und als das Glühen verschwunden war, sah ich diese unendlich hässliche Echsenfresse. Asmodis hat mich verhört. Er wollte alles über euch wissen, speziell über dich Jack. Anscheinend hast du ihn sehr in seiner Kriegerehre verletzt. Schließlich musste er wohl eingesehen haben, das aus mir nichts rauszuholen war und hat mich „zur späteren Verwendung“ hier eingebunkert.“

O´Neill wirkte nicht überzeugt, jedoch wusste er im Grunde wenig bis gar nichts über die Möglichkeiten der Goa´uld. „Du hast in der Zwischenzeit nicht zufällig herausgefunden, wie wir hier rauskommen?“

John zog den Stab aus seinem Mund, schaute ihn kurz an und warf das Ding in eine Ecke. „Eine Havanna wäre mir lieber und - nein.“

Jack zog die Augenbrauen hoch. „Dem Meister der Pläne ist noch nichts eingefallen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.“

Knirschendes Metall ertönte. Asmodis stand in der Zellentür und blickte verächtlich auf Jack. „Du!“ Seine Klauen zuckten und es wirkte, als ob sich der Hybrid nur schwer zusammenreißen konnte, sofort auf den Colonel loszugehen. „Mein Gott wünscht dich zu sehen.“

Zwei weitere Jaffa traten hinter ihm in die Zelle und legten Jack schwere Ketten an.
„Dann will ich doch mal schauen, was Kotzelchen von mir will.“

Asmodis knurrte, packte O´Neill am Kragen und zog ihn dicht an sich heran. „Deine Scherze werde ich dir mit Freuden aus deinem Rachen reißen. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag und es wird mir eine Genugtuung sein, dich so richtig schön leiden zu sehen.“

TBC
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Re: Stargate 2010- Season 1: The Journey begins

Beitrag von Brunklord » Sa 19. Feb 2011, 13:28

Stargate 2010 Season 1: The Journey Begins

E07- Zurück nach Hause

~~~


Der Raum in den Jack geführt wurde, wirkte wie eine verkleinerte Version des Thronsaals, in den man sie zu Anfang geführt hatte. Xocotl trug einen mit Metall verstärkten Lederharnisch, auf dem sein Symbol prangte. Mit dem seidenen silbernen Rock, der knapp über dem Knie endete und dem rotgoldenen Umhang, wirkte er wie ein römischer Feldherr.

Seine Augen glühten, als er Jack sah. „Ah, sehr gut.“ Der Goa´uld erhob sich und musterte den Gefangenen von oben bis unten, dann wandte er sich seinem ersten Primus zu: „Du kannst gehen, Asmodis.“

Der Hybrid wirkte erstaunt und verunsichert. „Mein Herr, ich …“

„DU SOLLST GEHEN!“, die Stimme war verzerrt. “ODER GLAUBST DU ETWA, DASS ICH, DEIN GOTT, NICHT MIT EINEM HOK´TA FERTIG WERDE?“

Der Primus verneigte sich so tief, dass Jack glaubte, er würde gleich nach vorne wegkippen.
„Nein, mein Gebieter. Natürlich nicht. Es ist nur …“

Feuer schien aus den glühenden Augen zu springen und ermahnte Asmodis dadurch, dass es von nun an besser wäre, wenn er ohne ein weiteres Wort gehen würde. Mit dem Rücken zur Tür, aber dennoch zielsicher und sich stetig verneigend verließ er den Raum.

„Du hast dein Schoßhündchen aber an der kurzen Leine, was?“

Xocotl ignorierte ihn und lief im Kreis um Jack herum. Kurz bevor er seinen „Rundgang“ beendete, berührte er einen Kristall, der in einem seiner Armbänder eingearbeitet war und ein kaum wahrnehmbares Flirren umgab ihn. „Nur für den Fall, dass du auf törichte Gedanken kommen solltest.“

O´Neill hob die Hände, die immer noch in schweren Ketten und eng aneinander gefesselt waren. „Selbst wenn, dürfte es diesmal ein wenig schwierig werden.“

Der Goa´uld lächelte. „Ich habe dich schon einmal unterschätzt. Diesen Fehler werde ich kein zweites Mal machen. Ich habe dir ein Angebot zu unterbreiten, Jack O´Neill.“

Das Staunen in Jacks Gesicht hätte nicht größer sein können, als wenn ein Kind zum ersten Mal den Magic Kingdom erblickt. „Ok, ich höre.“

„Verbünde dich mit mir, dann schenke ich dieser Welt die Freiheit und du wirst über sie herrschen, natürlich unter meine Ägide.“

„Ehm, das hat nicht zufällig was mit dieser komischen Prophezeiung zu tun, dass du mich bestechen willst, oder?“

Xocotl wirkte für einen kurzen Moment zornig und beunruhigt. Mit einem wütenden Schnauben und einer ablehnenden Handbewegung ging er zu seinem Thron zurück. „Dieses Kindermärchen ist nicht von Belang und hat schon lange seinen Schrecken verloren. Ich und die Meinesgleichen herrschen seit Tausenden von Jahren über diese Galaxis und wir werden es auch noch in Zukunft tun. Kein Wesen ist so mächtig, dass es uns vernichten könnte. Noch nicht einmal der angeblich Prophezeite.“

O´Neills Miene verhärtete sich. „Du hast Angst. Gut, nehmen wir mal an, ich würde auf das Angebot eingehen. Da ist doch noch ein Haken.“

„Es gibt keinen Haken, wie du es nennst. Im Gegenteil, dieses Angebot ist mit einer großen Ehre verbunden. Der Ehre der Implantation.“ Mit seiner rechten Hand winkte er zur Seite und daraufhin zog sich ein kleiner Vorhang zur Seite. Der Colonel sah eine durchsichtige Urne, die auf einem Podest ruhte. Das Gefäß war bis oben mit Wasser gefüllt und mittendrin schwamm etwas, das aussah wie ein Aal mit vier Flossenkämmen an jeder Seite. Zwei winzige tiefschwarze Knopfaugen saßen direkt über dem Maul, das aus vier Kiefern bestand und mit scharfen winzigen Zähnen bestückt war.

Jack räusperte sich und versuchte, sich die Abscheu nicht allzu sehr anmerken zu lassen. „Danke. Verzichte.“

Diese Ablehnung schien Xocotl wieder in Rage zu versetzen. Er schien es nicht gewohnt zu sein, dass jemand diese Ehre ablehnte. „Du wagst es? Ist dir das Schicksal deiner Welt völlig gleichgültig?“

„Oh nein, mein guter Kokatze. Aber wenn wir Menschen die Wahl haben zwischen Sklaverei und den Kampf um die Freiheit, dann wählen wir den Kampf.“

Xoctols Augen glühten auf.

„Sag mal tut das nicht weh? Oder ist das eine eingebaute Beleuchtung?“

Mit einer Schnelligkeit, die Jack nicht erwartet hatte, war der Goa´uld aufgestanden, zu ihm gekommen und hatte ihm einen derart kräftigen Schlag versetzt, dass er haltlos gegen die Tür flog.

„SCHWEIG! Du magst kämpfen wollen, aber dein Kampf wird schneller vorbei sein, als dir lieb ist und du wirst noch bereuen, dieses Angebot abgelehnt zu haben. ASMODIS!“

Die schwere Tür öffnete sich und stieß Jack in den Rücken. Er unterdrückte einen Schmerzensschrei und blickte Xocotl tief in dessen glühende Augen, während er von den Pranken des Primus hochgerissen wurde. „Ich gebe dir ein Versprechen, Xocotl. Eines Tages werde ich zurückkommen und dich umbringen.“


~~~


Einigen menschlichen Sklaven war es gestattet worden, sich nützlich zu machen in den Diensten der technischen Wartung, wie es die Menschen nennen würden. Im Grunde war es eigentlich nur Staub wischen in den Gleiterbuchten und sich quälen lassen, wenn die Jaffa mal Langeweile hatten.
Einer dieser Sklaven jedoch war nicht das, was er vorgab zu sein. Er gehörte der Rebellenorganisation an und hatte sich freiwillig für diesen Einsatz gemeldet.
Spionage in der Mitte des Feindes.
Ausloten der technischen Möglichkeiten.
Nutzbar machen der Technologie.

Man hatte ihn schon kurz nach der Ankunft der Goa´uld eingeschleust. Seit Wochen reinigte er die Kabinen der mittelgroßen Kampfschiffe. Er sah den Piloten sehr aufmerksam bei ihren Übungen zu. Die Handgriffe, die Tastfelder, die betätigt wurden, einfach alles, was er für nützlich hielt.

Der Mann war gerade dabei, die Ornamente auf einer Rettungskapsel zu polieren, als er einen kleinen schmerzhaften Stich in seinem Ohr fühlte. Man hatte ihm einen kleinen Sender implantiert, den er den Goa´uld erfolgreich als Hörgerät verkauft hatte, und dieser machte sich nun durch niedrigfrequente Stromstöße auf sich aufmerksam.

Er brachte seine Arbeit zu Ende und ging zu dem größten der anwesenden Jaffa. „Mein Herr, ich habe die Arbeiten beendet. Wenn ihr gestattet, würde ich mich nun zurückziehen.“

Der Jaffa mit dem silbernen Emblem auf seiner Stirn, sah kurz hinüber zu den Kapseln und nickte. „Geh mir aus den Augen, Mensch!“

Der Sklave zog sich unauffällig zurück und als er sich sicher war, nicht mehr in der Sichtweite eines Jaffas zu sein, beschleunigte er seine Schritte. Sein Weg führte ihn zu den Abfallkonvertern.
Die Abfallkonverter waren kleine Hochleistungsöfen, in denen die Abfälle verbrannt wurden. Die daraus gewonnene Hitze wurde durch den Konverter in Energie verwandelt und zu Nutzen der Goa´uld weitergeleitet.

Er stand vor einem dieser Konverter und schmiss den Abfall bedächtig langsam in die Öffnung.
Ein kurzes Rascheln ertönte. Kurz darauf hörte er eine Stimme flüstern: „Helft mir OBi Wan Kenobi.“

Der Mann sah sich kurz um bevor er antwortete. „Ihr seid meine letzte Hoffnung. … Murdoc?“

„Kein anderer mein Freund.“

„Was ist?“

„Du weißt über die Neuankömmlinge Bescheid?“

„Ja, sie sollen morgen hingerichtet werden. Vor den Augen der ganzen Welt. Als Mahnmal, dass sich Widerstand nicht lohnt.“

„Wir müssen sie befreien. Das sind unsere verschollenen Freunde und sie könnten Informationen haben, die wir dringend benötigen.“

„Das ist riskant, sie stehen bis zur Hinrichtung unter schwerster Bewachung. Asmodis selbst kümmert sich drum.“

„Face hat einen Plan. Wir brauchen einen dieser Al´kesh dafür. Schaffst du es, ihn in die Luft zu kriegen?“

„Ihr seid wahnsinnig!“

„Nein, ich bin nur verrückt, nicht wahnsinnig. Also, schaffst du es?“

„Sofern wir nicht in eine Kampfhandlung geraten.“

„Darauf wird es aber hinauslaufen.“

„Verdammt … ja, ich schaffe es.“

„Wann soll die Hinrichtung steigen?“

„Morgen bei Sonnenaufgang.“

„Gut. Wir werden einen Ablenkungsangriff starten. Face und ich werden mit dir gemeinsam das Schiff benutzen, um die vier zu befreien.“

„In Ordnung.“

„Wir sehen uns morgen.“

Es fing wieder an zu rascheln.

„Murdoc, warte.“

„Was?“

„Es kursiert ein Gerücht.“

„Rede schon.“

„Hannibal soll wiederbelebt worden sein und sich ebenfalls im Kerker befinden.“

Der Schock saß.

„Tschuldige Mann, aber das habe ich eben erst gehört von den Jaffa in der Bucht. Ich muss zurück, sonst fällt es auf.“ Mit diesen Worten wandte sich der Sklave ab.

„Harkness. Warte. … Verdammt.“ Murdoc zog sich wieder zurück.


~~~


Trotz der Schmerzen, die Jack empfand, war es ihm nach einiger Zeit endlich gelungen, einzuschlafen. Doch diese Ruhe sollte nur von kurzer Dauer sein. Er hörte die Schritte der Jaffa in ihren schweren Stiefeln und das Geklirre von Ketten.

Er öffnete die Augen und hätte es ein Fenster oder eine Öffnung gegeben, die nach draußen führte, hätte er die ersten Anzeichen einer aufgehenden Sonne bemerkt. O´ Neill richtete sich ächzend auf und ignorierte die Schmerzen, die in seinem Rücken wieder aufzukeimen drohten. Die Wucht des Schlages, den Xocotl ihm gestern zugefügt hatte, hinterließ anscheinend mehr Spuren, als er bereit war zuzugeben.

Daniel stand zusammen mit Hannibal neben der Tür und blickte fragend zu ihm herüber. Mit einem Kopfnicken gab er ihnen zu verstehen, dass er für jede auch immer geartete Aktion bereit wäre.
Wenige Sekunden später stand Asmodis vor der Zelle. „Mein Gott hat euch die Gnade einer letzten Mahlzeit gewährt. Nehmt euch diese Chance nicht, indem ihr unüberlegt handelt. Denkt auch an die Frauen, die sich in der Gesellschaft meiner Soldaten befinden und diese genießen.“ Das süffisante Grinsen, das der Unas-Hybrid trug, ließ sein Gesicht noch diabolischer wirken als sonst.

Kaum, dass der Primus die Zelle geöffnet hatte, stürzte sich John auf ihn und fing an, ihn mit Schlägen zu traktieren. „Du Bastard! Wo ist meine Tochter?“

Asmodis wandte sich unter den Schlägen des Mannes weg und nahm diesen in den Würgegriff. „Ein Vater, der seine Tochter verteidigt. Das ehrt dich; deswegen sei dir gesagt, dass es ihr noch gut geht und wenn du ihr die letzten Stunden ihres Lebens nicht noch zur Hölle machen willst, solltest du die Ehre des Mahles genießen und euch auf euren gemeinsamen Tod freuen.“

Der Primus ließ den Mann wieder los, machte ihm jedoch mit der Klaue an seiner Waffe deutlich, dass er bereit war, diese gegebenenfalls auch einzusetzen.
Für den Augenblick gab sich Nicoles Vater geschlagen und gesellte sich zu den Anderen.
Mit einem Wink bedeutete Asmodis einem draußen stehenden Sklaven herein zu kommen. Der Sklave trug ein Tablett mit drei Schüsseln, in dem sich der Inhalt noch zu bewegen schien.

„Wenn ich mir das Zeug so ansehe, frage ich mich, ob es nicht doch besser wäre, gleich zur Hinrichtung zu gehen.“ Misstrauisch steckte Jack einen Finger in die graue Masse. „Ist noch warm.“

Smith nahm sich eine Schüssel und begann zu essen. „Keine Sorge, alter Freund. Es sieht scheiße aus, schmeckt aber ganz gut … Hoppla.“ Der Grund für die Verwunderung war ein kleines Objekt gewesen, das wie ein zusammengeschnürtes Lederpäckchen aussah, „Was haben wir denn da?“ John nahm das Ding an sich und ließ sein letztes Mahl links liegen. Mit den Fingerspitzen öffnete er die Verschnürung und entfaltete ein kleines, aus gegerbtem Leder bestehendes Rechteck von vier mal acht Zentimetern Länge. Darauf stand etwas geschrieben.

„Werte Freunde,
seihet gewiss, dass wir euch nicht vergessen haben und bereit sind, euch aus den Fängen der Bösen zu befreien. Haltet euch bereit.
Captain Chaos und sein getreuer Gehilfe Faceman“

Nachdem er es eingehend studiert hatte, reichte er es an Jack und Daniel weiter. „Seht ihr, auf mein Team ist halt Verlass. Ich liebe es einfach, wenn ein Plan funktioniert.“

Jacks Mimik zeigte Anzeichen von Heiterkeit und wieder ein wenig Zuversicht. „Pures Glück, Smith. So weit voraus kannst sogar du nicht planen.“

Der Anführer des A-Teams antwortete lediglich mit einem fetten Grinsen.


~~~


Das Dunkel der Nacht wurde langsam aber sicher von einem leichten roten Schimmer zerteilt, als sich drei, wie Sklaven gekleidete Menschen in den Hangar des Mutterschiffes begaben. In Grundzügen war das, was sie vorhatten, ziemlich einfach, zumindest klang es so.

Wachen ausschalten.
Schiff klauen.
Freunde befreien.

Sie wurden nur deshalb von den Jaffawachen nicht aufgehalten, weil der Größte von ihnen Sachen besorgt hatte, die sie als Reinigungs- und Dienstsklaven für den Schiffsbereich auswiesen.

Am Anfang war es für einen kurzen Moment kritisch geworden, als sie einem Jaffa begegneten, der seine Pflichten ein wenig zu genau genommen hatte. Faceman hatte ihn aber sofort in einem unbeobachteten Moment mit einer Zat ausgeknockt und desintegriert. „Ich liebe dieses Ding“, hatte er seine Tat augenrollend dokumentiert.

Nun standen sie direkt vor dem Schott, der sie in das Innere eines Al´keshs bringen sollte. Jack Harkness, von dem Face eigentlich nicht viel mehr wusste, als dass er gegen die Goa´ulds und wahrscheinlich Amerikaner war, zog einen kleinen Kristall unter seinem Sklavenumhang hervor. Über seine Vergangenheit hüllte sich der knapp 1,90 große Mann mit den dunklen Haaren und der Vorliebe für amerikanische Militärmäntel aus den 40ern und 50ern in tiefstes Schweigen.

Aber seine Begabung, technische Dinge zu erfassen, zu kapieren und zu nutzen, hatte ihn geradezu prädestiniert, für die Rebellen zu spionieren.

Harkness hielt den Kristall vor einen kleinen, grünlich schimmernden Sensor und ohne merkliche Zeitverzögerung zog sich das Schott vor den drei Menschen zurück. Mit einem schwer zu definierenden Grinsen hielt er einen Arm in das Schiff hinein. „Bitte die Herrschaften einzutreten.“

Nach Murdocs Meinung blieb der Blick des Spions eine Spur zu lang auf Facemans Hintern gerichtet, aber angesichts der brisanten Lage enthielt er sich vorerst eines dummen Kommentars, der ihm schon auf der Zunge lag.


***


Die drei Männer waren mit schweren Ketten aneinander gekettet, als sie an einer Gangkreuzung von Asmodis aufgehalten wurden. „Wir wollen doch eure zwei bezaubernden Weiber nicht vergessen.“

Kurz darauf nahmen sie Geräusche aus dem Gang linkerhand war, der ihren kreuzte.
„Jaffa! Kree!“ Die Jaffa, die die beiden Frauen begleiteten, liefen ein wenig schneller.

Nicole sah zu ihnen herüber. Man hatte ihr anscheinend die Qual einer Folter erspart. Äußerlich wirkte sie unversehrt, genau wie Lyzaie, die ihr dichtauf folgte. Ihre Augen weiteten sich, als sie den dritten Mann sah und erkannte. Sie vergaß die Jaffa, die Ketten, die mit ihrem Gewicht an ihr zogen und rannte zu John Smith, ihrem Vater.

Irgendwie schafften sie es, sich in den Arm zu nehmen. „Dad …“, Tränen rannen über die Wangen der blonden Frau, „ ich habe gedacht … du ... du …“

Ihr Vater lächelte. „Berichte über meinen Tod sind weit übertrieben und entsprechen nicht der Wahrheit.“ Auch bei dem hartgesottenen Veteranen zeigten sich Anzeichen der Rührung.

Der Hybrid baute sich vor ihnen auf. „Wie rührend. Im Tode wieder vereint.“ Er zerrte an Nicole und schob sie zu Lyzaie zurück.

John sah ihn durchdringend an. „Wenn du meine Tochter …“ Den Rest ließ er unausgesprochen, was der Primus mit einem süffisanten Grinsen beantwortete.

Mit einem kräftigen Stoß in den Rücken wurde ihnen bedeutet, dass sie weiter gehen sollten.


***


Seite an Seite wurden sie durch ein kleines Tor auf die große Ebene geführt, auf der sich auch das Sternentor befand. Vor dem Tor selbst stand Xocotl in seiner ganzen Pracht; seine Augen waren glühend auf den kleinen Trupp Menschen gerichtet. Anscheinend konnte der angebliche Gott selbst es nicht mehr erwarten, diese Menschen sterben zu sehen. Asmodis verband die Ketten der fünf Personen miteinander und bündelte sie zu einem massiven Strang, an denen er sie weiter vorwärts zog.
Wenige Meter vor Xocotl blieb er stehen. Im Boden war eine Öse eingearbeitet, an der der Hybrid die große Kette befestigte. Anschließend lief er zu seinem Herrn und ließ sich von diesem eine Stabwaffe geben.

Jack bemerkte, dass es sich dabei um eine ihrer eigenen Sodanwaffen handelte.
Drei Jaffa hatten sich hinter den Gefangenen aufgestellt, ein jeder von ihnen mit einer weiteren dieser kleinen Stabwaffen ausgerüstet.

„Unser Goldjunge hält es wohl für witzig, dass wir durch unsere eigenen Waffen sterben.“

„Sieh es positiv, Jack. Du wirst die Dinger bald zurück haben.“

O´Neill ließ seinen Blick über die versammelten Jaffa schweifen. „Ich will ja nicht drängeln, aber deine Jungs könnten sich ruhig mal beeilen.“

„O´Neill. Sieh dort.“ Lyzaie deutete mit einem Nicken in Richtung des Mutterschiffes. Aus einem der Hangars löste sich ein größerer Punkt, der stetig näher kam. Einige der Krieger bemerkten es ebenfalls und fingen an, unruhig zu werden.

Nicole spannte ihre Muskeln an. „Das Ding gehört anscheinend nicht zum Programm.“

Die Unruhe breitete sich immer weiter aus und Asmodis fing hektisch an, seine Leute zusammenzuschreien und zur Disziplin zu rufen. In Xocotls Blick mischte sich Ratlosigkeit und Wut. „Asmodis! Kree! Ha´sak!“

Der Primus ließ augenblicklich von seinem Tun ab, umklammerte die Waffe und richtete sie auf die Gefangenen. Bevor er jedoch einen Schuss abgeben konnte, schlugen Energiesalven unmittelbar neben ihm ein und schleuderten ihn zur Seite.

Der Goa´uld gab ein gutturales Brüllen von sich und berührte sein Handgelenk, woraufhin er und der Hybrid in einem blauweißen Ring verschwanden.

Das Schiff war inzwischen direkt über ihnen und feuerte weiter in die Masse der Krieger. Nur die wenigsten schossen zurück, doch die Salven prallten von einem Energieschirm ab. Eine Luke öffnete sich an der Unterseite und zwei Männer seilten sich ab.

„Dad, das sind Face und Murdoc!“

Die beiden Männer lösten sich von ihrem Seil und rannten zu den Gefangenen. Murdoc sammelte die Sodanwaffen ein und betrachtete eine von ihnen sehr eingehend. „Nette kleine Feuerwaffen für Captain Chaos.“

„Murdoc, würdest du bitte. Wir haben es eilig.“ Face deutete auf die Ketten.

„Oh, verzeiht.“ Er aktivierte die Waffe und schoss auf die Verschlüsse der Ketten. Kaum, dass er seine Fesseln los war übernahm John das Kommando. „Los kommt, ab ins Schiff und dann nichts wie weg hier.“

Nach der anfänglichen Verwirrung hatten sich nun doch immer mehr Jaffa dazu entschlossen, ihre Waffen einzusetzen. Hinzu kam, dass das Mutterschiff ebenfalls das Feuer eröffnet hatte.

Aus einem Funkgerät, das Murdoc an seinen Gürtel geklemmt hatte, drang Harkness Stimme. „Ihr solltet euch beeilen. Diese Kiste hält nicht mehr lange.“

Gemeinsam rannte sie zu den Seilen. Nur Lyzaie blieb auf halbem Weg stehen. O´Neill bemerkte es aus den Augenwinkeln und drehte sich zu ihr um. „Was ist los?“

„O´Neill. Wenn du deiner Welt wirklich helfen willst, dann müssen wir wieder durch das Tor zurück!“

„Spinnst du?“

„Denk nach. Die Menschheit kann sich alleine nicht gegen die Goa´uld halten. Wir brauchen Verbündete und bessere Waffen und die finden wir dort draußen!“

Jack brauchte gar nicht zu überlegen; er musste sich eingestehen, dass sie Recht hatte. „Wir haben keinen Controller. Also hat sich die Sache sowieso schon erledigt.“

Sie griff hinter ihren Rücken und zog das gesuchte Gerät hevor. O´Neill seufzte. „Ich will gar nicht wissen, wo du das die ganze Zeit versteckt hast.“ Sein Kopf wandte sich Daniel zu und sah ihn fragend an. Der Archäologe nickte nur. Er würde folgen, egal wohin. „Also gut.“ Kaum, dass er es gesagt hatte, aktivierte die Kriegerin das Sternentor.

John, der alles mitbekommen hatte, kam zu seinem Freund. „Murdoc, gib ihnen ihre Waffen.“

Die Salven der Energielanzen schlugen rings um sie ein. Das Kampfschiff, das das Team erobert hatte, deckte das Sternentor und erwiderte das Feuer. Lange konnte es sich nicht mehr halten. Die Geschütze des Mutterschiffes taten ihr Übriges dazu, den Schutzschirm zu schwächen.

Jack und John wussten, dass ihnen nur noch Sekunden blieben. Der Vortex war aktiviert.
"O´NEILL!!! Wir müssen weg!!!" Lyzaies Stimme drang fordernd und ängstlich zugleich. Jack sah seinem alten Freund tief in die Augen. "Wir werden zurückkommen. Das verspreche ich dir. Wir werden nicht eher ruhen, bevor wir eine Möglichkeit gefunden haben, diese Schlangenköpfe von hier zu vertreiben."

"Ich weiß, Jack. Aber ihr müsst." Smith gab eine Salve ab, die einem zu nahe gekommenen Jaffa die Brust perforierte. "... und nimm Nicole mit!"

Seine Tochter wirbelte herum. „Nein, Dad!"

John seufzte und für einen Sekundenbruchteil schien die Welt still zu stehen. "Nicole, du musst. Da draußen kannst du mehr ausrichten als hier."

"Dad ...", ihre Stimme versagte.

Der Colonel gab seiner Tochter einen Kuss auf die Stirn. „Pass auf Jack auf." Dann drehte er sich um und rannte zu dem Schiff zurück. Die Mündung seiner M16 loderte bei jedem Schritt auf.

Nicole fühlte sich unendlich leer, als sie von Jack mitgerissen und durch das Sternentor gestoßen wurde.


Ende
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

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