Stargate- The Chronicles of SG9 *Complete Collection*

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Brunklord
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Stargate- The Chronicles of SG9 *Complete Collection*

Beitrag von Brunklord » Di 5. Okt 2010, 15:12

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Büro von General O´Neill, 13.11.2004

Der Schreibtisch war voll mit Papierkram, Missionsberichte, Beschwerden aus der Kantine und noch einiges mehr mit dem sich Jack befassen wollte, als es an der Tür zu seinem Büro klopfte. Er hieß diese Ablenkung willkommen, weshalb sein „Herein“wie aus der Pistole geschossen kam. Durch die Tür trat ein dunkel blonder, leicht untersetzter Mann mit den Insignien eines Lt. Col..
>>Lieutenant Colonel Smith meldet sich zum Dienst, Sir!<<
>>Setzen sie sich Colonel Smith.<< Jack wühlte sich durch den Berg aus Papier und hielt dann die Akte seines Gegenüber in Händen.
>> Wie ich sehe sind sie von den Special Forces zu uns versetzt worden. Sie wissen um was es sich bei dem Projekt handelt?<<
>>Ich wurde bereits über den Sinn und Zweck dieser Einrichtung und ihrer Bedeutung unterrichtet, General. Man teilte mir ebenfalls mit das ich das Kommando über ein Team übernehmen soll.<<
>>Das ist korrekt. Sie erhalten den Befehl über SG-9, dessen CO leider bei einem Einsatz ums Leben kam. Ich hoffe es macht ihnen nichts aus, das sie der einzige Mann in dieser Einheit sein werden.<<
Über Jacks Gesicht stahl sich ein Lächeln, als er sah wie die Farbe aus dem Gesicht des Colonels wich.
>>Der Einzige Mann, Sir? Äh… << Ein Räuspern erklang aus der Kehle von Smith. >> Nein, natürlich nicht.<<
Der General griff zum Telefon.
>> Sgt. Davis, lassen sie SG-9 in den Besprechungsraum kommen.<< Zu Colonel Smith gewand sagte er.“ Na, dann stell ich ihnen ihr Team mal vor.<<
Einige Minuten später steckte Sgt. Davis seinen Kopf durch die Tür.
>> SG-9 ist angetreten, Sir.<<
General O´Neill und Colonel Smith erhoben sich und gingen in den Besprechungsraum. Der General fing an die drei anwesenden Frauen vorzustellen.
>> Colonel, das ist Captain Nicole Kowalskey, Captain Janine Borows und Lieutenant Cassie Winters. Ladies, das ist Colonel John Smith, ihr neuer CO. <<
John schluckte hörbar. Die Frauen die zukünftig zu seiner Einheit gehören sollten, hätten seiner Meinung nach locker jeden Schönheitswettbewerb gewinnen können.
Captain Kawalsky und Lieutenant Winters entpuppten sich als knapp 1,70 große Blondinen, aus deren Augen Entschlusskraft und Durchsetzungsvermögen sprach, die jeden Marine Angst eingejagt hätten. Das gleiche galt auch für Captain Borows, nur das sie rote Haare hatte.
>>Nun dann lass ich sie mal allein, damit sie sich besser kennen lernen können.<< Als Jack an Smith vorbei wollte, meinte er noch leise zu ihm. >> Sehen sie zu das sie die Ladys immer heil nach Hause bringen, und passen sie auf das ihnen das Blut in den Kopf schießt und nicht… na ja, sie wissen schon.<< Den Kopf des Colonels, nach diesem Kommentar, hätte man in dem Moment wirklich mit einer vollreifen Tomate vergleichen können.

Besprechungsraum, 14.11.2004

Die Mitglieder von SG9 erhoben sich und salutierten als General O´Neill den Raum betrat.
>> Setzen sie sich. Ich weiß das ich ihnen gesagt hatte das sie noch ein paar Tage Zeit hätten sich gegenseitig kennen zu lernen, aber ist leider ist ein Notfall eingetreten, und sie sind das einzige Team das zur Verfügung steht.<<
Col. Smith wandte sich an Jack. >> Sir, ich glaube ich spreche für alle anwesenden hier, wenn ich sage das wir bereit sind und ich denke das bei unserer Zusammenarbeit keinerlei Schwierigkeiten auftreten werden., Sir.<<
>>Gut. Genau das wollte ich hören. Ihre Mission führt sie auf den Planeten P3X116. Wir haben vor drei Tagen SG-6 auf den Planeten geschickt um erste Messungen und Erkundungen durchzuführen. Die letzte Meldung die wir erhalten haben ist jetzt 12 Stunden alt. Sie besagt das SG6 auf Einheimische gestoßen ist und das SG6 Kontakt zu diesen Einheimischen aufnehmen wollte. Leider haben wir seit dieser Meldung nichts mehr gehört und ich fange an mir Sorgen zu machen. Ihr Befehl lautet das sie um 1200 zu P3X116 aufbrechen und herausfinden was mit SG6 passiert ist. Gehen sie keinerlei Risiko ein, wir können es uns nicht leisten noch ein Team zu verlieren, sollten sie auf Feindkontakt stoßen, kehren sie umgehend durch das Gate zur Erde zurück. Haben sie verstanden?<<
Das >>Verstanden, Sir!<< kam aus allen vier Mündern gleichzeitig.

P3X116, 13.11.2004

Er konnte es sehen, das Tor aus dem die fremden gekommen sind. Die Lichter am Ring blitzten auf, und kurz danach entstand das, was aussah wie Wasser, aber kein Wasser war.
Als er dann sah, das aus dem Kreis vier Menschen traten, die genauso aussahen wie die Fremden bekam er es mit der angst zu tun und lief davon, was er in dem Moment nicht ahnen konnte war das er kurze Zeit später selbst zu dem wurde, was die Fremden Zombies genannt haben.

Col. Smith trat aus dem Ereignishorizont. Das erste was er sah war Wald nix als Wald. Der erste Gedanke der ihm kam, ist wohl bei allen neuen SGC- Mitgliedern derselbe.. „ Bin ich hier wirklich auf einem anderen Planeten?“
Er drehte sich zu Lt. Winters, die auch gerade eben aus dem Horizont trat.“ Winters, versuchen sie einen Kontakt zu SG6 herzustellen. Cpt. Borow sichern sie die Umgebung und Kowalskey versuchen sie anhand der UAV Daten den weg zu diesem einheimischen Dorf festzulegen, von dem Maj. Samuels berichtet hat.“
Einige Minuten später kam Borow zurück, „ Sir! Da hinten am Waldrand liegt eine Leiche.“
Col. Smith nahm die P90 in Anschlag und lief zusammen mit dem Captain zu der angegebenen Stelle.
Die Leiche entpuppte sich als Einheimischer, menschenähnlich, der einzige Unterschied ist eine extreme Knochenwölbung, direkt über dem Nasenrücken. Das Bein des Toten fing an sich zu bewegen und berührte leicht den Fuß des Col., der darauf mit erhobener Waffe zur Seite sprang „Cpt. Ich dachte der wäre tot?“ Borows, die ebenfalls erschrocken zur Seite gesprungen war, „ Da bin sogar ziemlich sicher, Sir! Ich habe es selbst überprüft“
„Und warum bewegt er sich noch….. !!!!!!“
In dem Augenblick begann sich der ganze tote Körper wieder zu bewegen, unbeholfen zwar, aber er machte definitiv Anstalten aufzustehen.
„FUCK!“ Der Lauf von Smiths P90 spie daraufhin alles aus, was das Magazin hergab.
„Mist! Das ist nicht wahr der bewegt sich immer noch.“ Smith griff zum Funk, kurz bevor er sein Team anfunke konnte, hörte er Schussgeräusche aus dem Mikro, kurz darauf kam dann die Meldung:“ Lt. Winters an Col. Smith, das Gate ist umzingelt von den einheimischen Lebensformen. Sie sind bewaffnet, wir haben schon geschossen, aber die Kugeln zeigen keine Wirkung. “
„Lt. Winters, ziehen sie und Cpt. Kowalskey sich zur Baumgrenze zurück, wir treffen sie dort.“
„Verstanden, Sir!“




P3X116, 14.11.2004, 1215

Die Mitglieder von SG9 trafen zeitgleich an der Baumgrenze ein. „Wir flüchten in den Wald, und suchen uns ein Versteck. Los!“ Sie rannten durch das Unterholz, die Zweige peitschten ihnen ins Gesicht. Die Gedanken der Flüchtenden drehten sich in dem Moment nur noch darum „Bloß weg hier…“
Lt. Winters versuchte im Rennen sich ein paar Blätter aus dem Gesicht zu wischen, die der letzte Ast hinterlassen hatte. Dadurch sah sich sie nicht die aus dem Erdreich herausragende Wurzel. Später hätte sie schwören können das sie das Fußgelenk knacken gehört hat, als sie der Länge nach hinfiel. Cassandra stieß einen Schmerzensschrei aus, der die anderen innehalten ließ. Col. Smith kam auf sie zugerannt.
„Was ist passiert, Lt.?“
„ Ich war unachtsam und bin gestürzt, Sir.“
„Können sie aufstehen?“
Winters versuchte aufzustehen. Als sie den Fuß belastete, raste der Schmerz mit voller Wucht durch sämtliche Nervenzentren.
„Es tut mir leid, Sir. Es geht nicht, sie müssen mich hier lassen.“
„NEIN! Borows, kommen sie her!“
Cpt. Borows und der Colonel nahmen Lt. Winters unter die Arme und setzten den Weg fort.
Nach einer Weile hielten sie inne… „ Kowalskey. Können sie unsere Verfolger noch sehen?“
Der Captain ging ein Stück zurück, nahm ihr Fernglas aus der Weste… „niemand zu sehen.“
„Gut. Ich sehe dort vorn etwas, was wie eine Ruine aussieht, wir sehen uns dort mal um.“
Die Augen des Colonel hatten ihn nicht getrübt. Als sie sich dem Objekt näherten, stellte es sich wirklich als eine alte Ruine heraus. Von der Form her war es früher mal vielleicht eine Unterkunft, oder eine Art Schuppen.
Smith und Borows ließen Winters langsam auf den Boden sinken. Der Col. Ging in das Gebäude und kam kurz darauf wieder heraus „scheint sicher zu sein, wir verschanzen uns hier und warten die Nacht ab, ich denke das jeder von uns ein bisschen Ruhe gebrauchen kann. Kowalskey, verarzten sie Lt. Winters. Ich halte die erste Wache, Borows sie die zweite und dann Kowalskey. Alle vier Stunden ablösen.“
Die drei Frauen begaben sich in den Schutz der Ruine während der Col. Smith seine Wachposition bezog.

SGC, Kontrollraum, 14.11.2004, 1330

Seargant Walter Harriman Davis tat das was er immer machte, als O´Neill hinter ihn trat.
„Chevron 7 aktiviert. Wurmloch zu P3X116 stabil.“
„Versuchen sie Funkkontakt zu SG9 herzustellen.“
„SGC an SG9! Bitte melden!”
“ Col. Smith hier.“
Jack trat zum Mikro.
„Was zur Hölle ist das los? Sie sollten sich bereits vor einer Stunde melden!“
„Das hätte ich auch gern getan, aber wir sind in eine Falle der Einheimischen geraten. Sie hatten das DHD samt Gate blockiert, bevor wir zurückwählen konnten.“
„Irre ich mich, oder waren sie bewaffnet, als sie uns verließen?“
„Durchaus, Sir. Ich habe ein ganzes Magazin in einen von diesen Typen reingejagt, es hat ihn nicht sonderlich beeindruckt. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, war er munter damit beschäftigt uns zu verfolgen.“
„For cryin out loud! Wollen sie mich verarschen?”
„ Nein, General. Sie können sich gerne die Ereignisse von Cpt. Kowalskey und Borows bestätigen lassen.“
„Was ist mit Lt. Winters?“
„Winters ist auf der flucht gestürzt und hat sich den Fuß angebrochen. Sie steht momentan unter schmerzstillenden Beruhigungsmitteln. Wir haben uns in einer Ruine im Wald verschanzt und warten den Sonnenaufgang ab, der Tag hier scheint nicht sehr lang zu dauern, bevor wir weitere Schritte unternehmen.“
„Ich schicke ihnen SG1 zur Verstärkung.“
„Negativ. Eindeutig Negativ! Sir. Diese Wesen befinden sich sehr wahrscheinlich immer noch in der Nähe des Stargates, die Gefahr das Colonel Carter in einen Hinterhalt gerät wie wir ist zu groß.“
„Wir schicken einen MALP durch, um uns Klarheit über die Lage am Gate zu beschaffen. Halten sie ihre Position und warten sie weitere Befehle ab.“
„Verstanden, Sir!“
Jack wandte sich an Sgt. Siler der neben ihm stand.
„ Sie haben es gehört. Ich will einen MALP. Am besten vor 5 Minuten.“

Kontrollraum, 1333

Es dauerte keine drei Minuten bis die Sonde den Rampenaufstieg zum Wurmloch hinaufrollte. Die Blicke von Jack, Sam, Daniel und Teal´c, die eben gerade in den Kontrollrum erschienen sind, waren gebannt auf den Übertragungsmonitor der MALP-Kamera gerichtet.
Von Walter hörte man…
„ MALP erreicht P3X116 in 5, 4, 3, 2… Sonde passiert Wurmloch.“
In dem Moment stabilisierte sich das Bild auf dem Monitor, und das was die Kamera zeigte war nicht gerade dazu angetan die Laune der Anwesenden zu heben. Jack griff erneut zum Mikro.
„Colonel?“
„Ja, Sir.“
„Es ist noch schlimmer als angenommen. Diese Zombies halten eine Art Volksfest vor dem Tor ab. Da kommt keiner durch. Wir lassen uns was einfallen und melden uns bei ihnen. Halten sie durch!“
Die Niedergeschlagenheit war dem Colonel richtig anzuhören als er meldete…
„SG9 Verstanden. Over and out.“
Das Wurmloch schloß sich wieder. Zu Carter meinte Jack…
„Dann strengen sie ihren Grips mal an, wie wir unsere Leute ohne große Verluste da rausholen können.“

P3X116
Kurz nachdem der Kontakt zum SGC abgebrochen war, trat Borows aus der Ruine.
„Sir, war das General O´Neill?“
„Ja. So wie es aussieht haben diese Viecher das Gate regelrecht umzingelt, so das keiner mehr durchkommt. Wir sitzen in der Falle. „
„ Was nun, Sir?“
„Ich weiß nicht wie es ihnen geht. Aber ich habe keine Lust hier rumzusitzen und darauf zu warten das uns diese Untoten finden. Wir sind hier um nach zu forschen, was mit SG6 passiert ist, und genau das werden wir auch tun. Konnte die Position des Dorfes bestimmt werden?“
„Ja, Sir. Es ist grade mal knapp eine Meile entfernt.“
„Sehr gut. Da die Tage und Nächte hier ja anscheinend nur sehr kurz sind, warten wir bis die Sonne aufgeht und erkunden das Dorf. Es muss einen Hinweis geben was mit Major Samuels und seinen Leuten passiert ist.“
„Wir können Cassandra, ehm… Lt. Winters nicht alleine lassen. Und überhaupt können wir sie so nicht transportieren. Allein der Weg hierhin, hat den Bruch noch verschlimmert, soweit ich das beurteilen kann.“
„Gut. Dann bleiben sie bei Winters. Kowalskey und ich werden das Dorf übernehmen. Sie werden dann in der Zwischenzeit eine Trage für Winters bauen“
„Verstanden, Sir. Wenn ich anmerken darf, sie sollten sich auch etwas hinlegen, sie sehen erschöpft aus.“
„ Es geht schon, es reicht, wenn sie mich in einer Stunde ablösen.“
„Sir. Ich sehe es ihnen an. Ich habe mich bereits ausgeruht und werde sie nun ablösen. Ich wecke sie, wenn die Sonne aufgeht, sie wissen das ich Sanitäter bin und es ihnen zur Not befehlen könnte?“
Der Blick den der Colonel seinem Captain zuwarf hätte vielerlei bedeuten können.
Ein Stöhnen entrang sich seiner Kehle, und ein Lächeln stahl sich auf seine Wundwinkel.
„Die Air Force und ihre Regeln, dagegen müsste es ein Gesetz geben. Na gut, Captain. Überredet.“
„ Geht doch, Sir.“, erwiderte Borows während sie die P90 kontrollierte und dem Colonel hinter her sah, wie er sich in die Ruine zurückzog.

P3X116, Sonnenaufgang

Borows kam in die Ruine. Winters war noch betäubt von den Schmerzmitteln und Kowalskey versuchte ein Feuer anzuzünden, während sie sich zum schlafenden Colonel beugte.
„Sir. Aufstehen. Die Sonne ist aufgegangen.“
Der Augenblick und das Gefühl noch in der Welt zwischen Traum und Wirklichkeit gefangen zu sein, war bei Smith schnell vorbei.
„Ich bin wach. Irgendwelche besonderen Vorkommnisse?“
„Nein Sir, alles ruhig. Schon zu ruhig für meinen Geschmack. Ich habe Kowalskey bereits über unseren Plan informiert, sie versucht gerade Kaffee zu machen.“
„Sehr gut. Wie sieht es aus Captain, klappt das mit dem Kaffee?“
„Wenn ich hier irgendwie ein Feuer zustande kriegen würde, schon. Aber die Scheiße ist zu feucht. Sorry, Sir.“
„ Schon gut. Wir sind alle ein bisschen nervös. Ok, Aufbruch in 5 Minuten. Es läuft wie besprochen.“
„Ja, Sir.“
„Ja, Sir.“

P3X116, einheimisches Dorf

Der Colonel und Captain Kowalskey hatten sich dem Dorf vorsichtig genähert. Es kam fast einem Wunder gleich das sie nicht von den Einheimischen entdeckt wurden, die in der Nähe der Ortschaft, eine Art Streife durch den Wald vollzogen. Nur mit Mühe und Not sind sie knapp an zwei Zusammentreffen mit den Zombies vorbeigeschlittert und hielten sich nun hinter einer Anhöhe, die zwischen zwei Hütten lag, und gute Aussicht nach allen Seiten bot, ohne dabei sofort selbst gesehen zu werden, versteckt. Col. Smith beobachtete durch sein Fernglas den Platz in der Mitte des Dorfes. Die Wesen schienen sich fast alle um eine Grube zu versammeln in der es von überdimensionalen Maden nur so wimmelte. Er reichte das Glas an Captain Kowalskey weiter.
„Sind das Goa´uld Larven in der Grube?“
Nicole nahm ihm das Gerät ab und setzte es an ihre Augen.
„Nein, Sir. Obwohl eine Ähnlichkeit besteht. Ich hab keine Ahnung was das für Dinger sind.“
Sie beobachtete das Geschehen weiter, als plötzlich ein Schrei zu hören waren, der eindeutig menschlichen Ursprungs war.
„Sir. Dort an der kleinen Hütte, das ist Major Samuels.“
Er nahm ihr das Fernglas ab.
„Die bringen ihn zur Grube. Was zum Teufel… ? Sie wollen ihn da rein stoßen. Wir müssen…“
Gerade als der Colonel aufspringen wollte, hielt ihn der Arm des Captains zurück.
„Sir, wir können ihm nicht helfen. Es sind zu viele.“
Man sah dem Colonel die Qual in den Augen an, einen Kameraden im Stich zu lassen. Aber Kowalskey hatte recht. Jetzt was zu unternehmen, wäre einem Selbstmord gleichgekommen.
So nahm er das Fernglas wieder an sich und beobachtete weiter das Geschehen.
Die Außerirdischen stießen Samuels in die Grube. Sie schien nicht sehr tief zu sein, den er versank nicht ganz in dem Gewimmel von diesen Dingern. Es gelang ihm sich aus der Grube zu befreien, aber es brachte ihn nicht weit, diese Maden waren überall an seinem Körper und begannen sich in seinen Körper hinein zu fressen. Einige Meter von der Grube entfernt brach Samuels dann schließlich zusammen. John konnte sehen wie sich die Würmer unter der Haut bewegten. Gerade als er das Fernglas wieder runternehmen wollte, fing Samuels wieder an sich zu bewegen.
„Sehen sie sich das an, Captain. Genau wie der Eingeborene den wir gefunden haben.“
Kowalskey sah durch das Glas.
„Diese Wesen scheinen, ähnlich wie die Goas, den Körper als Wirt zu benutzen, nur das sie wohl mehrere Wesen benötigen um die Kontrolle zu erhalten. Der Wirt scheint durch den Schock der Übernahme zu sterben, wird aber von diesen Wesen reanimiert, sobald die Übernahme abgeschlossen ist. Und diese Wesen scheinen nicht sehr schlau zu sein.“
„Wieso meinen sie das, Captain.“
„na ja, ganz einfach. Die Übernommenen sind nur mäßig reaktionsschnell, aber die Bewegungen der Körper sind teilweise sehr unbeholfen. Es kommt mir fast so vor, als ob sie… sie… verhalten sich wie Drohnen die von etwas gelenkt werden.“
„Sie glauben da gibt es so was wie eine Mutter, eine Königin die diese Dinger lenkt und die anscheinend im Prinzip nicht mehr Intelligenz hat wie ein 5jähriger?“
„Anzunehmen, Sir.“
„Soll mir egal sein. Wir kehren zur Ruine zurück sammeln Winters und Borows ein und versuchen hier weg zu kommen. Ich denke das General O´Neill sich bald wieder melden wird. „
Auf dem Weg zurück zu ihrer Unterkunft kam Kowalskey eine Idee.
„Sir. Ich glaub ich weiß wie wir rauskommen können.“
„Nur zu Captain, lassen sie sich nicht aufhalten.“
„Dazu bräuchten wir aber Unterstützung durchs SGC. Wir könnten mehrere MALPS mit Bomben, voll mit konzentriertem Napalm durchs Tor schicken. Die Sonden, die von den Wesen hoffentlich nicht beachtet werden, strategisch platzieren und dann zünden. Das was nach dieser Feuersbrunst übrig bleibt, dürfte uns kaum nennenswerten Widerstand leisten.“
„Eine sehr gute Idee. Sobald der General sich meldet werden wir ihm sie mitteilen.“

P3X116, die Ruine, zehn Minuten später

Das erste was der Colonel sah, war die halb fertig gestellte Trage für lt. Winters, die achtlos in der Gegend herumlag. Misstrauisch durch diesen Anblick nahm er sofort die P90 in Anschlag, während Kowalskey ihm mit der Zat Deckung gab. Langsam, und immer in Deckung der Baumstämme bleibend, näherten sie sich der Ruine. Smith gab dem Cpt. Das Zeichen zum Warten, während er sich weiter dem Gebäude näherte. Es war kein Laut zu hören. Sein hand griff zum Funk…
„Borows. Meldung!“
er vernahm seine eigene Stimme wenige Meter abseits. Als John den Punkt erreichte sah er den Funk von Cpt. Borows auf dem Boden liegen. Aufheben und in der Weste verstauen waren eine Bewegung.
Kowalskey gab er Zeichen sich in dem Haus um zu sehen, während Smith die Umgebung sicherte.
Kurz darauf erklang die Stimme des Captains.
„Borows ist verschwunden, aber Winters ist noch da. Sie ist bei Bewusstsein.“
Der Colonel trat in die Ruine und hockte sich neben Winters.
„was ist passiert, Lt. ?“
„ Es waren… diese Wesen… sir. Sie kamen als… als Janine die Trage bauen … wollte. Sie fielen über sie… her und… haben sie… fortgeschleppt.“
„Warum haben sie sie nicht mitgenommen?“
„Ich… ich.. weiß nicht, Colonel. Eins dieser Dinger kam rein und hat mich direkt… direkt angesehen. Diese Augen… oh gott…“, über Winters Wangen flossen Tränen als sie sich daran erinnerte, „ sie.. sie.. waren so.. so kalt und leblos.“
Smith wischte ihr die Tränen von der Wange, „Es wird alles wieder OK, Lt. Ich bring sie alle hier raus, das ist ein Versprechen.“
Das „Ja, Sir.“ war kaum noch zu verstehen als sie sich wieder erschöpft zurücksinken ließ.
John nahm Kowalskey zur Seite. „ Wir müssen hier so schnell wie möglich weg. Sie nehmen winters und suchen sich ein Versteck in der Nähe des Gates, während ich….“
„SGC an SG9 können sie mich hören?“
„Sir, ja, Sir.“
„Wie ist ihre momentane Lage?“
„Cpt. Kowalskey und ich haben das Dorf näher in Augenschein genommen. Diese Einheimischen scheinen von wurmähnlichen Parasiten besetzt zu sein, die ihren Wirt töten und ihn dann anschließend wiederbeleben. SG6 ist diesen Wesen zum Opfer gefallen. Wir konnten heut morgen beobachten wie Major Samuels selbst zu einem dieser Dinger wurde. Wir waren aber leider außerstande ihm zu helfen. Lt. Winters ist wieder bei Bewusstsein. Kowalskey und ich sind bei ihr, Borows wurde von diesen Einheimischen entführt, ich schicke Kowalskey und Winters zum Gate und versuche in der Zwischenzeit Cpt. Borows zu befreien. Übrigens ist uns eine Möglichkeit eingefallen wie wir die Belagerung am Tor durchbrechen können.“
„Sie wollen eine Befreiungsaktion ganz alleine durchführen? Halten sie sich für einen Helden?“
„Nein, General. Dafür häng ich zu sehr an meinem Leben. Aber wenn wir die Aktion starten muss alles schnell gehen, und dann wäre keine Zeit mehr noch zum Dorf hin und wieder zurückzukommen, außerdem bleibt es nicht auszuschließen, das für Borows jede Hilfe schon zu spät ist, und dann ist es Unsinn das man das Leben mehrer riskiert, Sir.“
„Gut, einverstanden. Wie sieht ihr Plan betreff des Stargates aus?“
Smith schilderte dem General was ihm Kowalskey vor kurzem erzählt hat.
„Das ist eine verdammt gute Idee. Ich werde alles in die Wege leiten. Start der Aktion in 30 Minuten.“
„Verstanden, Sir!“
Man sah es Nicole an, das ihr schon seit Beginn des Funkkontaktes was auf der Zunge lag, was sie nun herrausließ.
„Das ist Wahnsinn, Sir! Sie können nicht alleine zurück! Das wäre Selbstmord!“
„CAPTAIN! Ich weiß genau was ich tue. Ich trage die Verantwortung für die Leute meines Kommandos. Und dieses Verantwortungsgefühl sagt mir das sie mit Winters zum Gate zurückkehren und ich versuchen werde Borows zu befreien. Diskussion beendet!“
Die Bereitschaft gegen diesen Befehl zu verstoßen, sprang einem förmlich ins Gesicht, wenn man in das von Kowalskey hineinsah, doch sie schien sich beherrschen zu können und akzeptierte, wenn auch widerwillig, die Anordnung des Colonel.
Borows griff Winters unter die Arme und verließ den Raum.
Als sich die Wege von SG9 trennten wusste keiner so recht was er dem anderen sagen sollte, bis sie sich mit einem „Viel Glück“ verabschiedeten.

SGC, 20 Minuten später…

Es herrschte hektische Betriebsamkeit im Gateroom, durch das Tor marschierten gerade SG1, SG4 unter dem Kommando von Col. Kree und SG7 unter dem Kommando von Major Proots. Die Teams wurden begleitet von der Ärztin Dr. Natascha Conrad, die ein bisschen komisch aussah in der grünen Uniform.
Aus dem Lautsprecher tönte die Stimme von General O´Neill.
„SG 1, 4 und 7. Sie haben ihre Anweisungen erhalten. Wir schicken zuerst die MALPS durch, zünden die Napalmbomben, dann kommen sie und sichern das Gate. SG9 müsste schon sehnsüchtig auf sie warten. Sie wissen alle womit wir es hier zu tun haben. Sollten sich einheimische nähern, haben sie Schießbefehl. Und wenn sie schießen, sehen sie zu, das nicht genug vom Gegner übrig bleibt das wieder aufstehen könnte.
Col. Carter, sie wissen was sie zu tun haben, wenn sie den Planeten wieder verlassen.
Das war alles.“
Die MALPS, die mit den Bomben aussahen wie überdimensionale Weintrauben standen alle schon auf der Rampe.
Die SG- Einheiten bezogen Abmarschposition. Jeder wartete auf den Moment in dem das Ok kam, den es galt Freunde zu retten.

P3X116, 15 Minuten nach dem Funkkontakt…

Smith näherte sich der kleinen Hütte, aus der man heute morgen Samuels rausgeschleppt hatte. Er hatte vorher a einer der anderen Hütten eine C4 Ladung platziert, die er zur Ablenkung der Wesen zu zünden gedachte.
Der Colonel näherte sich geduckt einer Öffnung, die man nur mit besten willen als eine Art Fenster identifizieren konnte.
Er flüsterte… „Borows. Sind sie da drin?“ Es erfolgte keine Reaktion auf seine Mühen. Er lugte vorsichtig über den Rand der Öffnung und spähte in den Raum hinein.
Borows lag bewusstlos auf dem Boden einige Meter entfernt. Der Colonel nahm ein paar kleine Kieselsteine und fing an den Captain damit zu beschmeissen. Nach dem dritten Kiesel zeigte Borows Reaktion und wurde langsam wach.
„Captain, sind sie sie selbst?“
„Ah…. Au…. als ich bewusstlos wurde war ich es zumindest noch.“
„Können sie eine Wache entdecken?“
Borows stand auf und ging zu der Tür. Sie rüttelte daran.
„Scheint keiner da zu sein. Aber die tür ist aus massivem holz, die kriegen wir ohne Aufmerksamkeit auf uns zu lenken nicht auf.“
„Das lassen sie mal meine Sorge sein. Ziehen sie sich so tief wie möglich in die andere Ecke des Raumes zurück.“
„Ja, Sir.“
Der Colonel holte eine weitere, wenn auch kleinere als die letzte, C4 Ladung aus der Weste, und platzierte sie in der Mitte zwischen Fensteröffnung und Boden.
Er nahm einige Meter Abstand und holte den Zünder aus der Tasche.
„Ohren zu halten und Gesicht schützen.“
Er wartete noch ein paar Sekunden, damit Borows seiner Aufforderung nachkommen konnte, und drückte dann auf den kleinen roten Knopf.
Als der Staub sich einigermaßen verzogen hatte, sah er wie sich der Captain durch die entstandene Öffnung zwängte.
„Wir sollten hier verschwinden, Sir. Die sind vielleicht ein bisschen schäl im kopf, aber mit sicherheit nicht taub.“
„Womit sie durchaus recht haben könnten“, sprachs und schoß auf das Wesen das in dem moment um die Ecke der Hütte kam. Im laufen reichte er Borows die zweite P90, die er sich umgehangen hatte.
„Zum Stargate, Captain. Dort wartet hoffentlich schon die Kavallerie auf uns.”
Er zündete die zweite Sprengladung, als er bemerkte das ein Großteil der Wesen aus dem haus kam, wo er die Ladung, platzierte hatte.
Die Wucht reichte um den Rest der Verfolger auf die Bretter zu schicken, wie man beim boxen so schön sagte.
Er bemerkte nicht das Borows stehen geblieben war und rannte ihr voll in den Rücken.
Nur mit mühe und Not konnten beide verhindern das sie hinfielen. Smith drehte sich um und sah jetzt erst was den Captain dazu gebracht hat stehen zu bleiben.
Auf dem Weg den sie eigentlich benutzen wollten stand Major Samuels mit seinem Team, oder das was früher mal SG6 gewesen ist.
„SHIT!“
Der Colonel sah aus dem Augenwinkel, wie hinter ihnen sich die Menge langsam aber sicher begann aufzurappeln.
„FEUER!“
Die P90 von Smith und Borows spien ihren todbringenden Inhalt auf die ehemaligen Mitglieder des SGC. Major Samuels und seine Leute hatten diesem Kugelhagel nichts entgegen und fielen der länge nach hin.
„Weiter. Bevor die wieder aufstehen.“
„Sir! Sehen sie!“
Der Colonel drehte sich um, das was er sah, war hässlich. Ein anderes Wort fiel ihm in dem Moment nicht ein. In der Menge hatte sich eine Schneise gebildet die an der Grube endete. Das Ding das aus der Grube hervorgekrochen kam, war knapp einen Meter groß und ca. anderthalb Meter breit. Aus dem Rücken wuchsen tentakelähnliche Fortsätze, aus denen die Maden geschlüpft kamen. Ein kopf war nicht zu erkennen. Es bewegte sich relativ flink auf kurzen schmalen Beinen vorwärts, und es kam direkt auf sie zu.
„Das muss die Königin sein.“ Stieß Borows, leicht ausser Atem, hervor.
Colonel Smith nahm eine Granate, wartete einige Sekunden und warf.. Die Waffe blieb kurz vor dem Wesen liegen und ging hoch als die Larvenkönigin es zu umgehen versuchte.
Die Splitter zerrissen den Körper. Die Reaktion der Zombies bestand darin das sie ohne Kontrolle durch dieses ding wild drauf losstürmten.
Der Colonel und Captain Borows setzten ihren weg, verfolgt von den Zombies, durch den Wald fort.

P3X116, in der nähe des Stargates, kurz vor Ablauf der Frist

Nicole und Cassandra lagen unweit des Sternentores hinter einem umgeknickten Baum in Deckung. Sie beobachteten die Zombies, die das Tor blockierten. Es mussten mindestens vier Dutzend sein. Captain Kowalskey blickte auf ihre Uhr.
„Noch eine Minute, dann müsste die … „, sie schreckte hoch, als sie aus der Richtung des Dorfes zwei kurz hintereinander erfolgte Explosionsgeräusche vernahm, „ Das war der Colonel.“
„ Captain, das Tor…“
Kowalskeys Blick fiel auf das Gate, wo gerade der Kristall des siebten Chevrons aufleuchtete und die „Welle“ das Wurmloch ankündigte.
Wenige Sekunden später kamen mehrere MALPs durch den Ereignishorizont und fuhren durch die Menge auf ihre vorbestimmten Positionen. Die Rechnung ging auf, die Sonden wurde von den Zombies nicht beachtet.
„Winters, wir sollten in Deckung gehen.“
Die Frauen pressten sich auf den Boden, machten sich so flach wie möglich. In dieser Haltung und durch die geschlossenen Augenlider nahm Nicole immer noch den Blitz der Explosion wahr, der einer Feuersbrunst voranging die von den Einheimischen nix übrig ließ, außer ein paar Knochen und Asche.
Der Captain und Lt. Winters öffneten ihre wieder ihre Augen. Sie sahen wie 3 SG- Einheiten durchs Tor gestürmt kamen und die Umgebung sicherten.
Kowalskey sprang hoch und winkte mit den Armen.
„Hier! Ich brauche Hilfe!“
Teal´c und Dr. Conrad kamen auf ihr Versteck zu. Die Ärztin untersuchte kurz den Fuß von Winters.
„Das wird schon wieder, sie muß auf die Krankenstation. Teal´c helfen sie mir.“
Der große schwarze Mann, der dem Captain immer noch ein leichter Schauer über den Rücken rieseln ließ, reichte dem Doktor die Stabwaffe und nahm den Lt. auf die Arme. Aus Richtung des Gate konnte man hören wie Carter, Daniel, den Befehl gab die Erde anzuwählen.
Nachdem das Wurmloch stabilisiert war, schritt Carter auf Nicole zu.
„Wo ist ihr CO ?“
„Wenn alles nach Plan gelaufen ist, müsste er eigentlich…“
Wie auf Stichwort kamen Smith und Borows gerade aus dem Wald gestürmt, verfolgt von einer Hundertschaft von diesen Wesen.
Sam schrie.
„Gebt ihnen Feuerschutz! Teal´c bring du die beiden zurück zur Erde.“
„Colonel Carter, ich…“
“Das ist ein Befehl! Los, mach das du weg kommst!“
Er zog seine Augenbraue und guckte leicht säuerlich, ging aber mit den beiden Frauen durch das Gate. Sam nahm ihre P90 in Anschlag und fing an zu feuern.

Er konnte sie hören, wie sie mit ihren untoten Körper durchs Unterholz brachen und ihn und den Captain verfolgten. Sein Blick wanderte zur Seite, um sich zu vergewissern das Borows immer noch da war. Ein Ast knallte ihm direkt in die Augen.
Verschwommen sah er, wie sie die Baumgrenze passierten, und sich dem Gate näherten. Er hörte eine weibliche Stimme die schrie… „Gebt ihnen Feuerschutz!“ Im selben Atemzug vernahm er das wohlklingende Geräusch mehrerer P90, die das Feuer eröffneten.
„Captain, wir haben es fast geschafft.“
Eins der Wesen hinter ihnen schleuderte mit voller Wucht einen Stein, der den Colonel am Kopf traf und stürzen ließ.
„Colonel!“
Smithz sah wie Borows zurückkehren wollte.
„ZUM GATE, CPT.!“

Das Feuer aus den P90 hielt diese Wesen wirklich nicht sonderlich auf. Sie kamen immer näher. Sam sah zu Proots hinüber.
„Major! In dem MALP zu ihrer linken ist eine Naquadahbombe verstaut. Holen sie sie raus, platzieren sie am Gate und machen sie scharf. Zeitzündern zwei Minuten.“
„Ja, Ma´am!“
Thomas Proots rannte zu der Sonde, die immer noch qualmte. Er verbrannte sich die Finger, als er die klappe öffnete und der sich das todbringende und selbst stargatesvernichtende Instrument verbarg. Der Major nahm die Waffe aus der Vertiefung und begann damit seinen Befehl auszuführen.

Borows ließ sich neben den Colonel sinken und griff ihm unter die Arme. Gemeinsam setzten sie ihren Weg fort.
„Sie sollten zum Gate, Captain.“
„ Sir, sie haben mich nicht im Stich gelassen, und ich würd den Teufel tun sie ebenfalls hier zu lassen.“
Sein Blick fiel auf das Tor. Colonel Carter stand am Ereignishorizont und winkte die anderen teams zurück. Sie stand als letzte da, als Smith und Borows das Tor erreichten.
Im Vorbeigehen warf der Colonel, Carter einen dankbaren Blick zu, den sie mit einem nicken erwiderte.

Die Zombies liefen solange ihrer Beute hinterher, bis das Leuchten erlosch und sie somit ausser Reichweite war. Die Menge stoppte. Eines der Wesen, das was früher mal Samuels gewesen war, stand vor diesem Gerät das immer durchdringendere Töne von sich gab.
Die Explosion die den endgültigen Tod brachte, nahm keins der Wesen mehr wahr.

SGC, Gateroom

Smith ließ sich auf sein Hinterteil fallen als er heimischen Boden unter seinen Füßen spürte. Das Schott öffnete sich und Jack kam gemeinsam mit Kowalskey genau auf ihn zu.
Der General ergriff das Wort.
„Gute Arbeit, Colonel! Lt. Winters ist auf der Krankenstation und wird sich wieder voll und ganz von ihrer Verletzung erholen. Sie meinte, das sie es kaum erwarten könnte wieder mit ihnen auf Mission zu gehen.“
John stand auf und sah Jack in die Augen.
„Sir. Mit Erlaub würde ich mich gerne duschen gehen und dann anschließend selbst die Krankenstation aufsuchen.“
„Erlaubnis erteilt.“
Auf dem Weg zum Schott ließ ein von Borows ausgerufenes „Colonel.“ innehalten. Er drehte sich um und sah wie die Anwesenden, allen voran Kowalskey, Borows und O´Neill, ihm salutierten.
Der General kam auf ihn zu und reichte ihm die Hand.
„Wirklich gute Arbeit, Smith. Willkommen im SGC.“
„Danke, Sir.“
Er erwiderte den Salut und machte sich dann auf den Weg in die Waschräume.
Er brauchte jetzt wirklich dringend eine Dusche.

ENDE
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

Brunklord
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Re: Stargate- The Chronicles of SG9 *Complete Collection*

Beitrag von Brunklord » Di 5. Okt 2010, 15:17

Stargate- The Chronicles of SG9 II: Der wahre Grund

Dr. Conrad saß in der Kantine und blickte verstohlen auf, als sie Colonel Smith mit seinem Tablett auf ihren Tisch zukommen sah. Er setzte sich ihr genau gegenüber.
„Guten Morgen, Colonel.“
„Ebenfalls Doktor, aber bitte, nennen sie mich John.“
Sie lächelte.
„Ok, John. Wie ich gehört habe, sind zwei Leute aus ihrer Einheit befördert worden?“
„Das stimmt. Winters und Kowalskey.“
„Jetzt muss Nicole nur noch aufpassen, dass ihr nicht dasselbe passiert wie ihrem Namensvetter.“
Smith guckte leicht verwirrt, was Natacha zu einem Lachen veranlasste. Sie liebte diesen Gesichtsausdruck, bewies er doch, das Männer nicht immer alles wussten.
„Major Kawalsky. Er kommandierte ursprünglich SG-2, und war auch schon bei der ersten Abydosmission dabei.“
„Ich erinnere mich. Er wurde von einem Goa`uld als Wirt missbraucht und anschließend getötet.“
„Genau der.“
Die Stille, verursacht dadurch das keiner so recht wusste was er dem anderen sagen sollte, wurde mit der Zeit peinlich.
Conrad räusperte sich.
„Wie spät haben wir es eigentlich, Colonel?“
„Halb neun.“
„Oh, Scheiße!“
„Was ist denn?“
„Meine Einheit bricht in zehn Minuten zu einer Mission auf. Ich muss los.“ Natacha stand auf und raffte ihre Sachen zusammen. Auf halber Strecke zur Tür blieb sie noch mal stehen, und drehte sich um.
„Vielleicht können wir unsere Unterhaltung fortsetzen, wenn ich wieder da bin?“
„Gerne Doktor, ich würde mich freuen.“
Sie lächelte, während sie verlegen eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht strich und durch die Tür ging.



Das Wurmloch deaktivierte sich. Captain Sophie Weaver schaute auf das Display ihres Handcomputers, mit dem sie die UAV-Daten empfing. Sie schlug mit der flachen Hand gegen das Gerät.
„Was ist?“, fragte Colonel Kree, „ Ist das Ding im Eimer?“ „Nein Ma´am, es gibt Störungen in der Atmosphäre. Sie scheinen die Übertragung der Sonde zu stören.“
Stefanie sah ihren Captain nachdenklich an.
„Wird der Funk dadurch auch beeinträchtigt?“
„Möglich, sogar sehr wahrscheinlich.“
„Wir gehen auf Nummer sicher. Sie und Captain Goldberg bleiben beim Stargate. Doktor Conrad und ich sehen uns ein bisschen um. Wir versuchen den Kontakt aufrecht zu erhalten, sollten sie länger als eine Stunde nichts von uns hören, kehren sie zum SGC zurück.“
„Ja, Colonel.“
Die Doktorin schaute nicht gerade glücklich aus, sie hasste lange Fußmärsche.

Natacha machte mit ihrer Digitalkamera Fotos, während sie durch den Wald liefen. Die Umgebung erinnerte sie stark an ihr Heimatland, das sie als kleines Kind verlassen hatte. Sie besaß nicht viele Erinnerungen daran, aber die Wälder von Luxemburg blieben ihr im Gedächtnis.
Colonel Kree beeilte sich, sie wieder einzuholen. Conrad hatte nicht bemerkt wie sie zurückgefallen war, um der Natur ihren Lauf zu lassen.
Sie überquerten eine kleine Lichtung. Kree entdeckte einen Trampelpfad, auf dem sie ihre Erkundung fortsetzten.
„Natacha, kann ich dir eine persönliche Frage stellen?“
„Kommt auf die Frage an.“
„Hat es zwischen dir und Colonel Smith gefunkt?“
Der Doktor blieb stehen.
„Wie kommst du denn da drauf?“
„Erstens: Euer Verhalten, wenn ihr euch begegnet, dieses zwanghafte >>Bloß nicht miteinander reden, weil man sich sonst verraten könnte<<, wie zwei schüchterne Teenager. Zweitens: Das Funkeln in deinen Augen jedes Mal, wenn sein Name fällt, und drittens, habe ich euch beide vorhin in der Kantine gesehen.“
„Schon möglich das da was… Was ist?“
Der Colonel war stehen geblieben und horchte angestrengt.
„Scht… hast du das auch gehört?“
„Nein. Was denn?“
„Da war ein Geräusch, das hörte sich an wie…“
Kree sah genau in die Mündung einer Stabwaffe, als sie sich herum drehte.
„Lasst die Waffen fallen!“
„Conrad, haben sie den Kerl im Visier?“
„Ich denke nicht.“
Colonel Kree sah kurz zur Seite und stellte fest, dass Doktor Conrad, ebenfalls von einem Jaffa, in Schach gehalten wurde. Sie löste die P90 von der Weste und ließ die Waffe fallen. Sie erhielt einen Stoß in den Rücken. Und die rüde Anweisung:
„Vorwärts! Unser Meister wird sich freuen.“

Danielle Goldberg, Captain bei der USAF, legte ihre Karten offen hin. Sie grinste Weaver an.
„Ein volles Haus.“
„Ich spiel nie wieder mit dir!“
„Och… komm schon. Sag mal, was sagt die Uhr?“
Sophie schaute auf ihren Chronometer.
„Eine Stunde her, seit der letzten Meldung.“
Goldberg griff zum Funk.
„Colonel Kree. Doktor Conrad. Können sie mich hören?“
Ein statisches Rauschen war die einzige Antwort, die sie erhielt.
Weaver erhob sich und ging zum DHD.
„Sollten wir nicht noch ein bisschen warten?“, meinte Danielle.
Captain Weaver legte gerade die Hand auf den Aktivierungskristall.
„Du hast gehört was der Colonel gesagt hat.“ Das Wurmloch stabilisierte sich. Die beiden Captains hatten ein ungutes Gefühl, aber ein Befehl ist ein Befehl.


Captain Winters stand in der Tür zum Trainingsraum. Ihr Blick wirkte gehetzt, als sie in dem großen Raum nach ihrem CO Ausschau hielt. Colonel Feretti wollte den Raum gerade verlassen. Sie hielt ihn zurück.
„Sir, können sie mir sagen, wo ich Colonel Smith finde?“
„Hinten am Boxsack, Captain.“
„Danke, Sir.“
Smith schlug ein paar Rechte Gerade in den Sandsack. Cassandra trat an ihn heran und fing an zu erzählen, was sie selbst erst gerade erfahren hatte.

Jack legte den Hörer auf, in dem Moment, als ein aufgeregter Colonel Smith in sein Büro gestürmt kam.
„Sir, ich habe gerade erfahren, dass Doktor Conrad und Colonel Kree vermisst werden. SG-9 meldet sich freiwillig zu „Search & Rescue“, Sir!“
O´Neills Blick wanderte zu Smith. Der Colonel stand in Trainingsuniform da. Man sah noch, wie der Schweiß auf der Stirn glänzte.
„Finden sie nicht John, dass sie sich vorher hätten umziehen können, wenn sie schon unangemeldet mein Büro stürmen.“
„General, zwei von unseren Leuten werden vermisst und wir sollten keine Zeit verlieren.“
„Das weiß ich selbst. Ich werde SG-5 und 8 mit dieser Mission beauftragen.“
„Nein, Sir.“
„NEIN, SIR!!!!! Wollen sie mir meine Arbeit vorschreiben, COLONEL!“
Jack wurde zornig, was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein. Bis er in die Augen von Smith sah.
„Sie gehen in die Dusche. Das ist ein Befehl.“
„General, bei allem Respekt.“
„COLONEL, sie gehen duschen! Und danach finden sie sich mit ihrem Team im Gateroom ein. Dort werden SIE dann mit SG-8 aufbrechen.“
„Danke, Sir.“
„Danken sie mir nicht zu früh. Eine Frage hätte ich da allerdings noch.“
„Sir?“
„Der Colonel oder der Doktor?“
Smith sah in Jacks Augen. Da wurde ihm klar, dass der General erkannte hatte, warum ausgerechnet er auf diese Mission wollte.
„Doktor Conrad, Sir.“
„Viel Glück. Wegtreten.“


Das Wesen, das sich vor Colonel Kree aufbaute, war wohl männlich. Die Haut war blau, und es trug eine Art Maske. Sie versuchte heimlich ihre Fesseln zu lockern, was ihr aber nicht gelang. Ein Jaffa kam in den Raum und überreichte ihrem gegenüber einen Goa´uld Schmerzstab.
Das Wesen fing an, um sie herum im Kreis zu laufen. „Wer bist du? Von welchem Planeten kommst du, und wie sind seine Koordinaten?“
„Wie war das im Mittelteil? Ich bin manchmal etwas schwerhörig.“
Der Stab fuhr ihr ins Genick und sie schrie. Das Wesen ließ seine Aggressionen an ihr aus und schlug immer und immer wieder auf sie ein.
„Bringt die hier weg. Und holt mir die andere.“



Der Ereignishorizont wallte kurz auf, während die Mitglieder von SG-9 und 8 heraustraten. Colonel Smith vergewisserte sich, dass alle da waren.
„Colonel O´Connor, sie und ihr Team sichern das Tor. Geben sie alle zwei Stunden einen Statusbericht an das SGC durch. Wir machen uns auf die Suche nach Colonel Kree und Doktor Conrad.“
Während das Team um Gerry O´Connor sich strategisch um das Tor verteilte, beriet sich Smith mit seinen Leuten.
„Captain Borows, zeigen sie mir die Karte.“
„Hier, Sir. An dieser Stelle hat das UAV ein Höhlensystem entdeckt.“
„Dort könnten sich die beiden befinden?“
„Ja, Sir. Es gibt nur eine Sache die mir Sorgen macht.“
„Die da wäre?“
„Hier an dieser Stelle. Das sieht verdächtig nach einer Jaffa- Geschützstellung aus.“
„Das heißt, dass die zwei Gefangene von irgend einem Goa´uld sind?“
„Anzunehmen, Sir.“
„Ok, sonst noch was?“
„Ja. Wir werden über kurz oder lang den Funkkontakt zu SG-8 verlieren. Ein Empfang auf größere Entfernung ist wegen der atmosphärischen Störungen unmöglich.“
„Instruieren sie Colonel O´Connor, und dann machen wir uns auf den Weg.“
„Ja, Sir.“

Die Höhle war dunkel. Nur eine Fackel spendete den beiden mitgenommenen Frauen Licht. Kree stöhnte auf, als sie versuchte sich zu bewegen.
„Colonel, alles in Ordnung?“
„Nichts ist in Ordnung, Natacha. Wir werden hier verrecken!“
Conrad versuchte sie von diesem Gedanken abzubringen in dem sie fragte…
„ Wer oder was ist dieses Wesen? Eins ist klar, das ist kein Goa´uld. Trotzdem gehorchen ihm die Jaffa, sie scheinen sogar richtig gehend Angst vor ihm zu haben. Und warum wollte er so vehement wissen, woher wir kommen?“
„Die Jaffa waren wahrscheinlich schon hier, als das Ding eintraf. Wenn mich nicht alles täuscht, gehörten sie zu Imhotep, einem eher unbedeutenden Goa´uld, der vor ca. 2 Jahren getötet wurde.“
„Was aber immer noch nicht erklärt, was der andere für ein Typ ist.“
„Ich glaube, so unwahrscheinlich das auch klingen mag, das…“
„Ja?“
„… das ist ein Wraith. Er entspricht genau den Beschreibungen, die wir aus Atlantis haben.“
„Ein Wraith? Hier in der Milchstraße? Wie ist das möglich?“
„Ich weiß es nicht, Doktor. Ich weiß es nicht.“
Colonel Kree schloss erschöpft die Augen. Natachas Blick glitt in die Ferne. Sie schickte ein Stoßgebet gen Himmel, das bald Rettung eintrifft.


Major Rubenzer stand am DHD und gab die Koordinaten der Erde ein. Das Wurmloch stabilisierte sich. Colonel O´Connor, die neben ihm stand griff zum Funkgerät.
„O´Connor an SGC.“
“Wir hören.”
“Colonel Smith ist mit SG-9 auf der Suche nach den beiden Vermissten. Wir sichern das Tor. Keine… „
Die Hölle brach los. Der Colonel sah wie Rubenzer getroffen wurde. Rings um das Stargate sah man Jaffa die SG-8 mit Stabwaffenfeuer eindeckten.
„Rückzug! Stargatekommando wir kommen zurück.“
Captain McJones und Lt. Kirow stürmten durch den Ereignishorizont. O´Connor schulterte den Major und rannte um ihr Leben.
Sie durchschritt das Tor im SGC. O´Neills Stimme war zu hören.
„Iris schließen!“
Kurz darauf stand er vor ihr.
„Was ist passiert?“
„Ich wollte gerade die Meldung beenden und das Gate deaktivieren, als…. Jaffa. Sie kamen von allen Seiten, General.“
„SG-9?“
„Wie gesagt, Sir. Sie waren auf der Suche nach Colonel Kree und Doktor Conrad.“
„Funk?“
„Nein, Sir. Atmosphärische Störungen verhindern den Kontakt auf größere Entfernung.“
Jack wandte sich um und ging.
„SG-1 in den Besprechungsraum, SOFORT.“



Jack wanderte unruhig hin und her. Die Blicke seiner ehemaligen Teammitglieder verfolgten ihn.
„Was können wir tun? Noch ein Team durchs Tor schicken?“
Carter ergriff das Wort.
„Nein, Sir. Die MALP- Sonde, die wir schickten, wurde sofort zerstört. Ein Team wäre tot, bevor es die Chance hätte, sich zu verteidigen.“
O´Neill setzte sich. Er sah in die Runde und lies seinen Blick auf Teal´c ruhen. Dieser sah sich nun veranlasst, ebenfalls was zu sagen.
„Was ist mit der Prometheus oder der Daedalus?“
Daniel antwortete.
„Die Daedalus ist auf dem Weg nach Atlantis, und die Prometheus ist wegen der Umrüstung des Triebwerkes noch mindestens eine Woche in der Werft.“ „FOR CRYIN OUT LOUD! So lange können wir aber nicht warten, Leute.”
Sam wirkte nachdenklich.
„Sir, es gäbe da eventuell noch eine Möglichkeit.“
„Und die wäre?“
„Sie erinnern sich daran, wie sie damals mich und Dr.Felger gerettet haben?“
Jacks Reaktion bestand darin aufzustehen und zu dem roten Telefon in seinem Büro zu laufen.


Captain Winters sicherte vorne, Borows und Major Kowalskey liefen in der Mitte, während Col. Smith die Nachhut bildete. Die Einheit stoppte und duckte sich, als Winters das entsprechende Handzeichen gab.
„Sir, dort sehen sie.“
Smith lief Deckung
suchend nach vorn.
„Diese Richtung, Sir.“
Er nahm sein Fernglas aus der Westentasche.
„ Der Eingang zu dem Höhlensystem. Keine Wachen?“
John suchte die Umgebung des Eingangs ab, und wurde fündig.
„Ah da, vier Jaffa, je zwei links und rechts.“
„Sir, dort neben der linken Wache.“
„Hm… die Geschützstellung, leicht verdeckt durch das Geäst. Ebenfalls zwei Jaffa.“
Der Colonel beriet sich mit seinem Team.
„Winters, sie und Borows nehmen sich die zwei mit dem Geschütz vor. Kowalskey, sie nehmen die zwei links. Ich kümmere mich um die beiden rechts. Verstanden?“
„Ja, Sir.“
„Dann los.“
Die Frauen zogen sich uns Unterholz zurück, um sich verdeckt ihren Zielen zu nähern, während Smith auf dem Weg blieb. Wenige Meter vor dem Eingang wurde er von den Jaffa aufgehalten.
„Kre, Hashak!“
Die Mündungen von wenigstens vier Stabwaffen waren auf ihn gerichtet. Colonel Smith verschränkte die Arme hinter seinem Rücken, damit man nicht sehen konnte wie er die Zat aktivierte.
„Hey, Jungs! Ich habe mich verlaufen. Ich wollte eigentlich zurück zu diesem großen Steinring mit den komischen Symbolen. Ihr wisst nicht zufällig, wo ich das Ding finde, oder?“
In dem Augenblick erklang das charakteristische Geräusch mehrer Zat- Schüsse. Die zwei Jaffa, die ihm am nächsten standen, drehten sich um. Der Colonel zielte.
„Ts… ts… hat man euch nicht beigebracht, dem Feind nie den Rücken zuzuwenden.“, und drückte ab.
„Alles in Ordnung, SG-9?“
„ Wir sind alle noch da.“, hörte er Winters sagen.
Smith halfterte die Zat und nahm die P90.
„Borows. Winters. Sie sichern den Eingang. Major, sie kommen mit mir.“
Zu zweit wagten sie sich dann in dass Halbdunkel der Höhle hinein.




Sie rannten durch die Gänge, immer abwechselnd im sichern und vorstoßen. Kowalskey kam an einen Seitengang, warf einen kurzen Blick hinein. Sie entdeckte den Durchgang zu einer anderen Höhle, vor dem drei Jaffa Wache hielten. Je einer seitlich der Öffnung, der dritte stand so, dass er in den Raum hinein blicken konnte.
„Colonel.“
„Ich seh es,“ er war inzwischen an sie heran und hatte sich selbst einen Überblick verschafft, „ das sollten wir uns näher ansehen, Major.“
Nicole zog die Zat und gab drei Schüsse ab. Die Wachen merkten nicht mehr, wie sie auf den Boden aufschlugen.
Smith näherte sich vorsichtig dem Durchgang und lugte um die Ecke. Er sah eine Person in SG- Uniform auf dem Boden liegen.
„Das ist einer unserer Leute. Sichern, Major.“ Der Colonel näherte sich der Person, während Kowalskey Wachposition bezog.
Er drehte den Körper herum.
„Colonel Kree. Können sie mich verstehen?“
Ein Stöhnen kam über die Lippen der schwer verletzten Frau.
„Kree, wo ist Conrad?“
„Sie… sie… wurde von den… den Wachen… Wachen, zu den… Wr… gebracht.“
„Wohin? Wo ist sie?“
„Foltert sie… will wissen… wissen, wo wir… wir herkommen… Schmerzstab… ah… a…“
Diese paar Sätze hatten Stefanie Kree so verausgabt, dass sie vor lauter Erschöpfung wieder zusammenbrach. Smith rüttelte an ihrer Schulter.
„Colonel! Wo ist der Doktor?“
Vom Durchgang her, hörte man Kawalsky sagen…
„Sir, sie ist fertig. Die antwortet vorerst niemanden mehr.“
Ein Schrei war in diesem Augenblick zu hören.
„Major, nehmen sie Colonel Kree und kehren sie zum Höhleneingang zurück. Ich werde dem Schrei folgen. Sollte ich in spätestens 10 Minuten nicht zurück sein, brechen sie zum Gate auf.“
„Ja, Sir.“
Colonel Smith vergewisserte sich, dass Major Kowalskey auch wirklich den Rückzug antrat, und machte sich dann auf den weg, Doktor Conrad zu finden.
Ein weiterer Schrei pflanzte drang durch die Gänge.


Es dauerte nicht lange, bis er die Quelle der Schreie ausfindig gemacht hatte. Smith kauerte hinter einem herabgestürzten Felsen. Der Eingang zu dem Ort, wo Natacha gefoltert wurde, befand sich an einer Gangkreuzung. An jeder Ecke standen zwei Jaffa Wache. John konnte auch sehen, wie dieses blauhäutige Wesen, das ihm irgendwie bekannt vorkam, hinter der knienden Doktor Conrad stand und ihr einen Goa´uld- Schmerzstab ins Genick hielt. Die unmenschlichen Schreie die daraufhin zu hören waren, gingen ihm durch Mark und Bein. Er griff sich eine Handgranate. Zielen, Splint ziehen und werfen, waren eine Bewegung.
Die Explosion ließ den Boden unter seinen Füßen leicht erzittern. John nahm die P90 in Anschlag.
Einer der Jaffa konnte sich noch vor der Granate retten und kam nun mit feuernder Stabwaffe um die Ecke.
Der Colonel ließ sich auf die Knie fallen und erwiderte das Feuer. Eine der Kugeln kam als Querschläger zurück und verursachte eine leichte Streifwunde. Als er mit erhobener Waffe in die Folterkammer stürzte, stand das Wesen, das Smith in dem Augenblick als Wraith identifizierte, mitten im Raum. Die halb ohnmächtige Ärztin als Deckung nutzend.
„Lass sie los, du Drecksschwein!“
Ein kehliges Lachen ertönte.
„Nein, lass du deine Waffe fallen, dann werde ich mir überlegen, sie vielleicht doch am Leben zu lassen. Zumindest solange bis ich Hunger bekomme.“
John sah wie der Mistkerl nun eine Zat- Waffe an Natachas Kopf hielt.
„Wie war das noch mal… Ach ja… ein Schuss betäubt, der zweite tötet. Du wirst jetzt deine Waffe auf den Boden legen, SOFORT!!!“
Smith sah ein, dass er keine Wahl hatte, und legte die P90 auf den Boden. Er sah wie Doktor Conrad sich leicht bewegte.
„Natacha! Ich brauch deine Hilfe.“
„Sie kann dir nicht helfen, sie ist… uh!“
Und ob sie konnte. Mit letzter Willenskraft rammte sie dem Wraith den Ellenbogen in den Körper und ließ sich fallen. Der Colonel rollte sich ab, griff zur Waffe und schoss, bis der Wraith hinfiel und sich nicht mehr bewegte.
„Doktor, wir müssen hier weg, bevor der vielleicht wieder aufsteht.“
„Es geht schon, Colonel.“
Smith griff ihr unter die Arme und sie gingen Richtung Ausgang.


Vor dem Höhleneingang wurde inzwischen Colonel Kree notdürftig versorgt. Captain Borows wurde langsam unruhig.
„Major. Die Frist ist um. Wir sollten dem Befehl des Colonels gehorchen und zum Sternentor zurückkehren.“
„Das habe ich überhört, Captain! Ich weiß selbst was der Colonel gesagt hat, aber ich sage das wir noch ein bisschen warten!“

„Ladies, keinen Streit im Team.“
„Colonel!“
„Winters, helfen sie mir.“
Gemeinsam legten sie Doktor Conrad auf den Boden. Sie versuchte wieder aufzustehen, hielt sich aber die Seite und stöhnte vor Schmerz auf, was sie dazu veranlasste es sich anders zu überlegen.
Der Colonel wandte sich an Borows.
„Wie geht es Kree?“
„Sie ist immer noch bewusstlos, und ziemlich schwer verletzt.“
„John!“,er wandte sich in die Richtung der Doktorin,“ ich kann laufen, nur müsste mir jemand beim aufstehen helfen.“
„Sicher?“
„Ja.“
„OK. Winters, helfen sie ihr. Borows, sie und ich nehmen Colonel Kree. Der Major und der Lieutenant sichern den Weg. Doktor, können sie mit einer P90 umgehen?“
Sie nickte und er übergab ihr seine Waffe.
„Los! Los! Wir werden bestimmt schon vermisst.“
Der Trupp setzte sich in Bewegung.


SG-9 und die beiden Verletzten Teammitglieder von SG-4 lagen im Unterholz, ganz in der Nähe des Sternentores.
„Verdammt! Da kommen wir nicht durch.“
Der Colonel stieß ein paar heftige Flüche aus. Ein Ast knackte hinter ihnen. Die Köpfe ruckten hoch.
„So sieht man sich wieder.“
Hinter ihnen stand der Wraith mit einem Dutzend Jaffa. Smith gab resigniert seinen Leuten den Befehl, die Waffen fallen zu lassen.

Sie waren alle um das DHD versammelt. Der Wraith stand vor der Eingabetafel.
„Wie sind die Koordinaten eures Heimatplaneten? Sprich!“
Der Colonel spie aus.
„Du kannst mich!“
Ein Zat- Schuss ertönte, und kleine Elmsfeuer tanzten über Captain Winters Körper. „DU … “
Smith versuchte hochzukommen, wurde aber von einem Jaffa unten gehalten.
„Das nützt dir alles nichts! Entweder du sagst mir jetzt die Koordinaten, oder…“
Der Wraith zielte mit seiner Zat erneut auf Winters.
Unruhe entstand auf einmal in den Reihen der Jaffa, und leichter Wind kam auf. Der Major sah hoch und entdeckte den Grund für die Unruhe.
„Sir, sehen sie! Ein Al´kesh!“
„Verdammt, das hat noch gefehlt!“
„Sir, ich glaube nicht, dass er uns feindlich gesinnt ist.“
Der Goa´uld- Bomber eröffnete das Feuer.. Die Jaffa, die nicht schnell genug entkommen konnten, starben in den tödlichen Energien die das Schiff ausspie.
Die Geschütze, die um das Tor positioniert worden waren feuerten, was das Fluggerät aber nicht sonderlich zu beeindrucken schien.
Es kam direkt über ihnen zum stehen. Smith sah, wie sich die Unterseite öffnete und Transportringe hinunterfuhren.
Er lächelte dem Wraith zu, der versuchte die Jaffa zusammenzuhalten, was nicht viel brachte. In der Panik, die der Bomber verursachte, hörte keiner mehr auf ihn. Sein Blick traf den des Colonels.
Er stieß einen Wutschrei aus, als seine sicher geglaubte Beute, sich vor seinen Augen entmaterialisierte.




Sie rematerialisierten im Al´kesh. Borows gab ihrer Anspannung und der Erschöpfung nach und ließ sich der Länge nach hinfallen. Smith kniete sich neben sie.
„Alles in Ordnung, Captain?“
„Ja, Sir. Ist nur die Erleichterung. Ich hab wirklich gedacht, es wäre aus.“
„Nicht nur sie, Borows. Nicht nur sie.“
Der Colonel erhob sich und ging zu Kree und Conrad hinüber. Die Teamleaderin von SG-4 war bewusstlos und wurde von der, auch nicht gerade leicht verletzten, Doktor Conrad versorgt.
„Wie sieht es hier aus?“
Die Blicke des Colonel und des Doktors trafen sich.
„Es wird schon wieder. Ein paar Tage in der Krankenstation und wir sind wieder so gut wie neu.“
Das Schott öffnete sich und Carter trat herein.
„SG-1 zu ihren Diensten, Colonel Smith.“
„Vielen Dank, dass sie uns da raugeholt haben.“
„Mal wieder, wenn ich anmerken darf, Sir“, Sam grinste,“ Lassen sie es bloß nicht zur Gewohnheit werden.“
Carter ging an ihm vorbei, zu den beiden Verletzten von SG-4 und half Conrad. Smith drehte sich um und ging in Richtung Kontrollraum, mit der Absicht sich bei den anderen ebenfalls zu bedanken.
John merkte nicht wie Natacha ihm hinterherblickte, während Sam ihr was zu erzählen schien.


Colonel Smith trat an das Krankenbett heran. Dr. Conrad öffnete die Augen.
„Wie geht es ihnen, Doc?“
„Wie soll es einem schon gehen, mit einer gebrochenen Rippe, und nach der Folter. Ich werde es überleben.“
„Dann werde ich sie wieder in Ruhe lassen, damit sie sich erholen können.“ Der Colonel drehte sich und wollte gehen.
„John!“
„Ja?“
„Ist es wahr was ich gehört habe. Über das was in O´Neills Büro passiert ist? Wie sie… wie du dich verhalten hast?“
Smith senkte den Kopf, damit sie ihm nicht in die Augen sehen konnte. Ein Seufzen erklang.
„Ja, es stimmt. Der General überlegt immer noch, ob er mich nicht wegen Insubordination feuern soll.“
„Wieso hast du das getan, bist du dieses Risiko eingegangen?“
John fuhr sich mit der Hand durch sein Gesicht.
„Die Wahrheit würde gegen die Regeln der United States Air Force verstoßen.“
„Ich bin Zivilistin. Die Ausrede gilt bei mir nicht. Also?“
Der Colonel sah ihr in die Augen während er näher an das Bett herantrat, und sich zu ihr hinabbeugte.
„Ich empfinde mehr für dich als nur Freundschaft und Kollegialität.“
Der Doktor hob den Kopf an.
„Du liebst mich?“
„Ja. Es wurde mir klar…“
Sie zog sein Gesicht näher an ihres und küsste ihn. Er sah sie an.
„Du… du…“
Natacha schürzte die Lippen.
„Ja. Und wenn du willst, können wir es auf einen Versuch ankommen lassen.“
Seine Antwort war ein intensiver und lang andauernder Kuss.

ENDE
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Brunklord
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Re: Stargate- The Chronicles of SG9 *Complete Collection*

Beitrag von Brunklord » Di 5. Okt 2010, 15:21

Stargate- The Chronicles of SG9 III: Verlust

1
Seine Arroganz erkannte sie schon an der Gangart. Die Lichtquellen warfen Schatten auf sein Gesicht. Sie kniete auf dem Marmorboden. Rechts und links von ihr standen zwei seiner Diener, die ihre langen Waffen auf sie gerichtet hielten. Einer stand hinter ihr Wache.

Ihre Augen wandten sich von dem Mann ab, der auf sie zuging. Sie wanderten durch den Raum, dessen kalte Ausstrahlung ihr Unbehagen bereitete, und blieben an einer Art Tisch hängen, auf dem mehrere Instrumente lagen, dessen Bedeutung sie nicht erkennen konnte. Der Mann ging auf diesen Tisch zu, nahm eines der Instrumente an sich und sagte,
„Jaffa! Kre!“

Der Diener hinter hier richtete seine Waffe auf sie und schoss. Die kleinen blauen Blitze wanderten über ihren Körper. Sie verlor nicht sofort das Bewusstsein, sondern konnte noch sehen, wie der Mann sich zu ihr hinabbeugte. Sein Gesicht kam dem ihren so nah, dass sie den Atem ihres Gegenübers auf der Haut fühlen konnte. Die Augen ihres Peinigers glühten auf, mit der, für Goa´uld, typischen Stimme, sagte er,
„Du wirst mir und meinem Herrn noch nützlich sein. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, wo sich deine Bestimmung erfüllen wird.“

Sie wachte schweißgebadet auf. Ihr Blick ging hektisch von einer Ecke des Raums zur andern. Langsam fing ihr Verstand an zu begreifen, dass dies alles nur ein Traum gewesen ist. Böse Erinnerungen an eine Begebenheit die schon Jahre zurücklag. Sie spürte eine Bewegung neben sich. Es war nur ihr Lebensgefährte. Sollte sie ihn wecken? Ihm von diesen Traum erzählen? Sie entschied sich dagegen, wenigstens er sollte eine ruhige Nacht haben, und beschloss aufzustehen. Die Füße berührten den weichen Stoff des Teppichbodens. Erst jetzt, da sie den Stoff unter ihren Füßen spürte, und nicht den kalten Marmor, realisierte sie, dass der Traum vorbei war, aber er würde wiederkommen, das wusste sie.

2
Das Schiff glänzte golden im Schein der Sonne. Die Sterne schienen vor Furcht zurückzuweichen, als sich die majestätische Pyramide ihren Weg durchs All bahnte.
Ein deutlich kleineres Schiff entfernte sich, verfolgt von mehreren Gleitern. Die Jäger feuerten, doch der Pilot des gekaperten Frachtschiffes war besser. Er manövrierte das Shuttle durch die gegnerischen Salven hindurch.
„Mylady, die Gleiter kommen näher, wir können ihnen nicht mehr lange ausweichen!“, der Pilot, ein Jaffa, drehte sich zu der Frau hinter ihm um.
Sie lag mehr, als das sie stand. Die Qualen und Schmerzen, die sie durch die Folter erlitten hatte, waren ihr anzusehen. Die Augen glühten.
„Schaffen wir es noch in den Hyperraum?“
„Ja, Mylady!“
Der Jaffa aktivierte die Triebwerke. Das Subraumfenster öffnete sich. Doch kurz, bevor es dem Shuttle gelang in den Hyperraum einzutauchen, wurde es von einem der Gleiter getroffen.

Das übergeordnete Kontinuum spie das kleine Schiff wieder aus.
„Lady Bastet! Wir haben es geschafft, aber das Triebwerk ist beschädigt. Wir müssen notlanden.“
Voller Sorge sah er auf seine Göttin, die immer mehr an Kraft zu verlieren schien.
Sie sah ihm direkt in die Augen.
„Gibt es in diesem System einen Planeten mit einem Stargate?“
Er rief die Sensordaten ab.
„Ja, Mylady.“
„Dann weißt du, wo du zu landen hast, Jaffa.“

Ein Donnern erklang. Die Köpfe, der um das Lagerfeuer versammelten Argezen, der Einheimischen dieses Planeten, ruckten hoch. Ein Feuerschweif zog über den Himmel. Sie sprangen auf und riefen laut durcheinander, das war das Zeichen, die Götter der Vergangenheit kehrten zurück.
Rokem, die jüngste unter ihnen, blieb als einzige ruhig. Ihre Augen folgten dem Feuerschweif, wie er sich langsam der Erde näherte, und hinter dem Horizont verschwand.
Kurze Zeit später hörte sie einen Knall und eine Wolke aus Rauch und aufgeworfener Erde erhob sich dort, wo das angebliche Zeichen der alten Götter niedergegangen war.

Aus der Steuerkonsole quoll tiefschwarzer Rauch, der seine Lunge reizte, er musste husten.
Der Jaffa spürte, wie etwas feuchtes von der Stirn aus, an seiner Wange hinunterlief. Die Finger tasteten danach, er hielt sie sich vor Augen und sah Blut.
Darok, so war sein Name, richtete sich auf. Die Schmerzen die diese Bewegung verursachten, ließen ihn annehmen, dass er keinen einzigen gesunden Knochen mehr im Leib hatte.
Er ignorierte die Schmerzen und versucht im Qualm seine Herrin ausfindig zu machen. Mit dem Fuß stieß er gegen eine weiche nachgiebige Masse.
Da lag sie.
Mehr fühlend und tastend, als sehend, hob er sie auf seine Arme und folgte den einfallenden Lichtstrahlen, die aus Richtung Schott kamen.
Er versuchte das Schott zu öffnen, doch es klemmte. Woher kamen dann aber die Sonnenstrahlen? Dann entdeckte Darock den Riss, der sich seitlich von ihm vom Boden bis knapp unter die Decke zog.
Mit schier unmenschlicher Kraftanstrengung schaffte er es, die Öffnung so zu verbreitern, dass sie hindurchpassten. Seine Handflächen waren eine einzige Brandwunde nach dieser Tat. Das Metall der Außenhülle war durch die Reibungshitze noch stark erwärmt, was ihm aber auch die Arbeit etwas erleichterte den Riss zu erweitern.
Darock trug seine Göttin in den Schatten einer der Bäume, legte sie nieder und sah sich den Schaden an. Dieser Frachter würde wohl nirgendwo mehr hinfliegen.
In dem Moment kam Bastet wieder zu Bewusstsein.
„Jaffa.“
Von den Worten seiner Königin aus den Überlegungen gerissen antwortete er,
„Meine Herrin, wie kann ich euch dienen?“„ Finde das Sternentor und hole Hilfe.“
„Hilfe? Von wem? Eure treuen Diener wurde alle getötet und die anderen Systemlords werden sich nicht gegen Ba´al erheben.“
„ Die Jaffa- Rebellen, finde sie und du wirst den Weg zu den Ta´uri finden.“
„Aber die Ta´uri werden euch vernichten, wenn es nicht schon die Shol`va tun.“
„Nein… werden sie…. Nicht…. Bitte …. Sie… in … meinem… Namen… um Asyl… Du musst…“
Voller Sorge kniete sich Darock neben seine Herrscherin.
„Ich kann euch nicht hier alleine zurücklassen.“
„Du… musst… Ich… komme… zurecht, aber… be.. eile… dich, bevor… sie uns… hier finden.“
„Herrin, ich …“
Ihr Arm legte sich auf den seinen, ihre Stimme wurde wieder fester.
„Geh, mein treuer Diener und tue was ich dir befohlen habe.“
Voller Widerwillen befolgte er die Anweisung seiner Herrin. Er erhob sich und lief los.
Er sah nicht, wie er dabei, von zwei neugierigen Augenpaaren beobachtet wurde.

Rokem wartete, bis der Mann außer Sichtweite war, dann näherte sie sich der, auf dem Boden, liegenden Gestalt. Die Frau sah tot aus, und vor allem aber sah sie nicht göttlich aus, sondern eher verletzbar und menschlich wie sie selbst. Rokem wollte sich gerade abwenden und gehen, als der Kopf der Frau sich in ihre Richtung drehte. Die Argezin erschrak. Die Augen der Frau leuchteten, und mit einer seltsam verzerrten Stimme sagte sie zu ihr. „Hilf mir!“

3
Die Alarmsirenen sprangen an, ein durchdringender Ton schallte durch die Gänge des Cheyenne Mountain. Der General rannte die Treppe vom Besprechungsraum zum Kontrollraum hinunter. Er stellte sich hinter den diensthabenden Seargant.
„Sgt. Harriman. Was ist los?“
„Unerwartete Aktivierung von außen, Sir! Wir empfangen ein Signal.“
Walter rief die Erkennungsdaten auf den Monitor.
„Der Zugangscode von Master Bratac.“
„Iris öffnen.“

O´Neill stand am Fuß der Rampe. Als Bratac durch den Ereignishorizont trat, ging ihm der Gedanke durch den Kopf „Gott ist er alt geworden, seh ich auch so grau aus?“.
Er brauchte nur an das Spiegelbild von heute morgen zu denken und gab sich die Antwort selbst.
Der Jaffa der den Master begleitete sah hingegen ganz so aus, als ob er sich gar nicht freuen würde auf der Erde zu sein.
Bratac kam auf ihn zu und reichte ihm die Hand.
„O´Neill, es ist eine Freude dich wiederzusehen.“
„Ganz meinerseits, wer ist dein Freund da?“
„Das sollten wir lieber unter uns besprechen, vorerst.“

Die drei saßen in Jacks Büro. Bratac ergriff das Wort.
„Dies ist Darok. Er ist erster Primus der Systemlady Bastet. Und er ist ihr immer noch treu ergeben.“
Der General machte ein ungläubiges Gesicht.
„Dazu hätte ich zwei Dinge zu sagen. Erstens, wenn er kein Rebell ist, was zum Teufel, geht in dir vor in hierher zu bringen, und zweitens, was will er von uns?“
„Hör mir zu, Mensch!“, Darok stand auf und sein Gesicht näherte sich dem Jacks bedenklich,“ Mir widerstrebt es zutiefst hier zu sein. Mit einem Scholva an meiner Seite und mit dir zu reden, aber meine Herrin will es so. Ihr Reich ist gefallen und sie ist auf der Flucht vor Ba´al und seinen Klonkriegern. Wir sind mit einem Frachter von einem seiner Kriegsschiffe geflohen. Auf der Flucht wurde unser Schiff stark beschädigt und wir mussten notlanden, dabei wurde sie verletzt und besaß nicht mehr die Kraft mich zu begleiten. Sie hat mich fortgeschickt um Hilfe zu holen. Eure Hilfe und sie bittet euch um Asyl.“

Jack lehnte sich in seinem Sessel zurück und musterte diesen Jaffa von oben bis unten. Er sah in seine Augen, auf der Suche nach irgendeinem Zeichen, dass er lügen würde. Doch er fand keins, dieser Krieger meinte es ernst. Er wägte das Risiko und die Vorteile ab. Sollte er wirklich das Leben eines oder mehrerer SG- Teams riskieren nur um einen Goa`uld in die Fänge zu kriegen? Der General haderte immer noch mit sich, angesichts der Tatsache, dass er bereits schon mal auf so ein angebliches Asylgesuch hereingefallen ist. Allerdings stand dem Gegenüber, dass ein Goa´uld durchaus von Nutzen sein konnte und das diese Lady Bastet niemals gegen die Erde vorgegangen ist und in allgemeinem eigentlich den Ruf besaß, den Tau´ri gegenüber positiv eingestellt zu sein, wie Lord Yu. Jack traf eine Entscheidung.
„Wir werden dir helfen. Ich geh davon aus, dass du die Koordinaten des Planeten hast auf dem sich deine „Göttin“ befindet.“
„O´Neill.“, Bratacs Stimme erhob sich,“ Wenn willst du mit dieser Mission beauftragen?“
„Da es im Moment unabdingbar ist, das du und Teal´c euch auf Dakara aufhalten müsst, Daniel immer noch verschwunden ist und Carter immer noch um ihren Vater trauert und ich sie noch nicht wieder rausschicken möchte….. hm… ich denke ich hab da jemanden.“
Der Master erhob sich und wandte sich Darok zu. „Mein Bruder, ich muss zurückkehren. Ich werde dich hier lassen damit du mit den Tau´ri zusammen deiner Herrin helfen kannst. Ich hoffe das auch du irgendwann verstehen wirst, wer die Goa´ulds in Wirklichkeit sind.“
Darok warf einen verächtlichen Blick auf den alten Mann. „Ich werde meine Göttin niemals verraten.“
Bratac warf dem General noch einen Blick zu, der soviel heißen sollte wie, viel Glück mit dem da, und ging.

Der Ring mit den Symbolen drehte sich, auf der Suche nach dem nächsten Zeichen. Vor dem Tor standen drei Teams. SG-9, dessen CO, Colonel Smith das Kommando über die Mission übertragen worden war. Dann waren da noch die Einheiten 4, unter dem Kommando von Col. Kree und 7, befehligt von Major Thomas Proots und der Jaffa Darok.
Das Schott öffnete sich und der General trat herein. Die SG- Teams standen stramm.
„Ok, Leute. Ihr seid alle eingewiesen worden und ihr wisst worum es geht. Euer Begleiter wird euch zeigen, wo ihr die gesuchte Person findet. Bringt sie zur Erde. Ich erwarte sie alle froh und munter wiederzusehen. Viel Glück!“
Der Ereignishorizont aktivierte sich, Aus dem Lautsprecher hörte man Walters Stimme, die bekannt gab, dass die Verbindung zu P2A704 stabil sei. Smith trat vor und wollte seinem Team vorangehen, als er von Jack aufgehalten wurde.
„Passen sie auf diesen Jaffa auf, John. Ich trau ihm nicht über den Weg, er verheimlicht uns etwas.“
Der Colonel gab ein verstehendes Nicken zurück. Zu den Teams gewand sagte er, „Also, los Leute!“
Die Teams setzten sich in Bewegung und durchschritten das Gate.

4
Es war kühl. Das war das erste was dem Colonel durch den Kopf ging, als er das Tor auf der anderen Seite passierte. Nach und nach kamen die restlichen Mitglieder der Mission durchs Tor, gefolgt von einem MALP, auf dem diverse Ausrüstungsgegenstände verstaut waren. Smith sah sich um. Rund ums Tor standen Monolithen, ca. 3-4 Meter groß. Auf den Steinen waren primitive Zeichnungen zu sehen. Das DHD stand etwas abseits, jeweils rechts und links um das Gerät standen kleinere, dafür etwas breitere Monolithen. Sie besaßen wohl rituelle Bedeutung für die einheimische Kultur, denn auf einem der Steine lagen halbverfaulte Dinge, die entfernt an heimische Äpfel erinnerten, den anderen Stein bedeckte etwas durchaus ekligeres. Ein Tier dem die Kehle durchgeschnitten worden war.
„Wir sollten vorsichtig sein, diese… Opfergaben dort scheinen noch nicht sehr alt zu sein.“, meinte der Colonel von SG-9.
Captain Borows nahm das Tier näher in Augenschein. „Eindeutig tot, Sir.“
Er sah sie, mit einem Lächeln in den Augen, an, „Sind sie sich wirklich sicher? Sie haben sich schon mal geirrt, was das angeht.“
Die Rothaarige drehte sich empört zu ihrem Befehlshaber um, sah aber noch rechtzeitig das er einen Scherz, bezüglich ihrer ersten gemeinsamen Mission, gemacht hatte.
Doktor Conrad, Teammitglied von SG-4 und seine Freundin, kam auf ihn zu und meinte,“ Musst du deine Leute immer so ärgern.“
Die Beziehung der beiden war allgemein im SGC bekannt und deswegen störte sich auch keiner daran, dass sie selbst auf einer Mission vertraulich miteinander umgingen.
John erinnerte sich daran, wie sie zueinander gefunden hatten und an das anschließende Gespräch mit dem General. O´Neill meinte damals, dass eine Beziehung unter Angehörigen des SGC nicht sehr gern gesehen sei, weil man befürchtete es könnte die Arbeit der Leute beeinträchtigen und gefährden, aber etwas dagegen unternehmen konnte er nicht. Der Doktor war zivile Angehörige des Kommandos und unterlag damit nicht den Richtlinien des Militärs.
Colonel Kree gesellte sich zu ihnen, „ Ich unterbreche diesen Moment nur ungern, aber wir haben noch einen Auftrag zu erfüllen. Wie soll es weitergehen, Col. Smith?“
John räusperte sich,“ Major Proots, sie und ihr Team bleiben am Gate und sichern es. Legen sie in einem Umkreis von 100 Meter Minen aus und bauen sie das Geschütz auf, ich will nicht zum Tor zurückkommen und herausfinden das es hier von Jaffa oder ähnlichem nur so wimmelt. Darok, sie begleiten mich und Colonel Kree, bitte zu der Stelle an dem sie die Zielperson zurückgelassen haben. Borows, sie und Weaver erkunden die Umgebung, der Rest begleitet uns. Winters, nehmen sie die Trage mit. Ich erwarte von jedem das er sich mindestens einmal die Stunde über Funk meldet und einen Statusbericht durchgibt. Haben das alle verstanden?“
Sie nickten zur Bestätigung, und machten sich daran die Anweisungen auszuführen.

Die Truppe lief einen schmalen Weg, der sich durch den dschungelähnlichen Wald schlängelte, entlang. Die Luft war erfüllt von den Geräuschen tierischen Lebens. Aus der Ferne hörte man das angriffslustige Fauchen eines Raubtieres, kurz darauf die Todesschreie des Opfers.
Der Jaffa lief voran. Die Mitglieder des SGC folgten in Zweiergruppen. Colonel Kree und Major Kowalskey waren direkt hinter Darok, in wenigen Metern abstand folgten die Captains Goldberg und Winters. Das Schlusslicht bildeten Colonel Smith und die Ärztin Doktor Conrad.

John vergewisserte sich, dass die beiden vor ihnen außer Hörweite waren, dann wandte er sich der Frau an seiner Seite zu.
„Natacha, ich muss dir was sagen.“
Sie sah ihm in die Augen,
„Ich weiß nicht ob mir das gefallen würde, bei dem Gesicht das du gerade ziehst.“
Er lächelte,
„So schlimm ist es nicht. Hoffe ich doch. Mir geht nur immer wieder unsere Beziehung durch den Kopf. Wir sollten daran was ändern. Ich bin der Meinung das es Zeit ist, dich…“
Die Ärztin bleib stehen, aus ihrem Gesicht sprachen Angst und Verzweiflung.
„Du willst Schluss machen. Ich habe es geahnt. Warum? Es lief doch alles so gut.“
Der Colonel hob die Hände in einer beschwichtigenden Geste.
„Nein, ganz ruhig. Ich weiß das es hier nicht der richtige Zeitpunkt und Ort ist, aber ich wollte dich fragen, ob du mich heiraten willst?“
Wie schnell sich die Gesichtszüge eines Menschen ändern können ist erstaunlich. Binnen weniger Augenblicke wurden aus Angst und Verzweiflung, Überraschung und grenzenlose Freude.
Das „Ja“, das sie erwiderte, konnte man mit ziemlicher Sicherheit noch auf der Erde hören, auch ohne Funkverbindung durch das Sternentor. Sie umarmten sich.

Kurz darauf war Krees Stimme aus dem Funkgerät an Johns Schulter zu vernehmen.
„Alles in Ordnung bei ihnen, Smith?“
Er löste sich aus der Umarmung und griff mit seiner Rechten an das Kommunikationsgerät. Sein Daumen berührte die Senden- Taste.
„Keine Vorkommnisse, Colonel.“
„Wir haben hier vorne einen Schrei gehört, der aus ihrer Richtung zu kommen schien.“
„ Es ist alles okay, war wahrscheinlich ein Tier.“, antwortete er, während er mit einem verschmitzten Lächeln dabei zusah wie sich die Hautfarbe von Natachas Kopf leicht ins Rötliche veränderte, „Wir setzen den Weg fort.“
Sechs Menschen und ein Jaffa nahmen den Marsch wieder auf, an dessen Ziel sie eine zurückgelassene Systemlady zu finden glaubten.

Das Messer, geführt von der Hand einer 1,75m großen, rothaarigen Frau, wirbelte von links nach rechts, in einer einzigen fließenden Bewegung und befreite den Waldweg, den die beiden Frauen beschritten von überwucherndem Gestrüpp.
„Erkunden sie die Umgebung, hat er gesagt. Um was wetten wir, dass der Weg den die anderen gegangen sind nicht so zugewachsen ist.“
Janine Borows machte auf diese Weise ihrer Verärgerung Luft. Denn wenn sie eines hasste, war es das Gefühl nicht voranzukommen, und das empfand sie gerade zur Genüge.

Weaver ließ sie reden. Sie kannte diese kleinen Ausbrüche ihrer Kollegin bereits. Wenn man so viele gemeinsame Einsätze wie sie hinter sich hatte, wusste man die Persönlichkeit des anderen gut einzuschätzen. Komisch, dachte sie. Immer wenn mehr als ein Team auf Mission geschickt wurde, und das Eliteteam SG-1 mal wieder keine Zeit hatte, weil es damit beschäftigt war die Galaxis zu retten, wurden immer ihre und Borows Einheit zusammen rausgejagt.

Ein Geräusch, das nicht ganz in die sie umgebende Kulisse passte, ließ sie aufhorchen. Captain Weaver gab Borows zu verstehen, dass sie ruhig sein soll. Da war es wieder, Äste zerbrachen.
Die Frauen suchten in einem Gebüsch Deckung, das groß genug war ihnen diese auch zu geben.
Gerade rechtzeitig, wie sie wenig später feststellen mussten. Aus dem Unterholz kamen ein Wesen heran, das sie alle nur zu gut kannten, ein Anubiskrieger.
Es kam näher, bis es auf gleicher Höhe mit dem Gebüsch war. Der Kopf glitt suchend umher. Hatte es sie etwa entdeckt? Nein, denn dann wären sie schon längst nicht mehr am Leben.
Beim Training der United States Air Force wurde den Rekruten ständig eingetrichtert, keine Angst vor dem Feind zu haben. Ich wette, dachte Borows das diese Schleifer niemals einem genetisch manipulierten Supersoldaten, der dank eines Symbionten und seiner speziellen Rüstung so gut wie unbesiegbar war, gegenübergestanden hatten.
Sie spürte wie Weaver anfing leicht zu zittern. Sie hielt ihre P90 fest in den Händen und aktivierte vorsichtig und langsam den Chip, der auf der Waffe angebracht war. In Zusammenhang mit einer Energiequelle, bestehend aus einer Naqadah- Batterie, produzierte dieser einen Energiestrahl, der als einziges dazu in der Lage war, diesen Wesen Schaden zuzufügen und zu töten. Die Überlegungen des Captains von SG-9 liefen darauf hinaus, den Soldaten aus dem Hinterhalt anzugreifen. Sie hob die Waffe an und wollte Ziel nehmen, als sich Weavers Hand auf ihre Schulter legte und sie davon abhielt. Jetzt erst merkte sie, dass das Ding vor ihrem Versteck Gesellschaft bekommen hatte. Zwei weitere Klonkrieger waren zu sehen, also mindestens einer zuviel um einen erfolgreichen Angriff durchzuführen. Nun hieß es wieder abwarten und darauf zu hoffen, dass sich diese Wesen schnellstmöglichst von dannen machten.
Es dauerte nicht allzu lang bis dieses Warten von Erfolg gekrönt war. Nachdem sie sicher waren, dass keiner der Krieger überraschend um die Ecke kommen würde, gönnten sie sich den Luxus laut aufzuatmen. Sie verließen ihr Versteck und Borows nahm Funkkontakt auf.
„Captain Borows an Colonel Smith, bitte melden.“
“Ich höre.”
“Sir, wir sind knapp einer Entdeckung durch drei Anubiskriegern entgangen.“
„Verdammt! Alles in Ordnung bei ihnen?“
„Ja, Sir. Nur noch etwas zittrig. Hier waren es drei, aber ich vermute stark, das es nicht die einzigen gewesen sind.“
Ein leises Knacken ertönte im Mikro.
„Major Proots hier. Sie sind nicht durch das Tor gekommen ich denke das hätten wir bemerkt.“
Es dauerte nur Bruchteile von Sekunden bis der Colonel weitere Befehle erteilte.
„Borows, sie und Captain Weaver schließen zu uns auf. Folgen sie dem GPS Signal des Funkgeräts. Wir werden hier auf sie warten, beeilen sie sich. Major Proots, sie nehmen Kontakt zum SGC auf, schildern dem General die bisherige Lage und fordern Verstärkung zur Sicherung des Tores an.“
„Verstanden, Sir!“, hörte man von dem kommandierenden Offizier der Einheit SG-7.
„Wir sind auf dem Weg.“, kam es von Borows und Weaver.
„Seien sie auf der Hut.“, beendete Colonel Smith das Funkgespräch.

Colonel Kree sah Smith an.
“Anubiskrieger, großartig. Ich habe geahnt das es Probleme gibt.“
„Ich könnte mir auch was besseres vorstellen. Sie haben es alle mitgekriegt, wir legen eine Rast ein und warten, dass die Captains Borows und Weaver aufschließen.“
Darok kam mit großen Schritten auf ihn zu.
„Wir müssen weiter! Meine Herrin ist in Gefahr.“Sie standen sich gegenüber von Angesicht zu Angesicht. Agressive Spannung erfüllte die Luft, Wut und Hass baute sich zwischen den beiden Männern auf.
Der Colonel sprach, mit einem Unterton in der Stimme, der sogar Conrad Angst einjagte.
„Wir warten. Wenn du es eilig hast, viel spaß. Aber rechne dann nicht mit unserer Hilfe. Ich werde mir Popcorn besorgen, und dabei zusehen wie diese Klonkrieger dich fertig machen, anschließend gehe ich mit meinen Leute nach Hause. Also solltest du dich jetzt beruhigen und mit uns warten, oder dich allein auf den Weg machen. Du hast die Wahl.“
Der Jaffa war erzürnt über die Dreistigkeit dieses Menschen, das konnte man ihm ansehen, aber er schien auch einzusehen, dass er ohne die Hilfe der Ta´uri aufgeschmissen war, und wandte sich ohne ein weiteres Wort ab. John warf ihm ein misstrauischen Blick hinterher.
„Winters, Kowalskey sichern sie die Umgebung.“

Smith sah zum x-ten Mal auf seine Armbanduhr. Sie hätten schon längst hier sein müssen, ging es ihm durch den Kopf, da ist irgendwas passiert. Die Ungeduld machte sich auch vor allem bei dem Jaffa bemerkbar, man sah ihm an, das er am liebsten sofort aufgesprungen und weitergegangen wäre. Die Blicke der beiden Colonels trafen sich und John merkte das auch Kree, die normalerweise die Ruhe in Person ist, nervös wurde. Er nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche.
Major Nicole Kowalskey, seine Stellvertreterin im SG-9 Team, trat an seine Seite.
„Sir.“, flüsterte sie, so das es die anderen nicht mitkriegten,“ die anderen werden unruhig, Borows und Captain Weaver sollten schon längst hier sein. Wir sollten uns trennen und sie suchen gehen.“
Der Colonel behielt für sich, dass ihm dieser Gedanke schon seit längerem beschäftigte. Der letzte Funkkontakt lag mittlerweile anderthalb Stunden zurück, irgendetwas musste er unternehmen. Er hörte ein leises Rascheln der Blätter und sah nach oben. Captain Winters, die auf den Baum geklettert war um sich eine bessere Übersicht zu verschaffen, war im Begriff ihren Posten zu verlassen. John wartete bis sie unten war,
„Was ist los? Kriegen wir Besuch?“
„Ja. Ich konnte nicht genau erkennen wer oder was sich da nähert, die Sicht wurde durch das Gebüsch behindert, aber es kommt definitiv etwas in unsere Richtung.“
John gab den anderen das Zeichen sich zu verstecken und die Waffen bereit zu halten.
Es dauerte nicht lange, bis er die Geräusche zerbrechender Äste hörte. Die P90 fest im Anschlag stand er hinter einem Holzstamm und wartete auf den oder die Unbekannten.

Die beiden Frauen bewegten sich vorsichtig zu dem Standort, denen ihnen ihr GPS- Gerät anzeigte.
Die Waffen im Anschlag, immer darauf vorbereitet, dass einer ihrer Gegner plötzlich vor ihnen auftaucht. Sie blieben stehen. Die Brünette der beiden schaute noch mal auf den Apparat.
„Hier müssten sie sein.“
Im gleichen Moment spürte sie den kalten Lauf einer Pistole in ihrem Nacken, und eine Stimme die sagte,
„Im Anpirschen waren sie noch nie besonders gut, Captain. Wir haben sie schon vor ein paar Minuten gesehen.“
Weaver drehte sich um und stand ihrem CO gegenüber. Der Schock, der sie im ersten Moment ereilt hatte, verschwand genauso schnell wie er sich eingestellt hatte.
„Colonel Kree. Endlich haben wir sie gefunden."
Die Erleichterung die, die beiden empfanden, macht sich in einem kurzen Lachanfall bemerkbar.
„Wo waren sie so lange?“, Smith trat hinter seinem Versteck hervor.
Captain Borows salutierte, als sie ihn sah.
„Wir mussten den einen oder anderen Umweg machen, Sir. Sonst wären wir denen direkt in die Arme gelaufen.“
Mit denen meinte sie die angsteinflößenden und schwer zu tötenden Superkrieger, die aus einer Laune des ehemaligen Systemlords Anubis heraus, geschaffen wurden.
„Wieviele?“, fragte der Colonel.
„Wenn es nicht immer die selben drei waren dann mindestens sieben.“
„Verdammt. Soviel Aufwand für eine Goa´uld, die Ba´al sowieso keine Bedrohung mehr ist. Darok!“
Bastets erster Primus drehte sich zu ihm um.
„Ja, Mensch! Was willst du?“
„Wieso ist Ba´al so sehr hinter deiner Chefin her? Sie scheint ihm so wichtig zu sein, dass er mindestens ein halbes Dutzend seiner Superkrieger losschickt, um sie zu finden und das in einer Situation in der er sich das eigentlich nicht erlauben kann. Und wehe du lügst mich an, ich spüre so was.“
Die Augen des Jaffa schienen zu glühen. Wenn sie nicht genau gewusst hätten, dass es unmöglich ist, dass ein Jaffa, als Wirt missbraucht werden kann, hätten einige der anwesenden schwören können, dass sie einem leibhaftigen Goa gegenüber standen.
Die Hände des Kriegers zuckten, die Beherrschung die er aufbrachte, um den Colonel nicht an die Kehle zu springen, schien enorm zu sein. Darok war es nicht gewohnt, dass Menschen, die in seinen
Augen von der Gnade der Götter abhängig waren, so mit ihm redeten, und dieser Mensch tat das schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit.
„Sie besitzt wichtige Koordinaten.“
„Was für Koordinaten?“
Der Mann mit dem goldenen Symbol auf der Stirn merkte, dass er diesem Menschen wohl die ganze Wahrheit sagen musste.
„In ihrem Herrschaftsbereich befinden sich ehemaligen Stützpunkte der Antiker. Ba´al hofft dort das zu finden, was ihr ZPMs nennt. Er will sie benutzen, um seine völlige Macht wiederzuerlangen. Meine Göttin hat in weiser Vorhersehung den Befehl gegeben, die Daten aus sämtlichen Kursspeichern der Schiffe zu löschen, als absehbar war, dass sie ihr Imperium nicht halten konnte. Nur sie allein ist noch im Besitz dieser Koordinaten.“
Colonel Smith ließ seinen Blick über die anderen Soldaten schweifen. Jedem war klar, was diese Eröffnung bedeutete. Sie mussten unter allen Umständen verhindern, dass der Systemlord Ba´al diese Daten in die Hände bekam. Sollte es ihm wirklich gelingen, war keiner mehr von ihnen seines Lebens sicher. Eines dieser Zero-Point-Module in den falschen Händen konnte zur furchtbaren Waffe werden.
„Worauf warten wir dann noch? Vorwärts.“, John machte, mit der P90 in der Hand, eine einladende Geste,“ wenn ich bitten dürfte, Darok.“
Der Primus ging eiligen Schrittes an ihm vorbei und führte sie weiter zu der Absturzstelle. Der Colonel gab noch kurz, über Funk, einen Lagebericht an Major Proots weiter, bevor dieser, ebenfalls wie er vorhin, auf die Idee kam nach ihnen zu suchen.

Ihr Führer blieb stehen. Er winkte Colonel Smith zu sich.
„Was gibt es?“
„Die Lichtung dort, da sind wir abgestürzt.“
„Bist du dir sicher?“
Ein Schnauben und ein verächtlicher Seitenblick waren die Antwort. John drehte sich um und bedeutete den anderen sich um ihn zu sammeln.
„Wir haben die Absturzstelle erreicht. Vorrücken, in dreier Gruppen, nach allen Seiten sichern. Seid vorsichtig.“ Er teilte die Gruppen ein und gab das Zeichen zum Aufbruch. Sie liefen in geduckter Haltung, die Waffen im Anschlag, den Waldrand immer im Auge, darauf gefasst, in der nächsten Sekunde einem Klonkrieger gegenüber zu stehen. Für manche Beobachter mochte diese Vorsicht vielleicht etwas übertrieben sein, aber mit einem Gegner wie diesem war nicht zu spaßen und man musste auf der Hut sein.
Als sie sich bis auf wenige Meter dem Wrack genähert hatten, bemerkte Darok eine Rauchsäule, die von der, gegenüberliegenden Seite des abgestürzten Schiffes aufstieg. Er machte den Colonel an seiner Seite darauf aufmerksam. John gab den anderen das Zeichen zum Halt, während er selbst, zusammen mit Darok und Kree, das Wrack umrundete. Smith griff zum funk, als er die Ursache der Rauchsäule entdeckte.
„Smith an alle. Keine Gefahr. Schließt auf. Goldberg, Borows und Kowalskey sichern sie den Standort in einem Umkreis von fünfzig Metern ab.“
Vor ihnen hockte eine junge Frau, sie war schwarz, zierlich gebaut und die Haare erinnerten ihn irgendwie an Bob Marley an einem Lagerfeuer, über dem ein Tier an einem Stock aufgespießt brutzelte.
„Mein Name ist Rokem. Ihr habt lange gebraucht,“, sie hielt den Spieß in ihre Richtung,“ habt ihr Hunger?“

5
Zwei SG- Teams, der Jaffa und eine Eingeborene saßen um das ausglühende Feuer. Das Tier, das Rokem als Lagazar bezeichnete, schmeckte gar nicht so schlecht. Die junge Frau sah den Jaffa an.
„Du bist mit der Frau, deren Augen glühen, in diesem Himmelsgefährt gelandet.“
„Nach einer vernünftigen Landung sieht das aber nicht aus.“
„Winters!“, wurde der Captain von ihrem Co zurechtgewiesen.
„Wo ist sie?“, fragte der Jaffa,“ Ich habe sie dort zurückgelassen.“
Seine wies auf einen Baum der ganz in ihrer Nähe stand.
„Ich weiß, ich habe dich beobachtet.“, nahm Rokem wieder das Gespräch in die Hand,“ Als du weg warst, ging ich zu ihr. Sie lag da wie tot, und ich wollte mich wieder abwenden, da sprach sie mit mir und bat mich um Hilfe. Die Frau erzählte mir, sie sei auf der Flucht vor mächtigen Kriegern, und dass man sie suchen und töten würde, wenn man sie findet. Darum hab ich sie mitgenommen und versteckt.“
Smith kam dem Primus zuvor, indem er fragte, wo sie denn versteckt sei.
„In die Katakomben des alten Göttertempels, unweit meines Dorfes. Nachdem ich sie dort untergebracht hatte, meinte sie es wäre besser, wenn ich hierher zurückkehre und auf euch warte. Ihr treuer Diener würde bald in Begleitung mehrer Krieger wieder da sein. Wenn dies geschieht, soll ich sie zu euch führen. Das warten war gefährlich, ich musste mich einige Male vor den anderen verstecken. Fast so groß wie zwei Mann, gefährlich aussehend und seltsam gekleidet.“
„Diese anderen, wann sind sie das erste Mal aufgetaucht?“, fragte Kree.
„Vor ungefähr zwei Sonnenaufgängen.“
„Weißt du wie sie hierher gekommen sind, auf deine Welt?“ John legte den Spieß, an dem sie das Tier gebraten hatten, zur Seite.
„Meine kleine Schwester, die mir einmal am Tag Getränke bringt, erzählte mir, dass sie durch den Ring der Sterne gekommen sind. Sie sollen die Priester, die dort eine Opferritual abhielten, getötet haben. Einer der Jagdspäher, der dies mit ansah, hatte ihr davon berichtet. Seitdem ist mein Volk sehr verängstigt und verkriecht sich in den Hütten.“ Die beiden ranghöchsten Offiziere sahen sich in die Augen. John aktivierte eine Funkverbindung zu dem Major am Sternentor.
„Proots, melden!“
„Ich höre, Sir.“
„Haben sie die Verstärkung erhalten?“
„Ja, Colonel. Der General hat zwei weitere Teams geschickt.“
„Sehr gut. Folgendes, wir haben gerade, von einer Eingeborenen, erfahren, dass die Anubiskrieger doch durch das Tor gekommen sind. Verschärfte Sicherungsmaßnahmen. Informieren sie das SGC das wir eine dauerhafte Verbindung zum Alphastützpunkt aufbauen, um zu vermeiden, dass die Verstärkung erhalten. Sollten sie angegriffen werden, verteidigen sie das Tor so gut sie können. Gehen sie aber kein Risiko ein, wenn die Lage aussichtslos wird, ziehen sie sich mit den Teams zurück.“
„Zu Befehl, Colonel.“
„Wir sollten keine Zeit mehr verlieren und uns auf den Weg machen.“
Der Jaffa machte deutlich, dass er dieses Mal einer Meinung mit dem Menschen war.

Es blieb stehen, seine Hörorgane hatten Schritte ausgemacht, die nicht von seinesgleichen stammten. Den Kopf bewegtes es in die Richtung, aus der diese Geräusche kamen. Die Analyse der vorhandenen Daten ergab, dass die Menschen seinen Standort in ca. 2,7 Minuten passieren würde. Es aktivierte das Tarnfeld.

Nahm dieser Wald den nie ein Ende. In Captain Borows kam wieder das Gefühl auf, nicht voran zu kommen. Goldberg und ihre Wenigkeit bildeten die Spitze, direkt hinter ihnen lief die Eingeborene Rokem, die sie zu dem Standort ihrer Zielperson führte. Colonel Smith, der Jaffa und ihre beiden SG-9 Teamkolleginnen gingen in der Mitte, während Kree mit dem Rest von SG-4 die Nachhut bildete. Der Weg den sie entlang gingen wurde wohl öfter benutzt. Er war breiter, nicht zugewuchert und die Erde war festgetrampelt. Anzeichen dafür, dass sie dem Dorf, und damit den Katakomben, näher kamen.

Der Schuss traf sie seitlich, und ließ sie zusammenbrechen. Der Zweite traf Goldberg in die Brust. John Smith reagierte sofort und ließ sich fallen.
„Runter!“, schrie er.
Die folgenden Energieentladungen gingen über ihn hinweg. Aus den Augenwinkeln sah er, das sich Rokem eine Deckung gesucht hatte. .
„Winters. Können sie ihn sehen?“
„Nein, Sir. Vermutlich Tarnmodus.“
Der Colonel griff zum Funk.
„Kree. Sind sie in Ordnung?“
„Ja. Was zur Hölle ist da bei ihnen los?“
„Wir haben einen Überraschungsgast. Borows und Goldberg wurden getroffen. Sagen sie mir bitte, dass wir den Spürhund dabei haben.“ Spürhund nannten sie das Gerät mit denen es ihnen möglich war, auch getarnte Angreifer zu entdecken.
„Goldberg hatte ihn dabei.“
„Großartig! Sie bleiben wo sie sind.“
Er brach den Kontakt ab und lugte um den Baumstamm, hinter dem er sich versteckt hielt. Sein Blick suchte die beiden am Boden liegenden Körper ab und fanden das Utensil, anschließend sondierte er die Richtung aus der die Schüsse gekommen waren.
„Wo bist du, du Dreckssack?“
Zwei Meter vor ihm, und ebenfalls hinter einem Stamm kauernd, entdeckte er Winters und Darok. Smith suchte den Boden nach einem Gegenstand ab, den er ihr zuwerfen konnte und fand einen kleinen Stein. Er warf und traf Cassandra an der Hand. Der Captain sah zu ihm herüber. John gab ihr mit Handzeichen zu verstehen, was er wollte. Sie nickte, dass sie verstanden habe.

Es waren keine vier Meter zu ihrem Ziel, doch diese, eigentlich lächerliche Entfernung, erschein ihr im Augenblick wie die strecke Washington-New York. Captain Cassandra Winters, verspürte Angst. Der Schweiß lief ihr von der Stirn in den Nacken und setzte von dort seinen Weg auf ihrem Rücken fort. Das, was sie sich in ihrem Inneren ausbreitete war die nackte Todesangst. Jeden Moment konnte sie von einem Schuss getroffen werden. In einem Anflug von Galgenhumor dachte sie, dann habe ich es wenigstens hinter mir und höre auf so zu zittern. Ihr Atem ging stoßweise als sie Goldberg erreichte, mit der Hand tastete sie nach dem Puls. Nichts. Captain Danielle Goldberg, 35, seit sieben Jahren beim Stargate-Kommando dabei, war tot. Sie hörte schwere Schritte die langsam näher kamen. Wo war bloß dieses dämliche Ding? Da, endlich! Cassie zog es aus dem Rucksack, der halb unter der Leiche verborgen lag, und aktivierte das Gerät.
„Auf ein Uhr. Entfernung sechzehn Meter. Näher kommend.“
Der Jaffa und ihr CO reagierten sofort und feuerten aus allen Rohren. Sie hörte auch Schüsse deren Quelle etwas abseits lag, das musste Kowalskey sein. Die Energien des Zat, die einzige Waffe die sie dem Jaffa zugestanden hatten, verpufften wirkungslos an der Rüstung des Supersoldaten. Doch dafür gab es ja die Erfindung von Colonel Samantha Carter, das kleine Wunderding das auf dem Lauf der P90 angebracht war. Die Tarnung brach zusammen. Winters erschreckte sich als sie die Füße des Kriegers so nah vor sich sah. Endlich zeigte das Waffenfeuer seine tödliche Wirkung und der Klonkrieger fiel der Länge nach hin.
„Winters, checken sie ob sich noch mehr von denen hier herumtreiben.“
Halb aufgerichtet scannte sie mit dem Spürhund die Umgebung.
„Negativ, Sir. Der war alleine.“
Sie kamen alle aus ihren Deckungen hervor, Kree und ihre Leute hatten inzwischen aufgeschlossen.
„Oh Gott, Winters. Sind sie verletzt?”
Erst jetzt registrierte sie das ihre Hände voller Blut waren.
„Nein. Da ist von Goldberg, Major.“

Nicole nahm die Wasserflasche, öffnete sie und ging damit zu Captain Winters. Sie spülte die Hände ab, von denen das Blut nur so auf den Boden tropfte.
Natacha Conrad kniete neben ihrer toten Teamkameradin und nahm die Hundemarke an sich. Dann drehte sie sich herum und wollte dasselbe bei Borows machen. Eine plötzliche Regung ließ sie innehalten.
„Sie lebt noch!“
John ließ sich auf die Knie fallen und nahm das Gesicht seines Captains in die Hand schüttelte leicht den Kopf.
„Janine, hören sie mich?“
Ein schmerzerfülltes Stöhnen kam über ihre Lippen.
„Sie mal hier.“
Die Ärztin hatte die Jacke des Captains ein wenig vom Körper weggezogen. Der Stoff wies ein faustgroßes Loch auf. Ein Wunde die sich von der unteren Rippe bis zum Steißbein zog, kam zum Vorschein. Er meinte die Knochen der Wirbelsäule sehen zu können.„Versorg die Wunde so gut du kannst.“ Er stand auf. „Colonel Kree, ich möchte das sie und Winters sie dann anschließend zum Tor zurückbringen. Major Proots soll die Erde anwählen damit sie dort schnellstmöglich ausreichend medizinisch versorgt werden kann. Danach soll er wieder die Alphabasis anwählen und die Verbindung aufrecht erhalten.“
„Meinen sie nicht, dass das eher Doktor Conrad übernehmen sollte?“, dem weiblichen Colonel schien es gar nicht zu gefallen das sie nun fort musste.
„Nein. Es ist ungewiss in welchem Zustand sich Bastet befindet und ob sie versorgt werden muss, das heißt wir brauchen Natacha noch.“, irrte er sich oder nahm er so was wie Erleichterung im Gesichtsausdruck seiner Freundin war,“ Bitte, Stefanie. Tun sie es einfach.“
„Ja… Sir.“
Kree war ganz und gar nicht damit einverstanden jetzt zu gehen. Obwohl sie ranggleich waren und sie eigentlich die Dienstälteste war, fügte sie sich dem Befehl. Colonel Smith hatte das Kommando über diese Mission, davon mal abgesehen, dass sie seine Bitte durchaus verstehen konnte.

Colonel Kree und Captain Winters waren vor zehn Minuten aufgebrochen, um die schwerverletzte Captain Borows zurück nach Hause zu bringen. Nun waren sie nur noch zu fünft. Colonel John Smith und der Jaffa Darok. Die Eingeborene Rokem, Captain Sophie Weaver, Angehörige des SG-4 Teams, Major Nicole Kowalskey und die Ärztin, und seit heute Verlobte von John Smith, Natacha Conrad.
Gemeinsam begruben sie Captain Goldberg. Nachdem der Colonel ein stilles Gebet gesprochen hatte, markierte sie die Stelle, für den Fall, dass es ihnen später möglich war zurückzukehren und die sterblichen Überreste nach Hause zu überführen.
Sogar der Jaffa hatte sich an dieser Aktion beteiligt ohne ein Wort der Ungeduld zu verlieren.
Smith nahm seine P90 in die Hand und überprüfte das Magazin.
„Für ausführliche Trauer haben wir leider keine Zeit. Eine Aufgabe wartet auf uns. Und je schneller wir diese erfüllt haben, umso eher sind wir wieder zuhause. Rokem sie übernehmen die Führung, ich spiele ihre Leibwache. Major, nehmen sie den Spürhund, ich will nicht noch mal so eine Überraschung erleben. Darok und Weaver ihr haltet uns den Rücken frei. Vorwärts.“
Sie marschierten los, manch einer würde an dieser Stelle sagen, einer ungewissen Zukunft entgegen.

6
Es war still. Zu still, für seinen Geschmack. Der Colonel nahm das Fernglas runter, mit dem er das Dorf aus sicherer Entfernung beobachtet hatte. Rokem, die neben ihm im Unterholz lag, stellte ihm die Frage ob er irgendwas besonderes gesehen habe.
„Nein, alles ruhig. Zu ruhig.“
„Wie meinst du das?“
Smith gab ihr das Fernglas und zeigte ihr wie man damit umging.
„Sieh selbst.“
Die junge machte einen ungläubigen und gleichzeitig faszinierten Eindruck, als sie hindurchsah. Ihr Dorf zum Greifen nah und doch so fern.
„Du hast recht.“, sie sah zum Himmel auf und suchte den Standort der Sonne,“ Um diese Zeit müssten auf dem zentralen Platz ein großes Feuer brennen das den Abend erhellen und die Nacht begrüßen soll.“
Sie gab ihm das Gerät zurück und er verstaute es.
„Was sagt der Spürhund, Major?“„In einem Umkreis von dreihundert Metern keinerlei Emissionen die auf eine getarnte Einheit schließen lassen, Sir.“
„Darok und ich werden uns das mal aus der Nähe ansehen. Weaver, geben sie ihm Borows P90.“
Mit einem Seitenblick auf den Jaffa, der misstrauischer nicht sein konnte, begann die Angesprochene die Waffe von ihrer Weste zu lösen.
„Halten sie das für eine gute Idee, Sir?“
Colonel Smith sah dem Primus in die Augen, während er auf die Einwände des Captains einging.
„Ich denke nicht, dass er mich erschießen wird. Geben sie ihm die Waffe.“
Die Entschlossenheit, die ihr Missionskommandeur in seine letzten Worte legte schien sie davon zu überzeugen, dass er dem Mann ein gewisses Maß an Vertrauen entgegenbrachte.
„Major, sollte uns was passieren ziehen sie sich zum Tor zurück und brechen die Mission ab.“
Ein kurzes „Ja, Sir!“ war die Antwort.
Doktor Conrad robbte neben ihren Lebensgefährten.
„Sei bloß vorsichtig. Ich hab keine Lust mir einen neuen Kerl zu suchen.“
„Ich hab gehört O´Neill soll eine gute Partie sein.“ John küsste sie auf die Stirn und lächelte. Danach erhoben er und Darok sich aus ihrer Deckung und stießen Richtung Dorf vor.

Die zwei Männer erreichten die äußeren Hütten ohne Zwischenfall. Der Colonel gab dem Jaffa zu verstehen, dass sie sich aufteilen würden und er die Behausungen inspizieren solle. Ein Kopfnicken drückte das Verstehen des Jaffa aus.
Smith stand am Rand des zentralen Platzes. Er sah vereinzelte Holzhaufen, die wohl für das große Feuer bestimmt gewesen waren. Hier und dort standen Tische auf denen Obst, Werkzeug und auch Kleidung zum Angebot bereit lagen. Eigentlich ein normaler Anblick für so einen Ort, nur die Menschen fehlten. Und das war der Punkt, der ihn am meisten störte, denn es sah so aus, als wenn dieser Platz in fluchtartiger Panik verlassen wurde.
„Mensch! Das solltest du dir ansehen.“
Darok kam aus einer der Hütten, der größten die sich dem Platz anschloss. Der Jaffa hielt den schweren Vorhang, der wohl normalerweise den Eingang versperrte, beiseite. Das, was der Colonel im Inneren der Behausung sah, ließ ihn fast sein Frühstück verlieren. Da waren sie also, die Eingeborenen. Von irgendwem oder was, sehr wahrscheinlich Anubiskriegern, dort zusammengepfercht und brutal niedergemetzelt. Man konnte sehen, dass einige der Leute versucht haben zu entkommen. Vor den Öffnungen an der Wand, primitive Versionen eines Fensters, türmten sie sich die Leichen zu kleinen Hügeln. Die Kinder unter ihnen sind nicht an Schusswunden gestorben, das konnte er sehen, sondern einfach niedergetrampelt von ihren Eltern, die versuchten zu fliehen. Er drehte sich zur Seite und gab dem Brechreiz freien Lauf. In seiner ganzen Laufbahn beim SGC und auch früher bei den Special Forces, hatte er selten solch eine Grausamkeit gesehen.
Darok, dem dieser Anblick auch ein wenig nahe zu gehen schien meinte,
„Sie wollten von ihnen wissen, wo sich meine Herrin befindet. Da es keiner von ihnen wusste, mussten sie sterben.“
Aus der Stimme des Militärs sprach Hass, Wut und Zorn,
„Ba´al, dieser dreckige, verdammte Bastard. Wenn ich ihn jemals erwische schneide ich ihm die Schlange mit einem Löffel aus dem Schädel.“

Die Dämmerung brach an. Sie waren alle auf dem zentralen Platz versammelt. Das große Feuer sollte brennen, aber nicht um den Abend zu erhellen und die Nacht zu begrüßen, sondern um das was einst das Volk der Argezen gewesen war, dem ewigen Frieden zu übergeben. Rokem stand mit versteinertem Gesicht vor dem Scheiterhaufen, die brennende Fackel noch in der Hand. Die Flammen loderten und der Lichtschein zeigte ein Gesicht, aus dem die pure Rachlust sprach. Der Colonel trat hinter sie.
„Ich kann verstehen was du durchmachst, und ich weiß, dass du am liebsten sofort losziehen würdest, um den zu bestrafen der dies zu verantworten hat. Aber wir haben eine Aufgabe, und um diese zu erfüllen brauchen wir deine Hilfe. Hilf uns, dann werde ich alles in meiner macht stehende tun, um dir zu helfen.“
„Wie?“, Sie drehte sich nicht um während sie ihn ansprach,“ wie willst du mir helfen?“
„Komm mit uns zurück zur Erde und schließ dich uns an. Unser Kampf ist jetzt auch dein Kampf.“
Nun drehte sie ihren Kopf halb zu ihm herum. Er konnte sehen wie aus den Augenwinkeln, vereinzelte Tränen liefen. „Dann lass uns keine Zeit verlieren.“ Sie warf die Fackel in das Feuer und marschierte los. Major Kowalskey redete mehr mit sich selbst, als sie meinte, „Warum hab ich das dumme Gefühl, dass noch mehr auf uns zu kommt.“

Die Sonne war fast verschwunden, als sie die Ruinen erreichten. Von dem einstigen Göttertempel war nicht mehr viel übrig. Nur ein paar Quadersteine, die wahllos hingeschmissen aussahen. Rokem ging zu einer kleinen Gruppe dieser Steine und verschwand dahinter. Kurz danach tauchte ihr Gesicht über dem Rand eines der Steine wieder auf.
„Kommt, hier müssen wir rein.“
Der Colonel kam an ihre Seite. „Und diesen Zugang sollen die Klonkrieger nicht gefunden haben?“
Sein Mienenspiel drückte Skepsis und Misstrauen aus. Die Eingeborene deutete auf ein loses, etwa mittelgroßes Gestrüpp.
„Ich habe den Eingang damit verdeckt.“
Er sah in das Dunkel der Öffnung, von der aus eine Treppe tiefer in die Erde führte.
„Kowlaskey.“
Der Major kam zu ihm.
„Sir?“
„Sie und Weaver bleiben hier draußen und warnen uns, wenn Besuch auftaucht. Kein Licht. Benutzen sie das Nachtsichtgerät.“, die nächste Frage richtete sich an die Argezin,“ Rokem, wie lange brauchen wir zu dem Ort, wo du sie hingebracht hast?“
„Nicht sehr lange. Höchstens das was ihr 5 Minuten nennen würdet.“
„Gut,“, er sah nun wieder dem Major ins Gesicht,“ falls wir nicht in spätestens zwanzig Minuten zurück sind, wissen sie, was sie zu tun haben.“
„Ihnen folgen und sie aus der Scheiße holen, Sir?“
Smith musste lächeln.
„Nein. Sie kehren zurück. Verstanden?“
„Ja, Sir.“
Er versammelte den Rest der Truppe um sich. Doktor Conrad kontrollierte das Magazin ihrer Waffe und lud durch. Sie bemerkte seinen fragenden Blick.
„Wer weiß was uns da drin erwartet, ich will nicht unvorbereitet sein.“
Komisch das ausgerechnet sie das sagt, dachte der Colonel, aber egal. Sie schalten ihre Taschenlampen an und machten sich auf den Weg in die Katakomben.

Der Raum in dem sie sich befanden war eine Art Verteilergang, von ihm führten fünf weitere Tunnel ab. Smith stand der Schweiß auf der Stirn. In diesen Höhlen war es verflixt warm, hier gab es wohl kein Lüftungsloch. Die junge Eingeborene nahm den zweiten Gang von links. Nach ungefähr fünfzig Metern erreichten sie einen Durchgang. Rokem wies in den Raum dahinter.„Dort.“
Die Frau die der Colonel sah, hatte absolut nichts Erhabenes mehr an sich. Die Haare war zersaust, das Gesicht schmutzig und mit Schnittwunden übersät. Sie lag auf dem Boden und hielt mit beiden Händen etwas auf ihren Körper gepresst das vorher mal ein Umhang oder Cape gewesen war. Wahrscheinlich versuchte sie so eine Wunde abzudecken. Kurzum, die ehemalige Systemlady Bastet sah erbärmlich aus und Smith hatte beinahe Mitleid mit ihr. Ein Schatten huschte an ihm vorbei, Darok. Er kniete neben seiner Herrscherin.
„Mylady. Ich bin wieder da und ich habe die Ta´uri mitgebracht, wie ihr es befohlen habt.“
Die Augen der Goa´uld öffneten sich.
„Mein treuer Jaffa. Bist du es wirklich?“ Ihr Primus nickte. „Und du, wer bist du?“, ihr Blick richtete sich auf ihn.
„Colonel John Smith, SG-9. Wir sind hier um sie zur Erde zu bringen.“
„Vielen Dank für…“
„Moment. Darok sagte etwas von wichtigen Daten die sich in ihrem Besitz befinden, die hätte ich gerne, bevor wir weitermachen.“
Der Jaffa sprang auf.
„Wie kannst du es wagen Mensch. Wer garantiert uns dann, dass du uns nicht einfach hier lässt?“
„Der Befehl den ich habe und auch auszuführen gedenke.“
„Du sollst kriegen was du verlangst.“, das war wieder Bastet.
Sie griff mit einer Hand in ihr Dekollete und zog einen kleinen Kristall hervor.
„Hier drauf sind die Informationen. Ich gebe sie dir aus freien Stücken. Du darfst dich geehrt fühlen. Ba´al ist schon lange auf der Jagd danach.“
Er nahm den Kristall an sich und verstaute ihn in einer Westentasche.
„Ok. Natacha du kannst reinkommen.“

Es passierte alles sehr schnell. Ehe er sich’s versah, hatte seine Freundin den Jaffa erschossen und Bastet eine Kugel in den Kopf verpasst.
Nun standen sie sich gegenüber. Das war nicht mehr die Frau die er kannte und liebte.
„Gib mir die Daten!“
„Nur über meine Leiche.“
Sie geriet ins Stocken.
„Ich will… will das.. nicht… John.. Bitte..“
„Nein. Du musst dagegen ankämpfen.“
„Widerstand ist zwecklos.“
Dann schoss sie.
Die Ärztin stupste den Körper des Colonel mit dem Fuß an, um sicher zu gehen das er keine Problem darstellen würde. Sie suchte den Körper ab und fand den Datenkristall. Dann nahm sie die P90 an sich und ging in Richtung Ausgang.

Er musste geträumt haben. Ja ganz sicher. Das war alles nur ein böser Traum. Aber warum verspürte er dann Schmerzen in der linken Seite. Dort wo ihn die Kugel getroffen hatte. John stand auf. Er musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht laut drauf los zu schreien. Mindestens zwei Rippen gebrochen, dachte er. Der Colonel fühlte bei dem Jaffa und seiner Herrin den Puls. Nichts zu machen. Tja, dachte er, bei einem Kopfschuss können euch sogar eure Schlangen nicht helfen. Darok hatte noch versucht mit der P90, die er erhalten hatte, zurückschießen, war aber nicht schnell genug gewesen. Der Körper war in sitzender Haltung an die Wand gelehnt, den Kopf auf die Brust gesenkt. Der Mann hielt die Waffe noch in seiner Hand. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hockte sich Smith neben den Jaffa und löste die P90 aus den toten Fingern. Als er den Durchgang durchquerte, sah er etwas abseits im Gang liegend die Leiche von Rokem, mit durchgeschnittener Kehle. Ihre Augen schienen ihn vorwurfsvoll anzustarren. Er durfte sich davon jetzt nicht beeinflussen lassen und ging weiter.

Die beiden Frauen wurden ungeduldig. Der Major schaute zum hundersten Mal auf ihre Uhr. Noch zehn Minuten bis zum Ablauf der Deadline, die ihnen der Colonel gesetzt hatte. Ein Geräusch, das wie ein polternder Stein klang, ertönte.
„Wo kam das her?“, fragte Weaver.
Der Major horchte angestrengt.
„Aus dem Tunnel. Wir schauen mal nach.“
Der Captain leuchtete mit ihrer Taschenlampe in den Gang hinein. Der Lichtkegel traf das Gesicht von Doktor Conrad.
„Hätten sie die Güte das Licht aus meinem Gesicht zu nehmen, Captain.“ Die Erleichterung die Sophie Weaver beim Anblick der Ärztin empfand endete mit der Salve aus einer P90. Die Frau fiel mit einem ungläubigen Ausdruck auf dem Gesicht hin. Das Leben erlosch aus ihren Augen. Kowalskey riss sofort ihre Waffe wieder hoch. Da standen sie nun. Zwei Frauen, die eine militärisch ausgebildet, die andere nicht. Beide mit einem Maschinengewehr bewaffnet, das dazu imstande war innerhalb kurzer Zeit jede menge Blei zu verschießen.

„Lass die Waffe fallen.“ Colonel John Smith stand hinter der Person, die er vorgehabt hat zu heiraten, und zielte mit der P90 auf ihren Körper.
Immer noch auf den Major zielend, antwortete sie,“ Du würdest mich doch nicht erschießen, oder Schatz.“ Das letzte Wort stieß sie mit einem Hohn hervor, der ihn mehr verletzte, als er zugeben wollte.
„Du weißt, dass ich nicht zulassen kann, dass du mit den Daten entkommst und noch mehr Leute tötest,“, die Zeit schien still zu stehen, vor seinem inneren Auge sah er den Moment, als sie sich das erste Mal geküsst hatten, damals auf der Krankenstation, nach der Rückkehr von P2S032,“, ich hoffe du kannst mir verzeihen. Runter, Major!“ Er drückte ab. Die Salve verwandelte den Rücken in eine rote breiige Masse. Ihr Körper fiel wie ein Stein auf den Boden des Tunnels. Mit einem versteinerten Gesichtsausdruck holte er den Datenkristall aus der Jackentasche des Doktors.
„Sir, was war das eben hier?“
Kowalskey erhielt keine Antwort auf ihre Frage. Der Colonel nahm die Hundemarke der beiden Toten und half ihr anschließend wieder hochzukommen.
„Wir verschwinden.“
Das sollten die letzten Worte gewesen sein, die sie von ihm hörte bis sie das Stargate erreichten und nach Hause zurückkehrten.

7
Jack sah sich die beiden Colonels an, die vor ihm standen.
„Ich soll ihnen vom Pentagon ausrichten, dass das gute Arbeit war. Die Daten müssen zwar erst entschlüsselt werden, sind aber sehr wahrscheinlich von großem Wert für uns.“
Wie sie da standen, wie reglose Statuen.
„Colonel Kree, sie werden für einen Monat beurlaubt. Danach finden sie sich wieder hier ein und stellen ein neues Team zusammen. Das war es, sie können gehen.“
Er wartete, bis die Frau sein Büro verlassen hatte. Dann wandte er sich Colonel Smith zu.
„So, nun mal ernsthaft. Diese Mission war in meinen Augen ein riesiger Fehlschlag. Was war da los, John? Können sie mir das erklären. Weaver, Goldberg und Dr. Conrad tot. Captain Borows liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Wenn sie Pech hat kann sie nie wieder laufen. Davon mal abgesehen, dass sie auch den Jaffa und die Goa´uld verloren haben.“
„Es steht alles in meinem Bericht, Sir.“
„Ich will aber das hören, was nicht im Bericht steht.“
„Was wollen sie hören?“, Johns Stimme wurde laut,“ Das ich die Frau erschießen musste, die ich liebe? Die Frau der ich ein paar Stunden zuvor einen Heiratsantrag gemacht habe!!!“
O´Neill stand auf,“ Fühlt es sich nicht besser an, es laut auszusprechen, das erleichtert einem irgendwie die Seele, oder?“
„Sir?“
„Sie dürfen das nicht in sich hineinfressen. Es macht sie nur verbittert und führt zu nix. Glauben sie mir, ich weiß das. Außerdem konnten sie nicht wissen, dass Doktor Conrad ein Zatarc war.“
„Wieso wurde das nicht festgestellt?“
„Sie ist nur einmal in die Situation gekommen. Damals auf P3X344 geriet sie in die Gefangenschaft des Warlord Farras. Wie wir inzwischen wissen hat er für Ba´al gearbeitet.“
„Aber dieser Detektor..“
„.. ist nicht perfekt. Bei der Überprüfung hat er nichts festgestellt, weil ihr keine falsche Erinnerung eingepflanzt wurde. Sie hat zugegeben, gefoltert und dabei bewusstlos geworden zu sein. Diese Zeit hat er wahrscheinlich genutzt, ihr das Programm ins Gehirn zu setzen. Niemand hat es gewusst. Sie nehmen sich ebenfalls Urlaub und nun weggetreten.“
John drehte sich um und ging. In der Tür blieb er noch mal stehen und meinte dann,
„Ich hätte es merken müssen.“

ENDE
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

Brunklord
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Re: Stargate- The Chronicles of SG9 *Complete Collection*

Beitrag von Brunklord » Di 5. Okt 2010, 15:29

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Kapitel 1- Willkommen

SGC, 18. Dezember 2005

Colonel John Smith stand vor dem großen Fenster des Besprechungsraumes, von dem aus man auf das Sternentor hinunter sehen konnte. Es tat gut wieder hier zu sein und was zu tun zu kriegen, etwas das ihn auf andere Gedanken brachte. Wenn er schon nachts dauernd Alpträume über die Ereignisse hatte, die zum Tod seiner Verlobten geführt haben, so wollte er sich wenigstens tagsüber ablenken können.

Sechs Monate war es her, seit er dazu gezwungen war, Natacha auf P2A704 zu erschießen. Sie war ein Zatarc gewesen, ein von den Goa´uld beeinflusster und programmierter Mensch. Im Rahmen dieser Beeinflussung hatte sie zwei Angehörige des SG-4 Teams getötet, eine Eingeborene, einen Jaffa und eine Systemlady, die bei den Menschen um Asyl gebeten hatte.

In diesem halben Jahr hatte sich viel getan. Das Pentagon hatte im Nachhinein eine Untersuchung dieser Mission in Auftrag gegeben, was zur Folge gehabt hatte, dass er die anderen Teammitglieder seit damals nicht mehr gesehen hatte. Es war ihm sogar nicht gestattet gewesen Borows im Krankenhaus zu besuchen; sie erlitt eine schwere Verletzung auf dieser Mission. Man hatte diese Anordnung damit begründet, dadurch einer Manipulation der Zeugenaussage zuvorkommen zu wollen.

Die hohen Tiere wollten feststellen, ob er irgendwelche Fehler gemacht hat. Aber sie konnten keine finden. Darum, und auf Drängen General O´Neills, war die Untersuchung vor kurzem abgeschlossen worden und man hatte SG9 die Freigabe zum Einsatz erteilt.

So sehr ihn das auch freute, so sehr wurmte es ihn aber, dass er einem seiner verletzten Leute nicht beistehen konnte, und bis heute im Unklaren über ihren Zustand war. Jack hatte damals gesagt, dass sie wahrscheinlich nie wieder laufen würde, wenn das wirklich wahr wäre, gäbe es einen weiteren Punkt auf der Liste der Dinge, die er sich selbst nie verzeihen will. In Stillen hoffte John, dass der neue SGC- Kommandeur Landry ihm etwas sagen konnte.

Eine ihm sehr bekannte Stimme riss ihn aus seinen Überlegungen.
„Sir? Colonel Smith? „
Er drehte sich um und sah seiner Stellvertreterin in die Augen.
„Major Kowalskey! „, obwohl es wahrscheinlich gegen die Richtlinien verstieß, umarmte er sie. „Es tut gut sie wiederzusehen. „

„Das heißt jetzt Bessler, Sir… und gleichfalls. „
„Bessler? „
Sie lächelte, er konnte es ja nicht wissen.
„Seit einem Monat. „
„Dann muss ich ihnen ja auch noch gratulieren, was? Wer ist denn der Glückliche? „
„Doktor Ingo Bessler, Archäologe. Spezialisiert auf Artefakte der Antiker. „
„Wenigstens hat einer von uns Glück. „

Nicole sah die Traurigkeit, die ihren CO, bei diesen Worten überkam.
„Sie mussten es tun, Sir. Sonst hätte sie mich und wer weiß wen noch umgebracht. Ganz zu schwiegen davon, dass Ba´al jetzt in den Händen von Koordinaten wäre, hinter denen sich vermutlich ZPMs verbergen. Sie hatten keine Wahl. „
„Ich weiß. Ich weiß. Mein Verstand hat es begriffen, aber… „
„… ihr Herz noch nicht. „, vollendete sie den Satz.

Ein Räuspern erklang hinter ihnen. General Hank Landry stand in der Tür seines Büros, das direkt an den Besprechungsraum angrenzte. Die beiden Offiziere drehten sich herum und salutierten. „So ungern ich diese Wiedersehensfreude störe, aber es gibt Arbeit für sie. Wo ist Captain Winters? „
Just einen Moment nach dieser Frage, kam die Gesuchte die Treppe hochgerannt, die vom Kontrollraum in den Besprechungsraum führte.

„Entschuldigen sie, General. Der Fahrstuhl ist mal wieder steckengeblieben. „
Landry stieß ein leicht genervtes Seufzen aus und murmelte dabei etwas, was klang wie,
„Sieben Milliarden Dollar pro Jahr, aber der Lift bleibt dauernd stecken. „

Etwas lauter forderte er die Anwesenden auf am Tisch Platz zu nehmen. Winters nickte dem Colonel kurz zu. Mit einem Lächeln im Gesicht, das zum Ausdruck bringen sollte, wie sehr sie sich freue wieder mit ihm arbeiten zu dürfen.
Der General nahm die oberste der Akten, die vor ihm auf dem Tisch lagen und begann mit der Einweisung.

„Unseren Experten ist es gelungen einige der Daten zu entschlüsseln, die sie von ihrer letzten Mission mitgebracht haben. Ihr erstes Ziel ist der Planet P1M511. Wir haben den Planeten bereits mittels eines UAV sondieren lassen und haben anhand der gesammelten Daten eine Karte angefertigt. „ Er reichte die Karte dem Colonel. „ Die markierten Orte stellen die wahrscheinlichsten Punkte für den Standort eines ZPM dar. Alles was sie tun müssen ist, eines dieser heißbegehrten Module zu finden und zu uns zurück zu bringen. Und mit dieser Karte dürfte es ein leichtes sein. „
Smith reichte die Karte an Bessler weiter.

„Ist mit Schwierigkeiten zu rechen? „, fragte er den General.
„Nein. Auf dem Planeten ist nichts entdeckt worden, außer ein paar Tieren und Pflanzen, und damit dürften sie wohl fertig werden. „
„Gut. Mir stellt sich da nur noch eine Frage, bleiben wir zu dritt? „
„Beginn der Mission ist um 0600 morgen früh. Sie werden sogar zu fünft sein. „
„Zu fünft? „
„Ja. Major Borows wird sich morgen früh ihrem Team wieder anschließen, außerdem bekommen sie noch einen Lieutenant namens Steven Grossman zugeteilt. Da damit zu rechnen ist, oder beziehungsweise gehofft wird, dass sie auf etwaige andere Technologie der Antiker treffen, geben wir ihnen jemanden mit, der das Gen besitzt sie auch anzuwenden. Das war alles. Wegtreten. „
Nachdem Landry in seinem Büro verschwunden war, nahmen sich der Colonel und Winters kurz die Zeit sich richtig zu begrüßen.
Bessler sah ihren CO an.

„Sir, sie strahlen ja förmlich. „
„Ich habe eine Sorge weniger auf meiner Liste. „, die beiden Frauen sahen ihn fragend an. „Borows. Ihr geht es wohl wieder bestens und man hat sie anscheinend befördert. So, was halten sie davon, wenn wir unser weiteres Vorgehen bei einem Limonenhühnchen in der Kantine besprechen. „
Zu dritt verließen sie den Besprechungsraum, der Vorschlag des Colonels hörte sich gar nicht mal so schlecht an.

SGC, 19. Dezember 2005, 0500, Kantine

Die schwarzbraune Flüssigkeit in der Tasse vor ihm dampfte was das Zeug hielt. In der einen Hand den Löffel mit den Fruit Loops, in der anderen den Aufklärungsbericht des UAV über P1M511. Das wird wirklich ein Spaziergang, dachte er so bei sich. John schluckte den Inhalt des Löffels, ohne großartig zu kauen, einfach runter. Dann schob er die leere Schüssel von sich und wollte zur Tasse greifen, als ein kleiner kurz aufwallender Schmerz ihn zurückschrecken ließ. Ein lautes „Autsch! „ war zu vernehmen.


„Man sollte das Gefäß am Henkel nehmen, dann ist das Risiko geringer sich zu verbrennen. „
Ihm gegenüber setzte sich ein junger Mann. Er war knapp 1,80 Meter groß und musste so um die 60 Kilo wiegen, so dünn wie er aussah. Seine Oberlippe zierte ein kleiner Schnauzer der, ebenso wie das Haupthaar schwarz war. Das Alter schätzte John ungefähr bei Mitte zwanzig.
„ Lieutenant Steven Grossman. Ich bin ihnen für die Dauer der Mission zugeteilt worden, Sir. „

Der Colonel ignorierte die ausgestreckte Hand des Mannes geflissentlich.
„Willkommen. Bevor wir zusammenarbeiten möchte ich eines klarstellen. „
„Das wäre, Sir? „
„ Ihre neumalklugen Kommentare und Ratschläge behalten sie in Zukunft für sich, sofern sie nicht in direktem Zusammenhang mit unserer Aufgabe stehen. Sind sie über alles informiert worden? „
„ Ist er, Sir. Zusammen mit mir. „

Vor ihm stand sie, die Frau die ihm mitunter die meisten Sorgen bereitet hatte in den letzten Monaten, einfach nur weil er nicht wusste wie es ihr ging. Er wusste nicht, ob man ihm die Erleichterung, die ihn bei ihrem Anblick überkam, ansehen konnte. Und wenn auch, es war ihm egal.
„Borows! Es ist schön sie gesund und munter wiederzusehen, und wie ich gehört habe, hat man sie befördert. „

„ Ja, Colonel. Besondere Tapferkeit im Dienst, usw. Sie kennen das sicherlich. „
„Das freut mich, wirklich. Sie haben es verdient. „ Smith stand auf. „Ich muss sie beide jetzt verlassen. Wie sie sehen bin ich noch in Zivil, und muss mich umziehen. Wir sehen uns dann um 0600 vor dem Tor. „

Kurz vor der Tür wurde er von dem Major aufgehalten, sie redete leise auf ihn ein, so dass es niemand sonst mitbekam.
„Sir. Ich habe mich mit Bessler unterhalten und weiß, dass sie sich immer noch die Schuld an dem geben, was unter anderem auch mir passiert ist. Colonel sie sollten wissen, dass ich ihnen keine Schuld daran gebe. Im Gegenteil, ich werde mein Leben ohne zu zögern weiter ihrem Kommando anvertrauen. „

Ein Ruck durchlief den Mann vor ihr.
„Danke. „, sagte er.
Sie sah ihm hinterher, wie er den Korridor entlang in Richtung Mannschaftsräume ging. Grossman trat neben sie.
„Eine Frage, ist der immer so mies drauf? „
„Halten sie die Klappe, Lieutenant. „, fauchte Borows ihn an.
Dann ließ sie den jungen Mann einfach stehen, um sich einen Kaffee zu holen.

SGC, 19. Dezember 2005, 0600, Torraum

Landry wünschte SG9 über die Lautsprecheranlage noch viel Glück für die Mission, dann sah er zu wie sie, einer nach den anderen, den Ereignishorizont durchschritten. Er wollte sich gerade anderen Aufgaben zuwenden, als Walters von Panik erfüllte Stimme erklang.
„Energieüberladung am Stargate. Was zum…… ? „
„Sergeant Harriman? „
„Das Tor, Sir. Es erhält Energie die es überlädt. Ich weiß nicht wo das herkommt. „
Um das Tor herum begann es zu blitzen. Elmsfeuer tanzten um den Symbolring. Der Ereignishorizont, irrte er sich, oder leuchtete er intensiver als sonst? Nein, das war kein Irrtum.
„General! Wir haben das Signal von SG9 verloren! „
„WAS!!! „
„Sie sind weg. „

Hank Landry schaute auf den Trackingmonitor. Keine Spur von Colonel Smiths Einheit.
„Sind sie auf der anderen Seite angekommen? „
Chief Master Sergeant Walter Harriman Davis sah dem SG-Kommandeur in die Augen.
„Nein, Sir. Das Team war noch im Wurmloch während das Signal verschwand. „
Überladungsblitze schlugen aus der Konsole und ließ sie alle zurückweichen. Dann kehrte auf einmal eine unheimliche Stille ein, in der nur das Summen der Computerkühler zu hören war.
Das Sternentor hatte sich von selbst abgeschaltet.

Siler betrat die Kommandozentrale.
„Was zur Hölle war das, Sergeant?! „, wurde er von dem General begrüßt.
„Ich weiß es nicht, Sir. Mit den Generatoren ist alles in Ordnung. „
„Dann finden sie es heraus! Und der Rest von euch…. Ich will wissen, was mit meinem Team passiert ist. Vorwärts, oder ich lass sie alle nach Antarktika versetzen! „

Irgendwo, Irgendwann

Sie kamen näher. Zwei der vier Leute ihres Teams hielten das Stargate im Auge, das sich in ihrem Rücken befand, auf das keines der Viecher aus dem großen Ring ihnen von hinten zu nahe kam. Mit ihrer Waffe zielte sie auf den Punkt, wo sie den Feind vermuteten. Ihre Leute mussten nur noch kurz durchhalten. Es dauerte nicht mehr lange bis der Rendevouszeitpunkt gekommen war. Dieser ganze Einsatz und das damit verbundene Risiko nur, weil man hoffte auf dieser öden Kugel ein Zero-Pointe-Modul zu finden.

„Ma´am! Auf zwei Uhr! „, das war die Stimme von Major Eric Fleurs. Ein Mann dessen äußere Erscheinung dazu angetan war, ihn leicht zu unterschätzen. Auf dem Kopf zeigte sich schütteres Haar an der Grenze zur Glatze. Er war an die 40 Jahre alt, neigte zum Übergewicht und wirkte auch sonst eher behäbig. Alles Eigenschaften die jedem seiner Gegner dazu verleitete in ihm ein leichtes Opfer zu haben. In der richtigen Situation konnte er aber zu einem gefährlichen Gegner werden.
Sie drehte sich in die besagte Richtung.

„Feuer!!! „
Tödliche Energien fanden ihr Ziel. Die erste Welle der Angreifer war schnell erledigt, doch für einen den sie töteten kamen zwei nach. Reetou, eine intelligente, insektizide Rasse, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, alles menschliche Leben zu vernichten.

Sie bewegten sich auf vier spitz zulaufenden Extremitäten fort, am Oberkörper waren ebenfalls vier Gliedmaßen zu sehen, zwei Handlungsarme die in kräftigen Greifklauen endeten und zwei Körperfortsätze die wahlweise entweder als Handlungsarme oder zur Fortbewegung dienten. Der Kopf bestand aus riesigen grünen Facettenaugen und Mandibeln die direkt unter diesen Augen begannen und kurz vor dem Maul oder Mund endeten.

Plötzlich, und ohne Vorwarnung durch die charakteristischen Geräusche sich aktivierender Chevrons, entstand im Tor ein Ereignishorizont. Sie duckte sich, damit sie die „Welle“ nicht erwischte. Aus dem blauen Wabern wurden fünf menschliche Körper herausgeschleudert, bevor es wieder so schnell erlosch, wie es gekommen war.

„Colonel Walker, die Bugs nähern sich immer mehr! „ Ihr war die Panik in der Stimme von Captain Jennifer König nicht entgangen. Das Nesthäkchen ihres Teams. Die deutschstämmige Frau war in der Regel sehr verschlossen. Niemand wusste was die durchgemacht hatte bevor sie zu ihrer Crew gestoßen war, ebenso wusste niemand wie alt die dunkelhaarige Frau wirklich war. Sie wurde vor einigen Jahren in einer Rettungskapsel treibend, in einem Randsystem der Milchstraße entdeckt.

Walker warf einen Blick über den Rand ihrer Deckung, die aus ungefähr einen halben Meter hohen abgerundeten Steinen bestand, die sich in einem Halbkreis von einer Seite des Tores zur anderen zogen. Nur noch hundert, höchstens zweihundert Meter trennten sie von den Mistviechern. Scheiße, dachte sie, wo bleibt das Schiff und feuerte weiter.

Die Frau bemerkte nicht dass eines dieser Wesen ihrer Deckung schon verdammt nahe gekommen war und sich eben auf sie stürzen wollte, als es von einer MG-Salve zerrissen wurde. Erst jetzt wurde sich der Colonel ihrer Besucher wieder gewahr und gönnte sich den Luxus einiger Sekunden sie näher in Augenschein zu nehmen. Es waren eindeutig Menschen, und sie trugen…. SGC- Uniformen? Bevor sie sich mehr Gedanken darüber machen konnte, erklang eine Stimme aus ihrem Funkgerät.

„Hier REFUGE. Bereit zum Transport. „ Einen kurzen Moment entschied sie ob sie die Neuankömmlinge hier lassen sollte, entschied sich dann aber dagegen.
„REFUGE, hier Colonel Walker. Acht Personen zum Transport. „
„Sagten sie acht? „
„Ja. Und jetzt hören sie auf dämliche Fragen zu stellen und holen uns zu sich rauf. Der General soll in den Transporterraum kommen. „
Einen kurzen Augenblick später entmaterialisierten sie.

Er und sein Team wurden förmlich aus dem Wurmloch herausgespuckt. Eine kurze Benommenheit bemächtigte sich seiner. Sie war rasch vorüber. Das erste was er wahrnahm, war das Abfeuern von Energiewaffen. Binnen Sekunden analysierte er die Lage. Die drei Menschen vor ihm wurden angegriffen, von riesigen Insekten die sich rasch dem Tor näherten. Eines dieser Tiere näherte sich von der Seite der Frau, die sich wenige Meter vor ihm befand und anscheinend das Kommando hatte. Sie sah es nicht kommen. Er zielte mit seiner P90 auf das Wesen und feuerte.

„Nehmen sie die Insekten ins Visier. Feuer! „, gab er den Befehl an seine Leute weiter.
Kurz darauf erklangen vier weitere ihrer tödlichen Waffen. Aus den Augenwinkeln sah er, wie die Frau, deren Leben er wahrscheinlich gerade gerettet hatte, in ein Funkgerät sprach. Sekunden später wurden sie alle von einem Leuchten umhüllt, das einen Asgardbeam ankündigte.

Sie materialisierten in einem Raum, dessen Wände und Decken aus Metall zu bestehen schien. In dem Schott, das wohl den Zugang zu anderen Bereichen darstellte, stand eine uniformierte Frau. Sie war knapp 1,80 Meter groß, hatte lange, an den Schläfen angegraute, Haare, die im Nacken zu einem Zopf zusammengebunden waren. Das was ihm sofort auffiel, war die Autorität die diese Frau ausstrahlte, und das von unzähligen Sorgen zerfurchte Gesicht, das ihrer Attraktivität aber nicht schadete. Er spürte genau, wenn hier jemand was zu sagen hatte, dann diese Frau.

„Colonel John Smith. „, stellte er sich vor. „Von der Erde. „
Die Frau musterte ihn stumm von oben bis unten. Einige Minuten vergingen bevor sie ihn ansprach.
„Wie ich sehe gehören sie dem Stargatekommando an. Einheit 9. „
Teils verständnislos, teils verblüfft, dass sie wusste was das SGC war, antwortete er, „Ja, das stimmt. Woher wissen sie…“
„Aus welchem Jahr kommen sie? „
„Wie bitte? „
„Beantworten sie mir die Frage! „
„2005, 19. Dezember um genau zu sein. „
„Na dann, frohe Weihnachten. Ich bin General Josephine O´Neill. Wir schreiben den 24. Dezember 2071. Willkommen auf der X-323, Eigenname REFUGE. „

Kapitel 2- Alles hat einen Anfang

24.12.2071, REFUGE

Die beiden Offiziere liefen einen Korridor entlang, der sich durch das ganze Schiff zu ziehen schien. Unterwegs begegneten ihm einige Crewmitglieder. Einmal glaubte er sogar einen Asgard in einem Nebenraum zu sehen. Dem Colonel gingen sehr viele Fragen durch den Kopf.
„O´Neill ja? Sind sie verwandt mit Jack O´Neill? „
„Er war mein Vater. „
„Wo ist mein Team? „
„Ihren Leuten geht es gut. Sie wurden von uns in einem Mannschaftsquartier untergebracht. Ich dachte es wäre besser, wenn ich erst ihnen persönlich erzähle, was seit ihrer Abreise passiert ist, Colonel. „
„Dann legen sie mal los. „
Und das was er zu hören bekam, gefiel ihm ganz und gar nicht.

… einige Stunden später

Major Janine Borows lief von einer Ecke des Raumes, in dem man sie untergebracht hatte, zur anderen. Winters saß an dem Tisch der neben dem Schott stand, und auf dem man ihnen Essen und Getränke hingestellt hatte. Major Bessler hatte es sich auf einer der vier Kojen, die an der Rückwand angebracht waren, bequem gemacht. Sie lag seitlich, den Kopf auf einem Arm abgestützt und sah Grossman dabei zu, wie er sich mit Fitnessübungen die Zeit vertrieb.
Cassie wurde unruhig.

„Ich halte das nicht mehr lange aus, wo ist der Colonel und wo zur Hölle sind wir? „
Wie auf Stichwort des Captain, bewegte sich das Schott zur Seite. In der Öffnung stand ihr CO, flankiert von zwei mürrisch dreinschauenden Männern, in der Uniform, die wohl dem Schiff zuzuschreiben war.

Schwarz, das Namensschild, wie bei ihnen links über der Brust. Die Rangabzeichen befanden sich auf dem rechten Ärmel und wiesen die zwei als Sergeant aus, auf dem linken waren zwei kreisrunde Aufnäher zu sehen. Einer mit dem Namen und dem Wappen des Schiffes, der andere sollte wohl darstellen von welchem Planeten der Träger der Kleidung stammte, den auf einem der Kreise war das Torsymbol der Erde abgebildet, auf dem Button des anderen das Symbol des Aschen- Heimatplaneten.

Colonel Smith drehte den Kopf leicht seitlich.
„Vielen Dank. Sie können gehen. „
Seine Eskorte machte auf dem Absatz kehrt und verließ den Raum. Er wartete bis sich der Schott geschlossen hatte.
Nicole Bessler sah, wie es in dem Gesicht ihres Teamleaders arbeitete. Sie erhob sich von der Koje und ging auf ihn zu.
„Sir, ist alles in Ordnung? „
Er bedeutete den Frauen und dem Lieutenant am Tisch Platz zu nehmen. Smith setzte sich selbst auf einen der Stühle die dort standen, und zwar so, dass er seinen Leuten allen in die Augen sehen konnte, dann begann er die Geschichte zu erzählen, die er selbst erst kurz vorher von General O`Neill zu hören bekam.

12. März 2036, SGC

Wenn man das Büro des kommandierenden Offiziers des Stargate- Kommandos betrat, fühlte man sich leicht um 40 Jahre in die Vergangenheit versetzt. In dem Raum standen immer noch derselbe Schreibtisch und derselbe Schrank wie seit Anbeginn des Programms. Nur die Person die auf dem Chefsessel saß war von Zeit zu Zeit eine andere. Brigadier General Cameron Mitchell lehnte sich in dem Sessel zurück. Auf der Tischplatte stand das Computerterminal, das ihm direkten Zugriff auf den Zentralrechner ermöglichte. Daneben war ein Foto zu sehen das ihn, Samantha Carter, Teal´c und Daniel Jackson zeigte, sein SG1 Team aus der Zeit, als er noch im Offworld- Einsatz war. Doch all dies war im Moment unwichtig. Seine ganze Aufmerksamkeit galt der Frau, die ihm gegenüber, auf einem der Besuchersessel saß.

Captain Josephine O´Neill, kurz Joey genannt. Sie war die Tochter von Jack und Sam. Nachdem der General und ursprüngliche SG1-Kommandant, sich dazu entschlossen hatte seinen Job an den Nagel zu hängen, hat es nicht lange gedauert bis die beiden zusammenkamen und geheiratet haben. Kurze Zeit später wurde Joey geboren. Doch das Familienglück währte nicht lange.

Jack O´Neill starb bei einem Autounfall, als die kleine Josephine ein Jahr alt gewesen war. Obwohl sie ihn nie richtig kennen gelernt hatte, besaß sie doch sehr viel von ihrem Vater, unter anderem den Sturkopf der sich jetzt zeigte.

„Joey, ich kann verstehen wie du dich fühlst, aber sogar dir muss klar sein, das ich SG1 keinem Captain anvertrauen kann. Du musst dich einfach noch etwas gedulden, deine Zeit wird kommen. Und solange übernimmt Colonel Coffey das Kommando. Er ist ein guter Mann. „
Die junge Frau gestikulierte mit ihren Händen.
„Du könntest mich befördern. „

„Davon mal abgesehen das ich, was das angeht, nur Empfehlungen aussprechen kann und das Pentagon dann entscheidet, wer befördert wird und wer nicht, hab ich deiner Mutter bei deinem Eintritt in das Programm versprochen dich nicht zu bevorzugen. „
„Ich weiß. „
„Deine Bewertungen sind ausgezeichnet, das steht außer Frage. Du besitzt das Führungstalent und Durchsetzungsvermögen deines Vaters und die Genialität deiner Mutter. Aber wie bereits gesagt, hab noch etwas Geduld. „ Das Gespräch wurde durch eine Durchsage unterbrochen die den General in den Kommandoraum rief. „Wir reden später weiter. „

In dem Herzstück des Cheyenne Mountain Komplexes war die Hölle los. Die Sergeanten des technischen Kommandos rannten von einer Konsole zur nächsten. Durch das Fenster sah er einen, durch den Iris-Energieschild geschützten, Ereignishorizont eines aktivierten Wurmlochs.
Im Hologramm der Kommunikationskonsole blinkte das Signal einer eintreffenden Nachricht. Sergeant Walter Christian wurde sich Mitchells bewusst.

„Sir! Wir empfangen einen Notruf von Dakara. Der Jaffa- Rat erbittet unsere Hilfe. Sie werden angegriffen. „
„ Von wem? „
„ Reetou, wenn ich das richtig verstanden habe. „
Cameron ging zu der Funkstation und ließ einen stützpunktweiten Rundruf schalten.
„Hier spricht General Mitchell. Einer unserer Verbündeten wird angegriffen. Die SG-Teams 1,7,13 und 23 sofort zum Abmarsch bereit, volle Bewaffnung. Eine MALP- Schwebedrohne mit einem Dissonanz- Resonator startklar machen. Mitchell Ende. „

Der Resonator war eine Erfindung, eine der wenigen die funktionierte, von Doktor J. Felger. Das Gerät sendete ultrahochfrequente Signale aus, die dazu imstande waren Tarnfelder zu unterbrechen und den Gegner wieder sichtbar zu machen. Denn eins der wenigen Dinge die man über diese insektizide Rasse wusste war, dass sie ein solches auf natürlichem Wege erzeugen konnte.

12. März 2036, Planet Dakara

Aus dem Tor trat ein hochgewachsener, schlanker und dunkelhaariger Mann mittleren Alters. Colonel Tobias Coffey, seit neuestem CO des SG1- Teams. Bruchteile einer Sekunde später folgten mehrere Soldaten anderer Teams, die sich sofort ringsum das Tor verteilten und absicherten. Sie trugen alle sandfarbene Tarnuniformen. Erst als er sich sicher war, dass keine unmittelbare Gefahr drohte, gab der Colonel weitere Befehle.
„Die Einheiten 7 und 13 sehen sich in der Stadt um. 23 bleibt hier und sichert weiterhin das Tor. 1 folgt mir, wir nehmen uns den Tempel vor. Vorwärts! „

Das Team drang langsam ins Innere des Gebäudes vor. Sie erreichten die Vorhalle und der Anblick der sich ihnen bot verursachte bei Coffey einen starken Würgreflex. Überall auf dem Boden lagen tote Jaffa. Gestorben durch die Energiewaffen der Reetou, andere waren buchstäblich in Stücke zerrissen worden. Die Insekten hatten hier ihrem Hass auf alles menschliche Leben freien Lauf gelassen. Dr. Solo, eine junge Frau ende Zwanzig mit schulterlangem rotblondem Haar und dem Team als Archäologin zugeteilt, gab sich ihrem Brechreiz voll und ganz hin.

Zögernde und schleifende Schritte erklangen. Im Dunkel eines der Seitengänge war der Schatten eines großen Mannes zu sehen, der sich langsam und an der Wand abgestützt, Schritt für Schritt, der Halle näherte. Der Colonel schaltete seine Taschenlampe ein und leuchtete in das Gesicht eines Mannes, der Captain O´Neill dazu veranlasste ihren Posten zu verlassen. Sie rannte zu dem Jaffa und half ihm dabei sich auf den sandigen Boden niederzulassen. Joey begann damit die Wunden des Mannes zu versorgen, ihn schienen mehrere Schüsse in die Bauchgegend getroffen zu haben. Sein Gewand war blutdurchtränkt.

„Teal´c. Sprich mit mir, was ist hier passiert? „
Man merkte, dass dem in die Jahre gekommenen Mann das Reden sichtlich schwer zu fallen schien.
„Sie kamen zuerst in Schiffen, dann aus dem Cha´apa’ai
. Es… es… ging alles so schnell. Sie haben alle getötet, sogar die Kinder. Wir hatten keine Chance.“
„Ganz ruhig, alter Freund. Du musst deine Kräfte schonen und dich erholen, dann werden wir ihnen gemeinsam in den Arsch treten. „
„O´Neill. „ Seine Hand hielt ihren Oberarm umklammert. „Du musst dich in Siche… „

Die Stimme erstarb und seine Augen brachen.
Teal´c, ehemals erster Primus von Apophis, der sich dem SGC und ihrem Vater angeschlossen hatte um sein Volk von der Vorherrschaft der Goa´uld zu befreien, ihr ältester Freund und Lehrmeister war tot. Die Tränen liefen an ihren Wangen hinunter, während sie ihm die Augen schloss. Ihr CO, der sich respektvoll zurückgehalten hatte, trat an ihre Seite.
„Captain. Wir müssen zurück. Kommen sie. „
Sie wischte sich die Feuchtigkeit aus den Augen und stand auf.


12. März 2036, SGC

General Mitchell stand am Fuß der Rampe und wartete auf die Ankunft seines Eliteteams. Die anderen Einheiten waren kurz zuvor eingetroffen und hatten sich hinter ihm im Raum verteilt.
Ihm schien es als wären Stunden vergangen, bevor Colonel Coffey und Captain O´Neill aus dem Ereignishorizont traten, der sich sofort nach ihrer Ankunft deaktivierte, dabei waren es höchstens ein paar Sekunden.

„ Coffey! Wie sieht es drüben aus? „
„ Alle tot, Sir. Die haben ein richtiges Massaker veranstaltet. „
„Teal´c? „
Die Stille mit der diese Frage quittiert wurde, war ihm Antwort genug. Er hatte es gewusst. Schon als er das ausdrucklose und in Trauer versunkene Gesicht Joeys gesehen hatte, wusste er es. Sein alter Weg- und Kampfgefährte gegen die Ori war tot. Ohne ein weiteres Wort wandte er sich ab und ging, niemand sollte sehen dass selbst ihm, dem Stützpunktkommandanten und hartgesottenem ehemaligen Feldoffizier, in Anbetracht dieses persönlichen Verlustes die Tränen kamen.

16. März 2036, SGC

Brigadier General Cameron Mitchell saß an dem Besprechungstisch, der ebenso wie seine Büroeinrichtung, schon fast antik war. Von diesem Platz aus hatten schon Leute wie General Hammond, Jack O´Neill, Hank Landry bis hin zu ihm ihre Teams in den Einsatz geschickt.

Rechts von ihm saßen Colonel Coffey und Captain O´Neill, links Doktor Indira Solo und Lieutenant Mark Fisher. Die Besten der Besten, das SG1 Team. Mit leiser Stimme, gerade laut genug dass ihn die anderen verstehen konnten, begann er. „Es sieht verdammt schlecht aus. Wie wir von den Tok’ra erfahren haben, bevor der Kontakt abbrach, haben die Reetou bereits das Leben auf knapp 40 Prozent aller bewohnten Planeten ausgelöscht.

Sie gehen immer nach der gleichen Methode vor. Erst ein Angriff mit Raumschiffen, denen selbst die geballte Feuerkraft von Goa´uld Mutterschiffen nichts auszumachen scheint. Dann, wenn der größte Widerstand gebrochen ist, senden sie ihre Bodentruppen durch das Sternentor, die den Rest erledigen bis nichts mehr übrig ist. Ein Hilferuf an die Asgard blieb bisher unbeantwortet, was mich persönlich annehmen lässt, dass auch unsere kleinen grauen Freunde mit diesem Problem zu kämpfen haben.

Es wird nicht mehr lange dauern bis sich die Bugs, wie sie getauft wurden, auch der Erde zuwenden werden. Es wird mit einem Angriff innerhalb der nächsten sieben Tage gerechnet. „
Niedergeschlagenheit breitete sich in der Runde aus. Josephine war die erste die ihre Worte wiederfand. „Wie konnte das passieren, konnte es soweit kommen, Sir? „

„Wir haben den Reetou einfach keine Beachtung mehr geschenkt seit den Ereignissen vor knapp vierzig Jahren, das war unser Fehler. Es wird vermutet, dass das Schiff dem die PROMETHEUS 2003 in der kosmischen Staubwolke begegnete den Bugs gehörte. „

Colonel Coffeys Gesicht drückte Verzweiflung und auch Hilflosigkeit aus, als er fragte was sie den jetzt tun sollen.
„Unsere stärkste Hoffnung und auch die letzte ist die Stadt Atlantis. Sie, Colonel, werden das Kommando über unser neues Schiff, die X-323, übernehmen. Dann fliegen sie auf dem schnellsten Wege zur Pegasus Galaxie und machen General Sheppard die Hölle heiß. Sie können ihm ausrichten, dass sie den persönlichen Befehl von mir haben ihm in den Allerwertesten zu treten, wenn er nicht selbigen samt seiner Stadt umgehend in Richtung Erde befördert. Verstanden? „

„Ja, Sir. „
„Gut. Packen sie das notwendigste zusammen. Der Transport zum Schiff erfolgt in fünfzehn Minuten. „ Cameron erhob sich und wünschte jedem noch viel Glück für die bevorstehende Aufgabe. Captain Josephine „Joey“ O´Neill hatte das untrügliche Gefühl, dass dies ein Abschied für immer war.

Kapitel 3- Atlantis

18. März 2036, Pegasus- Galaxie

Die X-323 war ein majestätisches Schiff. Sie war ein Trägerschlachtschiff der BC304 III- Klasse. 2000 Meter lang. 700 Meter breit und 400 Meter hoch. Die Hangar gondeln die sich rechts und links des Hauptschiffsrumpfes befanden trugen sechs Staffeln des neusten Modells eines X-302 Raumjägers sowie 4 Shuttles die auf Bauplänen eines Gate- Jumpers basierten, pro Gondel. Wenn sie voll besetzt war fasste sie eine Besatzung von 10.000 Mann. Auf ihrem Weg zur Stadt Atlantis flog sie jedoch nur mit einer Rumpfcrew, 200 Mann technisches Personal und einem Kontingent Marines.

Niemand auf der Brücke sprach mehr als nötig, aus Angst dadurch erst ihre grausamsten Vorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen. Hinter vorgehaltener Hand war man sogar schon der Meinung, den Kurs einfach zu ändern und sich irgendwo zu verstecken, da man sowieso keine Chance mehr hätte. Einer der letzten Meldungen die sie erreichten bevor sie das Sonnensystem verließen war, dass die Reetou den Heimatplaneten der Nox ausgelöscht haben. Die Erde und ihre Verbündeten hatten damit begonnen, sich an alle bekannten raumfahrenden Völker zu richten und um Hilfe zu bitten. Man wollte jedes verfügbare Raumschiff im Erdsystem sammeln, um dann einen massiven Gegenschlag gegen den Feind zu führen.

„Verlassen des Hyperraums in zwei Minuten, Colonel. „
Tobias Coffey war in den letzten Stunden sichtlich gealtert. Ob es an der Verantwortung und der damit verbundenen Last seines Befehls lag, sehr wahrscheinlich.
„Kommunikation, versuchen sie eine Verbindung zur Stadt herzustellen, und kündigen sie unser Kommen an. „
„Ja, Sir. „
Die noch verbliebenen anderthalb Minuten kamen im vor, wie eine halbe Ewigkeit.

Von einer Sekunde zur anderen verwandelten sich die Schlieren des Hyperraums in die Sternenkonstellationen der Pegasus Galaxie. Ihr Ziel war der Planet, der sich jetzt nur noch wenige tausend Kilometer entfernt befand.
„Sir! Wir orten Trümmer im Orbit um Atlantis. „
„Auf den Schirm. „
Die Überreste von 20 Schiffen der Prometheus-Klasse, die Atlantis-Schutzflotte, trieben Seite an Seite mit Wracks von Wraith-Hiveschiffen und Genii-Raumkreuzern.
„Oh Gott… Das… das… „ Die Stimme des Ortungsoffiziers versagte.
„Funk! Haben sie eine Verbindung? „ Fragte der Colonel.
„Nein, Sir. „

„Haben sie sich gegenseitig vernichtet? „ Fragte der junge Mann der neben dem Kommandantenstuhl stand. Coffey sah Lieutenant Fisher an, als ob er einen riesigen Vollidioten vor sich hätte.
Bevor ihr CO etwas Dementsprechendes äußern konnte, beantwortete O´Neill die Frage.
„Nein. Es sieht eher so aus, als hätten sie Seite an Seite gekämpft. „

Der Colonel stieß ein undefinierbares Geräusch aus. Wieso musste man sich immer erst einer großen Bedrohung gegenüberstehen, bevor aus Feinden Freunde wurden. Das konnte und wollte er nicht verstehen. Laut sagte er dann.
„Die Marines sollen in den Transporterraum kommen. SG1, ihr auch. Wir sehen uns mal in der Stadt um, vielleicht finden wir dort ja Antworten. Major Gent sie haben das Kommando.“
Danach verließ er den Kommandostuhl und machte sich mit seinem Team auf den Weg.

18. März 2036, in der verlorenen Stadt…

Ein Bild der Zerstörung bot sich ihnen. Leichen und Trümmer lagen wie ein grausames Kunstwerk zerstreut in der Gegend. Das Tor wurde wahrscheinlich zerstört, denn dort wo es sich normalerweise befand, klaffte eine riesige Öffnung die einen guten Ausblick auf das Meer bot. Der Colonel gab dem Befehl zum ausschwärmen. Er selbst und sein Team näherten sich, immer vorsichtig nach allen Seiten sichernd und die Triple im Anschlag, dem Kommandoraum. Auch dort sah es nicht anders aus, tote Wissenschaftler und Soldaten lagen auf dem Boden oder über zerstörte Konsolen gelehnt. Im Hintergrund pulsierte der große Bildschirm in einem düsteren Rot.

Die Crew hatte wohl noch versucht die Selbstzerstörung zu deaktivieren, doch selbst dieser letzte Versuch dem Gegner zu schaden ist missglückt.
„Lieutenant Fisher, Doktor Solo sehen sie sich im Besprechungsraum um. Captain O´Neill, finden sie heraus ob die Stadt flugfähig ist. „
Coffey ging weiter, über den Steg, der den Kommandoraum mit den angrenzenden Büros verband. Er wollte einen Blick in das Büro des Bürgermeisters werfen, wie man den Verantwortlichen für die Stadt scherzhaft nannte.

Hier lag er, der Mann, der insgeheim die letzte Hoffnung der Erde verkörperte, Lieutenant General John Sheppard, militärischer Berater der Stadt Atlantis und Oberkommandierender aller militärischen Streitkräfte in der Pegasus- Galaxie. Eine der Reetouwaffen hatte ihn voll erwischt. Vom Scheitelansatz bis zur obersten Rippe fehlte der komplette linke Oberkörper. Die dazugehörige Hand lag etwas abseits, die Waffe immer noch fest umklammert.

Durch die Finger der rechten Hand schimmerte etwas, was die Aufmerksamkeit des Colonels erregte. Er kniete sich neben die Leiche und fand seine Vermutung bestätigt, ein Datenkristall.
Hatte ihnen der General in der Stunde seines Todes etwa noch einen Hinweis hinterlassen, vielleicht sogar einen der entscheidend sein konnte? Coffey nahm den Datenträger an sich. Als er sich umdrehte, um in den Kommandoraum zurückzukehren erschrak er. O´Neill stand direkt hinter ihm.

„Captain!!! Denken sie an mein Herz, wenn sie sich so anschleichen. Was gibt es? „
„ Verzeihung, Sir. Ich wollte ihnen mitteilen dass die Stadt nicht flugfähig ist. Sie läuft auf Notstrom. So wie es aussieht sind die Module zerstört worden, aber ich müsste mich selbst davon überzeugen. „
„ Gut. Können sie… „ Ein schriller, panischer und langgezogener Schrei unterbrach ihn mitten im Satz. „Das kommt aus dem Besprechungsraum! „
Die beiden Militärs rannten los.

Doktor Solo lag ängstlich zusammengekauert in einer Ecke des Raums, sie hatte den Schrei ausgestoßen. Fisher hing in der Luft, von einer unsichtbaren Kraft gehalten. Blut rann aus seinen Mundwinkeln. Man sah dass ihn die Kräfte verließen, doch trotzdem stach er mit dem Messer auf seinen unsichtbaren Gegner ein.

Coffey und O´Neill verständigten sich durch Augenkontakt und eröffneten das Feuer. Die Triple war eine Energiewaffe, basierend auf dem Waffensystem was die Kullkrieger früher benutzten.
Es dauerte mehrere Sekunden bis der Beschuss Wirkung zeigte, das Tarnfeld des Reetou zusammenbrach und er der Länge nach hinfiel, den inzwischen toten Lieutenant Fisher immer noch mit einer Klaue aufgespießt.

„ Coffey an alle. Sammeln im Kommandoraum. Es wird vorerst kein Vorstoß mehr unternommen. „ Er wechselte den Kanal und stellte eine Verbindung zum Schiff her. „Major Gent, schicken sie uns Dissonanz- Resonatoren runter. Wir sind nicht alleine.“

Etwa zwei Dutzend Marines standen im Kommandoraum. Der Colonel befand sich vor dem großen Bildschirm, der unlängst ausgeschaltet worden war, das Gesicht den Elitekämpfern zugewandt.

„Wir müssen davon ausgehen, dass sich noch Bugs innerhalb der Stadt aufhalten. Lieutenant Fisher hatte eine unangenehme Begegnung, die er nicht überlebt hat. Das was von ihm übrig ist finden sie im Besprechungsraum. Wir werden uns aufteilen, in dreier Gruppen. Jede Gruppe bekommt einen Dissonanz- Resonator, kurz DRS, zugeteilt. Achten sie darauf dass dieses Gerät ständig aktiviert ist. Es ist unsere einzige Möglichkeit den Angreifer zu sehen, wenn er kommt. Wir durchsuchen die Stadt nach Überlebenden, das ist unsere primäre Aufgabe, vielleicht hat ja irgendeiner dieses… dieses Schlachten überlebt. Doktor Solo, sie kehren auf das Schiff zurück und widmen sich diesem kleinen Fundstück. „ Er überreichte der immer noch geschockten jungen Frau den Datenkristall, die kurz darauf in dem gewohnten weißen Leuchten verschwand. Ein Ausdruck von Dankbarkeit legte sich über ihr Gesicht. Dankbar dafür nicht an dieser Suchaktion teilnehmen zu müssen und dem Risiko ausgesetzt zu sein einem dieser Rieseninsekten noch mal zu begegnen, vorerst.

„ Colonel Coffey, Sir.“ Einer der Marines trat vor, ein junger kahlköpfiger Schwarzer dessen Namensschild ihn als Major Payne auswies. „ Besitzt Atlantis nicht Möglichkeiten Lebenszeichen vom Kommandostand aus festzustellen? Das würde unsere Aufgabe erleichtern. „

„ Das ist korrekt. Nur läuft hier alles auf Notstrom. Wir können von Glück reden, dass wir noch Licht haben. Sollten sie diesen Dingern begegnen gehen sie vorsichtig und mit entschlossener Härte vor. Es wird Zeit, dass die Reetou kapieren, was die Goa´uld und die Ori schon längst kapiert haben. Dass man sich mit den Menschen besser nicht anlegt. Vorwärts. „

Angefeuert durch die letzten Worte des Colonels stießen die Marines ihren charakteristischen Schlachtruf lauthals aus und machten sich an ihre Aufgabe.

Der Raum den sie erreichten lag im Halbdunkel. Hier war der ZPM-Generator untergebracht, der normalerweise die Schutzschilde der Stadt versorgte. Die DRS- Drohne gab ein leises Summen von sich, als sie Coffey und O´Neill voran, in den Raum eindrang und ihrer Arbeit nachging. Nachdem sicher war, dass sich hier keines der Insekten aufhielt wurde die Sonde zum Eingang zurückschickt, um dort zusammen mit Major Payne, der sie als dritter Mann begleitete, den selbigen abzusichern.
Hier bot sich ihnen derselbe Anblick wie überall in Atlantis. Zerstörung und Chaos. Der Generator ragte nur noch als leicht rauchender Stumpf aus dem Boden hervor.

Vier Soldaten der inneren Sicherheit lagen mal hier, mal dort in der Gegend herum. Einer war genau in der Mitte auseinandergerissen worden, sein Oberkörper lag direkt vor den Überresten des Generators, seine Beine irgendwo weiter hinten im Raum. Über der Bedienungskonsole hing die Leiche von Nicholas McKay, Sohn von Dr. Rodney McKay, entsprungen einer kurzen Affäre die er mit einer seiner Assistentinnen hatte. „Hier ist nichts mehr zu machen, sehen wir zu das wir weiterkommen. „ Die Gesichtsmuskeln des Colonels begannen unkontrolliert zu zucken, ein Anzeichen unterdrückter Wut.

Ein leises polterndes Geräusch ließ sie innehalten.
Joey fragte die anderen Offiziere, ob sie das auch gehört hätten. Ein kurzes bejahendes Nicken war die Antwort. Payne deutete auf einen der Materialschränke, den er als Geräuschquelle ausgemacht hatte.
Coffey stellte sich direkt vor den Schrank, O´Neill links daneben, Payne rechts. Er bedeutete dem Captain die Tür auf sein Zeichen hin zu öffnen. Mit den Fingern begann er still von drei an abwärts zu zählen. Bei eins ballte er die Hand zur Faust und gab das Zeichen.

Das war definitiv kein Reetou, sondern nur ein kleines verängstigtes Mädchen. Sie war höchstens sechs vielleicht sieben Jahre alt, hatte kurzes dunkles Haar und kauerte wie ein Häufchen Elend auf dem Schrankboden und versuchte sich so klein wie möglich zu machen.
O´Neill hängte sich ihre Waffe über die Schulter und hockte sich vor die Kleine nieder.
„ Hey, du. Brauchst keine Angst mehr zu haben. Wir sind da um dich zu beschützen. Wie ist dein Name, Kleines? „ Das Mädchen hob verunsichert den Kopf, was immer dieses Kind von den Kämpfen mitgekriegt hat, es muss fürchterlich gewesen sein. Sie schien nicht ganz zu wissen ob sie der jungen Frau trauen sollte, wahrscheinlich hielt sie den Air Force Captain für eine Halluzination.

Der ausgestreckte dünne und zerbrechlich aussehende Arm berührte O´Neill an der Wange. Sie nahm die Hand des Mädchens in die ihre.
„Ich bin echt, siehst du. Also, wie heißt du?“
„Me… Melli.“
„Ich bin Joey. Willst du nicht aus dem Schrank rauskommen und dir unser großes Schiff angucken? Keine Angst ich werd dich vor den großen Käfern beschützen. „ Sie nahm das kleine Mädchen in die Arme und hob sie hoch. Ihr fiel auf wie leicht das Mädchen war, sie musste tagelang nichts gegessen haben. „Wie es aussieht haben wir eine Überlebende gefunden, Sir. „ Meinte sie dann zu ihrem CO. Der griff an sein Funkgerät.

„Hier Coffey, an alle Teams. Bericht. „ Die anderen Einheiten hatte ihr Suche bereits abgeschlossen und nichts und niemanden gefunden, anscheinend war der Reetou im Besprechungsraum der einzige gewesen, der sich noch in der Stadt befand, und dieses kleine Mädchen namens Melli die einzige, die das Massaker überlebt hatte.
„ Wir sammeln uns im Kommandoraum um gemeinsam zum Schiff zurückzukehren, hier können wir nichts mehr tun. Ende. „

Im Transporterraum wurden sie bereits von Doktor Solo erwartet. Kaum das sich die Moleküle des Colonels zusammengefügt hatten stürmte sie bereits auf ihn zu.
„Sir. Das müssen sie sich ansehen. Der Kristall… die Nachricht… „
„Ganz ruhig. Was ist los, Doktor? „

Solo nahm Coffey am Arm und führte ihn in die Zentrale. Sie ließ erst wieder los, als sie die Funkkonsole erreicht hatten. Zu dem jungen Mann der davor saß meinte die Archäologin dann,
„Lieutenant, spielen sie die Aufzeichnung ab. „

Auf dem Hologramm erschien das Gesicht von John Sheppard.
„ Wenn sie diese Nachricht sehen bin ich tot, wie wahrscheinlich jeder hier in der Stadt. Die Wraith und Genii haben uns Unterstützung geschickt. Aber es dürfte nicht mehr lange dauern bis auch diese Verteidigungslinie zusammenbricht. Zum wichtigsten Punkt. „ Im Hintergrund war eine große Explosion zu hören und eine Stimme die lauthals schrie, das der Feind in die Stadt eindringt. „ Wir konnten herausfinden dass die Schiffe des Feindes auf organischer Technologie basieren, daraufhin haben einige der telepathisch begabten Athosianer versucht in den Zentralcomputer eines der Schiffe einzudringen. Sie fanden nicht viel heraus, da das Eindringen sehr schnell bemerkt wurde. Aber eines konnten sie finden. Das hier. „ Das Bild wechselte, nun war eine Aufnahme einer kleinen Galaxis zu sehen, die einer größeren, der Milchstraße, vorgelagert war. „Wir sind uns sicher, dass der Angriff von dort aus gestartet wurde. Ich hoffe wir konnten wenigstens euch noch eine Chance geben. Viel Glück. „ Auf dem Hologramm erschien nur noch statisches Rauschen.

Major Gent war hinter sie getreten.
„ Sir, wir haben herausgefunden, dass es sich bei dieser Kleingalaxie um die Große Magellansche Wolke handelt. „
Colonel Coffey trat vor den Kommandostuhl. Er sah wie sich das kleine Mädchen ängstlich an das Bein von Captain O´Neill klammerte und ihn aus großen Augen anstarrte.

„ Waffenkontrolle. Nehmen sie Atlantis ins Visier. „
„Sir? „
„ Wir versenken sie wieder. Ich denke das wäre im Sinne Sheppards gewesen. „
Es dauerte wenige Sekunden bevor der Feuerleitoffizier seine Klarmeldung gab.
„Feuer!“

Die Energiewerfer des Schiffes taten ihr Werk. Ihre tödliche Munition erreichte Atlantis. Es dauerte nicht lange bis Coffey Befehl gab das Feuer wieder einzustellen. Die Sensoren des Schiffes holten das Bild in den Orbit hinauf. Jedermann auf der Brücke konnte sehen, wie sich das Meerwasser einen Weg ins Innere bahnte und die Stadt langsam anfing zu sinken. Die Militärs auf der Brücke salutierten.

Colonel Tobias Coffey konnte hören, wie einige von ihnen ein leises Gebet sprachen. Er wartete bis nur noch die Spitze des Zentralturms zu sehen war, dann widmete er sich wieder seiner Crew.
„ Navigation. Setzen sie einen Kurs zur Erde, ich hoffe wir kommen mit den Daten noch rechtzeitig. Antrieb volle Kraft. Es wird Zeit einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Vorwärts. „
Das Schiff drehte sich aus dem Orbit und beschleunigte in Richtung Milchstraße.

24.12.2071, REFUGE

Smith hörte auf zu erzählen. Eine unheimliche Ruhe breitete sich aus. Winters brach in Tränen aus und wurde von Borows in den Arm genommen. Bessler war die erste die sich traute wieder etwas zu sagen.
„ Sir, soll das heißen, das… das… „
„Ja. Die X-323 kam zu spät. Die vereinte Flotte war vernichtet. Die Erde ist nur noch eine atomar verseuchte Wüste, auf der kein Leben mehr existiert. Im Laufe der Zeit fand man noch andere Überlebende. Aber mit den Jahren wurde selbst das immer weniger, im groben und ganzen kann man durchaus behaupten, dass auf diesem Schiff die Überreste verschiedener Zivilisationen vereint sind. Knapp 8000 Lebensformen sind alles was noch übrig ist. Sie sind ständig auf der Flucht vor den Reetou. Um wenigstens eine einigermaßen klare Kommandostruktur beizubehalten hat sich Coffey damals selbst in den Rang eines Generals erhoben. Als er starb gab er den Rang und damit das Kommando über dieses Schiff an O´Neill weiter. Der Name des Schiffes wurde passend gewählt, REFUGE, Zufluchtsort. „

Er nahm sich ein Glas Wasser von dem Tisch und leerte es in einem Zug. „ Das war eine Menge für heute. Wir sollten uns jetzt alle in die Kojen hauen. Der General will morgen besprechen wie man uns am besten in den Schiffsbetrieb integrieren kann. „
„Integrieren, Sir? „ Borows sah ihn fragend an.
„Ob wir wollen oder nicht, Major. Wir sind jetzt ein Teil dieser Crew und sollten uns auch dementsprechend verhalten. „Er stand auf und bedeutete Lieutenant Grossman ihn zu begleiten, da man ihnen separate Quartiere zugeteilt hatte, um die Privatsphäre der Frauen zu respektieren. Als sich der Schott hinter den beiden Männern schloss, hatte Major Bessler das Gefühl, dass sich auch die Tür zu ihrem bisherigen Leben geschlossen hatte.

Kapitel 4- Hoffnung

25. Dezember 2071

Es war dunkel und ruhig in der Messe des Schiffes, der einzige Lichtschein kam aus der Kombüse und beschien den Colonel, der vor dem Aussichtsfenster stand, von hinten. Im Hintergrund hörte man das Brummen des Sublichtantriebs, der das Schiff durch die Weiten des Alls brachte. Die REFUGE flog im Unterlichtbereich, ständig darauf wartend sofort in den Hyperraum springen zu müssen, auf der Flucht vor dem Gegner. Er konnte nicht schlafen, deshalb hatte John sich, nachdem er dem Lieutenant das Quartier gezeigt hatte, hierher zurückgezogen um nachzudenken.
Wie sollte es nun weitergehen? Würden er und sein Team von nun an das Schicksal der Besatzung teilen? Immer auf der Flucht mit der Angst lebend in der nächsten Sekunde angegriffen und vernichtet zu werden?

Zugegeben dieses Leben führte man im Prinzip sowieso schon als Angehöriger des Stargatekommandos, wenn man im Offworld- Einsatz war. Trotzdem war diese Situation anders. Die Erde, die Heimat, der Ort an dem man sich zurückzog, nach dem vollendeten Tagewerk war vernichtet. Die grünblaue Kugel die so oft im Brennpunkt galaktischer Ereignisse gestanden hatte war nur noch ein brauner verstrahlter Klumpen ohne jedes Leben. Seine Freunde und Familie alle tot. Wenn sie nicht von den Reetou getötet worden waren hatte die Zeit sie dahingerafft. Für ihn war es erst gestern gewesen, für den Rest des ihn, in diesem Stahlkoloss existierendem, umgebendem Leben vor 66 Jahren, als er im Briefingroom vor dem großen Fenster gestanden hatte und froh darüber war wieder seiner Arbeit nachgehen zu dürfen. Seine größte Sorge war es noch gewesen wie es Borows erging und wie man im SGC auf ihn reagieren würde, nachdem was auf P2A704 passiert war.

Hier und jetzt, am ersten Weihnachtstag des Jahres 2071, in der Messe eines Schlachtschiffes das zum Flüchtlingsschiff geworden war, kreisten seine Gedanken nur noch um eins. Warum waren sie hier und wer oder was war dafür verantwortlich?
General O´Neill hatte ihm den Zugriff auf das Archiv des Schiffes gestattet, wahrscheinlich um ihm die Möglichkeit zu geben sich selbst davon zu überzeugen was sie ihm erzählt hatte. John hatte nie an den Worten der Frau gezweifelt, er hatte von Anfang an das Gefühl, dass man dieser Frau bedingungslos vertrauen konnte und diese Möglichkeit genutzt, um etwas über seine eigene Vergangenheit herauszufinden. Die Akten die er durchgegangen war besagten, dass SG- 9, bestehend aus Colonel John Smith, Major Nicole Bessler, Major Janine Borows, Captain Cassie Winters und Lieutenant Steven Grossman am 18. Dezember 2005 um 0600 verschwunden waren.

Ihr Signal verschwand im Wurmloch, während des Transports zum Planeten P1M511. Kurz zuvor registrierten die Computer einen drastischen Energieanstieg am Stargate, der eine Art Überladung hervorgerufen hatte, die sich auf das Wurmloch übertrug. Doch auch noch Monate nach ihrem Verschwinden wusste niemand was dieses verursacht hatte.
Suchaktionen blieben ohne Erfolg. Offiziell wurde SG9 am 26. Februar 2006 für im Einsatz vermisst erklärt. Dieser Beschluss wurde von einer kleinen Gedenkfeier begleitet zu der Major General Jack O´Neill persönlich erschienen war und garantiert hatte, dass man die Hoffnung nie aufgeben würde, dass Sierra Golf 9 vielleicht doch eines Tages zurückkehren würde.

Wenige Monate später ist Jack aus den Diensten der United States Air Force ausgetreten, aus persönlichen Gründen wie er damals erklärt hatte. John konnte sich diese Gründe lebhaft vorstellen, den Beweis dafür hatte er gestern getroffen.
Smith war so sehr in seine Gedanken vertieft, dass er nicht bemerkt hatte, wie Colonel Walker neben ihn getreten war und ihm einen Becher mit einem Getränk hinhielt, das aussah wie Kaffee.

„ Für sie, Smith. Es schmeckt beschissen, macht aber wach. „

Er nahm den Becher dankend an.

„ Ich habe eine Frage an sie, Walker. „

„Nur zu. Und bitte nennen sie mich Melli, das tut jeder hier. „

„ Melli? Etwa das Mädchen von dem der General mir erzählt hat? „

„ Ganz recht, John. Sie sehen die einzige Überlebende der Stadt Atlantis vor sich. Wollten sie nicht eine Frage stellen? „

„ Stimmt. Haben sie eigentlich jemals versucht eine neue Heimat zu finden? Ich meine einen Planeten zu finden, auf dem sie sich niederlassen können? „

Die Frau atmete tief durch.

„ Mehr als einmal. Doch die Bugs haben uns immer wieder gefunden. Der letzte Versuch ist ungefähr zehn Jahre her. Wir konnten damals nur mit Mühe und Not entkommen. Ich würde liebend gerne festen Boden unter meinen Füßen spüren. Luft atmen, die nicht recycelt wurde, ohne dem Risiko ausgesetzt zu sein, in der nächsten Sekunde zu sterben. Aber leider ist das nur ein Traum; ein Traum den viele haben, doch wir müssen uns damit abfinden, dass dies nie geschehen wird. „

Die letzten Worte der Frau brannten sich förmlich in sein Gehirn.

Das dies nie geschehen wird…

Smith leerte den Becher in einem Zug, das Zeug schmeckte wirklich scheußlich.

„Melli, kommen sie mit, wir wecken den General. Ich habe eine Idee. „

Er schmiss den leeren Behälter in den Abfallkonverter und ließ sich dann von der immer noch ratlos dreinblickenden Frau zu dem Quartier von Joey O´Neill bringen.

Sie standen alle um den großen Kartentisch herum, der sich im hinteren Teil der Kommandozentrale befand. Auf dem Tisch war die Abbildung der Milchstraße zu sehen. Ein kleines Abbild des Schiffes, das fast aussah wie ein Matchboxauto, markierte ihre aktuelle Position. Im Hinterkopf registrierte Colonel Smith, dass sie sich im Trümmergürtel aufhielten, dessen Felsbrocken früher mal der Planet Abydos gewesen waren, bevor er von Anubis vernichtet worden war. Nacheinander sah er sich die Personen an die um den Tisch herumstanden.

Zum einen war da sein Team, man sah an den Gesichtsausdrücken von Major Bessler und Captain Winters, dass sie noch an dem zu kauen hatten was ihnen wiederfahren war. Für den knapp eins siebzig großen blonden Major, seinem 2IC, musste es besonders schlimm sein, sie hatte erst vor kurzem geheiratet und sich auf ein langes gemeinsames Leben mit dem Mann gefreut den sie liebte, bis er ihren Traum dadurch zerstört hatte, dass er ihnen erzählt hatte wo sie waren und was mit ihnen passiert war.

Zum anderen waren da das Team um Colonel Walker. Major Fleurs und Captain Koenig. Am Kopf des Tisches stand, leicht übermüdet aussehend General Josephine “Joey” O´Neill. Sie hatte eine Tasse mit dem Getränk vor sich stehen, dessen üblen Geschmack er selbst erst vor kurzem genossen hatte.
Die Tochter einer für ihn lebenden Legende, eigentlich zweier, innerhalb des SGC, ergriff das Wort.

„ Okay, Colonel. Verraten sie mir jetzt warum sie mich aus dem Bett geholt haben?“

„ Ja, Ma´am. Ich denke, dass es eine Möglichkeit gibt mein Team in unsere Zeit zurückzuschicken.“
Aus den müden und traurigen Augen seiner Teammitglieder sprach nun Neugierde und Hoffnung.
„ Ich habe, also in der Zeit aus der wir kommen, Gerüchte innerhalb des Kommandos gehört, dass die Einheit um ihren Vater schon das ein oder andere Mal eine Zeitreise unternommen haben soll. Meine Versuche hier in dem Schiffsarchiv etwas darüber herauszufinden schlugen fehl. Ich hatte gehofft, dass sie vielleicht etwas darüber wüssten General, dass ihnen ihre Eltern vielleicht etwas darüber erzählt haben. „

Sämtliche Augenpaare richteten sich auf die Frau, die den Colonel irgendwie an eine Schauspielerin aus dem Film „Der Herr der Ringe“ erinnerte. Ein erwartungsvolles Schweigen breitete sich in dieser Runde aus.
Es dauerte einige Minuten bevor sie sich zu einer Antwort durchrang.

„ Ja. Meine Mutter hat mir von einem Vorfall erzählt, der sie und SG1 ins Jahr 1969 zurückbefördert hat. „

Niemand an Bord schien davon gewusst zu haben, denn selbst in den Gesichtsausdrücken Walkers, Fleurs und Königs machte sich nun Erstaunen breit, als sie diese Worte vernahmen.
Sogar in der gesamten Kommandozentrale herrschte auf einmal Stille. Ihre Unterhaltung wurde nicht gerade leise geführt.

„Und wie soll das uns helfen, oder diesen Leuten?“

Der Frage entnahm John, das Major Borows noch nicht ganz realisiert hatte was das eventuell für sie alle hier bedeuten konnte, deshalb nahm er sich die Zeit diese Frage zu beantworten.

„ Wenn es uns gelingt zurückzukehren, können wir das Pentagon und unsere Verbündeten warnen. Wir können dafür sorgen das man den Reetou die Beachtung zukommen lässt die nötig ist, um das Desaster zu verhindern, bevor es geschieht. Aus den Aufzeichnungen die Colonel Coffey damals in Atlantis gefunden hat, wissen wir von wo sie den Angriff gestartet haben. Wir müssen nur noch eine Möglichkeit finden mit diesem Wissen ins Jahr 2005 zu gelangen. Und ich denke dass der General weiß wie wir das vielleicht schaffen können. „

O´Neill nahm einen Schluck des Kaffeeersatzes zu sich und schloss kurz die Augen. Ob sie das tat um genug Kraft zu sammeln damit sie fortfahren konnte oder den Brechreiz unterdrückte, den dieses Gebräu auslösen konnte, wusste er nicht. Ihre braunen Augen bohrten sich förmlich in die seinen als sie anfing weiter zu erzählen.

„ SG-1 hatte damals den Auftrag eine Erkundungsmission auf dem Planeten P2X555 durchzuführen. Es gab von Anfang an Schwierigkeiten bei dieser Mission, weil der direkte Weg des Wurmloches bis auf knapp 70000 Meilen an die Sonne herankam. Trotz aller Berechnungen und Vorsichtsmaßnahmen kam es zu diesem Zeitsprung. Schuld daran war das Magnetfeld einer Sonneneruption die das Wurmloch um das Gestirn herum lenkte und zur Erde zurückwarf. Durch die dabei entstandene gravitative Verwerfung im Raum-Zeit Kontinuum landeten sie anstatt im Jahr 1999 im Jahr 1969. „

„ Sir, bei allem Respekt. „
Grossman, der die ganze Zeit still daneben gestanden hatte wirkte ein wenig verunsichert.
„ Selbst wenn wir die Grundsituation wiederherstellen könnten. Es ist uns unmöglich eine Eruption genau voraus zu sagen, geschweige denn, den genauen Zeitpunkt zu berechnen an dem wir das Tor passieren müssen. „

„ Lieutenant, uns ist es unmöglich. Aber wir befinden uns an Bord eines Schiffes das unserer Technologie um einiges voraus ist.“

„ Sir, ich denke sie wissen, dass niemand lieber als ich wieder nach Hause möchte. „
Bessler hatte die Hände auf dem Tisch abgestützt.
„ Aber was ist wenn wir durch unsere Rückkehr einen früheren Angriff provozieren? „

Der Colonel schien in Anbetracht dieser Frage einen Augenblick in seinem Beschluss zurück zu kehren, zu wanken. Doch dieser Moment währte nicht lange. Entschlossenheit sprach aus seiner Stimme.

„ Dieses Risiko müssen wir in Kauf nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass die Reetou in unserer Zeit noch nicht ihre volle Schlagkraft erreicht haben. Und falls doch, macht es für mich keinen Unterschied ob die Vernichtung allen Lebens 2036 oder 2005 stattfindet. Eine Chance hätten wir in beiden Fällen nicht. General.“
Er wendete sich wieder dem Kopfende des Tisches zu.
„ Wäre es möglich mit den Mitteln des Schiffes eine Sonneneruption zu berechnen die uns relativ punktgenau in unsere Zeit zurückbringen könnte? „

„ Theoretisch ja. Wir haben nur ein großes Problem. „

„ Und das wäre?“

„ Wir müssten vom Tor der Erde aus starten. Und das liegt immer noch im Cheyenne Mountain. Wir müssten mit der REFUGE ins Erdsystem eindringen, was unweigerlich Kriegsschiffe des Feindes auf den Plan rufen würde. Dann bräuchten wir Zeit eine Sonneneruption zu berechnen. Abgesehen davon das sie sich dann zu Fuß zum Stargate begeben müssten, wo es dann wahrscheinlich vor lauter Bugs nur so wimmelt, da ein immer noch aktives Schutzfeld einen Beam verhindert. „

„ Wenn es mehr nicht ist. Können wir es anpacken. „

„ For cryin out loud, Colonel. „
Joey schien wütend zu werden.
„ Dies ist immer noch mein Schiff und meine Besatzung, nicht ihre. Ich kann ja verstehen, dass sie zurückwollen, aber ich setze das Leben meiner Leute nicht aufs Spiel um diesen Plan durchzuführen. Wenn es schief geht, bedeutet dass das Ende allen Lebens, das nicht auf vier Beinen durch die Gegend krabbelt.“

„ General, bei allem Respekt ihnen und ihren Eltern gegenüber. Es ist sowieso nur noch eine Frage der Zeit bis dieses Szenario eintritt, oder glauben sie ernsthaft, dass sie dieser Übermacht auf Dauer entkommen können? „

Er hat recht, dachte Joey, wieso hat dieser Kerl recht. Wäre es nicht besser alles auf eine Karte zu setzen und das Risiko dieses Einsatzes einzugehen solange es noch geht? Sie überlegte was ihr Vater in dieser Situation getan hätte.

„ Melli, lassen sie das Schiff klar zum Gefecht machen. Wir nehmen Kurs Richtung Erde. Sie sollten sich alle für diesen Einsatz vorbereiten. Weggetreten.“

Sie wendeten sich alle ab und gingen ihren Vorbereitungen nach. Am Ende standen sich nur noch O´Neill und Smith am Tisch gegenüber. Der Colonel war gerade im Begriff etwas sagen zu wollen, als sie ihm dazwischen fuhr.

„ Selbst wenn ihnen die Rückkehr gelingt, Colonel. Sie werden einen Beweis brauchen für ihren Bericht. „
Sie ging um den Tisch herum und blieb vor ihm stehen. Dann griff sie mit beiden Händen hinter ihren Hals und nahm eine der Hundemarken ab die sie trug.
„ Geben sie die meinen Eltern. Dann wird man ihnen glauben.“

Ohne ein weiteres Wort, oder auch nur einen Dank abzuwarten ging sie zum Kommandostand um sich ihren Aufgaben zu widmen. John hielt die Kette mit der Hand fest umschlossen. Er drehte sie herum und öffnete die Handfläche. Auf jeweils einer der beiden Plaketten standen die Namen von Jack O´Neill und Samantha Carter. Auf der Rückseite der Plakette ihres Vaters stand eingraviert.

Für unsere Tochter, in Liebe Sam & Jack.
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

Brunklord
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Re: Stargate- The Chronicles of SG9 *Complete Collection*

Beitrag von Brunklord » Di 5. Okt 2010, 15:30

Kapitel 5- Ein Versprechen

26. Dezember 2071, auf dem Weg zur Erde

Das übergeordnete Transportmedium, auch bekannt als Hyperraum, zog an dem von Menschen und Asgard Hand gebautem Gebilde aus verstärktem Tritium vorbei. General Josephine O´Neill musste an die ehemaligen Verbündeten der Ta´uri denken. Auch diese kleinen grauen Wesen, die den Menschen einst so übermächtig erschienen waren, sind dem Ansturm der Reetou vor 35 Jahren erlegen. Die letzten Überlebenden dieser friedfertigen Rasse befanden sich ebenfalls hier an Bord des Schiffes, man hatte sie damals kurz nach ihrer Rückkehr aus Atlantis in einem zu Klump geschossenem Erkundungsschiff entdeckt, dessen Lebenserhaltungssysteme kurz vor dem Kollaps gestanden haben.

23, eines einstmals Milliarden zählenden Volkes, waren es noch. Sie sorgten dafür dass die REFUGE in ihren vielleicht letzten Kampf flog. Die Nervosität war überall auf dem Schiff zu spüren. Inzwischen war jeder in das Vorhaben eingeweiht worden, ihren Besuch zurück in seine Zeit zu schicken und vielleicht damit das Schicksal ihrer eigenen dunklen Zukunft abzuwenden.

Joey hatte eigentlich damit gerechnet, dass sich die Besatzung gegen die Mission aussprechen würde. Sie riskierten schließlich alle ihr Leben und das letzte bisschen Heimat was die Menschen besaßen. Aber das genaue Gegenteil war der Fall gewesen. Es ist genauso wie Colonel Smith gesagt hatte. Ein schneller Tod bei dem Versuch eine Wende der Ereignisse herbeizuführen war der Crew lieber, als der langsame und schleichende Tod. Denn nichts anderes war ihr Versteckspiel vor den Reetou.

Den sich ständig verändernden Positionsangaben entnahm sie, dass sie sich immer mehr der alten Heimat näherten. Bis jetzt verlief alles ruhig, sie hoffte, dass es so bleiben würde. Aber tief in ihrem Innern spürte sie dass es nur die Ruhe vor dem Sturm war. Irgendjemand hatte mal gesagt dass es über den O´Neills einen Fluch gebe, immer dann in Schwierigkeiten zu geraten, wenn es am ruhigsten zu sein schien.

„ Navigation. Bringen sie uns so nah wie möglich an die Sonne heran. Sensoren. Sie beginnen sofort damit die notwendigen Berechnungen durchzuführen. „

Aus beiden Abteilungen kam ein lautes und kräftiges „Ja, Ma´am. „

Der Plan schien so einfach. Einen Orbit um die Sonne einschlagen, die solare Dynamik analysieren um herauszufinden wann eine Sonneneruption stattfindet. Dann einen Kurs zur Erde einschlagen, SG9 in der Nähe dessen absetzen, was vom Cheyenne Mountain übrig ist, zum Sternentor vorstoßen, die Koordinaten zu P2X555 eingeben und den Ereignishorizont im richtigen Moment passieren.
Ihr Kopf drehte sich von dem riesigen Bildschirm, der die gesamte Frontseite einnahm, zu den Menschen die sich hinter ihrem Kommandostuhl versammelt hatten. Acht Personen standen dort.

Wegen fünf davon nahmen sie dieses Wagnis auf sich. Sie sah das Colonel Smith sich die Kette mit den beiden Hundemarken, die sie ihm gegeben hatte, um den Hals gelegt hatte. Ein Lächeln stahl sich durch ihre Gedanken während sie sich versuchte vorzustellen, wie ihre Eltern darauf reagieren würden. Ihre Mutter würde wahrscheinlich anfangen einen Vortrag über die Konsequenzen zu halten, die dieses Mitbringsel auslösen könnte, wegen der Veränderung der eigenen Zukunft. Jack würde es wahrscheinlich schlicht und einfach für eine Fälschung halten.

Trotzdem hoffte sie, dass diese zwei aus Leichtmetall hergestellten Identifikationsmarken dem Colonel dabei helfen konnten seine Geschichte glaubhaft zu machen. Die Frauen um Smith, sie rief sich ihre Namen ins Gedächtnis, Bessler, Borows und Winters sprachen sich gegenseitig Mut zu für ihre bevorstehende Aufgabe.

Dann war da noch der zweite Mann in dem Team, Lieutenant Grossman. Sollte sie John mitteilen was sie über ihn herausgefunden hatte? Kurz nach der Ankunft dieser Menschen hatte sie sich selbst im Archiv die Personalakten angesehen. Lieutenant Steven Grossman, offiziell dem Team zugeteilt um dabei behilflich zu sein Artefakte der Antiker zu bergen, weil er das nötige Gen besaß sie anzuwenden. Das stimmte soweit, nur wusste wahrscheinlich niemand in der Einheit, dass er auch die Aufgabe hatte den Umgang innerhalb der Gruppe und die Kommandofähigkeit Smiths im Einsatz zu beurteilen. Das Pentagon hatte damals immer noch Zweifel gehegt diesen Mann wieder einzusetzen, sie hatten den Drängen ihres Vaters nur nachgegeben unter der Bedingung die komplette Gruppe durch einen ihrer Leute unter Beobachtung zu halten.
Sie hatte wirklich kurz davor gestanden es John zu sagen, doch Joey hatte es gelassen. Diese Erkenntnis hätte nur das Misstrauen zwischen diesen Menschen entfachen lassen, und in Anbetracht des kommenden Einsatzes war es unabdingbar, dass man sich aufeinander verlassen konnte.

Die anderen drei waren ihre eigenen Leute. Jennifer König, über die sie selbst jetzt noch sehr wenig wusste, noch nicht mal von welchem Planeten sie stammte, deshalb trug sie auch keinen zweiten Aufnäher auf der Uniform, dort wo normalerweise das Symbol des Ursprungsplaneten angebracht war. Eric Fleurs, ein Mann dessen unerschütterliche Ruhe und trockener Humor sie an ihren alten Freund Teal´c erinnerte. Und der Kopf der Truppe, Melli. Kaum zu glauben, dass diese Frau dort, die das Talent besaß sich in jeder Situation durchzusetzen und die immer genau wusste was sie wollte, identisch mit dem kleinen verängstigten Mädchen war, das sie vor Jahren in einem Geräteschrank auf Atlantis entdeckt hatten. Walkers Einheit hatte sich freiwillig gemeldet um SG9 Unterstützung am Boden zu geben, was anderes hatte sie auch nicht erwartet.


„ Verlassen des Hyperraums in 30 Sekunden. „

Nun wurde es ernst. Sie nahm auf dem Sitz in der Mitte der Zentrale Platz.

„ Waffenkontrolle, volle Gefechtsbereitschaft. Schutzschirme auf Maximum. „

26. Dezember 2071, Erdsystem

Für einen Beobachter sah es aus, als ob sich von einer Sekunde zur anderen ein blauer wallender Schlund, mitten in der unendlichen Weite des Alls bildete. Etwas verließ diese Öffnung und machte einige Millionen Kilometer vor der glühenden Sonne halt. Die REFUGE nahm einen Orbit in der äußersten Korona der Sonne ein. Ihre Sensoren durchforsteten die Oberfläche.

„ Analyse läuft. „
Die Nervosität die vorher die Brücke beherrschte war einer professionellen organisierten Hektik gewichen.
„ Die Ergebnisse dürften in spätestens fünf Minuten vorliegen. „

Das war alles was der Sergeant an den Sensoren zu sagen hatte. Jedes weitere Wort hätte ihm nur unnötig Zeit gekostet.

„ General. „ Die Stimme kam von der Ortungsabteilung. „ Ich habe zwei, nein drei Bogeys* auf dem Schirm die sich uns nähern. Ein Schlachtschiff und zwei kleine Kreuzer. Wir wurden entdeckt. „

„ Wann sind sie hier? „

„ In anderthalb Minuten. „

„ Schleusen sie eine Staffel 302 aus. Sie sollen uns die Bugs so lang es geht vom Hals halten. „

Joey wusste, dass sie damit das Todesurteil für die Piloten unterschrieben hatte. Eine Staffel gegen drei Schlachtschiffe war Selbstmord. Sie hatte aber keine andere Wahl. Die X-323 konnte ihre Position nicht verlassen, nicht solange die Sensoren arbeiteten.
Sie biss sich auf die Lippen und murmelte leise etwas vor sich.

Der große Bildschirm teilte sich entzwei. Eine Hälfte zeigte weiterhin einen Teil der Sonnenoberfläche, der andere verfolgte die ausgeschleusten Jäger auf den Weg in ihren sicheren Tod.

Die zwei kleinen Kreuzer der Reetou sahen aus wie überdimensionale Rochen. Das Schlachtschiff wirkte dagegen eher wie ein zu groß geratener Bienenstock, von dem sich gerade zwei Dutzend kleine Schiffe lösten, die aussahen wie die Krallenhand eines Monsters. Ein ovales Gebilde, von dem aus vier spitz zulaufende Auswüchse in Flugrichtung in den Weltraum ragten. Diese Auswüchse waren nichts anderes als das Waffensystem deren Mündungen den 302ern eine Salve tödlicher Energien entgegenschickten.

Zwei Jäger vergingen in dem verzehrenden Feuer, einer wurde anscheinend so getroffen, das der Pilot nicht mehr im Stande war einen genauen Kurs zu halten, denn die 302 geriet in ein unkontrolliertes Trudeln. Doch nicht sehr lange, dann beendete eine zweite Salve des Gegners diesen Zustand. Die restlichen neun Jäger lösten ihre Formation auf und fingen an, auf eigenes Ermessen hin zu feuern.

Erst sah es sogar so aus, als ob sie eine Chance hätten, dem Gegenangriff fielen auf Anhieb sechs feindliche Jäger zum Opfer. Doch dieses Kampfglück währte nicht lange. Binnen weniger Sekunden war von dem 302ern nichts weiter übrig als langsam expandierender Staub. Mit schwerem Herzen musste der General zusehen wie sich der Rest der Reetoujäger der REFUGE näherte.

„ Verdammt wie lange noch, Sergeant? „

Der Mann sah kurz von der Sensorenkonsole hoch.
Er wirkte gehetzt, wozu er auch guten Grund hatte, als er antwortete dass es nicht mehr lange dauern würde.

„ Waffenkontrolle. Schicken sie denen eine kleine Begrüßung entgegen, sobald sie in Reichweite sind. „


Die Angriffsjäger des Feindes rasten dicht über der Oberfläche des menschlichen Schiffes vorbei und feuerten aus allen Rohren. Es war ihnen ein leichtes gewesen der Begrüßung des Generals zu entgehen, da die Energiewerfer der X-323 nicht dafür ausgelegt waren, so kleine Ziele aufs Korn zu nehmen.
Auf der Brücke war die Hektik dem Chaos gewichen. Eine Schadensmeldung jagte die nächste.

„ Schutzschirme auf 10 Prozent… „

„ Kommunikation ausgefallen… „

„ Wir haben es!!!!! „

Joey wurde hellhörig. Der Sergeant an den Sensoren winkte hektisch mit beiden Armen um auf sich aufmerksam machen. Sie atmete auf.

„ Beidrehen. Hyperantrieb aktivieren. Kurs zur Er… „

Neben ihr explodierte die Kontrolle des Waffenleitsystems. Der General wurde durch die Druckwelle einige Meter durch die Zentrale geschleudert. Es wurde dunkel um sie herum.

Colonel Walker stand nur ein wenig abseits der alten Dame, wie Joey von der Besatzung liebevoll genannt wurde, als die Konsole durch eine Energierückkopplung sich in ihre Bestandteile auflöste.
Als sie den kurzen Schreck überwunden hatte, rannte sie zu dem am Boden liegenden General. Das Stimmengewirr im Hintergrund wurde zu einem leisen Flüstern in ihren Ohren, als sie die Frau, die für sie wie eine Mutter gewesen war, so dort liegen sah. Sie kniete sich nieder in dem Moment als O´Neill die Augen öffnete.

Das erste was sie sah, als sie die Augen wieder aufschlug war das Gesichts Mellis, die sich neben sie gekniet hatte und beruhigend auf sie einsprach. Joey machte den Versuch aufzustehen, doch ein scharfer stechender Schmerz in ihrem Rippenbereich ließ sie dieses Vorhaben rasch vergessen. Sie sah an sich herunter und konnte sehen, dass sich ein kleines Metallfragment der explodierten Konsole knapp unterhalb ihres Herzens in den Brustkorb gebohrt hatte. Ihr war kalt. War es so wenn man starb? Anscheinend. Mit ihren letzten Kraftreserven legte sie ihre rechte Hand auf die tränenüberströmte Wange der jungen Frau.

„ Ich schaff… es… nicht… „

„ Nein, Joey. „
Colonel Walker war es egal ob die anderen Offiziere diese Vertrautheit mitbekamen, die sonst nur aufkam, wenn sie allein waren.
„ Es wird schon wieder. Du hast schon schlimmeres überstanden. „

„ Du hast… jetzt das… Kommando… Versprich mir… das… das… du… sie… müssen… zurückkehren… Ich… „

Was immer General Josephine „Joey“ O´Neill auch noch zu Mellissa Walker sagen wollte, sie nahm es mit in die Abgründe des Todes.
Der weibliche Colonel nahm die erschlaffte Hand und legte sie auf den Oberkörper der toten Frau ab.

„ Ich verspreche es. „

In der Zentrale herrschte gespenstische Stille. Aus den Augenwinkeln sah sie auf dem Bildschirm, dass sich die REFUGE in den Hyperraum gerettet hatte. Ihr Blick glitt über alle in der Zentrale versammelten Gesichter, es gab keines das nicht von Bestürzung und Trauer gekennzeichnet war.
Sie blieb mit ihrem kleinen Rundgang bei Smith hängen, der Colonel aus der Vergangenheit schien sich auch die eine oder andere Schramme eingefangen zu haben, Blut lief aus einer kleinen Platzwunde über seinem rechten Auge.
Während sich die beiden immer noch in die Augen sahen, sagte Melli in Richtung der Besatzung.

„ General O´Neill ist tot. Doch wir haben im Moment keine Zeit um unserer Trauer nachzugehen. Wir haben eine Mission zu erfüllen. Ich übernehme hiermit das Kommando über die REFUGE. Navigation? „

„ Kurs zur Erde gesetzt, Ma´am. „
„ Sensoren? „
„ Die nächste Sonneneruption die stark genug ist, findet in 58 Minuten statt. „
„ Gut. Maschinenraum, sie übernehmen die Waffenkontrolle. „
„ Verstanden… General. „

Mellissa Walker nahm auf dem, sehr lädiert aussehenden, Kommandostuhl Platz.
„ Es wird Zeit ein Versprechen einzulösen. „

Kapitel 6- Bruchlandung

26.Dezember 2071, 52 Minuten bis zur Eruption

Man hatte in den letzten Minuten versucht in aller Eile die größten Schäden zu beseitigen. Bei dem Angriff hatte es sieben Verletzte und zwei Tote gegeben. General O´Neill und der diensthabende Offizier an der Waffenkontrollkonsole hatten die Explosion selbiger nicht überlebt.

Kaum zu glauben, dachte John, dass das erst sechs Minuten her ist, ihm kam es vor, als wären inzwischen Stunden vergangen. Ihr Ziel, die Erde und damit der Versuch die letzten 66 Jahre aus dem Gedächtnis der Zeit zu löschen rückten immer näher. Mit jeder verstreichenden Sekunde legte das Schiff mehrere Millionen Meilen zurück.

Er fühlte sich schuldig an dem was hier passiert war, daran das die Besatzung… Nein! Stopp! Schrie er sich selbst in Gedanken an. Du hast weiß Gott schon genug Schuldgefühle, es ist nicht nötig sich auch noch andere aufzuhalsen.

„ Major Bessler. Begeben sie sich mit den anderen schon mal in den Transportraum und überprüfen sie die Ausrüstung. Es muss alles reibungslos laufen, wenn wir unten sind. „

„ Zu Befehl, Sir. „

Mit einem Kopfnicken bedeutete Walker ihren Leuten SG9 zu begleiten.
Wenn es einen Beweis dafür gab, dass ein Mensch innerhalb weniger Minuten um Jahre altern konnte, dann war es diese Frau, die dort wie ein Monument vor dem Kommandostuhl stand. Tiefe Falten hatten sich in das rundliche, hübsche und kindlich wirkende Gesicht gegraben. Sie wirkte entschlossener den je ihre Mission durchzuführen. Sie ließ sich von jeder Station einen Statusbericht geben.

„ Noch 52 Minuten bis zur Eruption. „

„ Waffenkontrolle wieder hergestellt. „

„ Schutzschirme bei 67 Prozent Leistung stabil. „

„ Interne Schiffskommunikation wieder hergestellt. „

Ihr Kopf neigte sich zu dem Mann der hinter der Steuerkonsole saß.


„ Bringen sie uns so nah wie möglich ran. „

„ Ja, Ma´am. Wir erreichen die Erde in 2 Minuten und 47 Sekunden „

Ein sehr alt aussehender schwarzer Mann betrat die Brücke. Trotz des gebrechlich aussehenden Äußeren wirkte er noch sehr agil und tatkräftig. Die Glatze, die er anstatt des Haupthaares trug, wirkte, als ob er sie jeden Tag mindestens zweimal polieren würde, was wahrscheinlich auch der Fall war.

Sein Weg führte ihn direkt zu Colonel, er korrigierte sich, sie war jetzt offiziell General, Walker. Er beugte sich nah an ihr rechtes Ohr und schien ihr etwas einzuflüstern. Als er damit fertig war nahm er militärische Haltung an, und wirkte dabei steifer als ein Bügelbrett.

„ Colonel Smith wie mir soeben mitgeteilt wurde ist der Transporter ausgefallen. Colonel Payne wird sie und ihre Leute zum Hangar begleiten, wo er sie anschließend mit dem Shuttle runterbringen wird. „

Sein Blick richtete sich unwillkürlich auf den alten Mann, der abwartend dort zwischen dem Kommandostuhl und der Steuerkonsole stand. Walker musste wohl die leichte Skepsis in seinem Blick bemerkt haben, denn sie sagte noch weiter.

„ Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Er mag zwar alt sein, ist aber immer noch einer der Besten die wir haben. „

„ Daran liegt es nicht Melli, Verzeihung, General. Ich bin trotz allem davon ausgegangen das sie uns dennoch begleiten werden. „

„ Mein Platz ist jetzt auf der Brücke der REFUGE. Wir werden ihnen von hier oben, soviel Unterstützung geben, wie uns möglich ist. „

Sie kam zu ihm herüber und umarmte ihn. Dieser kleine Verstoß gegen die Verhaltensregeln im Umgang mit niederen Rängen wurde still und leise von der restlichen Besatzung ignoriert.

„ Viel Glück, Colonel. Wir verlassen uns auf sie. „

„ Ich werde tun was in meiner Macht steht. „

Sie lösten sich voneinander und Melli nahm wieder ihren Platz vor dem Chefsessel ein. Smith verließ die Brücke und folgte Payne zum Transporterraum, wo sie die anderen Teilhabenden dieser Mission einsammelten und sich dann in Richtung des Hangars begaben.


26. Dezember 2071, 49 Minuten bis zum Punkt x

Melli konnte nicht ignorieren, dass eine gewisse nervöse Anspannung sie überkam, als die Navigation- und Steuerungskontrolle mitteilte, dass es bis zum Verlassen des Hyperraums nur noch wenige Sekunden seien.
Das Bild auf dem Kommandoschirm wechselte von der Darstellung des Hyperraums in den Anblick einer Planetenoberfläche. Genau dieses Bild wurde auch auf den Schirm in dem Shuttle übertragen, wo Smith und seine Leute, zusammen mit den drei Besatzungsmitgliedern der REFUGE auf die Startfreigabe warteten.

John hatte gehört, mehrfach sogar, was mit der Erde passiert war. Doch es hier und jetzt selbst zu sehen versetzte ihm einen leichten Stich ins Herz. Der Planet war völlig ausgetrocknet, aus dem grün und blau war ein einheitliches rötlich schimmerndes braun geworden. Die Wolken, die ihre Bahnen durch die Atmosphäre zogen waren jetzt von einem tiefschwarz wie er es selten zuvor gesehen hatte. Winters, die in dem Sitz hinter ihm Platz genommen hatte, beugte sich vor, wobei sie eine Hand auf seine Schulter legte um sich einen besseren Halt zu verschaffen.

„ Sir, das ist… „ Ihre Stimme erstickte mitten im Satz.

„ Ich weiß. Sie werden ihre Quittung dafür bekommen. „

Eine Erschütterung, die sich durch das Metall der Hangarverkleidung bis in ihr kleines Schiff fortpflanzte kam auf, begleitet von mehreren kleinen Explosionen die nun überall durch die Cockpitverglasung zu sehen waren. Techniker und Piloten rannten wie wild umher. Gemeinsam versuchten sie einigen aufkommenden Bränden Herr zu werden. Payne aktivierte eine Verbindung zur Brücke.

„ Brücke, melden. Was ist da los?“

Mellis Stimme drang aus dem Empfänger.

„ Wir werden angegriffen. Die drei Bogeys haben uns eingeholt und feuern aus allen Rohren, sie haben Startfreigabe. „
Eine Explosion begleitet von einem prasselnden Geräusch da sich anhörte wie Feuer ließ die Stimme kurz innehalten.
„ Los, Sergeant. Löschen! Und ihr macht dass ihr aus dem Hangar kommt, bevor alles umsonst war. „


48 Minuten bis zur Eruption

Sie beendete die Verbindung mit dem Shuttle. Kurz darauf konnte sie auf dem Bildschirm sehen wie das Fluggefährt die Hangar bucht verließ.

„ Ma´am! Die Bogeys feuern erneut. „

Explosionen durchdrangen die Zentrale.

„ Hüllenbruch auf Deck 10. Atmosphäre entweicht. „

„ Sektion abriegeln. „

Von einer Sekunde zur nächsten geriet die X-323 in eine Schieflage. So stark, dass sich Walker an der Lehne des Stuhls festhalten musste, um nicht irgendwo in den nun sich unter ihr befindlichen seitlichen Teil der Brücke geschleudert zu werden. Wertvolle Sekunden vergingen bis sich der Trägheitsdämpfer darauf eingestellt hatte und die normale Lage wieder herstellte.

„ Was war das? „
Schrie der General, der vor einer Stunde noch Colonel gewesen war.

„ Hangar gondel zwei ist abgesprengt worden.“

Auf dem Hauptbildschirm sah sie wie der besagte Teil des Schiffes sich immer mehr entfernte und von einem feindlichen Kreuzer unter Beschuss genommen wurde. Eines musste man diesen Insekten lassen, sie gingen nicht das Risiko ein, dass eventuell jemand dort noch leben konnte und entkam.
Die vernichtende Explosion ließ nicht lange auf sich warten.

„ Schutzschirme ausgefallen. „

„ Waffenkontrolle ausgefallen. „

Sie ließ diese zwei Meldungen kurz auf sich einwirken, und dachte darüber nach in den Hyperraum zu fliehen. Doch dieser Gedanke hatte sich in dem Moment erledigt, als die Meldung an ihr Ohr drang, dass der Antrieb ebenfalls ausgefallen sei.

Mellissa saß auf ihrem Stuhl und schloss für einen Moment die Augen. Sie blendete das Stimmengewirr und die panikerfüllten Schreie der Crew aus. Kein Schutz, keine Gegenwehr und kein Entkommen. Oh nein, ging es ihr durch den Kopf, so einfach kriegt ihr uns nicht.
Sie öffnete die Augen.

„ Maschinenraum. Überladen sie den Reaktorkern. „

„ Ma´am? „

„ Sie haben mich verstanden. Wenn wir schon draufgehen, dann will ich wenigstens noch ein paar dieser Mistkäfer mitnehmen. „

„ Verstanden. Reaktor wird überladen. Kritische Masse in 20 Sekunden erreicht. „

Sie musste an damals denken, als die Reetou Atlantis überfallen hatten. Wie ihre Mutter sie in dem kleinen Schrank versteckt hatte und ihr befahl, diesen unter keinen Umständen zu verlassen. Sie hatte gehorcht. Tagelang hatte sie in dem Verschlag gehockt, ohne was zu trinken und zu essen, bis die Tür von drei Menschen geöffnet wurde, die von der Erde gekommen waren. Sie meinte die Hand Joeys auf ihrer Wange spüren zu können und wie sie sagte, dass sie das kleine Mädchen vor den Rieseninsekten beschützen würde. Ein greller Blitz beendete ihren Ausflug in die Vergangenheit.


47 Minuten bis zur Eruption

Es entstand mitten im All eine neue Sonne, deren Schein das Ende der REFUGE verkündete. Die Helligkeit füllte das Innere des kleinen Schiffes mit seiner ganzen Pracht aus. Das Licht durchdrang alles und jeden. Major Borows konnte durch die geschlossenen Augen und den instinktiv zum Schutz davor verschränkten Armen, ihrem vor ihr auf dem Kopiloten platz sitzendem CO bis auf die Knochen gucken. Dem Explosionsblitz folgte kurz darauf eine gewaltige Druckwelle die sie kräftig durchschüttelte. Für eine Sekunde wusste sie nicht wo oben und unten ist, geschweige denn in welche Richtung sie gerade flogen.

Payne bewies in diesen chaotischen Momenten, in denen sie und die anderen damit beschäftigt waren ihr spärliches Frühstück bei sich zu behalten, dass er trotz seines hohen Alters alles im Griff hatte und die Übersicht behielt.
Mit einigen wenigen Handgriffen sorgte er dafür, dass sich ihre Fluglage wieder stabilisierte.

„ Captain König. „
Erklang seine befehlsgewohnte, durchdringende Stimme.
„ Ortung? „

Es war das erste Mal das Janine Borows diese Frau sprechen hörte.

„ Die zwei Kreuzer sind zerstört. Das Schlachtschiff ist schwer beschädigt und hat beigedreht. Von der REFUGE ist nichts zu sehen, Sir. „

Paynes durchdringender und vorwurfsvoller Blick legte sich auf Colonel Smith.

„ General Walker hat wohl keine andere Chance mehr gesehen als den Reaktorkern zu sprengen, in der Hoffnung die Bogeys zu vernichten und uns damit einen Vorsprung zu verschaffen. Ich hoffe das ist die Sache wert gewesen, Smith. „

John enthielt sich einer Antwort, er wollte jetzt keine Diskussion über Schuldzuweisungen mit dem Marine vom Zaun brechen.

Ein Ruck durchlief die Hülle des Schiffes. Der alte Colonel sah auf die Anzeigenhologramme.

„ Verdammt. Die Druckwelle muss uns stärker erwischt haben, als ich anfangs dachte.“

Smith versuchte die Anzeigen zu entziffern, doch er verstand nur wenig bis gar nichts von diesen technischen Fachausdrücken, zumindest was Raumfahrttechnik betraf, schon gar nicht wenn es eine Technik war die es noch gar nicht gab, für ihn zumindest.

„ Sehen sie hier. „
Payne deutete auf eine kleine Skala deren Pegel sich immer mehr der Null näherte.
„ Das ist die Energieanzeige des Bordreaktors. Die Leitungen müssen beschädigt sein, so dass kein Energietransfer zwischen den einzelnen Systemen, mehr stattfinden kann. Damit die Rückkopplung dadurch keine Überladung verursacht, schaltet sich der Kern automatisch ab. „

„ Das heißt für uns?“

„ Wenn die Anzeige auf Null ist, anschnallen und beten, dass wir es zum Ziel schaffen. Es wird ziemlich holprig. „

Noch 46 Minuten…

Die Vibrationen, die durch den unsanften Flug durch die Atmosphäre erzeugt wurden, verursachten bei dem jungen Lieutenant ein leichtes Zähneklappern. Das Shuttle stand buchstäblich in Flammen. Die beim Eintritt entstehende Reibungshitze wurde normalerweise von Schutzschilden kompensiert.

Doch die Schirme, samt Ortung und Sensoren und der Steuerkontrolle, waren zusammen gebrochen, als der Reaktor sich endgültig abgeschaltet hatte. Die Außenhülle kompensierte zwar einen Großteil der Hitze, konnte dennoch nicht verhindern, dass sie alle ins schwitzen gerieten.

Wir können von Glück reden, dachte der junge Mann, dass die Fluglage einigermaßen stabil war, was sie weiterhin auf Kurs hielt. Grossman war versucht sich die Uniform vom Leib zu reißen um sich etwas Linderung zu verschaffen. Doch er ließ es, da es sowieso nicht viel bewirkt hätte, außer vielleicht den anwesenden Damen eine Live-Show zu bieten.

Noch 42 Minuten…

Das Ding, das aussah wie eine schräg in der Mitte durchgeschnittene Kuchenrolle eines Billigdiscounters, raste dem Erdboden entgegen. Das Shuttle krachte in die Kronen ausgedörrter Bäume und zog eine Breite Schneise in das, was aus dem einst grünblühenden Wald, der den Cheyenne Mountain umgeben hatte, geworden war. Als die Unterseite des kleinen Schiffes den Waldboden berührte sprang es noch ein paar Mal in die Luft, wie ein flacher Stein den man über die Wasseroberfläche springen ließ.

Die Spur der Verwüstung endete damit, dass sich das Gefährt überschlug und zum Stillstand kam.



Noch 23 Minuten…

Sie hatte das Gefühl, dass eine komplette Abbruchmannschaft mit ihren Presslufthammern in ihrem Schädel zu Werke ging. Ein schmerzerfülltes Stöhnen drang aus ihrer Kehle. Als sie die Augen öffnete, wirkte alles wie von einem Schleier überzogen. Major Bessler rieb sich die Augen um den Nebel zu vertreiben. Doch die klare Sicht stellte sich nicht ein.

Erst jetzt fiel ihr der scharfe chemische Geruch auf, der im Schiffsinneren vorherrschte. Irgendwo musste es ein Leck in der Außenhülle des Shuttles geben, durch den die nun schädliche Atmosphäre des einstmals blauen Planeten eindrang. Die Hände der blonden suchten den Rucksack mit der Ausrüstung, der sich unter ihrem Sitz befand. Den Körper leicht vornüber gebeugt, um besser an die Tasche ran zu kommen, zog sie mit Daumen und Mittelfinger die Atemschutzmaske heraus.

Die schnelle Bewegung mit der sie sich die Maske übers Gesicht zog, verursachte erneut eine Schmerzenswelle die sich durch ihren Körper zog und sie aufstöhnen ließ.
Nicole löste die Sicherheitsgurte, die sie auf den Stuhl festhielten. Die Schwaden der Atmosphäre wurden immer dichter und vermischten sich nun mit Qualm, der aus dem hinteren Teil des Schiffes zu kommen schien. Sie tastete sich durch den Nebel bis zu dem Kopiloten sitz vor, wo sie Colonel Smith zu finden wusste.

Ihre Hände griffen zuerst in das Haupthaar des Mannes und arbeiteten sich bis zur Halsschlagader vor, wo sie den Puls fühlten. Gott sei Dank, dachte sie, er lebt noch. Jetzt musste sie ihn nur noch wach kriegen. Bessler seufzte.

„ Das wird mich bestimmt meinen Job kosten. „
Und gab ihrem Vorgesetzten eine kräftige Ohrfeige.

Der Major musste diesen Akt zweimal wiederholen, bevor ihr CO sich regte. Sie setzte ihm die Atemschutzmaske auf, die sie kurz zuvor aus der Tasche des Offiziers geholt hatte.

Sein Körper war ein einziges Wrack, so musste sich ein Auto fühlen, wenn es aus der Schrottpresse kam. Jeder Atemzug bereitete ihm Schmerzen. Doch er musste hoch, sie alle mussten hier weg, bevor es vor lauter Bugs hier wimmelte. Davon mal abgesehen, dass sie nur noch etwas weniger als eine halbe Stunde Zeit hatten, um den Weg nach Hause anzutreten, wie er seiner Armbanduhr entnahm.
Colonel Smith befahl seinem 2IC nach den anderen zu sehen. Er sah der Frau kurz hinter her, sie sieht genauso beschissen aus wie ich mich fühle, ging es ihm durch den Kopf.

Während er sich aus dem Sitz befreite sah er, dass Colonel Payne den Absturz nicht überlebt hatte. Sein Oberkörper lag auf der Pilotenkontrollkonsole, die Arme hingen schlaff an den Seiten herunter. So wie der Kopf sich auf den Rücken gedreht hatte, musste der Marine sich das Genick gebrochen haben. Die Augen waren noch geöffnet und schienen ihn stumm vorzuwerfen, warum er seinen Arsch noch nicht in Richtung Sternentor bewegt hatte.

Kapitel 7- Home, Sweet Home

Noch 18 Minuten…

Sieben Menschen standen vor dem Wrack des Shuttles. Allen waren die Anstrengungen der letzten Stunden und Minuten anzusehen. Es gab keinen unter ihnen, der nicht irgendwo an oder in seinem Körper Schmerzen verspürte.
Captain Cassie Winters konnte nicht anders als die Frage zu stellen die ihr schon lange auf der Zunge lag.

„ Colonel Smith, Sir. Was ist, wenn das Tor keine Energie mehr hat, oder wenn es von den Reetou zerstört wurde? „

„ Zu ersterem kann ich sagen, dass das Naquada des Tores genug Energie gespeichert haben müsste um noch wenigstens ein Wurmloch erzeugen zu können, ansonsten müssen wir versuchen den Generator flott zu kriegen. Zu zweitem kann ich sagen, Pech gehabt, dann war alles umsonst.
Major Fleurs, Captain König. „ Die beiden angesprochenen hoben ihre Köpfe. „ Ich habe mir überlegt, da die REFUGE zerstört ist und sie keine Möglichkeit besitzen von diesem Planeten zu kommen, warum gehen sie nicht mit uns? „

„ Sir! Das könnte die Zeitlinie zu stark beeinträchtigen und Einfluss auf die Zukunft haben. „
Lieutenant Grossmans Einwand ließ den Colonel aufbrausen.

„ Wir sind sowieso schon dabei die Zeitlinie zu verändern und ich denke nicht das eine oder zwei kleine Veränderungen mehr da auffallen, Lieutenant! „

Die Art und Weise wie er den Rang des jungen Mannes aussprach ließ darauf schließen, dass er sich auf keine weitere Diskussion deswegen einlassen wollte.

„ Also, Major, Captain? „

Es war nicht Fleurs der antwortete, wie er eigentlich erwartet hatte, sondern König.

„ Wir haben sowieso nichts mehr zu verlieren, wir kommen mit. „

„ Gut. Dann wollen wir keine Zeit mehr verlieren.“ Er sah kurz das GPS- Gerät, das den Weg anzeigte „ Es sind anderthalb Meilen bis zum Berg. „

„ Sir. Wir sollten über den Notausstieg direkt zur Ebene 28 vorstoßen. Das erspart uns Umwege.“

„ Gute Idee, Borows. Schalten sie ihre DRS-Geräte* ein, die sie an Bord bekommen haben. Also dann, Vorwärts. „

Sie nahmen ihre Waffen in Anschlag und marschierten los.
(* DRS- Geräte= Eine verkleinerte, am Körper tragbare, Version des Dissonanz-Resonators, mit dem man das Tarnfeld der Reetou unterbrechen und sie sichtbar machen kann. )

Noch 9 Minuten…

Sie näherten sich geduckt und die Deckung der Baumstämme nutzend dem Notausstieg, der für sie zum Einstieg wurde und geradewegs zur Ebene 28 führte, dort wo sich das Sternentor befand. Der Colonel bedeutete den anderen Halt zu machen, während er zu der Luke weiterging. Er versuchte sie zu öffnen, was ihm nicht gelang.

Sie klemmte. John nahm zwei kleine C4 Ladungen aus der Weste und platzierte sie Ober - und unterhalb des Griffs der Metalltür. Dann entfernte er sich wenige Meter und kauerte sich hinter einem Holzstumpf der aus dem Boden ragte. Ein leichter Druck auf den Zünder und der Sprengstoff löste das Problem der verschlossenen Luke.

Nun ließ sich das Schott leicht öffnen. Er warf eine Leuchtfackel in den Abgrund und verfolgte den Weg bis sie, einige Meter tiefer, auf dem Boden liegen blieb. Als sich der Colonel sicher war, dass aus dieser Richtung keine Gefahr drohte, winkte er die anderen herbei. Einen nach dem anderen ließ er sie an den Sprossen herunter klettern, die an der Wand angebracht waren, bevor er sich daran machte selbst hinabzusteigen. Während er auf dem Weg nach unten war, immer nach oben und unten sichernd, kam ihm der Gedanke, dass er vielleicht langsam zu alt wurde, für diesen Job.


Noch 6 Minuten…

Die Luke, die den Zugang zur Ebene 28 bildete, ließ sich leichter öffnen. Fleurs und Borows sicherten die rechte Seite des Gangs, Winters und König die linke. Smith stieß zusammen mit Bessler und Grossman weiter in den Gang vor, der sie zum Kontrollraum führte. Als sie die Treppe erreicht hatten die in den Raum hinaufführte, ließ er den Rest der Einheit herbeikommen. Gemeinsam, und ständig nach allen Seiten sichernd, drangen sie in das Herzstück des Cheyenne Mountain ein.

> Fleurs. Überprüfen sie, ob die Rechner Saft haben und wir das Tor von hier aus starten können. Bessler, sie gehen mit den anderen schon mal zur Rampe. Aber seien sie vorsichtig. Ich werd das dumme Gefühl nicht los, dass wir nicht allein sind. „

„ Ja, Sir. „


Noch 5 Minuten…

Durch die große Scheibe, die den Kontroll- vom Torraum trennte, sah er wie Major Bessler mit den anderen die Rampe zum Tor sicherte, und darauf wartete, dass sich der Symbolring drehen würde und den Weg zurück öffnete. Zweifel überkamen den Mann in diesem Moment. Daran, ob es wirklich so gut war nach Hause zu gehen. Ihm kamen wieder die Worte des jungen Lieutenant von der Besprechung in den Sinn.

Was ist, wenn sie durch ihre Rückkehr einen früheren Angriff provozierten, oder die Reetou überhaupt erst auf die Idee brachten diesen Großangriff im Jahr 2036 durchzuführen, der fast allen Lebewesen in den bekannten Galaxien das Leben gekostet hatte.
Er atmete ein paar Mal tief durch. Nein, sie mussten dieses Risiko in Kauf nehmen, es stand einfach zu viel auf dem Spiel. Major Fleurs trat an ihn heran.

„ Sir, ich hab eine gute und eine schlechte Nachricht. „

„ Legen sie los. „

„ Die schlechte Nachricht ist, dass wir das Tor manuell anwählen müssen. Die gute, das es noch genug Energie hat. „

Smith griff zu seinem Funkgerät.

„ Major Bessler. Wir müssen das Stargate per Hand anwählen. Grossman soll mal seine Muskeln spielen lassen. „

„ Verstanden, Sir. „ Kam es aus dem Empfänger.

„ Vorwärts, Fleurs. Die Vergangenheit wartet auf sie. „

Gemeinsam verließen sie den Kontrollraum.


Noch 4 Minuten…

Der Gang, der sie zum Tor führte, wies extreme Kampfspuren auf. In den Wänden klafften Einschusslöcher verschiedenster Energiewaffen. Was dem Colonel vorhin schon aufgefallen war, ist der Verwesungsgeruch der hier immer noch vorherrschte. Obwohl von den Soldaten, die hier gekämpft hatten nichts mehr übrig war, außer der Uniform und ein paar Knochen.
Die beiden Männer standen vor dem Schott zum Torraum. Fleurs blieb noch einmal kurz stehen, ganz so, als ob er von seiner Zeit Abschied nehmen wollte.

Der Colonel sah aus den Augenwinkeln wie der Lieutenant im Begriff war, das siebte Symbol in die richtige Position zu bringen. Wenige Sekunden später sprang er zur Seite damit ihn die Öffnungswelle nicht erwischte. Das weißblaue Licht des Ereignishorizonts warf seinen Schein bis in den Gang hinein und ließ den Gesichtsausdruck des Majors vor ihm noch nachdenklicher aussehen.

Er wollte ihn gerade fragen was in ihm vorging, als Fleurs den Colonel aus dem Gang in den Torraum stieß und das Feuer aus seiner Waffe eröffnete. John Smith kam rechtzeitig wieder hoch um mitzukriegen wie dem Major eine Entladung aus einer Reetouwaffe, mitten in die Brust traf.


Noch 3 Minuten…

„ Bugs! „ hörte er Bessler schreien. „ Runter, Sir! „

Er ließ sich fallen und die Salven aus fünf Waffen fegten über ihn hinweg und fanden ihr Ziel in den Körpern der Rieseninsekten, die gerade im Schott auftauchten. Mehr kriechend als rennend bahnte er sich seinen Weg in Richtung Tor. Captain König kam ihm auf halber Strecke entgegen und half ihm auf.

Noch anderthalb Minuten…

Sie knieten alle nebeneinander und verteidigten ihre Position. Ein ständiges Stakkato sich entladener Explosivmunition füllte den Raum aus. Mit einem Auge sah er, dass die Energieanzeige von Captain Königs Waffe sich im roten Bereich aufhielt. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis ein deftiger Fluch seine Beobachtung bestätigte.

„ Ich bin leer. „

Während er mit seiner rechten Hand weiterhin den Abzug seiner Waffe gedrückt hielt, zog er mit der linken die Zat aus dem Schenkelhalfter und warf sie ihr rüber. Doch sie sollte ihr Ziel nie erreichen. Zwei Schüsse trafen die junge Frau voll in den Körper, der durch die Wucht auseinandergerissen wurde. Blut spritzte auf seine Wange.

Captain Winters, die sich direkt daneben befand stieß einen stillen Schrei und versuchte verzweifelt ihre Uniform sauber zu kriegen.

„ Winters!!! Reißen sie sich zusammen. „

Die scharfen Worte ihres vorgesetzten Offiziers brachten sie wieder zur Besinnung. Sie lud ihre P90 nach und eröffnete erneut das Feuer.


Kurz vor der Eruption

Die Reetou drangen immer weiter vor. Die toten Körper ihrer Artgenossen als Deckung benutzend kamen sie den Menschen immer näher.

„ Lange halten wir das nicht mehr durch, Sir. Meine Munition wird knapp. „

„ Nicht nur ihre Borows. Nicht nur ihre. „ Er sah auf die Anzeige seiner Armbanduhr. „ Noch zwanzig Sekunden, zum Ereignishorizont, vorwärts. „

Sie gingen rückwärts, immer noch aus allen Rohren feuernd, die Rampe hinauf.
Eines der Insekten kam hinter seiner Deckung hervor und feuerte einen Schuss, der Lieutenant Grossman an der Hüfte traf und das rechte Bein vom Unterkörper trennte.

„ Bessler! Geben sie uns Deckung! „
Er ließ seine Waffe am Körper, die durch einen kleinen Gurt an der Weste befestigt war. Sie baumelte leicht hin und her, als der Colonel sich neben Grossman kniete.

„ Kommen sie Lieutenant. Keine Müdigkeit vortäuschen. „

John wollte dem jungen Mann unter die Arme greifen, doch er wimmelte die hilfsbereiten Hände des Offiziers ab.

„ Nein, Sir. Das hat keinen Zweck mehr. „
Während um ihn herum das Inferno weiter seinen Gang nahm, zog er ein digitales Aufnahmegerät aus seiner Westentasche.
„ Geben sie das dem General. Er wird wissen, was er damit anzufangen hat. „

„ Colonel. Wir müssen los. „ Besslers Stimme wirkte gehetzt.

Smith nahm das Gerät an sich und gemeinsam mit den drei Frauen durchschritt er den Ereignishorizont in dem Moment, wo ein durchdringender Pieps ton aus seiner Armbanduhr den Zeitpunkt der Eruption ankündigte.

Mit dem Erlöschen des Wurmlochs endete auch gleichzeitig das Feuer aus ihren Waffen. Einen einzelnen Mann, noch dazu verletzt, hielten sie wohl nicht für eine Bedrohung. Einige dieser Wesen verließen ihre Deckung und näherten sich dem jungen Lieutenant.

Er war durch den hohen Blutverlust geschwächt, brachte aber dennoch die Kraft auf etwas unter seiner Weste hervorzuziehen, was er fest in der Hand hielt, bis auch der letzte Lebensfunke erloschen war. Wie in Zeitlupe fiel die Hand vom Oberkörper auf das Metall der Rampe. Sie öffnete sich reflexartig als die Fingerknochen den harten Untergrund berührten, und etwas rundes, wie ein Ei geformtes Gebilde kullerte aus der Handfläche und blieb vor einem der Reetou liegen. Die Explosion der Handgranate zerfetzte ihn und alle anderen die in näherem Umkreis standen.


19. Dezember 2005, SGC, 0602

„Dann finden sie es heraus! Und der Rest von euch…. Ich will wissen, was mit meinem Team passiert ist. Vorwärts, oder ich lass sie alle nach Antarktika versetzen! „

Landry fühlte sich in dem Moment wie von kompletten Vollidioten umgeben. Er stieg die Treppe, die zu seinem Büro und dem Besprechungsrum führte, hinauf. Auf halber Strecke ließ ihn der Alarm eines unangekündigten, eintreffenden Wurmlochs innehalten und umkehren.

Er konnte noch sehen wie sich die Iris automatisch schloss, für den Fall, dass ihr Besuch der Mensch nicht gerade freundlich gesinnt war.

„ Sergeant, haben wir ein Signal? „

„ Ja, Sir. Es ist… SG-9, Sir. „

Er gab den Befehl die Iris zu öffnen, während er schon längst in den Torraum unterwegs war.

Die vier Menschen die durch das Tor kamen schienen einen harten Kampf hinter sich zu haben. Ihre Uniformen waren über und über mit Dreck und Blut verschmutzt. Die drei Frauen ließen sich vor Erschöpfung auf den Boden fallen und nahmen die Atemschutzmasken ab die sie trugen. Sie mussten viel durchgemacht haben, das sah man ihren Gesichtern an.

„ Colonel Smith. Können sie mir vielleicht erklären, was da vorhin geschehen ist? „
Landry sah dem Mann durch die Maske hindurch direkt in die Augen.
„ Und nehmen sie das Ding runter. „

John brauchte diese extra Aufforderung des Generals nicht. Er tat nichts lieber in diesem Augenblick, als dieses unförmige Behelfsgerät von seinem Gesicht zu nehmen.

„ Also, Colonel, ich warte immer noch auf eine Erklärung. „

„ Die kriegen sie auch. Nur sollten sie General O´Neill und Colonel Carter verständigen, dass sie der Missionsbesprechung beiwohnen. Bitte, Sir. Dann werde ich alles erklären. „

Landry haderte kurz mit sich selbst, doch irgendwas an diesem Mann verriet ihm, dass es wohl besser war dieser Bitte nachzugeben.

„ Gut. Ich erwarte sie im Besprechungsraum, sobald der General eingetroffen ist. Vielleicht erfahre ich dann auch warum sie ohne Lieutenant Grossman zurückgekehrt sind. „

Ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren, ließ er die vier Teammitglieder von SG-9 einfach stehen und verschwand durch das Schott.
Der Colonel drehte sich zu den Frauen um, die immer noch erschöpft auf dem Boden saßen.

„ Ab unter die Dusche, anschließend lassen sie sich auf der Krankenstation durchchecken. Das ist ein Befehl. „

Er half den Frauen und bemerkte dabei Winters leicht apathischen Blick.

„ Alles in Ordnung, Captain? „

Die Frau wirkte, als ob sie aus einem langen Traum erwachen würde.

„ Es geht schon, Sir. Ich bin nur froh dass es vorbei ist. „

„ Ich denke da haben wir einiges gemeinsam, Winters. „

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg in die Mannschaftsräume.
Im Schott blieb Smith noch einmal stehen und sein Blick wanderte vom Sternentor zu der transparenten Trennwand, hinter der die Sergeanten ihrem geschäftigen Treiben nachgingen.

„ Home, sweet Home. „
Murmelte er, dann drehte er sich herum und machte sich daran seinem eigenen Befehl zu folgen.

Kapitel 8- Eine neue Aufgabe

21. Dezember 2005, SGC, Besprechungsraum

Zwei Tage war es her, seit sie zusammen mit General O´Neill und Colonel Carter die Missionsbesprechung durchgeführt hatten und das Team von SG-9 die Ereignisse geschildert hatte, die ihnen wiederfahren sind und die letztendlich auch zum Verlust eines Teammitglieds geführt haben.

Wie erwartet hatte man ihnen zuerst kein Wort geglaubt, bis Colonel Smith das digitale Aufnahmegerät präsentiert hatte, dass er von Lieutenant Grossman in die Hand gedrückt bekommen hatte. Durch die Aufzeichnung erfuhren sie auch, welche Hintergründe dazu geführt haben, dass der junge Mann dem Team zugeteilt worden war. Aber ein Groll gegen ihn wollte nicht aufkommen.
Smith sagte sogar, dass er es die ganze Zeit irgendwie gewusst hätte, dass man ihnen den Lieutenant zugeteilt habe um sie auszuspionieren.

Doch der junge Mann hatte auch aufgenommen wie der Colonel seinem Team in dem Quartier der X-323 die Geschehnisse erzählte die sich von ihrem Standpunkt aus, erst in 31 Jahren abspielen würden, und die Besprechung am Kartentisch in der es darum ging SG-9 in die Vergangenheit zurückzuschicken.

Bei den Worten „For crying out loud“, die Joey von sich gegeben hatte, ist besonders Jack hellhörig geworden.

Nachdem die Aufzeichnung beendet war, fragte der Major General ob Smith noch weitere Beweise für seinen Bericht hätte. Das war der Moment gewesen, wo der Teamleader von SG9 ihm die Kette mit den Hundemarken zugeworfen hatte. Die Gravur auf der Rückseite schien ihm und Colonel Carter einen leichten Schock versetzt zu haben. Sie hatten sich in einer Weise angesehen, als ob sie auf frischer Tat ertappt worden waren. Anschließend hatte O´Neill die Besprechung beendet um sie heute wieder fortzusetzen.

Jack O´Neill saß am Kopf des Besprechungstisches. Rechts von ihm saß Hank Landry, der dem ganzen immer noch sehr skeptisch gegenüber stand. Links saßen die Major Bessler und Borows und Captain Winters. Ihm gegenüber, am anderen Kopfende, saß Colonel Smith. Jeder andere hatte diesen Raum verlassen, da diese Besprechung für streng geheim klassifiziert worden war.
Jack nahm einen Schluck wasser aus dem Glas das vor ihm stand, bevor er mit dem anfing, was er zu sagen hatte.

„ Ich habe die letzten zwei Tage im Oval- Office zugebracht und mit dem Präsidenten eingehend über ihre Mission gesprochen. Obwohl immer noch große Skepsis, auch meinerseits, besteht, haben wir uns entschlossen ihren Berichten glauben zu schenken. Was nicht zuletzt auch an den Aufzeichnungen Lieutenant Grossmans gelegen hat. „
Er räusperte sich.
„ Und an anderen Beweismitteln die sie uns präsentiert haben, und die eingehend analysiert wurden. Na ja, kommen wir zum Punkt. Die Einheit Sierra Golf 9 wird, so wie sie jetzt besteht, aufgelöst. „

„ WAS!!! „ Smith beugte sich vor. „ Das können sie nicht machen! „

„ Immer mit der Ruhe, John. Ich bin noch nicht fertig. Wir haben uns entschlossen vorbeugende Maßnahmen gegen die Reetou zu ergreifen. Sie werden samt ihrer Truppe nach Magellan verfrachtet, um dort eine vorgelagerte Basis einzurichten. Sie kriegen ein kleines Kontingent aus Soldaten, Ärzten und Wissenschaftlern mit. Ihre neue Aufgabe vor Ort wird sein, die Lage auszukundschaften und festzustellen, welche Möglichkeiten dem Feind zur Verfügung stehen und falls möglich machen sie ihm den Garaus. Da wir im Moment aber auch unter Bedrohung durch die Ori stehen, können wir ihnen keine großartige Unterstützung zukommen lassen. Das bedeutet, wenn sie erst mal da sind, sind sie vorerst auf sich allein gestellt.“

„ Wir werden unser Möglichstes tun, Sir. „

„ Gut. Sie haben eine Woche Zeit um ihr Team zusammenzustellen. „
Jack stand von seinem Stuhl auf.
„ Treten sie diesen schleimigen Mistkäfern in den Arsch, Colonel. „

Smith erhob sich ebenfalls und salutierte, als der Mann den Raum verließ.

„ Bessler, haben sie und ihr Mann in der nächsten Zeit was vor? „

Sie verzog die Mundwinkel zu einem kleinen Lächeln.

„ Nicht das ich wüsste, Sir. „

„ Gut. Den ersten hätten wir, kommen sie, wir haben noch viel zu tun. „


Irgendwo in Zeit und Raum

Sie befanden sich vor ihm, die Anderen. Diejenigen die gekommen waren um ein Urteil über ihn zu fällen. Jeder, inklusive ihm, hatte die körperliche Erscheinungsform gewählt, die sie früher inne hatten. Die Stimme dessen der dem Tribunal vorsaß erklang.

„ Du hast gegen die Regeln verstoßen, in einer Art und Weise, wie sonst niemand zuvor. Durch deine Beeinflussung ist das Raum- Zeit Gefüge durcheinander geraten und die Zukunft verändert worden. „

Sein Inneres begehrte auf.

„ Ich musste es tun. Diese Zukunft war unhaltbar, das wisst ihr genauso gut wie ich. „

Wieder erklang diese volltönende und alles durchdringende Stimme, die seinen Einwand zu ignorieren schien.

„ Du wurdest für schuldig befunden, sterbliche Menschen durch die Beeinflussung eines Wurmloches in eine andere Zeit geschickt zu haben. Erwarte nun dein Urteil. „

Trotz kam in ihm hoch, Gefühle wie Wut und Zorn wurden an die Oberfläche seines Seins gespült.

„ Du wirst ausgestoßen und in deine frühere Existenzform verbannt. Die Erinnerungen an dein früheres Sein werden dir genommen. Du wirst an einen Ort geschickt, wo du früher oder später den Sterblichen begegnen wirst, denen du helfen wolltest.“

Das Antlitz des jungen Wesens, verschwand in einem gleißenden Leuchten, während die letzten Worte gesprochen wurden.

„ Du wirst wieder zu dem was du einst warst, Skaara von Abydos. „

ENDE
"Wir sind alle Menschen dieses Planeten, egal, welche Religion, Hautfarbe und Herkunft wir aufweisen!"
Perry Rhodan, Neo Band 2

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